Microsoft Keynote Roundup: Windows 10, Smart­phones, Cortana, Xbox, OneDrive Music, HoloLens und mehr

Am 22.01.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:51 Minuten

windows 10

Am gestrigen Abend hat Microsoft in einer rund zweistün­digen Keynote rund um Windows 10 doch überra­schen­der­weise ein kleines Feuerwerk gezündet – hier einmal eine kurze Zusam­men­fassung der wichtigsten Dinge.

Preis und Verfüg­barkeit

Beginnen wir doch erst einmal mit einer positiven Meldung: Windows 10 wird es nicht nur für Desktop-Rechner, sondern auch für Smart­phones (aka Windows Phones) und Tablets geben – aller­dings sollte man nicht vor Herbst mit einem finalen Update rechnen. Jedoch wird das System rund ein Jahr lang für alle Nutzer von Windows 7, Windows 8.1 und Windows Phone 8.1 kostenlos verfügbar sein, danach muss man dann ein kosten­pflich­tiges Update beziehen. Windows 10 soll mehr ein Dienst, statt ein klassi­sches OS sein, was wohl darauf hinaus­laufen dürfte, das neue Features zeitnah nach der Fertig­stellung veröf­fent­licht werden sollen. Bereits nächste Woche wird es eine neue Version der Technical Preview für Windows 10 geben, Smart­phones kommen ab Februar in den Genuss einer ersten Testversion. 

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Windows 10: Startmenü, Continuum und Action Center

Bereits aus der Technical Preview ist bekannt, dass man ein neues Startmenü einführen wird, welches eine Mischung aus dem klassi­schen Startmenü von Windows 7 und dem neuen Start­screen von Windows 8 darstellen wird. Hier lassen sich nicht nur Desktop-Anwen­dungen, sondern auch Kacheln platzieren, was in meinen Augen eine recht nette Sache ist: Komfort wie „früher“, mit einem schnellen Blick auf die wichtigsten Infor­ma­tionen innerhalb der Live-Kacheln. 

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Ebenfalls als Konzept bekannt war ein Feature namens Continuum, das auf Tablets und Conver­tibles zum Einsatz kommt. Hierbei wird mehr oder weniger automa­tisch zwischen dem klassi­schen Bedien­modus mit Maus und Tastatur und einem Touch-Modus gewechselt, sodass nicht nur das Startmenü im Vollbild­modus läuft, sondern auch Desktop-Anwen­dungen verhalten sich wie Metro-Apps und lassen sich mittels Snap-Funktion am Bildschirmrand anordnen. Vor allem der neue Start­screen gefällt – auf kleineren Tablets sieht Windows 10 noch immer aus wie auf dem Rechner, lässt sich aber deutlich besser bedienen. 

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Zu guter Letzt findet auch das Action Center von Windows Phone 8.1 Einzug auf den Desktop – in so weit ebenfalls nichts neues da schon in der Technical Preview vorhanden, Microsoft zeigte aber eine deutlich fortge­schrit­tenere Lösung. Diese ersetzt nun die Charmsbar auf der rechten Bildschirm­seite und wird über die komplette Bildschirmhöhe gezogen. Hier werden nicht nur Benach­rich­ti­gungen angezeigt, sondern es gibt auch ein paar Schnell­zu­griffe wie WiFi, Bluetooth, Display, Flugzeug­modus und so weiter und so fort. Toll: Sämtliche Benach­rich­ti­gungen werden zwischen allen Windows-10-Instal­la­tionen synchro­ni­siert, auch zwischen Desktop und Smart­phone.

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Cortana und Windows 10

Natürlich war es ein logischer Schritt und nun ist es auch ganz offiziell bestätigt: Micro­softs Sprachas­sistent Cortana findet Einzug auf den Desktop. Hierüber könnt ihr nicht nur Termine erstellen und das Wetter anzeigen lassen und ähnliche organi­sa­to­rische Dinge durch­führen, sondern ihr könnt auch euren Rechner durch­suchen. Sah auf der Präsen­tation schon alles sehr gelungen aus, trotz dessen, dass es sich dabei bei Weitem noch nicht um eine finale Version handelt. Cortana for Desktop soll übrigens erst in den kommenden Monaten für die Technical Preview ausge­rollt werden. 

Windows 10 für Smart­phones

Windows 10 wird auch auf Smart­phones laufen, soviel gab es ja schon zu Beginn. Dabei wird es jedoch keine einfache Weiter­ent­wicklung von Windows Phone 8.1 darstellen, sondern um einen größeren Schritt. Es ist eben das Windows 10 vom Desktop, nur eben an die kleineren Displays angepasst – nichts desto trotz wird man sich als WP-Nutzer direkt wieder heimisch fühlen. Das Hinter­grundbild auf dem Start­screen ist wirklich ein Hinter­grundbild und wird nicht nur auf den Kacheln angezeigt, das Action Center synchro­ni­siert Benach­rich­ti­gungen mit dem PC und auch die Inline-Benach­rich­tigung von Nachrichten hat nun Einzug gefunden. Schaut sehr gelungen aus. Die Tastatur wird sich übrigens frei auf dem Bildschirm verschieben lassen und Skype ist nun fest in der Messaging-App von Windows 10 integriert. Auch die Einstel­lungen und andere Dialoge sind recht deutlich überar­beitet worden, hier hoffe ich aber, dass die Ansicht noch nicht gänzlich final ist – wirkt sehr gequetscht und gedrungen.

