Mozilla: Firefox Test Pilot bekommt drei neue Experimente (Containers, Snooze Tab & Pulse)

Marcel Am 23.02.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:55 Minuten

firefoxtestpilot

Mozilla hat seinem Firefox Test Pilot Programm drei neue Experimente spendiert, die ab sofort von interessierten Nutzern ausprobiert werden können – vor allem das Privatsphäre-Feature Containers ist einen Blick wert.

Unter dem Namen Firefox Test Pilot hat Mozilla im letzten Jahr ein Programm gestartet, in Rahmen dessen Nutzer neue, experimentelle Funktionen des Browsers ausprobieren können – ohne auf eine getrennte Developer- oder Beta-Version des Desktop-Firefox zurückgreifen zu müssen. Der Unterschied im Vergleich zu den Nightly- und Aurora-Builds: Bei den über Test Pilot angebotenen Neuerungen handelt es sich erst einmal nur um Experimente, über deren schlussendliche Umsetzung ein mittelgroßes Fragezeichen hängt. In der Vergangenheit gab es bereits eine Hand voll Experimente, von denen zwei (Tracking Protection und No More 404s) wieder beendet wurden, während Page Shot und Activity Stream derzeit umgeschrieben werden und dann den Sprung in den Firefox schaffen sollen. Nun hat man drei neue Experimente zum Testen freigegeben, die (wie auch die letzten Features) einen recht interessanten Ansatz verfolgen.

Bei Containers (→ Direktlink) handelt es sich um eine Funktion rund um die Privatsphäre und verfolgt einen fast komplett neuen Ansatz. Im Prinzip handelt es sich bei Containern um einen abgeschottete Browser-Installation mit getrennten Web-Daten wie Cookies, Webseiten- und Bilder-Cache und allen weiteren Daten, die während dem Surfen so anfallen. Im Gegensatz dazu stehen eure Lesezeichen, Verläufe und gespeicherte Passwörter in jedem Container gemeinsam zur Verfügung. Beispiele für die Nutzung? Trennung von privaten und geschäftlichen Mail-Adressen, Container fürs private Surfen und dem bloggen, bis hin zu einem eingeloggten Facebook-Account, ohne aber von Facebook getrackt zu werden. Mit Container lässt sich also quasi das bewerkstelligen, was man zuvor mit zwei oder drei weiteren privaten Tabs erreicht hat – nur komfortabler. Das Experiment wurde zeitlich verschoben und steht ab dem 28. Februar zur Verfügung.

Bei Snooze Tabs (→ Direktlink) ist der Name Programm, wer bereits Mail-Clients für Mailbox, Inbox oder Spark eingesetzt hat, der wird wissen worum es geht. Schlicht gesagt lassen sich mithilfe des Snooze-Features Tabs zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufrufen. Stoßt ihr zum Beispiel auf ein interessantes Produkt und wollt euch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal damit auseinandersetzen, könnt ihr den Tab nun einfach auf ein bestimmtes Datum und Uhrzeit legen oder nutzt vordefinierte Zeitspannen wie „Später“, „Morgen“, „nächste Woche“ oder „beim nächsten Start“. Der Tab wird dann zunächst einmal ausgeblendet – ist dann der Zeitpunkt gekommen, so erhaltet ihr eine kleine Benachrichtigung und könnt den besagten Tab erneut öffnen. Sollten Chrome-Nutzer aus Neugier mitlesen: Lässt sich hier mithilfe der Erweiterung Tab Snooze bewerkstelligen.

Zu guter Letzt gibt es mit Pulse (→ Direktlink) das dritte Experiment im Bunde, welches Mozilla durch Nutzerfeedback dabei helfen soll, die nächste Browserengine zu entwickeln. Nach dem Aktivieren des Pulse-Experiments findet ihr ein neues Icon in der Firefox-Adressleiste vor, über welches ihr die aktuell aufgerufene Seite bewerten könnt. Im ersten Schritt könnt ihr eine Bewertung von 1 bis 5 vornehmen, im zweiten Schritt bittet euch Mozilla diese Bewertung zu begründen. Ist natürlich weniger auf den Inhalt bezogen, vielmehr stehen vorgefertigte Begründungen wie „Braucht zu lange zum Laden“, „Funktioniert nicht wie erwartet“, „Ist schnell“ und dergleichen zur Verfügung. Ist eben weniger ein praktisches Feature-Addon, vielmehr möchte Mozilla auf spezielle Probleme aufmerksam werden, die bei einer neuen Version der Gecko-Engine (Stichwort Servo und Project Quantum) bedacht werden.

Drei neue Experimente, von denen zumindest Containers mehr als „nur interessant“ ist, während Tab Snooze von Nutzer zu Nutzer differenziert zu betrachten ist – würde mir aber auch gefallen. Wer es aber selbst einmal ausprobieren möchte: Die Installation erfolgt wie auch schon bei den vorherigen Experimenten über testpilot.firefox.com. Solltet ihr das entsprechende Add-on noch nicht installiert haben, könnt ihr dies direkt über die Test-Pilot-Seite machen. Die drei Experimente sind aktuell nur auf Englisch verfügbar, deutsche Nutzer bekommen sie daher nicht auf der Startseite angezeigt, stattdessen müsst ihr die Direktlinks nutzen, dann klappt es auch mit deutscher Spracheinstellung, wenngleich die Erweiterungen selbst englischsprachig daherkommen – aber bei so wenig Worten sollte es nicht tragisch sein, oder?

Quelle Mozilla via Sören Hentzschel

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