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LG MiniBeam LG PG60G: Tragbarer Mini-Beamer mit Akku ausprobiert

Marcel Am 20.05.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 7:00 Minuten

Wenn ich bisher das Wort „Beamer“ gehört habe, so habe ich eigentlich grundsätzlich immer recht sperrige und nicht gerade hübsche Metallkästen im Kopf gehabt, Mobilität sah hier bislang zumindest anders aus – auch wenn Samsung zum Beispiel seinem Galaxy Beam bereits einen kleinen Beamer spendiert hatte, allerdings doch mehr schlecht als recht umgesetzt. In den letzten Tagen konnte ich mir nun einmal einen tragbaren Mini-Beamer aus dem Hause LG anschauen: den MiniBeam PG60G. Was der Beamer kann und ob er mich überzeugen konnte, könnt ihr an dieser Stelle nun in den folgenden Zeilen lesen.

Technische Daten

Fangen wir doch einmal mit den nackten technischen Daten an – kann ja auch mal ganz interessant sein bei solch einem „kleinen“ Gadget. Laut LG-Datenblatt bringt der MiniBeam PG60G folgende Werte mit:

  • Projektionsdiagonale: 63,5 – 254 Zentimeter (25 – 100 Zoll)
  • Projektionsabstand: 101,6 Zentimeter bei 130 Zentimeter
  • Bildformat: 4:3 / 16:9
  • Native Auflösung: 1280 x 800 Pixel (WXGA)
  • Kontrastverhältnis: 100.000 : 1
  • Helligkeit: 500 Lumen, bei > 85% Ausleuchtung
  • Farben: 16,7 Millionen
  • Eingangssignale (Video): NTSC/PAL, SECAM, NTSC4.43, PAL-M, PAL-N, 1080i, 720p, 576p, 480p, 480i, 720ip, 1080ip, 576ip, 576i, 480ip
  • Anschlüsse: HDMI, Komponente & Cinch über VGA, D-Sub (15 Pin), USB
  • Lüftergeräusch: < 34 dBA im Normalbetrieb, 26 dBA im Eco-Modus
  • Lebensdauer der Lampe: 30.000 Stunden
  • Abmessungen ohne Standfuß: 60 x 125 x 125 Zentimeter
  • Gewicht ohne Standfuß: 670 Gramm

Lieferumfang

Beim Lieferumfang konnte mit LG nochmals ordentlich überraschen. Denn in dem Umkarton befindet sich nicht nur der Beamer samt dem wichtigstem Zubehörgedöns an sich, sondern LG packt zusätzlich zu allen benötigten Kabeln auch noch eine schicke Transporttasche samt Schultergurt dazu, die nicht einmal billig rüberkommt, sondern die sich ganz im Gegenteil recht hochwertig anfühlt. So findet der potentielle Käufer folgende Dinge in der Verpackung vor:

  • LG MiniBeam PG60G und Streulichtblende
  • Fernbedienung
  • Akku Pack
  • Halterung/Standfuß für die Deckenprojektion
  • Netzteil
  • VGA-Kabel
  • AV-Kabel
  • RGB-auf-Komponente-Kabel
  • HDMI-Winkelstecker
  • Transporttasche mit Schultergurt
  • Beschreibungen und Handbücher

Außen und Aufbau

Hat man den Mini-Beamer dann einmal ausgepackt, fällt einem sofort der im wahrsten Sinne des Wortes größte Unterschied zu den üblichen Beamern auf, denn mit seinen 60 x 125 x 125 Zentimetern und einem Gewicht von 670 Gramm (beides ohne Standfuß und Akku) ist der Beamer wirklich mehr als handlich – optisch erinnert er ein wenig an die Filmkameras von Anno-tu-mich-ma, gefällt mir persönlich richtig gut. An der Vorderseite finden wir die logischerweise benötigte LED-Lampe samt Streulichtblende vor, an der Oberseite des Beamers gibt es ein paar Bedienelemente in Form von berührungssensitiven Buttons und ein Rädchen um den Fokus beziehungsweise das Bild scharf zu stellen.

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An der Rückseite finden wir neben dem integrierten Mono-Lautsprecher alle wichtigen Anschlüsse vor: Kopfhöreranschluss (3,5mm Klinke), Cinch, HDMI/DVI, RGB/VGA und auch ein Kensington-Schloss zur Diebstahlsicherung kann hier angebracht werden.

