macOS Sierra wird ab sofort verteilt

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It’s update time: Wie angekündigt verteilt Apple ab sofort macOS 10.12 aka Sierra. Der Nachfolger von „El Capitan“ ist, wie inzwi­schen von Apple gewohnt, als kosten­loses Update über den Mac App Store erhältlich. Bei dem jüngsten Release hat sich Apple vom prägenden X verab­schiedet, statt OS X wurde macOS, womit das Desktop-System besser ins Apple’sche Namen­s­chema rund um iOS, watchOS und tvOS passt. Natürlich hat man in Sierra mal wieder ein wenig an der Perfor­mance-Schraube drehen und ein paar Fehler fixen können, aber natürlich gibt es für Feature-Freunde auch eine ganze Reihe an Neuerungen im System vorzu­finden.

macOS Sierra
Entwickler: Apple
Preis: Kostenlos

Die wohl marke­ting­tech­nisch größte Neuerung dürfte Siri sein, denn Apples Sprachas­sis­tentin ist ab sofort auch auf dem Mac vorhanden und möchte euch auch hier bei allerhand Alltags­fragen behilflich sein. Wie wird das Wetter? Wie hat Deutschland gespielt? Und so weiter und so fort. Siri auf dem Mac wird aller­dings noch viel mehr können, auch wenn eine API für Dritt­ent­wickler, wie sie unter iOS 10 inzwi­schen bereit­steht, fehlt. So lassen sich zum Beispiel Dokumente der letzten Woche durch­suchen oder Suchergeb­nisse aus dem Web anzeigen. Der Clou hierbei: Gefundene Dateien oder Bilder lassen sich direkt mittels Drag’n’Drop weiter­ver­ar­beiten und zum Beispiel in einem Textdo­kument einfügen. 

In Sachen Benut­zer­ober­fläche hat Apple unter anderem eine neue Tab-Ansicht für Apps imple­men­tiert. Safari, Finder, Pages, Numbers, Apple Maps und duzende andere Anwen­dungen nutzen schon seit längerer Zeit Tabs statt Fenster – dies ist aber eben noch lange nicht bei jeder Anwendung der Fall. Ab sofort lassen sich Tabs aber in sämtlichen Apps nutzen die mehrere Fenster erlauben – und das ohne, dass Entwickler ihre Apps anpassen müssen, denn mit macOS Sierra funktio­niert das ganze „out of the box“. Einfach mal in der Menübar unter „Fenster“ nachschauen. Außerdem hat Safari auch eine neue Bild-in-Bild-Funktion spendiert bekommen, mit der sich HTML5-Videos auf Webseiten in einem eigenen Fenster wieder­geben lassen. 

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Ein weiterer großer Punkt der Apple-Liste war das Conti­nuity, sprich das nahtlose Arbeiten mit mehreren Geräten. Darunter fällt zum Beispiel das Universal Clipboard, durch das sich der Inhalt eurer Zwischen­ablage zwischen macOS und iOS 10 synchro­ni­sieren lässt oder auch das (umständ­liche) Auto Unlock, mit dessen Hilfe sich der Mac automa­tisch mit der Apple Watch entsperren lässt. Dazu aber in einem geson­derten Artikel noch einmal etwas, denn die Sache ist von Apple irgendwie recht lieblos umgesetzt worden. Toll: Wer mehrere Macs nutzt, der kann nun auch alle Dateien auf dem Desktop oder im Dokumente-Ordner über das iCloud Drive hin und her synchro­ni­sieren.

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Die letzte große Neuerung dürfte für Nutzer in Deutschland noch völlig uninter­essant sein: Apple Pay kommt ins Web. Zum Start unter­ unter anderem Expedia und United Airlines die neue Zahlungs­methode. Habt ihr eure Einkäufe wie gewohnt erledigt, könnt ihr während des Bezahl­vorgangs Apple Pay auswählen und erhaltet daraufhin eine Freiga­be­auf­for­derung der Zahlung auf dem iPhone, die nur kurz mit TouchID bestätigt werden muss und schon wird die Zahlung übermittelt. Apple betont dabei, dass die gesamte Kommu­ni­kation zwischen den Geräten und den Apple-Pay-Servern stark verschlüsselt ist. Wie gesagt: Wäre sicherlich eine Alter­native zu PayPal, da Apple Pay in Deutschland aber eben noch nicht verfügbar ist, gibt es nur ein Schul­ter­zucken.

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macOS Sierra lässt sich zwar auf vielen Geräten instal­lieren, im Vergleich zum Vorgänger „El Capitan“ ist der Kreis der kompa­tiblen Geräte aber noch ein wenig geschrumpft. Genauer gesagt werden Macs der Baujahre 2007 und 2008 nicht mehr unter­stützt. So erfordert macOS Sierra mindestens ein MacBook und iMac von Ende 2009 – bei den MacBook Air, Pro und dem Mac mini wird ein 2010er-Gerät mindestens voraus­ge­setzt. Ist nutze seit einigen Wochen bereits die Beta und Golden Master und bin auf meinem iMac und MacBook Air bislang von größeren Fehlern verschont geblieben. Trotz allem gilt natürlich: Vor dem Update Backup nicht vergessen.