Bereits Ende April 2015 haben die Jungs und Mädels von LG ihr aktuelles Flagschiff in Form des LG G4 vorge­stellt, welches nun auch schon einige Wochen bezie­hungs­weise Monate hierzu­lande zu haben ist. In den letzten Wochen konnte ich die Variante mit hellbraunem Leder-Backcover nun auch – dank einer Leihstellung von LG – selbst auf Herz und Nieren auspro­bieren. Ich glaube ich verrate vorab nicht zuviel, wenn ich sage, dass man mit den G4 eines der besten Android-Smart­phones im Portfolio hat – kein Zufall, denn auch das LG G2 und das G3 waren absolut top. Das Warum und Wieso und ein paar weitere Eindruck und Meinungen könnt ihr den nun folgenden Zeilen entnehmen – viel Spaß.

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Technische Daten und Liefer­umfang

Fangen wir einmal, der Vollstän­digkeit halber, mit den techni­schen Daten und dem Liefer­umfang des LG G4 an. Zu letzterem lässt sich eigentlich nicht viel sagen, denn dieser dürfte inzwi­schen nahezu standar­di­siert sein: Das Gerät selbst, Kopfhörer, ein Netzteil mitsamt Micro-USB-Kabel und den üblichen Kram an Beschrei­bungen und Beilagen. Einziger kleiner Unter­schied: Bei der Leder-Variante hat LG zugleich auch noch ein Austausch­cover aus Kunst­stoff beigelegt. 

Die techni­schen Daten spielen ganz oben mit, lediglich einen Finger­ab­druck­sensor wird der ein oder andere vielleicht vermissen – aber solange Android diese noch nicht von Haus aus unter­stützt, empfinde ich Hersteller-eigene Lösungen eher als subop­timal, wenn auch funktionell. 

  • Display: 5,5 Zoll IPS-Display mit 1.440 x 2.560 Pixel, 538 ppi, Gorilla Glass
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 808 Hexacore (4 x 1,44 GHz, 2 x 1,82 GHz)
  • Arbeits­speicher: 3 GB RAM
  • Interner Speicher: 32 GB, mittels MicroSD-Karte erwei­terbar (maximal 128 GB)
  • Haupt­kamera: 16 Megapixel, optischer Bildsta­bi­li­sator, Laser-Autofokus
  • Front­kamera: 5 Megapixel
  • Konnek­tivität: USB 2.0, Bluetooth 4.1, NFC, LTE; WiFi 802.11 a/b/g/n/ac
  • Ortung: GPS, AGPS
  • Sensoren: Beschleu­ni­gungs­sensor, Näherungs­sensor, Kompass, Umgebungs­licht­sensor, Color Spectrum Sensor für bessere Farber­kennung bei Fotos
  • Farben: Kunst­stoff: Grau, Weiß, Gold, Leder: Schwarz, Braun, Rot
  • Akku: 3.000 mAh, wechselbar
  • Anschlüsse: 3,5mm Klinken­an­schluss, MicroUSB
  • Abmes­sungen: 148,9 x 76,5 x 9,8 Milli­meter
  • Gewicht: 155 Gramm

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Erschei­nungsbild & Haptik

Beim ersten Auspacken gibt es direkt eine kleine Überra­schung: Zwar bringt das LG G4 eine Display­dia­gonale von 5,5 Zoll mit sich, dennoch ist es mit seinen 148,9 mal 76,1 mal 9,8 Milli­metern kompakter als vergleichbare Geräte: Rund 72,5 Prozent der Vorder­seite nutzt LG für das IPS-Display. Gibt eine Hand voll Geräte, die noch mehr auf die Messwarte bringen, aber eben auch noch mehr Geräte, die ein gerin­geres Verhältnis aufweisen. Ansonsten reiht sich das G4, was die Vorder­seite angeht, in den inzwi­schen typischen Minima­lismus ein: Hörmu­schel für’s Telefo­nieren und Front­kamera über dem Display, ein LG-Schriftzug unter dem Display, das war es dann auch. 

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Das Display ist übrigens leicht gekrümmt – nicht so stark, wie es beim LG G Flex und Flex 2 (und auf den Presse-Rende­rings ) der Fall ist, aber doch sichtbar und leicht spürbar. Laut LG soll der Effekt dafür sorgen, dass das Bild so weniger verzerrt wird, da die leichte Biegung des Displays an das mensch­liche Auge angepasst ist. Okay, kann sein – ich für meinen Teil merke aller­dings keinen Unter­schied zu Geräten ohne „Curved Design“. Trotzdem: schaut meiner Meinung nach sehr schick aus und das ist ja bei einem Smart­phone auch nicht gerade unwichtig. Außerdem hat es den Vorteil, dass das Gerät nicht komplett auf dem Display aufliegt, wenn man es zum Beispiel einmal mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch legt. 