Office-Apps, Outlook und mehr

Des Weiteren hab Microsoft auch eine erste Vorschau des Office-Pakets auf dem Smart­phone gezeigt, was eigentlich durchweg gelungen aussah. Word, Excel und Power­Point wird es also zukünftig auch auf Smart­phones mit Windows 10 geben. Eine mehr oder weniger exklu­sives Feature der Touch-Versionen nennt sich Wireless Printing und ermög­licht eben das kabellose Drucken, wobei Microsoft auf der Präsen­tation noch nicht weiter drauf einge­gangen ist. Außerdem gab es auch einen kurzen Ausblick auf eine neue Outlook-Version, die sich ebenfalls an die verschie­densten Display­größen anpassen lässt und durchweg eine einheit­liche Bedienung und Optik bietet. Sieht. Sehr. Geil. Aus. Microsoft. Lässt sich nicht anders sagen. 

Weitere Apps? Es gibt eine neue Foto-App – ebenfalls für alle Systeme – welche Fotos und Bilder dank OneDrive auf alle Geräte synchro­ni­siert und dabei auch direkt Duplikate besei­tigen soll. Außerdem wird die Foto-App rudimentäre Bearbei­tungs­funk­tionen besitzen, mit denen man Bilder zum Beispiel zurecht schneiden kann, es lassen sich rote Augen entfernen, Werte wie Helligkeit und Co. verändern. Ebenfalls neu, aber nur als Demo gezeigt: Eine neue App für Kontakte, Musik und Maps. 

Neuer Browser Spartan

Die Gerüchte bestä­tigten sich: Microsoft arbeitet an einem komplett neuen Browser inklusive Rendering-Engine. Dabei gibt es neben einer deutlich aufge­räum­teren Oberfläche drei heraus­ste­chende Neuerungen: So lassen sich Webseiten ohne zusätz­liches Tool mit Anmer­kungen versehen werden und so bestimmte Ausschnitte gesondert markiert oder mit Kommen­taren versehen werden. Das ganze lässt sich natürlich auch versenden, sowie lokal oder im OneDrive abspei­chern.

Außerdem wird Spartan einen neuen Lese-Modus spendiert bekommen, in dem Inhalte nicht nur zum einfa­cheren und beque­meren Lesen ähnlich wie bei Reada­bility aufbe­reitet werden, sondern auch in einer Leseliste gespei­chert werden – diese wird natürlich auch wieder zwischen allen Windows-10-Instal­lation synchro­ni­siert.

Zu guter Letzt hat man auch Cortana integriert, sodass man nicht nur per Sprache durch das Web browsen kann, sondern man möchte bei Eingabe einer URL auch passende Infor­ma­tionen anbieten. Sucht ihr zum Beispiel nach einem Restaurant, so wird euch direkt eine Karte und Kontakt­daten angezeigt und dergleichen. 

Windows 10 und Xbox One

Auch aus dem Bereich Gaming gab es ein paar inter­es­sante Punkte zu sehen. So wird Windows 10 auch auf die Xbox One kommen, viel mehr verriet man aber nicht. Statt­dessen hat man sich auf die Desktop-Version konzen­triert und hat hier eine neue Xbox-App präsen­tiert, in der ihr eure Spiele, Kontakte und Aktivi­täten vorfindet. So kann man direkt aus dem Spiel heraus in Echtzeit Screen­shots und Videos erstellen, die dann mit eurem Xbox-Kontakte-Netzwerk geteilt werden. Vor allem aber sehr gelungen: Es wird einen Cross-Multi­player-Modus geben, sprich Gamer mit Windows 10 Rechner können mit Gamern auf der Xbox im Multi­player zocken. Ebenso könnt ihr eure Xbox-One-Spiele auf den Desktop-Rechner mit Windows 10 streamen. Viel hat Microsoft dazu nicht verraten, sah aber für Gamer alles sehr geil aus. 

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Microsoft Surface Hub

Der erste Hardware-Teil der Keynote: Das Microsoft Surface Hub. Ein 84 Zoll (!!) großer Touch­screen mit 4K-Display, auf dem sich mit einem Stylus arbeiten lässt und in das auch Kameras, Mikrofone, NFC, Bluetooth, Lautsprecher und diverse Sensoren verbaut worden sind. Fette Sache. Preislich dürfte es für den privaten Nutzer zuhause natürlich absolut uninter­essant sein, aber Microsoft zielt hierbei natürlich auf die Nutzung in Unter­nehmen ab. Quasi das White­board der Zukunft – und natürlich auch mit Windows 10.

Microsoft HoloLens

Der zweite Teil der Hardware-Vorstellung hatte es in sich, denn Microsoft präsen­tiert seine Idee eine Daten­brille: HoloLens. Google Glass? Oculus Rift? Kindlicher scheiß dagegen. Denn HoloLens zeigt euch Inhalte nicht als komplette virtuelle Umgebung oder auf einem kleinen Display im Augen­winkel an, sondern direkt vor euren Augen als eine Art Hologramm an – dank verbauter CPU, GPU und Co. völlig eigen­ständig und ohne, dass man ein zusätz­liches Gerät benötigen würde. Egal ob Fernseh­pro­gramm, Infor­ma­tionen wie Kalender, Wetter und dergleichen oder 3D-Modelle – alles ist möglich und lässt sich per Gesten auch noch bedienen. In den gezeigten Demo-Video sah das ganze schon mehr als geil aus. Bleibt natürlich die Frage nach dem Preis, denn das Teil dürfte alles andere als ein Schnapper werden. Release soll übrigens noch in diesem Jahr statt­finden, Microsoft möchte die HoloLens-Brille in etwa mit Windows 10 veröf­fent­lichen. Wow. 

Quelle Screen­shots The Verge TheNextWeb