Mailbird 2.0 für Windows: Mail-Client mit schicker Oberfläche und vielen Funktionen

Am 14.03.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:01 Minuten

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Mit Mailbird 2.0 ist am gestrigen Tage einer der besten Mail-Clienten für Windows in einer general­über­holten Version veröf­fent­licht worden.

Was die Auswahl an Mail-Clienten für Windows betrifft, so sieht es nicht ganz so rosig aus, wie unter anderen (mobilen) Systemen. Es gibt Outlook, es gibt Thunderbird – das war es dann aber auch schon, zumindest was funktionale und optisch anspre­chende Lösungen betrifft (und mal ehrlich: Outlook und Thunderbird sind auch alles andere als schick). Mit Mailbird habe ich schon vor rund zwei Jahren einen Client vorge­stellt, der seit jeher bei mir unter Windows zum Einsatz kommt und der nicht nur durch eine schmucke Optik überzeugen, sondern auch mit vielen Funktionen punkten konnte. Nun ist am gestrigen Tag Version 2.0 von Mailbird veröf­fent­licht worden, die einige neue Features und eine überar­beitete UI mit sich bringt. Starten wir doch mal einen kurzen virtu­ellen Rundgang durch die App, die ich nun schon seit einigen Wochen auspro­bieren durfte. 

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Erst einmal: Mailbird lässt sich nicht nur mit Gmail, Yahoo!, Outlook, iCloud und Co. nutzen, sondern unter­stützt jeden Anbieter mit Unter­stützung für IMAP- oder POP3-Konten. Rein optisch lehnt man das neue Design stark an die ModernUI von Windows 8.1/10 an, was durchaus positiv gemeint ist, denn grund­sätzlich gefällt mir die Oberfläche richtig gut. Die Sidebar links lässt sich nach belieben zusam­men­fahren oder in voller Breite anzeigen, je nach Modus werden hierbei eben entweder nur Icons oder auch die Beschrei­bungen angezeigt. Wem die Ansicht mit den Konver­sa­tionen unterhalb der Mail-Liste nicht zusagen sollte, der kann die Ansicht auch umstellen, sodass die Mails rechts neben der Liste angezeigt werden. Wie man mag. 

Mails können per Wisch von rechts nach links als erledigt markiert werden und so aus dem Posteingang genommen werden, ebenso lassen sich E-Mails zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorlegen – leider nur über das Kontextmenü, hier hätte ich persönlich mir einen Button innerhalb der Mail-Aktionen wie Antworten, Weiter­leiten und dergleichen gewünscht. Per Mausüber­fahrt auf das Kontaktbild lassen sich übrigens weitere Schnell­ak­tionen wie Archi­vieren, Löschen und Co. direkt innerhalb der Liste aufrufen – ein Klick auf das Kontaktbild startet eine Suche nach Mails des Absenders. 

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E-Mails selbst lassen sich entweder über den Inline-Editor erstellen – oder auf Wunsch auch in einem vollstän­digen Editor-Fenster, welcher natürlich auch zum Schreiben neuer Mails herhalten muss. Datei­an­hänge lassen sich schnell und einfach per Drag’n’Drop auf den Editor ziehen. 

Inter­es­sante Randbe­merkung: Mailbird hat einen Schnell-Lese-Modus imple­men­tiert, welcher über das Brillen-Symbol innerhalb der Mail-Aktionen aktiviert werden kann. Hier werden euch die einzelnen Worte nachein­ander angezeigt – kennt ihr ja sicherlich. Sicherlich nun kein absolutes „must have“, dennoch als Randnotiz nicht verkehrt. Des Weiteren ist natürlich auch eine Suchfunktion imple­men­tiert worden, Anhänge lassen sich suchen und filtern und auch eine Kontakt­ver­waltung ist vorhanden – die letzten beiden Funktionen müssen aller­dings über das „Apps“-Menü manuell instal­liert werden. 

Und hier kommen wir auch schon zu einem weiteren Punkt, der sicherlich ganz inter­essant ist – leider in seiner jetzigen Umsetzung aber sicherlich nur wenig genutzt wird. Denn der Funkti­ons­umfang von Mailbird lässt sich durch manuell ein- oder ausschaltbare Apps erweitern. Facebook, Google Kalender, WhatsApp Web und viele weitere Apps stehen euch hier zur Auswahl – leider handelt es sich dabei mit Ausnahme der nativen Kernfunk­tionen wie Anhänge und Kontakte lediglich um eine Art Browser. Wirklich integriert ist der Google Kalender oder Dropbox so nicht, ihr spart euch lediglich den Weg über den Browser. Braucht man es? I don’t know, ich hätte eine native Imple­men­tierung besser gefunden – oder zumindest eine starke UserStyle-Anpassung der einzelnen Web-Oberflächen. Facebook oder auch WhatsApp Web zum Beispiel lassen sich auch als weitere Sidebar an der rechten Seite nutzen. 

Für Tastatur-Hacker gibt es ebenfalls recht erfreu­liches, denn zahlreiche Aktionen und Features lassen sich mittels Tastatur-Shortcut ansteuern – eine Übersicht darüber findet ihr im Hauptmenü unter dem Punkt „Shortcuts“ (wer hätte das gedacht :P).

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Zu guter Letzt nochmal ein Blick in die Einstel­lungen von Mailbird. Hier können wir wie angesprochen die Ansicht verändern und die Akzent­farbe auswählen, können uns mit unserem Facebook-Account verknüpfen, die Zeitspanne verändern in der Mails automa­tisch als gelesen markiert werden, können das Aussehen des Textes im Editor verändern, diverse System-Funktionen wie Auto-Start oder Systemtray aktivieren, Konten und Signa­turen verwalten, die Snooze-Zeitpunkte genauer definieren und etliches mehr. 

Soviel also einmal zu Mailbird 2.0, was mir (mit Ausnahme der Integration der „Apps“) wie auch die Vorgänger-Version sehr gut gefällt. Zwar würden mir persönlich eine native Kontakt­ver­waltung mit Google-Sync fehlen, dies aber gleicht die Tatsache aus, dass bereits kontak­tierte Personen automa­tisch bei Eingabe im Editor gefunden werden können. Ansonsten gibt es aber nur wenig, was mich persönlich stören würde und vor allem optisch sagt mir Mailbird 2.0 zu. In meinen Augen wie erwähnt einer der besten Mail-Clienten für Windows, denn mit Outlook konnte ich mich noch nie wirklich anfreunden, Thunderbird ist weder schick noch wird es aktiv weiter­ent­wi­ckelt und auch mein damaliger Favorit Windows Live Mail ist ebenfalls nicht mehr verfügbar. 

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Aller­dings ist Mailbird auch nicht gänzlich kostenlos. Zwar gibt es eine kostenlose Version, diese ist aller­dings auf drei Konten beschränkt und blendet hin und wieder kleine Werbe­banner ein. Für 6 US-Dollar im Jahr erhält man Werbe­freiheit, eine unbeschränkte Anzahl an Accounts, den E-Mail-Speed-Reader, die Funktion der Wieder­vorlage und die Schnell­vor­schau für Anhänge. Wer kein jährliches Abo möchte, der bekommt die Pro-Funktionen auch gegen eine Einmal­zahlung in Höhe von 45 US-Dollar. Dreißig Tage gibt es als Testlauf nach dem ersten Start. 

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