Die Ränder des G4 sind ebenfalls sehr schmal und aufge­räumt: Unten gibt es den Kopfhörer- und Micro-USB-Anschluss, fertig. Der Grund liegt schlichtweg darin, dass das Haupt­merkmal der G-Reihe seit dem LG G2 die so genannten „Rear Keys“ auf der Rückseite darstellen: So findet der geneigte den Power- und die Lautstärke-Buttons nicht mehr am Rand des Gehäuses, sondern auf der Rückseite. Macht im ersten Moment einen etwas ungewohnten Eindruck, ist nach kurzer Einge­wöhnung aber absolut gelungen, bin ich schon seit dem besagten G2 ein absoluter Fan von. Hat man nicht gerade sehr kleine Hände und kurze Finger, liegen die Zeige­finger eigentlich immer an der richtigen Stelle. 

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Im Falle des G4 ist die Rückseite aber nicht nur aufgrund der Rear Keys ein absoluter Hingucker, sondern vor allem die (optional) erhält­lichen Leder-Backcover. Kosten im Vergleich zur Kunst­stoff-only-Ausgabe des G4 zwar etwas mehr, aller­dings muss ich sagen, dass ich immer zu einer Leder-Variante greifen würde. Zwar bin ich persönlich ein Fan von Aluminium oder notfalls auch Glas und mir war die Leder­rück­seite zuerst ein wenig suspekt – fühlt sich aber sehr geil an. 

Trotz dessen, dass es sich hierbei „nur“ um ein Kunst­stoff-Cover handelt, welches mit einer Schicht Leder bezogen wurde. Hier wäre es toll gewesen, wenn die Leder­schicht etwas dicker gewesen wäre und somit „leder­ty­pisch“ etwas weicher, aber das wäre Jammern auf hohem Niveau, immer noch besser als eine Rückseite aus Plaste. Die Ziernähte haben zwar keine Aufgabe, fügen sich aber toll in den Look ein. Übrigens: Ja, ist Echtleder – Veganer fallen also aus der Käufer­gruppe heraus.

Alles in allem finde ich das LG G4 optisch sehr gelungen. Wäre sicher noch sehr geil gewesen, hätte man den Gehäu­se­rahmen aus Aluminium gefertigt, denn hier kommt lediglich ein Kunst­stoff­rahmen im Alu-Look daher. Sieht man davon aber einmal ab: Sehr schmuckes Gerät, das noch dazu auch sehr gut verar­beitet ist. Der Akkudeckel lässt sich zwar sehr leicht entfernen, dennoch ging das Gerät auch bei Druck kaum bis gar nicht nach. Die rücksei­tigen Buttons sind sauber einge­setzt und haben sehr angenehme Druck­punkte, es gibt keine Spaltmaße. Während das Design immer subjektive Geschmack­sache ist, ist die Verar­beitung objektiv ohne wirkliche Kritik­punkte.

Das Display

LG ist einer der weltweit führende Display­her­steller (nicht nur) für Smart­phones. Und dass die Jungs und Mädels aus Südkorea Displays herzaubern können, haben sie in der Vergan­genheit auch mit eigenen Geräten bewiesen. Das LG G4 macht hier keine Ausnahme: Mit seinen 2.560 x 1.440 Pixel bringt es eine Pixel­dichte von 538 ppi zum Auge – scharf genug, dass man keinerlei Pixel erkennen kann. Scharf ist scharf, sei es bei Bildern, Videos oder Schriften. Auch die Farben wirken reali­tätsnah und nicht so intensiv, die Blink­winkel sind top, der Touch­screen reagiert ohne Verzö­gerung.

