Luminar von MacPhun: Ein weiteres Bildbe­ar­bei­tungs-Tool für den Mac

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Mit Luminar hat die Entwick­ler­schmiede von MacPhun ihre nächste Bildbe­ar­bei­tungs­software für den Mac veröf­fent­licht, die sich als günstige und einfache All-in-One-Lösung positio­nieren möchte.

MacPhun hat sich in den letzten Monaten oder gar Jahren mit Apps zur Fotobe­ar­beitung einen Namen machen können. Für jeden Anwen­dungs­zweck gibt es ein entspre­chendes Tool im Angebot, sei es nun zur Entfernung von Bildob­jekten, dem Verbessern von Fotos mit Farb- oder Schwarz-Weiß-Filtern, dem Entrahmen und dergleichen. Die Liste der bereits verfüg­baren Apps ist lang: SnaphealFocusIntensifyTonalityNoiseless oder auch SnapSelect. Mit Luminar gibt es nun eine weitere App im Reigen der Foto-Apps von MacPhun, mit der man den Nutzern eine allum­fas­sende Bearbei­tungs­suite an die Hand geben möchte. Ein beson­deres Training soll dazu nicht notwendig sein, statt­dessen möchte Luminar Einfachheit und Kreati­vität in den Mittel­punkt stellen. 

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Und das kann man durchaus so nehmen: Die Oberfläche ist zu einem Großteil von den bereits veröf­fent­lichten Apps bekannt, wer zum Beispiel einmal mit Intensify gearbeitet hat, der wird sich auch in Luminar sofort zurecht­finden. Trotz der über 300 verschie­denen Werkzeugen wirkt die Oberfläche nicht überladen. Die Oberfläche passt sich dem Benutzer an und erlaubt so viel oder so wenig kreative Kontrolle wie gewünscht, was Luminar zu einem inter­es­santen Tool sowohl für Anfänger, als auch für (semi-)professionelle Anwender machen dürfte. Die UI ist in verschiedene Bereiche aufge­teilt, jeder besitzt seine eigenen Grund­funk­tionen und lässt sich gezielt ein- und ausblenden: vom Bildschirm mit Freistellen, Bildrau­schen-Reduktion und Trans­for­mieren bis zu erwei­terten Modi mit Funktionen wie Ebenen und Histo­grammen.

Bei der Bearbeitung eurer Fotos könnt ihr manuell diverse Regler justieren, unter anderem für Helligkeit, Kontrast, Farbsät­tigung, Schatten und duzende mehr. Wer es etwas einfacher mag, der kann aus zwei unter­schied­lichen Filter­typen wählen. Die (semi-)professionelleren Filter, mehr als 35 an der Zahl, beinhalten unter anderem Klassiker wie Farbton & Belichtung bis zu Bi-Color, Fotofil­ter­e­mu­lation, Cross-Entwicklung und vielen anderen. Wer es noch einfacher mag, der auch eine der 50 Vorein­stel­lungen von Macphun wählen. Die Kategorien reichen von Outdoor bis Porträt, von Street bis Drama und viele mehr. Ihr wollt eure eigenen Bildein­stel­lungen als Filter speichern, um diese später schnell auf weitere Aufnahmen anwenden zu können? Kein Ding, ist natürlich ebenfalls machbar. 

Neben diesen Feinjus­tie­rungen und Filtern gibt es auch noch weitere Werkzeuge, wie einen Kopier­stempel, eine Funktion um Bilder entrau­schen zu können, auch Pinsel und Masken (einschließlich automa­ti­scher Luminanz-, Verlaufs- und Radial­masken) sind an Board und natürlich lassen sich die Fotos auch beschneiden bezie­hungs­weise die Ausrichtung korri­gieren. Inter­essant ist auch die Tatsache, dass Luminar auf einen nicht­li­nearen Bearbei­tungs-Workflow setzt: So werden sämtliche Änderungen, die ihr am Bild vornehmt, in einem Verlauf gespei­chert. In diesem könnt ihr nun einzelne Änderungen rückgängig machen, ohne die später angewandten Filter erneut anwenden zu müssen – auch die Reihen­folge der angewen­deten Filter kann jederzeit im Bearbei­tungs­prozess geändert werden. 

Luminar bietet also viel Spielraum zum Bearbeiten und Verbessern eurer Fotos, die Ergeb­nisse sind definitiv sehenswert und meiner Meinung nach ebenbürtig zu Lightroom. Wobei ich beide Anwen­dungen eben nur als Hobby­nutzer nutze, nicht als profes­sio­neller Nutzer mit Trainings­kursen – das einzige, was mir im Vergleich zu Lightroom fehlen würde, ist die Batch-Verar­beitung. Neben Bildern im JPG- und PNG-Format auch RAW-Dateien unter­stützt werden. Wer Luminar nicht als komplett eigen­stän­diges Tool nutzen möchte, der findet auch eine Erwei­terung für die Fotos.app von macOS vor und kann die Fotoapp wie von MacPhun gewohnt auch als Plugin für Adobe Photoshop, Lightroom und Aperture (inzwi­schen ja einge­stellt) nutzen.

Luminar ist ab sofort ganz offiziell verfügbar und schlägt mit 59 Euro zu Buche – wer aber bereits ein anderes Tool aus dem Hause MacPhun nutzt, der zahlt 10 Euro weniger. Empfehlung? Jau, ganz klar, gibt natürlich auch eine Testversion.