Leitz Icon ausprobiert: Etikettendrucker mit Smartphone-Anbindung

Marcel Am 02.12.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:30 Minuten
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Auch wenn ich schon seit etlichen Monaten versuche, sämtliche Papierunterlagen nur noch in digitaler Form abzulegen, so steht man vor dem Problem, dass man häufiger mal verschiedenste Dinge beschriften muss: Seien es Ordner oder Kisten mit aufzubewahrenden Dokumenten, Adressaufkleber für Briefe oder Pakete, Liquid-Fläschchen zum Dampfen, Namens- und Tischschildchen und und und. Nun habe ich zwar keine typische Sauklaue, dennoch bin ich kein Freund von handgeschriebenen Etiketten und Schildern, sondern habe lieber alles einheitlich, macht halt einfach einen ordentlicheren Eindruck. Dazu habe ich mir in der Vergangenheit für alle möglichen Zwecke verschiedene Vorlagen in Word erstellt, die dann auf DIN-A4 ausgedruckt und noch zurecht geschnitten werden müssen.

Die Firma Leitz, sicherlich fast jedem als Hersteller von Büroartikeln und noch mehr durch den Leitz-Ordner bekannt, hat ein kleines Gadget im Portfolio, mit dem man sich den ganzen Aufwand sparen kann: den Leitz Icon. Ein Eikettendrucker aka „Smart Labelling System“ mit verschiedenen Druckformaten, integriertem WiFi und Apple AirPrint, sowie mobile Apps für iOS und Android. Ich habe ein Modell von Leitz erhalten und konnte mir den kleinen Etikettendrucker daher in den letzten Wochen einmal etwas ansehen und ausprobieren – was er wie kann und was eher nicht, das könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

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Erst einmal: Optisch passt sich der Leitz Icon sicherlich durch ein schlichtes Design in nahezu jedes Home Office oder dem kleinen Arbeitszimmer ein, mit seinen Abmessungen von 20,9 x 11,1 x 12,9 Zentimetern nimmt er auch gar nicht mal so viel Platz in Anspruch, sodass sich sicherlich in jedem Raum ein kleines Eckchen findet, nur an den Stromanschluss sollte man denken. An der Vorderseite gibt es den Papierschacht mit automatischer Schneideeinrichtung, jeweils einen Button zum manuellen Vorzug und Abschnitt und LEDs zur Anzeige von WiFi und Bereitschaft. Wer einen dedizierten Button für die Stromversorgung des Druckers sucht: Viel Spaß dabei, könnt ihr euch lange Zeit mit beschäftigen, gibt es kurioserweise nicht.

Auf der Oberseite lassen sich, nachdem man die Klappe über den dazugehörigen Button geöffnet hat, die Etikettenkassetten einlegen. Funktioniert ohne Probleme und erst recht ohne Fummelei: Kassette einlegen, Deckel schließen, fertig. Der Drucker erkennt anhand eines kleinen Chips auf der Kassette automatisch, um welche es sich dabei handelt. Denn der Leitz Icon versteht sich nicht nur auf einer einzigen Sorte Etiketten, sondern man hat seinem „smarten Labeling System“ gleich 20 verschiedene Formate spendiert. So gibt es neben selbstklebenden Endlos-Etiketten in unterschiedlichen Breiten auch noch Adressaufkleber, Endlos-Kartonschilder (klebt nicht), sowie Plastik-Etiketten in Weiß, Rot und Gelb – zum Beispiel für Warnaufkleber oder ähnlichem.

