Magine TV: Mein Eindruck vom TV-Streamingdienst und Zattoo-Konkurrenten

Marcel Am 19.04.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:43 Minuten

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Seit ein paar Tagen ist nun der wohl größte und vielversprechendste Zattoo-Konkurrent Magine TV in Deutschland gestartet, nachdem man den Dienst zuvor lediglich in einer geschlossenen Beta testen konnte – Zeit, sich Magine einmal anzuschauen und einen ersten Eindruck zu erlangen. Vorab: Derzeit lässt sich Magine Open kostenlos nutzen, inklusive aller angebotenen 65 Sender, welche in zwei unterschiedliche Pakete aufgeteilt sind.

Das Paket Magine Free bringt dabei die öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF, WDR, KiKA und 38 weitere Sender mit, richtig interessant wird es hingegen erst, wenn man sich einmal die 23 Sender des „Magine Access“-Paketes anschaut, welches auch die Privatsender ins Web bringt: RTL, Sat.1, ProSieben, VOX, RTL 2, Kabel 1, Sport1, N24, VIVA, DMAX und weitere Sender lassen sich hier finden – vor allem mit der RTL-Gruppe hat Magine also gegenüber Zattoo einen kleinen Vorteil, letztere konnten ja erst vor ein paar Wochen den Start der ProSiebenSat.1-Gruppe vorstellen.

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Magine lässt sich nach erfolgreicher Anmeldung per Magine-Account oder per Facebook und Google+ sowohl im Browser, als auch auf mobilen Geräten nutzen. Einzige Einschränkung hierbei: Im Browser setzt Magine wie viele andere Streaming-Dienste auch auf Microsoft Silverlight, womit zum Beispiel Chromebooks oder Linux-Systeme aus der Liste der kompatiblen Systeme herausfallen.

Einmal eingeloggt gelangt man auch direkt zur Startseite von Magine, die jedoch relativ nüchtern ist. Hier gibt es einmal einen elektronischen Programmführer mit allen verfügbaren Kanälen, ein Klick auf eine Sendung öffnet eben den Live-Stream samt zusätzlicher Informationen. Je nach Verfügbarkeit können hierbei auch Untertitel und zusätzliche Audiospuren genutzt werden, was jedoch eigentlich nur bei den öffentlich-rechtlichen der Fall sein dürfte.

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HD? Gibt es ebenfalls, wobei es als HD-Sender lediglich ARD HD und ZDF HD vorzufinden gibt. Hier habe ich allerdings irgendwie das Problem, dass zwar das ZDF in HD selbst auf einem großen Bildschirm ordentlich und scharf ausschaut, der HD-Sender der ARD hingegen in Sachen Bildqualität jedoch recht dürftig daherkommt. Hier Pixel, da Pixel, insgesamt sieht es für mich so aus, als hätte man stundenlang Schärfe-Filter über die Videos geklöppelt – HD ist für mich jedenfalls etwas anderes. Kann natürlich an Magine beziehungsweise die Übertragung liegen, das Problem scheint jedoch durch die Bank zu herrschen. Schade, aber nicht so dramatisch, auf kleineren Bildschirmen wie Smartphones oder Tablets kann man sich damit schon arrangieren.

Apropos Smartphones und Tablets: Auch hier lässt sich Magine TV natürlich nutzen, Apps sind derzeit für iOS und Android zu haben. Dabei richtet man sich in Sachen Bedienung natürlich nach dem jeweiligen System, im Grunde sehen Desktop-Variante und Apps aber nahezu identisch aus beziehungsweise bieten die identischen Ansichten. Programmführer, Listendarstellung der laufenden und zukünftigen Sendungen, AirPlay-Support (nur iOS), Untertitel und dergleichen – alles an Board.

Magine TV
Magine TV
Entwickler: Magine Holding AB
Preis: Kostenlos+
Magine TV – Live Fernsehen
Magine TV – Live Fernsehen
Entwickler: Magine
Preis: Kostenlos+

Insgesamt macht Magine einen recht runden Eindruck, zumindest liefen die Streams recht flott und ohne Fehler auf allen getesteten Geräten.

Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass der Dienst auf kurz oder lang nicht gänzlich kostenlos bleiben wird: In den AGB von Magine finden sich bereits jetzt entsprechende Absätze, nach denen das „Magine Access“-Paket mit den 23 Privatsendern in Zukunft nur gegen eine Gebühr gestreamt werden kann, ebenso soll es wohl (auch gegen eine Gebühr) ein personalisiertes TV-Paket geben. Bislang konnte man jedoch noch kein funktionierendes Preismodell finden.

Aus diesem Grunde stellt man Magine Open nun eben jedem Nutzer kostenlos zur Verfügung und damit natürlich auch auf positive Art und Weise auf sich aufmerksam machen kann. Gerade wo Zattoo die Preise mal locker flockig um 100% erhöht hat (von 4,99 Euro im Monat auf 9,99 Euro pro Monat) könnte sich Magine mit einem günstigeren Preis in eine vielversprechende Position bringen – vom ersten Eindruck her gefällt mir der Dienst wesentlich besser als der bisherige „Platzhirsch“ Zattoo.

Habt ihr euch Magine schon einmal angeschaut? Wie ist euer Eindruck?

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2 Kommentare vorhanden

Bei mir ist die Magine App mit keinem meiner Geräte Kompatibel. Weder mit dem Nexus 4, noch mit dem Nexus 7. Kann aber auch sein es für die Schweiz nicht zu Verfügung steht.

Logge ich mich im Browser ein, so steht nur:

„Soon you’ll be able to watch loads of programs here. We’re just ironing out the last few things before we launch the new Magine TV. Check back soon!“

Irgendwie gefallen die mir noch nicht so… Man könnte ja wenigstens vernünftig anschreiben das Schweizer aussen vor bleiben.

Untertitel lassen sich auf iPad und iPhone nicht ausschalten.

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