MacDroid bietet Zugriff auf den Android-Speicher über den Finder von macOS

Marcel Am 13.02.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:42 Minuten

In einer Zeit, in der unzählige Cloud-Dienste um die Gunst der Nutzer buhlen, ist es eigentlich ein leichtes, Dateien von einem beliebigen Gerät A auf System B zu befördern. Doch nicht immer möchte man diesen Umweg gehen beziehungsweise kann dies gerade bei größeren Datenmengen schonmal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Nun ist es eigentlich kein großes Hindernis, sein Android-Smartphone oder das Tablet via Kabel mit dem Rechner zu verbinden und Dateien umherzuschaufeln. Zumindest dann, wenn man Windows nutzt, denn dort wird das verbundene Gerät als normaler Datenträger erkannt. Auf einem Mac sieht es schon ein wenig anders aus, denn mit reinen Boardmitteln ist der Zugriff auf den Speicher nicht so einfach möglich und man muss sich kleiner Tools bedienen.

Schon seit Jahren eine sichere und offizielle Nummer ist die App Android File Transfer. Gerät verbinden, App starten, schon kann man Dateien von A nach B befördern. Leider ist das ganze eher zweckmäßig – nicht nur oberflächlich, sondern auch was die nicht vorhandene Integration in den Finder betrifft. Mit dem Open Source-Tool OpenMTP gibt es eine modernere Version, die aber auch nur als eigenständige App läuft und keine Bindung mit dem Mac-Finder eingeht. Nun versuchen sich die nächsten Entwickler an einer solchen Umsetzung, genauer gesagt die Damen und Herren vom Electronic Team aka Eltima, das dem ein oder anderen vielleicht schon durch die Finder-Alternative Commander One, dem Cloud-Tool CloudMounter oder dem Streaming-Tool JustStream namentlich bekannt ist.

MacDroid heißt das kleine und gar nicht mal so günstige Tool. Was es macht ist schnell erklärt: Einmal das Android-Gerät via Kabel mit dem Mac verbunden und die USB-Freigabe auf dem Gerät erlaubt, wird der Speicher mitsamt der Speicherkarte als Server in den Finder eingebunden. Dies funktionierte in meinem Test mit dem Nexus 5 einwandfrei und ist um deutlich angenehmer als die erwähnten Tools. Schade ist allerdings, dass keine kabellose Lösung geboten wird, dafür funktioniert es ohne zusätzliche Mac-Treiber oder App-Installation. Preislich ruft man für MacDroid 20 US-Dollar auf, nicht einmalig, sondern pro Jahr. Sehr abgehoben und typisch für Eltima – die kostenlose Version erlaubt bitte nur Lesezugriff. Bei dem Preis muss man schon sehr, sehr regen Anwendungsbedarf haben…

Tipp am Rande: Solltet ihr das Tool nutzen, werft einmal einen Blick in die Menübar-Einstellungen. Dort könnt ihr unter dem Punkt „Einstellungen“ das versenden anonymer Nutzungsstatistiken an die Entwickler deaktivieren. Auch schade, dass man den Nutzer nicht von Beginn an um Erlaubnis bittet.

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