Die Einrichtung des Leitz Icon ist ebenfalls schnell gemacht und kann auf unterschiedlichen Wegen erledigt werden. Am einfachsten ist es sicherlich über die WPS-Funktion eures Routers, genauso gut könnt ihr euch aber auch an eurem Rechner in das WiFi-Netzwerk des Icon einloggen und dann über die URL „ICON-xxyyzz.local“ (xxyyzz sind die letzten sechs Ziffern der MAC-Adresse eures Druckers, steht auf der Unterseite) die Einstellungen des Icons aufrufen. Hier könnt ihr euren Icon zum Beispiel mit dem heimischen Netzwerk verbinden, AirPrint ein- oder ausschalten und die Firmware des Druckers aktualisieren – findet ihr übrigens an dieser Stelle. Keinen Bock auf einen WiFi-Drucker? Dann könnt ihr den Icon natürlich auch mittels USB-Kabel mit eurem Rechner verbinden, dann aber ist er eben nicht mehr so „smart“.

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Wie gesagt: Könnte alles nicht viel einfacher sein, auch das Hinzufügen des Druckers als WLAN-Drucker in Windows und OS X verlief ohne Probleme. Da hatte ich mit meinem Canon Pixma schon größere Probleme. Kommen wir nun einmal zu dem sicherlich wichtigsten Teil: der Software. Zwar bindet sich der Icon (zumindest unter OS X) als regulärer Netzwerk-Drucker ein, allerdings führt das einfache Auswählen des Druckers unter Apps wie Word zum Beispiel nicht zu dem gewünschten Erfolg. Stattdessen hat man eigene Icon-Apps für Windows und OS X, sowie für iOS (iPhone und iPad) und Android in petto.

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Das positive einmal zu Beginn: Hat man die Apps installiert und gestartet, erkennen diese den Icon ebenfalls ohne größere Probleme, egal ob man nun Windows, OS X, iOS oder Android nutzt. Das negative: Die Anwendungen sind eher zweckorientiert, denn wirklich spaßig. Aber einmal von vorne, glücklicherweise müsst ihr dem Drucker wie gesagt nicht mitteilen, welche Kassette ihr eingelegt habt – dies ermittelt die Software automatisch und zeigt euch auch weitere Informationen wie „Klebend/Nicht klebend“ oder den Füllstatus der Kassette an.

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Von Haus aus bringt die Icon-Anwendung schon zahlreiche vordefinierte Etiketten-Typen mit sich, darunter Adress- und Versandaufkleber, Ordneretiketten, Mehrzwecketiketten und Namensschilder in verschiedenen Größen – jeweils auf Wunsch auch mit ein paar vorgefertigten Beispiel-Inhalten. Wer etwas außer der Reihe drucken möchte: Auch das ist möglich, ihr seid also nicht an die Vorgaben gehalten, sondern könnt über die Option „fortlaufend“ selbst Etiketten erstellen, bis zu einer maximalen Länge von einem Meter. Was etwas schade ist: Der Drucker erkennt zwar, wenn ihr ein falsches Etikettenformat für die eingelegte Kassette ausgewählt habt, allerdings zeigt euch die Anwendung immer sämtliche Formate an, statt nur die von der Kassette unterstützten.

Das Erstellen von Etiketten geht einfach von der Hand und ist gar nicht viel anders als in einer handelsüblichen Textverarbeitung. So lassen sich neben einfachen Textfeldern auch Formen und Bilder (einfach per Drag’n’Drop) einfügen, auch Barcodes lassen sich erzeugen und drucken. Bezüglich der Textfarben hat man natürlich nur Schwarz und verschiedene Grautöne zur Auswahl, immerhin handelt es sich bei dem Icon um einen Thermodrucker. Selbst erstellte Etiketten lassen sich über einen etwaigen Dropbox-Account zum Beispiel mit den mobilen Apps teilen, in so weit ist alles recht funktionell und auch für Anfänger geeignet.

Tipp am Rande: Versandetiketten von DHL, Hermes, DPD, UPS und Co. lassen sich nicht ohne weiteres ausdrucken – dazu muss die Versandmarke erst kurz bearbeitet werden, Leitz hat dazu einen entsprechenden Eintrag im FAQ. Eine Zusammenarbeit mit den Transportdiensten wäre natürlich wesentlich geiler und produktiver, aber der Workaround funktioniert zumindest einwandfrei und dürfte noch immer schneller sein, als ausdrucken, ausschneiden und mit Klebeband aufkleben.

