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Netatmo Wetterstation im Test: WiFi-Thermometer für Innen und Außen mit mobilen Apps

Marcel Am 14.09.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:58 Minuten

Die Urban Weather Station von Netatmo ist nun schon eine ganze Weile auf dem Markt verfügbar, bislang hat mich aber der recht hohe Preis von der Wetterstation abgehalten. Nun konnte ich mir in den letzten Wochen die erste, speziell für iOS und Android, optimierte Wetterstation einmal ein wenig genauer anschauen und munter durchtesten. In den folgenden Zeilen möchte ich einmal einen kleinen Einblick in die beiden Alutürme bringen und meinen Eindruck über Technik und Apps vermitteln – viel Spaß.

Die Urban Weather Station

Die Wetterstation selbst besteht aus zwei unterschiedlich großen Modulen, welche durch das überwiegende silberne Aluminium eigentlich ganz schick aussehen, lediglich der Sockel besteht aus weißem Kunststoff. Während das Innenmodul rund 15,5 Zentimeter in der Höhe misst, kommt das kleinere Außenmodul auf 10,5 Zentimeter, beide zusammen können einen Durchmesser von etwa 4,5 Zentimeter aufweisen.

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Was den Lieferumfang angeht, so lassen sich hier neben den beiden Modulen auch noch ein Netzteil samt Micro-USB-Kabel für die Innenstation vorfinden, ebenso gibt es für die Außenstation Montagematerial in Form einer Schreibe und eines Klettbandes – so kann man die Station eben „irgendwo“ hinstellen, an einer Schraube aufhängen oder zum Beispiel an den Zaun kletten.

Installation der Wetterstation

Die Wetterstation selbst ist schnell eingerichtet, hat allerdings eine eine kleine Schwachstelle. Das Außenmodul läuft über 4 AAA-Batterien (oder auch Akkus) und ist daher nicht auf eine vorhandene Stromquelle angewiesen, oder anders gesagt: Man ist frei in der Entscheidung, wo man diese platzieren möchte – sofern sie dort eben nicht eingenässt wird (ist nicht wasserdicht) und nicht all zu weit vom Innenmodul weg steht (etwa 100 Meter im Freien). Ich hatte die Wetterstation nun gut vier Wochen in Betrieb und die Akkus konnten noch gut 2/3 der ursprünglichen Ladung vorweisen – viel Strom verbraucht das Außenmodul also nicht, so zwei bis drei Monate sollte man mit (anständigen) Batterien also schon über die Runden kommen.

Anders sieht es hingegeben bei dem Innenmodul aus: Dies besitzt zwar ebenso einen Einschub für vier AA-Batterien, mit der aktuellen Firmware 86 ist es aber nicht möglich, diese mit Batterien zu betreiben – es war zwar geplant, wurde aber aufgrund des höheren Stromverbrauchs wieder Firmware-seitig unterbunden. Etwas merkwürdig, aber gut, müssen wir das Innenmodul eben in Reichweite einer Steckdose aufstellen. Ist der einzige Wermutstropfen von technischer Seite.

Die erste Einrichtung geht dann schnell von der Hand: App auf’s Smartphone knallen, öffnen, das Innenmodul mit dem Handy verbinden und schon wird die Station mit dem heimischen WLAN verbunden. Kein WLAN? Keine Wetterstation. Ebenso wird zwingend ein Account bei Netatmo benötigt: An diesen sendet die Wetterstation alle 5 Minuten die aktuellen Daten und so lassen sich diese auch „von unterwegs“ einsehen. Kein Netatmo-Account? Keine Wetterstation. Alternativ kann man die Konfiguration auch zum Beispiel über den Mac vornehmen, ich fand die Möglichkeit über das Smartphone aber um Längen einfacher.

Die Wetterstation im Betrieb

Kommen wir nun einmal zu dem Herzstück der Urban Weather Station: Den Apps, welche für Android, iPhone und iPad zur Verfügung stehen. Hier kann man natürlich alle Daten, die die beiden Module so auswerten, natürlich einsehen, genau genommen wären das:

  • Außenmodul: Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Innenmodul: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Kohlenstoffdioxid-Konzentration und Lautstärke

Meteorologie-Nerds werden hier vielleicht Regensensor und Windmesser vermissen – diese sollen aber als separate Module erhältlich sein, dazu aber später noch etwas mehr. Die Daten werden von der App recht übersichtlich aufbereitet – auch wenn „schön“ natürlich etwas anderes ist. Das Außenmodul misst wie gesagt nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit – beide Daten lassen sich hier eben anzeigen, ebenso gibt es eine kleine Wettervorschau, wobei die Daten hier logischerweise aus dem Internet gezogen werden.

Interessanter und auch spannender ist da schon das Innenmodul, welches eben wesentlich mehr Sensoren besitzt und so eben auch noch den Luftdruck, die Kohlenstoffdioxid-Konzentration und die Lautstärke misst. Aus den Werten Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und dem CO2-Gehalt der Luft ermittelt die App einen Wert für die Luftqualität des Raumes, gerade diese Funktion empfand ich als die spannendste. Wer sich (wie ich) vorher noch nie genau damit beschäftigt hat, der kann sich auch Informationen zu den Werten einholen und so findet man zum Beispiel heraus, dass der CO2-Gehalt idealerweise bei etwa 500 ppm legen sollte – liegt der Wert höher (nach einer Nacht kann dieser schon mal auf 1.000 ppm ansteigen), wird es mal wieder Zeit zu lüften.