Was ich aber negativ empfunden habe, ist die Helligkeit des G4: Denn auch auf maximaler Hellig­keits­stufe wurde es unter Sonnen­ein­strahlung nur sehr schwer ablesbar. Liegt einfach in der Natur der Sache, dies haben andere Hersteller wie Samsung, Apple oder Huawei aber schon deutlich besser hinbe­kommen. Sicherlich akzep­tabel und es gibt etliche Geräte, deren Albles­barkeit bei direktem Sonnen­licht noch schlechter ist – trübt aber den ansonsten tollen Gesamt­ein­druck des Displays minimal… 

Perfor­mance und Software

Erst einmal ein paar Worte zur Perfor­mance des LG G4. Der Snapdragon 808 zusammen mit den 3 GB Arbeits­speicher versprechen ein flottes Nutzungs­er­lebnis – und so ist es auch, das System rennt wie eine 1. Das Einschalten des Displays mitsamt der Ensperrung ist flott, Webseiten und der Wechsel zwischen Tabs funktio­niert ohne Verzö­gerung, Apps starten unmit­telbar. Top, macht Spaß. Lediglich, wenn man wirklich darauf achtet oder sehr empfindlich ist, kann man hier und da mal einen Mikro-Rukler bestaunen – leider typisch für Android, auch wenn es von Version zu Version besser wird. 

Womit das G4 aller­dings so seine Probleme hat, sind grafisch aufwen­digere Spiele. Nicht Candy Crush, Angry Birds oder was auch immer, sondern eher „kleine Konsolen-Titel“ wie zum Beispiel Asphalt 8 oder Real Racing. Grafisch anspruchsvoll und schnell. Hierbei ist es proble­ma­tisch, dass das Display vergleichs­weise viele Pixel besitzt, die eben immer wieder befeuert werden wollen. Dennoch: Perfor­mance ist davon einmal abgesehen ansonsten super, in der täglichen Nutzung und mit den einschlä­gigen Casual Games wird man kaum Schwie­rig­keiten feststellen. 

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Das LG G4 läuft mit Android 5.1, aber ganz typisch hat LG auch hier wieder eine eigene UI in Form der LG UX 4.0 über das nackte Android geworfen. Während ich diese Aufsätze in der Vergan­genheit verteufelt habe, muss ich gestehen, dass es sich wirklich gebessert hat. Zum einen sind die Geräte mit weniger (!) vorin­stal­lierten Apps ausge­stattet, zum anderen sind die Hersteller-Launcher auch optisch deutlich schicker geworden. Zwar bevorzuge ich noch immer ein nacktes Android á la Motorola oder einem Alter­nativ-Launcher wie der Action Launcher, ich konnte aber mit der UI des Galaxy S6 und des Huawei P8 gut leben. Und die LG UX 4.0? Ebenfalls sehr schick, würde ich sogar noch über der UI des S6 einordnen. 

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Erinnert optisch stark an dem Material Design von Android 5, hat hier und da aber ein paar kleine Änderungen erfahren – und vor allem neue Features spendiert bekommen. So gibt es zum Beispiel links neben dem Homescreen das sogenannte Smart Bulletin, eine Übersicht über eure Termine, schneller Wechsel der Audio-Profile, einen Media-Player, Aktivi­täts­daten und Co. Theore­tisch ließen sich auch zusätz­liche Anzeigen von anderen Entwicklern einblenden, wenig überra­schend beschränkt sich die Auswahl aber auf weniger als eine Hand voll Erwei­te­rungen. Kann man nutzen, anderen­falls kann man den zusätz­lichen Bildschirm aber auch komplett deakti­vieren. So muss das. 

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Funktionell hat LG ein paar recht inter­es­sante Funktionen imple­men­tiert, allen voran den häufig gelobten Knock Code. So könnt ihr nicht nur mit einem Doppeltap das Display einschalten, sondern ihr könnt auch eine Art „Morsecode“ festlegen, mit denen ihr euer Gerät entsperren könnt. Dazu steht euch ein Raster von 2×2 Kästchen zur Verfügung, in das ihr eben nach euren vorge­ge­benen Muster „klopfen“ müsst. Toll: Funktio­niert auch bei ausge­schal­tetem Display. Mit Hilfe der Smart Settings könnt ihr automa­tische Einstel­lungen vornehmen lassen. Kommt ihr zum Beispiel nach Hause, lässt sich das WiFi aktivieren und die Lautstärke absenken, seid ihr unterwegs wird WiFi wieder deakti­viert. Oder was eben so anfällt, funktio­niert auch mit Bluetooth. 