Seitlich gibt es dann neben den Lüftungsschlitzen auf beiden Seiten auch den Netzstecker und hinter einer Blende auch einen USB-Steckplatz vor, über den eben USB-Speichermedien an den Beamer angeschlossen werden können – dazu aber später etwas mehr.

Der Akku bringt rund 400 Gramm zusätzlich auf die Waage und wird einfach an die Unterseite des Beamers gesteckt und mittels „klassischer“ ¼-Gewindeschraube mit dem Beamer verschraubt. Hierbei interessant: Sowohl mit, als auch ohne Akku lässt sich diese Schraubvorrichtung dazu verwenden, den Beamer auch auf quasi allen handelsüblichen Stativen verschrauben zu können. Praktische Sache. Der Akku wird im übrigen immer dann geladen, wenn sich dieser am Beamer befindet und dieser per Netzkabel am Stromnetz angeschlossen ist. Was mir dabei leider fehlte war eine Anzeige der Akkuladung am Akku oder dem Beamer selbst, dies kann man nur über ein Einschalten des Beamers in Erfahrung bringen, hier wird dann eben die vorhandene Akkuladung angezeigt.

Möchte man den Beamer hingegen zum Beispiel zur Deckenprojektion nutzen, so sollte man den beigelegten Standfuß verwenden. Hierbei wird der Beamer einfach um 90 Grad gedreht, was allerdings auch seine Nachteile hat, denn der Platz für die ganzen Kabel wird so recht knapp. Ohne entsprechende, platzsparende Winkeladapter wird man hier wohl kein Kabel an den Beamer bringen können, zum Glück liefert LG wenigstens einen passenden Winkeladapter für ein HDMI-Kabel gleich mit.

In Betrieb genommen

Genug der technischen Worte, kommen wir doch einmal zur Praxis. Hierbei muss ich sagen, dass ich persönlich bislang nur wenig bis keine Erfahrungen mit Beamern sammeln konnte – sie waren mir eben nicht nur zu teuer, sondern schlichtweg auch zu groß, als dass ich in der Wohnung irgendwie Platz dafür hätte. Dementsprechend ist die Bildqualität des mobilen Beamers natürlich immer irgendwo subjektiv und kommt vor allem darauf an, welches Ausgangsmaterial man dabei nutzt. Eine BluRay via HDMI sieht richtig gut aus, Material welches zum Beispiel via Intel Wireless Display oder Miracast vom Smartphone kommt sieht natürlich schlechter aus, dazwischen gibt es aber noch etliche Stufen. Farbdarstellung und Kontraste sehen meiner Meinung nach jedoch richtig gut aus – vor allem eben bei vollständig abgedunkelten Räumen.

Dieser Punkt liegt aber einfach in der Natur der Sache und dürfte sicherlich bei nahezu jedem anderen Beamer ebenso der Fall sein. In völliger Dunkelheit ist das Bild logischerweise am Besten, wobei man auch in der Dämmerung oder bei leicht abgedunkelter Wohnung noch ein recht ansehnliches und farbenfrohes Bild bekommen hat, nachts im Freien ebenfalls. Natürlich kommt der LED-Beamer mit seinen guten 500 Lumen (günstigere „normale“ Beamer kommen hierbei auf mindestens 2.000 Lumen) hier an seine Grenzen und Film-Fanatiker werden sicherlich die Augen rollen, meiner Meinung nach reicht die Leuchtkraft aber locker aus, um zum Beispiel im Sommer nachts im Garten oder sonst wo noch einen kleinen Film genießen zu können. Dann ist es zwar sicherlich kein Meisterwerk in Sachen Bildqualität, aber eben ausreichend – man muss auch immer die Kompaktheit des Gerätes im Hinterkopf behalten.

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Apropos im Garten und unterwegs: Ist der Akku des MiniBeam einmal komplett geladen (was etwa drei Stunden dauert), kann man mit diesem laut LG etwa 2,5 Stunden genießen – im stromsparenden Eco-Modus wohlgemerkt. Hierbei wird die Farbgebung samt Helligkeit etwas reduziert, was aber immer noch ganz ansehnlich ist. Nutzt man den Beamer auch mobil mit voller Leistung, so ist die Zeit dementsprechend geringer – ein Zwei-Stunden-Film dürfte so nicht zu schaffen sein.