Für alle ermittelten Werte gibt es natürlich einen Graphen, über den sich der Verlauf von Temperatur, Lautstärke und Co. ermitteln lässt – wer also auf intensive Hauspartys steht, der kann so auch nochmals den Höhepunkt der Party ermitteln.

Auch Benachrichtigungen bietet die App: Steigt der CO2-Gehalt zum Beispiel auf über 1.000 ppm an, gibt es eine Benachrichtigung, ebenso gibt es Unwetterwarnungen wie starke Regenschauer, Winde, Nebel, Unwetter und so einiges mehr Benachrichtigungen – diese Daten stammen aber nicht von dem Außenmodul selbst, sondern stammen von MeteoAlarm. Die einzelnen Module lassen sich in den Einstellungen der App natürlich auch nochmals konfigurieren beziehungsweise lassen sich auch die Verbindungsdaten, der Batteriestand und so weiter einsehen.

Auch die erwähnten Benachrichtigungen lassen sich deaktivieren oder um eigene Werte (zum Beispiel bei Erreichen einer Temperatur, eines Lärmpegels, whatever) ergänzen.

Diese Benachrichtigungen werden eben, wie auch die einzelnen Werte der Module, über die Netatmo-Server gesynct und stehen somit auf allen Geräten zur Verfügung. Ebenso gibt es auch die Möglichkeit, sich über die Netatmo-Seite in seinen Account einzuloggen und dort ebenfalls wichtigen Wetter- und Modul-Daten einsehen zu können.

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Noch ein Wort zu den sozialen Komponenten der Software: Die Werte lassen sich auch – sofern gewünscht – automatisch auf Facebook oder Twitter teilen, ebenso lassen sich über diverse Netzwerke und via Mail andere Personen einladen, wodurch diese Zugang zu den Messwerten eurer Urban Weather Station bekommen – entweder, weil es lustig ist, oder weil der Partner zum Beispiel ebenfalls auf die Daten zugreifen möchte.

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Weitere Module? Weitere Apps?

Von Haus aus kommt die Wetterstation mit einem Außen- und einem Innenmodul daher. Wer weitere Module für den Innenraum benötigt, der bekommt seit kurzer Zeit weitere Module einzeln zu kaufen. Diese messen Temperatur, CO2-Gehalt und Luftfeuchtigkeit eines Raumen, ein Lautstärkesensor ist hier also nicht implementiert. Bis zu drei zusätzliche Innenmodule lassen sich an die Wetterstation „klemmen“, pro Stück werden hier aktuell rund 70 Euro fällig. Weitere Außenmodule, zum Beispiel zur Regen- oder Windmessung gibt es, wie oben erwähnt, aktuell noch nicht, sollen aber „irgendwann mal“ folgen, zumindest sind diese geplant.

Dank einer bereitgestellten API der Wetterstation können Entwickler diese Daten auch in ihre Apps integrieren. So gibt es mit NetAtmo eine entsprechende App für Windows Phone, welche auf die Daten zugreift und die Wetterstation somit auch für Windows-Phone-Nutzer brauchbar macht.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

Außerdem gibt es eine Reihe an weiteren Apps: So kann zum Beispiel die Wetter-App Weather Pro auf die Daten zugreifen, ebenso gibt es mit Temps und Baratmo auch zwei Wetter-Apps für die Menüleiste von OS X, über die ihr die Daten der Module ebenfalls im Blick habt.

Temps - Wetter, Zeit & Netatmo
Temps - Wetter, Zeit & Netatmo
Entwickler: Andreas Grossauer
Preis: 3,49 €
baratmo - A netatmo client
baratmo - A netatmo client
Entwickler: Christian Arild Strommen
Preis: 2,29 €

Fazit?

Ein Fazit abzugeben ist gar nicht so leicht. Die Wetterstation beziehungsweise die einzelnen Module sehen schick aus und wirken im Raum definitiv nicht wie ein Fremdkörper. Die Einrichtung ist simpel und der Betrieb der Wetterstation hat, zumindest in den vier Wochen meines Testlaufs, keinerlei Probleme gemacht. Sie läuft und läuft und läuft. Die Daten sind (mit Ausnahme der zwei angesprochenen, fehlenden Sensoren des Außenmoduls) umfangreich und sehr genau, hier gibt es eigentlich absolut nichts zu meckern – ich persönlich fand den Wert der Innenraumqualität und der Lautstärke recht interessant.

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Und so würde ich die Wetterstation jedem Interessierten empfehlen, einzig abschreckend dürfte hier sicherlich der mit 170€ doch recht hohe Preis wirken. Gute und funktionierende Wetterstationen gibt es bereits ab 50€ aufwärts, diese sind aber in der Regel optisch aufdringlicher und bieten keinen Zugriff via App und Web, von daher ist der Preis sicherlich hoch, aber auch gerechtfertigt. So muss eben jeder selbst wissen, wofür er sein Geld ausgibt – und wer hier bereit ist, den Betrag zu zahlen, der bekommt definitiv eine Wetterstation, die ihn zu keiner Zeit im Stich lässt.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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