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Ansonsten gibt es noch Dual-Window zur gleich­zei­tigen Nutzung von zwei Apps (wobei nur eine bestimmte Auswahl funktio­niert), diverse Gesten, einen Infrarot-Sensor inklusive Fernbe­dienung-App, die untere Button-Leiste von Android lässt sich erweitern und umsor­tieren, es gibt eine verein­fachte Darstellung und einige Kleinig­keiten mehr. Jau, hier hat LG gute Arbeit geleistet und wer mit dem Launcher eben nicht zufrieden ist, der kann wie gewohnt seinen bevor­zugten Homescreen aus dem Play Store herun­ter­laden und instal­lieren. Wie immer. Und zum Abschluss nun nochmal ein paar Bilder der UI und der LG-eigenen Apps: 

Der Akku

Der Akku war etwas, mit dem LG vor allem beim G2 und dem G Flex ordentlich punkten konnte. Bei dem LG G3 gingen die Meinungen dann schon etwas ausein­ander und auch das G4 kann nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. 3.000 mAh bringt der wechselbare Akku des G4 mit sich, im Vergleich zu Akkus anderen Geräten (wie zum Beispiel dem iPhone 6 mit seinen 1.820 mAh) klingt das erst einmal nach viel. Aller­dings zieht gerade das hochauf­lö­sende Quantum Display und die immer stärker werdende Hardware ordentlich Strom, was die Sache dann auch wieder relati­viert. Trotz dessen kann das LG G4 noch immer gute bis sehr gute Werte aufbieten. Nutzung ist natürlich immer unter­schiedlich, ich persönlich kam eigentlich immer ohne Probleme über den Tag. 

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Morgens vom Ladekabel weg, Abends bezie­hungs­weise Nachts wieder dran. Passt. Wer natürlich Non-Stop surft, Videos oder Musik aus dem Web streamt oder „ordent­liche“ Spiele zockt, der wird eine deutlich niedrigere Laufzeit bekommen. Wer hingegen nur etwas surft, WhatsApp und Facebook nutzt und generell weniger mit seinem Smart­phone macht, der wird sicherlich auch deutlich länger über die Runden kommen. Zahlreiche aktuelle Flagschiffe von Samsung, Apple, HTC und Co. bieten hier weniger – wieder andere wie Huawei oder Motorola mehr. Der Akku ist definitiv kein negativer Kritik­punkt, nur im Vergleich zum G2 ist hier eben keine Steigerung zu beobachten. 

Die Kamera

Die Kamera des G3 wurde mit ordent­lichen Lorbeeren bedacht, vor allem der damals™ neue Laser-Autofocus bekam viel Lob, schneller hat zuvor kein Smart­phone ausgelöst. Mit dem G4 erwartet man da natürlich eine Steigerung, denn bekanntlich ist auch die Konkurrenz – allen voran Apple mit dem iPhone 6 (Plus) und Samsung mit dem Galaxy S6 – nachge­zogen. 16 Megapixel bringt die Kamera auf das Daten­blatt, inklusive 8-fachem Digitalzoom, einer f/1.8er Linse und unter­stützt von einem neu entwi­ckeltem, optischen Bildsta­bi­li­sator.

Für viele Nutzer ist die Kamera inzwi­schen eine der wichtigsten Merkmale eines Smart­phones geworden, aber wenn wir einmal ehrlich sind, reicht zumindest bei Aufnahmen am Tage fast jede Kamera der etwas hochwer­ti­geren Geräte locker aus. Nur selten werden Bilder nicht auf dem Smart­phone-Display herum­ge­zeigt, Instagram und Facebook tun ihr übriges dazu, dass es bei Betrachtung direkt auf den Geräte-Displays kaum große Unter­schiede gibt. 

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Dennoch kann sich das LG G4 in Sachen Kamera von anderen Smart­phones nochmals etwas abheben. Nicht nur, dass die Farben und Kontraste absolut spitze sind, vor allem der besagte Auto-Focus in Kombi­nation mit dem optischen Bildsta­bi­li­sator löst unglaublich schnell aus – selbst das Galaxy S6 und das iPhone 6 kommt hier nicht heran. Für mich immer wichtig: Die Geräte müssen im Automatik-Modus Ergeb­nisse liefern. Zwar ließe sich mit etwas Ahnung und Lust nochmal etwas mehr aus den Kameras heraus­holen (auch beim G4), mir fehlt aber beides und ich denke mal, damit bin ich in einer komfor­tablen Mehrheit angesiedelt. 

