Leef iBridge Review: Speicher­stick für iPhone und iPad

Am 26.07.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:02 Minuten

Das Smart­phone dürfte für viele inzwi­schen ein ständiger Begleiter sein und unterwegs mindestens genauso wichtig wie Geldbörse, Schuhe und Hose. Denn die kleinen Handhelds sind weit mehr als nur ein Telefon: Digital­kamera, Mp3-Player, Video­player, Kalender, Notizbuch – all das sind Sachen, die man in einem kompakten Gerät vorfindet, die aber halt auch je nach Menge ordentlich Speicher belegen können. Im Gegensatz zu an­deren Smart­phones und Ta­blets mit Android müssen iPhone- und iPad-Nutzer ohne eine Er­wei­te­rung des Spei­chers mit­tels Spei­cher­karten aus­kommen und sind so auf die ver­bauten 16, 64 oder 128 GB be­schränkt.

Nun sind 64 und erst recht 128 GB schon eine ordent­liche Haus­nummer, wer aber den ein oder an­deren hun­derter ge­spart hat, der kann ge­rade beim Spei­chern von grö­ßeren Dateien wie Filmen oder ähn­li­chem schon mal an seine Grenzen ge­langen. Aber zum Glück gibt es ja findige Hersteller, die Abhilfe versprechen: So habe ich zuletzt mit dem i-Flash­drive Evo eine Speicher­er­wei­terung für das iPhone und iPad vorge­stellt, nun folgt mit dem Speicher­stick iBridge von Leef ein weiterer Kandidat. 

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Bei dem Leef iBridge handelt es sich um einen kleinen Stick, welcher mit einer Länge von 6,5 Zenti­metern nahezu identisch mit einem klassi­schen USB-Stick ist. Und letztlich handelt es sich hierbei auch um nichts anderes: Nimmt man die Schutz­kappe des Sticks ab, so findet man auf der einen Seite den typischen USB-Anschluss vor, auf der anderen Seite gibt es das passende Gegen­stück für iPhone und iPad in Form des Apple’schen Lightning-Anschlusses. Zu der geschwun­genen Form komme ich im weiteren Verlaufe der Zeilen nochmal zurück, mir persönlich gefällt die Aufma­chung des iBridge jedoch recht gut. 

Der verwendete Kunst­stoff fühlt sich hochwertig an und ist leicht beschichtet, die Verar­beitung ist ohne Mängel und auch in Sachen Stabi­lität gibt es an dem iBridge eigentlich nichts auszu­setzen. Wer meint, man könne den Stick aufgrund der Schwingung übermäßig verbiegen, der täuscht sich. Zwar ist das Lightning-Ende minimal flexibel, aller­dings nicht so, dass ich Angst hätte, der Stick würde sofort durch­brechen – zumal dies der Tatsache geschuldet ist, dass auch Geräte mit Schutz­hüllen kompa­tibel sein sollten. Zu guter Letzt sind auch die Anschlüsse selbst bombenfest in das Gehäuse einge­lassen. Einziger kleiner Kritik­punkt: Die Schutz­kappe steckt für meine Begriffe etwas sehr feste auf dem Stick, in Kombi­nation mit dem runden Gehäuse Bedarf es also ein klein wenig Übung.

Schließt man den Stick an einen Rechner an, so lässt sich mit diesem wie mit einem handels­üb­lichen USB-Stick umgehen. Soll heißen: Ihr könnt ohne zusätz­liche Software beliebige Daten auf den Stick werfen – wer hätte das Gedacht? Aller­dings gibt es hierbei einen kleinen Wermuts­tropfen, denn man hat dem iBridge lediglich einen Anschluss des Typs USB 2.0 spendiert. In Sachen Geschwin­digkeit reißt der Stick also definitiv keine Bäume aus, ganz im Gegenteil: In meinem Test an meinem iMac mit USB-3.0-Anschluss benötigte es für das Kopieren einer Datei von rund 1 GB rund 2:30 Minuten, bei 4 GB waren es sogar statt­liche 12 Minuten. Im Schnitt wies der Black­magic Speed Test eine Schreib­ge­schwin­digkeit von 7,3 MB/s auf, lesend konnte mit 14 MB/s zugegriffen werden. Geschwin­dig­keits­re­korde stellt man also nicht auf, muss der Stick aber auch nur begrenzt. 

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Einmal am iPhone (oder dem iPad) angeschlossen, zeigt sich auch schon der Sinn des geschwun­genen Designs des iBridge. Die Biegung hinter dem Lightning-Anschluss hat den Vorteil, dass ihr eben keinen Stick unten am iPhone herum­hängen habt, statt­dessen „liegt“ der Stick an der Rückseite des iPhones auf. Macht das Gerät auf dem Tisch natürlich etwas wackliger, verringert aber eben auch das Risiko, dass er unsanft gegen den Stick kommt und dieser abbricht. Wer weiß schon? Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass der Stick nicht groß wackelt oder sonst viel Spiel hat, auch hier kann man die saubere Verar­beitung erkennen. 

Schließt man den iBridge das erste mal an seinem iPhone oder iPad an, poppt eine kleine Meldung auf, die auf die dazuge­hörige App verweist und euch direkt in den App Store bringt. Ohne App, keinen iBridge – ist aber kein Kritik­punkt, ist von Apple eben so nicht vorge­sehen.