Der Sound kommt dabei vom rückseitig angebrachten Mono-Lautsprecher, welcher leider auch nur 3 Watt mitbringt. Laut genug um das säuselnde Lüftergeräusch zu übertönen, aber zu leise um zum Beispiel einen Film samt Popcorn zu genießen – wobei Lautstärke natürlich immer eine subjektive Sache ist. Sound-technisch brauchen wir – so glaube ich – nicht darüber zu diskutieren wie gut oder schlecht er ist: Für einfache Filme oder eben im Freien ausreichend, zuhause würde man aber sicherlich doch sein Soundsystem via 3,5mm Klinkenstecker an den Beamer hauen, für unterwegs gibt es aber natürlich ebenso zahlreiche kleine und brauchbare Lautsprecher.

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Bezügliche der Einstellungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten über die Oberfläche des Beamers, wer einen Fernseher aus dem Hause LG besitzt, der wird sich hier direkt zurechtfinden. So lässt sich nicht nur die Farbdarstellung variieren oder die Audio-Ausgabe „verbessern“, auch eine Trapez-Ausrichtung ist vorhanden. Diese bietet entweder einen Auto-Modus an, bei dem sich das Bild nach einigen Sekunden automatisch ausrichtet, schafft die Automatik dies nicht, so lässt sich die Ausrichtung auch manuell von Hand korrigieren – ein großer Vorteil, wenn der Beamer zum Beispiel etwas schräg steht um die gewünschte Projektionsfläche „zu treffen“.

Noch ein paar kurze Worte zur Fernbedienung: Diese bietet die wichtigsten Tasten und noch viel mehr, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und der Beamer setzt die entsprechenden Befehle auch ohne spürbare Verzögerung um. Was mir hier aber leider fehlte war eine Tastenbeleuchtung, im Dunkeln sucht man die ein oder andere Taste doch relativ vergeblich.

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Quellen: Nicht nur „klassische“ Geräte

Zuhause dürfte der Beamer sicherlich oftmals per HDMI oder einen der Anschlüsse befeuert werden, gerade mobil gibt es aber noch zwei weitere Lösungen. So unterstützt der PG60G auch die kabellose Übertragung via Intel Wireless Display beziehungsweise Miracast, was inzwischen von vielen (Android-)Smartphones und einigen Notebooks unterstützt wird. Hierbei ließen sich aber weder das Nexus 4, noch das G Flex mit dem Beamer nutzen – eine Verbindung kam zwar kurz zu Stande, brach dann aber wieder ab. Ob es nun an den Geräten, an meinem WLAN oder der Beamer hier sehr wählerisch ist kann ich leider nicht wirklich beantworten.

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Interessanter dürfte aber sicherlich die Möglichkeit sein, einen USB-Stick oder eine externe USB-Festplatte an den Beamer anschließen zu können. Dank des integrierten Dateibrowsers lassen sich so nicht nur fast sämtliche Foto-, Audio- und Video-Dateien und Formate direkt auf dem Beamer abspielen, auch diverse MS-Office- und PDF-Dateien kann der Beamer öffnen und darstellen – ganz praktisch für Präsentationen oder ähnlichem. Dabei funktionierten in meinem Test eigentlich sämtliche getestete Formate, lediglich vereinzelte Videodateien lehnt er ab. Die Liste der unterstützten Formate seitens LG ist dennoch recht lang: ASF, WMV, DivX, AVI, MP4, M4V, MKV, TS, TRP, TP, VOB, MPG, MPEG, MPE, MP3, AC3, MPEG und AAC werden unterstützt. Tolle Sache, funktioniert auch prächtig und simpel – einfach den USB-Stick anstöpseln, schon fragt der Beamer ob ihr das angeschlossene USB-Medium als Quelle/Eingang nutzen wollt.

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Fazit

Der MiniBeam PG60G ist durchaus ein schmuckes Teilchen. Filme und Bilder unterwegs vom Smartphone auf die Wand beamen, praktische Sache – vor allem in den Sommermonaten, an denen man sich gerne mal etwas länger im Wald oder am See aufhält. Mit den angeschlagenen rund 630 Euro jedoch auch kein billiger Spaß. Und so wäre der Preis der einzige Kritikpunkt am Beamer, der zwar keine Hausnummer in Sachen Bildqualität ist, dafür aber eben mobil genutzt werden kann. Wenn ihr das Kleingeld über habt und zum Beispiel im Garten oder sonst wo häufiger mal einen Anwendungszweck hättet, macht ihr mit dem Beamer aber nichts falsch. Daumen hoch, trotz Preis.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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