Die mobilen Apps sind übrigens vom Funktionsumfang her identisch, lediglich die Bedienung ist logischerweise ein klein wenig anders. Hier einmal ein paar Screenshots der App für’s iPhone, sieht unter Android aber nicht viel anders aus, da man eigentlich (mit Ausnahme von AirPrint) keinerlei spezielle Systemfunktionen nutzt. Unter iOS hätte ich mir zum Beispiel eine schnelle Möglichkeit gewünscht, markierten Text über das Share Sheet von iOS an die Icon-App weiterreichen zu können. Aber gut, Luft nach oben gibt es immer ein wenig.

Die Qualität der Ausdrucke empfinde ich eigentlich als sehr gut: Texte sind scharf und gut lesbar, selbst ausgedruckte Barcodes oder kleinere Logos sind gut zu erkennen und vor allem maschinell lesbar. Da der Leitz Icon die gedruckten Etiketten automatisch abschneidet, gibt es eigentlich nahezu keinen Verschnitt, gefällt mir. Bis zu 200 Etiketten schafft der Drucker pro Minute, je nach gewähltem Etikettenformat natürlich. Ist aber schon eine Ansage. Wie gesagt handelt es sich hierbei um einen Thermodrucker, es fallen also mit Ausnahme der Kassetten keine Folgekosten für Tinte oder Toner an. Ob man die gedruckten Etiketten auch nach Jahren noch lesen kann? Wird man sehen, aktuelle Thermodruckverfahren sind aber wesentlich besser.

Und ein „smartes“ Gerät wäre nicht „smart“, wenn es sich nicht auch mobil nutzen lassen würde. Dachte sich auch Leitz und hat dem Icon ein optional erhältliches Akkupack an die Seite gestellt. Dieses wird ganz einfach an die Rückseite des Icon geklemmt und versorgt den kleinen Drucker so bis zu 12 Stunden lang (oder 1.200 Etiketten) mit Strom. Eine nette Sache, wenn man zum Beispiel im Keller die Ordner bekleben möchte – Drucker mit, Smartphone mit, schon kann es losgehen. Blöd nur: Auch der Akku besitzt keinen dedizierten Ein-Aus-Schalter.

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Fazit zum Leitz Icon? Ein durchaus praktisches Teil. Fairerweise muss man natürlich im Hinterkopf behalten, dass sich der Drucker das Smart Labeling System eher an kleinere Betriebe, Freiberufler und Home-Office-Nutzer richtet und weniger an den privaten Endnutzer zu Hause. Dennoch sehe ich auch für Privatleute einen Nutzen für den Icon: ich bin wie häufiger mal in anderen Artikeln erwähnt zu einem großen Teil papierlos unterwegs, dennoch gibt es immer wieder etliche Dinge, die ich bekleben muss oder möchte. Von Adressaufklebern, über Label für meine E-Liquids, bis hin zu Ordneretiketten, Hinweisaufklebern für die Kellerschränke und und und – habe ich ja zu Beginn schon einmal kurz aufgezählt.

Natürlich ist der Leitz Icon mit aktuell etwa 120 Euro nicht günstig, hinzu kommen noch etwa 20 Euro pro Etikettenkassetten, kann sich durchaus läppern. Wer aber keinen oder zu wenig Bedarf hat, der wird den Kosten-Nutzen-Faktor sicherlich schnell negativ bewertet haben – wer allerdings Bedarf hat (wisst ihr sicherlich am besten ), der kann bedenkenlos zugreifen. Im Grunde gibt es nicht viel, was man nun stark kritisieren könnte, mit einer einzigen Ausnahme: Ich verstehe noch immer nicht, wieso man ein derartiges Gerät entwirft, dass ohne einen Ein- und Ausschalter daherkommt – vor allem auch bezüglich des Akkus.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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