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Die App präsen­tiert sich optisch sehr zurück­haltend und minima­lis­tisch und präsen­tiert euch auf dem Start­screen bereits die unter­schied­lichen Möglich­keiten des Sticks. Die erste Möglichkeit: Ihr könnt natürlich Bilder und Videos vom iPhone auf den Stick kopieren/verschieben oder eine beliebige Datei vom Stick auf’s iPhone kopieren/verschieben. Bei letzterem kann natürlich nur die iBridge-App auf die gespei­cherten Dateien zurück­greifen, zumindest solange ihr diese nicht mit anderen Apps teilt. An dieser Stelle muss man erwähnen: Im Gegensatz zu der USB-2.0-Schnittstelle macht die Lightning-Schnitt­stelle eines wett, die 1GB große Datei wurde in etwa 55 Sekunden übertragen. 

leef-ibridge-app-1Möglichkeit Nummer zwei ist sicherlich die eigentlich angedachte Variante, denn natürlich könnt ihr auch ohne vorhe­riges Kopieren oder Verschieben auf die Daten eures Sticks zugreifen. Hierbei filtert die App automa­tisch nach Audio­tracks, Videos und sonstigen Dokumenten. Die Liste an unter­stützten Formaten ist groß und im Grunde werden eigentlich alle gängigen Audio-, Video- und Bildformate abgedeckt, im Falle von Dokumenten werden Dateien der Office-Pakete von Microsoft und Apple, sowieso Textda­teien, PDFs und ZIP-Archive unter­stützt.

Auch in diesen Bereichen ist die Oberfläche der App sehr schlicht aber dennoch schick gehalten, Musik wird auch im Hinter­grund weiter abgespielt und aufgrund der deutlichen höheren Lightning-Leistung werden Musik­titel und auch größere Filmda­teien ohne spürbare Verzö­gerung sofort abgespielt. Ein Betrachten der hinter­legten Dateien macht Spaß, kann man nicht anders sagen. leef-ibridge-app-7Würde sich nicht der Stick an der Rückseite des iPhones befinden, könnte man fast meinen, dass die Daten direkt auf dem internen Speicher befinden. 

Möglichkeit Nummer drei der App ist die Option, mittels der integrierten Kamera Fotos und Videos direkt auf den Speicher­stick aufnehmen zu können. Aller­dings ist die Kamera-Funktio­na­lität recht sparta­nisch ausge­staltet worden, denn mehr als eine einfache Foto- und Video­funktion gibt es nicht. So gibt es keine weiteren Betriebsmodi und auch auf zusätz­liche Einstel­lungs­mög­lich­keiten wie ein Hellig­keits­regler oder Möglich­keiten zur Nachbe­ar­beitung fehlen völlig. Hier wäre ein Update sicherlich wünschenswert – sofern man den direkten Weg häufiger nutzen möchte. 

Zu guter Letzt gibt es etwas versteckt in den Einstel­lungen der App auch die Möglichkeit, ein automa­ti­sches Backup für Fotos und Kontakte zu aktivieren. Hierbei lässt sich ein Zielordner auf dem Stick oder dem App-Speicher auswählen und natürlich lassen die Kontakte auch wieder­her­stellen. Schade, dass man die Funktio­na­lität etwas versteckt hat. 

Als kleines Zusatz­feature hat man dem Leef iBridge ein Feature spendiert, dass auf den Namen ChangeThru hört. Sinn und Zweck des ganzen: Schließt ihr ein handels­üb­liches USB-Verlän­ge­rungs­kabel an den iBridge an, während dieser mittels Lightning-Anschluss mit eurem iPhone verbunden ist, so könnt ihr den Speicher­stick nutzen, während euer Gerät gleich­zeitig geladen wird. Ist natürlich eine Sache, die man immer bedenken sollte, denn durch den eventuell erhöhten Medien-Konsum geht natürlich auch der Akku eures iPhone oder iPad schneller dem Ende zu. Leef bietet dazu ein eigenes ChangeThru-Kabel an, grund­sätzlich funktio­niert aber wie erwähnt jedes USB-Verlän­ge­rungs­kabel.

Fazit? Gelungene Speicher­er­wei­terung für iPhone und iPad. Klar, für Fans von Speicher­karten stellt der Leef iBridge sicherlich nur eine Notlösung dar, ich für meinen Teil kann den iBridge aber ohne große Einschrän­kungen empfehlen. Sei es nun, dass ihr eure Bilder schnell sichern, größere Dateien zwischen iDevice und Rechner austau­schen oder für die Urlaubs­fahrt ein paar Unter­hal­tungs­medien für die Kleinen speichern wollt. Der Leef iBridge erfüllt jeden dieser Zwecke mit Bravour. Der Stick macht aufgrund der Materialien und der Verar­beitung einen sehr guten Eindruck, die App ist schick und simpel aufgebaut und das Abspielen der Medien ist ohne große Wartezeit. 

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Einziger kleiner Kritik­punkt wäre die fehlende USB-3.0-Schnittstelle, die sicherlich eine tolle Sache gewesen wäre – aber wie gesagt ist der iBridge zumindest auf Lightning-Seite flott. Preislich muss man natürlich erwar­tungs­gemäß etwas tiefer in die Tasche greifen: Der Leef iBridge ist in Speicher­größen von 16 bis 128 Gigabyte, die Preise variieren dabei steigend von 45 Euro bis hin zu 180 Euro – zumindest auf Amazon. Dennoch: Wer eine derartige Lösung sucht, der kann beden­kenlos zuschlagen. Ich würde dem Stick klar den Vorzug gegen das erwähnte i-Flash­drive geben.