Krisp für den Mac entfernt Hintergrundgeräusche für Skype, FaceTime und Co.

Marcel Am 06.05.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:01 Minuten

FaceTime, Skype und andere Telefonie- und Konferenzapps sind inzwischen nicht nur bei Privatnutzern angekommen, sondern auch im beruflichen Umfeld. Aber egal wie ihr derartige Apps auch nutzen mögt, sobald Hintergrundgeräusche hinzukommen, wird es vor allem für eure Gegenüber unschön. Und diese gibt es nicht selten, wenn man nicht gerade im stillen Kämmerlein sitzt: Im Großraumbüro, im Zug oder im Bahnhof, im Café, im Garten, am Flughafen oder anderswo. Sogar Zuhause gibt es genug Geräusche, die das Gespräch beeinträchtigen können. Wer dem Problem häufiger mal ausgesetzt ist, für den dürfte die kostenlose App Krisp für macOS ein willkommenes Tool sein. Nicht nur, wenn ihr eure Umgebungsgeräusche herausfiltern wollt, sondern auch jene eurer Gesprächspartner.

Im Grunde ist die Funktionsweise von Krisp recht schnell erklärt: Das Tool installiert sich als virtuelles Gerät für den Audio-Eingang (Mikrofon) und -Ausgang (Lautsprecher). Auf diese Weise kann Krisp die Audiosignale vor der Weitergabe an die entsprechende App beziehungsweise den Lautsprechern abgreifen und bearbeiten. Im Hintergrund von Krisp arbeitet ein Deep Neural Network, welches darauf trainiert ist, Hintergrundgeräusche von Audiospuren in nahezu Echtzeit zu erkennen und zu reduzieren – im Idealfall bleibt nur menschliche Sprache enthalten – wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei auf diesen Artikel verwiesen. Positiv zu bemerken: Die gesamte Audioverarbeitung erfolgt lokal auf eurem Gerät, eure Sprachaufzeichnungen werden also nicht an irgendwelche externen Dritt-Server geschickt.

Einzige Voraussetzung für die Nutzung: Die genutzte App muss euch den verwendeten Mikrofon- und Lautsprechertreiber auswählen lassen können – denn systemweit über die Mac-Audioeinstellungen lässt sich Krisp nicht nutzen. Dennoch werden laut Krisp auf diese Weise über 150 verschiedene Anwendungen wie Skype, Discord, Webex, QuickTime und Co. unterstützt. Nach meinem Test funktionierte das Zusammenspiel auch mit Just Press Record und FaceTime. Wie gesagt: Falls euch die App eine manuelle Auswahl des Aus- und Eingangs erlaubt, sollte sie unterstützt werden. Über die Menüleiste könnt ihr lediglich festlegen, an welche Geräte Krisp Audio weiterreichen bzw. abgreifen soll und könnt die Audioverarbeitung auch für den Ein- und Ausgang getrennt voneinander deaktivieren.

Die Ergebnisse fallen überraschend positiv auf, Geräusche werden zuverlässig und mit nicht hörbarer Latenz gefiltert, hier und da wirkt die Sprache ein wenig blechern, was natürlich auch am Mikrofon des MacBook Pro liegen kann. Krisp selbst ist komplett kostenlos und ist zum jetzigen Zeitpunkt nur für den Mac zu haben. Aber: Eine Version für Windows steht bereits im Rahmen eines Early Access-Programmes zum Startschuss bereit. Wie man Geld verdienen möchte? Dazu gibt es keine wirkliche Aussage. Ich stelle mal die These auf, dass man sich mit Krisp bzw. der dahinter liegenden Technologie einen Namen machen möchte und dann auf einen Verkauf oder Partnerschaften aus ist. Kann man sich bei Bedarf also einmal anschauen, ein paar Demos findet ihr an dieser Stelle.

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