Richtig stark punkten kann das LG G4 aber unter schwie­rigen Bedin­gungen, also in schlecht beleuch­teten Räumen, am Abend oder auch Nachts. Ich war einmal zu Ruhrort in Flammen unterwegs und habe dort mit dem G4 ein paar der Stände und das Feuerwerk geknipst. Am Ende gab es nur wenig Bilder, die wirklich heraus­ge­fallen sind. Zwar gibt es hier bei den schnellen Fahrständen logischer­weise Schwie­rig­keiten, die Ergeb­nisse sind aber durch die Bank mehr als zufrie­den­stellend. In Sachen Low-Light-Aufnahmen ist das LG G4 mein absoluter Liebling geworden. 

Auf Flickr: Weitere Bilder und volle Auflösung

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Noch erwäh­nenswert?

  • Das LG G4 ist trotz aller Funktionen noch immer ein Telefon und dementspre­chend muss es natürlich auch telefo­nieren können. Und siehe da: Dank Android und entspre­chender Hardware kann es das sogar. Und noch besser: Man kann euch verstehen, ihr könnt euren Gesprächs­partner verstehen. Ohne Probleme. Wer hätte das denn gedacht? 
  • Einen Finger­ab­druck­sensor sucht man am G4 vergeblich und damit ist LG einer der wenigen Hersteller. Aller­dings muss man fairer­weise sagen: Den Sensor könnte man lediglich zum Entsperren nutzen – und vielleicht die ein oder andere LG-App. Von Haus aus unter­stützt Android erst mit Android 6.0 die Sensoren und bis das auf das Gerät kommt, wird sicher noch genug Zeit vergehen. Aber auch ohne Finger­ab­druck­sensor macht das Entsperren dank KnockCode Laune.
  • Der Sound des integrierten Mono-Lautspre­chers ist okay – wie bei den meisten anderen Geräten auch, mit Ausnahme des HTC One natürlich. Die Lautstärke ist mehr als ausrei­chend, die Sound­qua­lität ist nicht Mega-Grottig, reicht aber maximal für ruhigere Musik – wenn man denn unbedingt mit den integrierten Lautspre­chern Musik hören muss…

Fazit

Fassen wir das obige einmal in wenigen Sätzen zusammen: Die Verar­beitung ist trotz des obliga­to­ri­schen Kunst­stoff­rahmens ohne Mängel, die Leder­rück­seite fühlt sich überra­schend gut an – mit kleineren Mängeln, die einfach darauf zurück­zu­führen sind, dass die aufge­brachte Leder­schicht gerne einen Tick dicker sein dürfte. Die rückseitig angebrachten Rear Keys sind Geschmack­sache – oder viel mehr Gewohn­heits­sache, denn hat man sich einmal an diese gewöhnt, möchte man sie nach kurzer Zeit nicht mehr missen. 

Das Display ist absolut top, wenngleich die leichte Biegung in meinen Augen keinen wirklichen Vorteil mit sich bringt, sieht man von der optischen Sache einmal ab. Die Kamera ist absolut spitze und macht vor allem unter licht­schwachen Bedin­gungen noch sehr gute Bilder. Kleinere Schwächen hingegen gibt es in Bezug auf die Perfor­mance – zumindest dann, wenn man häufig und gerne grafisch anspruchs­volle Games zocken möchte, anderen­falls merkt man nichts davon, dass nicht der aktuellste Prozessor verbaut ist. 

Die Akkulaufzeit ist ebenfalls in Ordnung – lediglich im direkten Vergleich mit dem zwei Jahre älteren LG G2 kann man sich nicht messen, diesbe­züglich ist es also ein kleiner Rückschritt, der aber auf das größere und scharf-auflö­sendere Display und die schnellere CPU zurück­zu­führen ist. Dennoch dürften die meisten Nutzer ohne größere Probleme über den Tag und unter Umständen auch noch durch die Nacht kommen – Nutzung ist halt immer sehr unter­schiedlich. Verzichten muss man hingegen auf einen Finger­ab­druck­s­canner – und auch hier glaube ich, dass dies für viele kein K.O.-Kriterium ist. 

Und so hat LG mit dem G4 die erfolg­reiche G-Reihe weiter­ge­sponnen und dürfte eines der derzeit besten Android-Smart­phones auf dem Markt stellen. Wie erwähnt gibt es Schatten mit Luft nach oben, die positiven Merkmale (Verar­beitung, Haptik, Display, Kamera) überwiegen meiner Meinung nach aber deutlich. Betrachtet man dazu noch den aktuellen Straßen­preis von etwa 450 Euro, so gibt es in dieser Geräte-Preis­klasse eigentlich keinen Grund, nicht auf das G4 zu setzen – wobei auch schon der Start­preis von 649 Euro (UVP) recht günstig angelegt war.