Nie mehr kalte Finger: 8 USB-Handwärmer im Test 2021 🥶🎂🧤

Marcel Am 03.01.2021 veröffentlicht Lesezeit etwa 19:45 Minuten

Der Winter in Deutschland ist zwar bereits seit einigen Wochen offiziell da, aber bis auf ein paar kleinere Temperaturen hielt sich dieser zumindest im Westen Deutschlands eher zurück. Was aber nicht heißt, dass er nicht noch kommt und dass die morgentlichen Temperaturen von fünf Grad nicht kalt genug sind, die Hände am Bahnsteig oder anderswo ordentlich auszukühlen. Abhilfe schaffen warme Handschuhe, gefütterte Jackentaschen oder Handwärmer. Letztere sind praktisch, da sie eine angenehmere Wärme spenden als die erst genannten Hilfsmittel – zumal ich persönlich Handschuhe in vielen Belangen einfach als unpraktisch empfinde und da stellt die zumeist suboptimale Bedienung des Smartphones nur ein Punkt auf der Contra-Liste dar. Früher habe ich auf die altgedienten Wärmekissen, die sich im Wasserbad aufbereiten lassen, gesetzt inzwischen habe ich bei entsprechenden Gelegenheiten gerne einen USB-Handwärmer dabei.

Diese gibt es zum Beispiel auf Amazon in Hülle und Fülle, teils werden nahezu identische Geräte als Whitelabel-Lösung unter verschiedenen Markennamen verkauft. Vor rund vier Jahren habe ich mir bereits einmal sechs USB-Handwärmer angeschaut, nun wollte ich mir einmal einen Überblick verschaffen, ob und was sich so in der Zwischenzeit getan hat. Acht USB-Handwärmer können sich nun neu beweisen und soviel sei schonmal verraten: Ähnlich wie bei Powerbanks ist auch bei den Handwärmern die Akkukapazität bei nahezu gleich bleibenden Abmessungen im Schnitt gestiegen. Gleich geblieben ist übrigens auch meine Testpraxis, eine kurze Erläuterung nachfolgend. Die Methode genügt sicherlich keinen wissenschaftlichen Ansätzen, da letztlich viele Faktoren Einfluss nehmen. Für einen kleinen direkten Vergleich und einen groben Überblick aber sicherlich ausreichend..

Erläuterungen zum Test: Je Gerät wurden zwei Durchläufe durchgeführt: Einmal im Innenraum bei etwa 20 Grad Raumtemperatur und im Außenbereich bei knapp 0 Grad. Über fünf Stunden habe ich die Temperaturen aller Geräte parallel in verschiedenen Abständen gemessen, zum Einsatz kam hierbei ein Laser-Thermometer. Die jeweiligen Ergebnisse findet ihr in Form eines (bzw. mehrerer) Diagramme visuell aufbereitet. Bei der Bewertung der Diagramme gilt natürlich zu beachten, dass die Wärme der Oberfläche verringern kann, wenn diese in der Hand gehalten werden und dadurch Wärme abgeben. Außerdem habe ich nur die Heizleistung berücksichtigt – wer zusätzlich das Smartphone lädt, der muss entsprechend Abstriche bei der Akkukapazität machen.

OCOOPA H01 10.000 mAh

Der OCCOPA H01 Handwärmer ist der wohl leistungsstärkste im Test – zumindest auf dem Papier. Nicht aufgrund seiner 10.000 mAh, sondern daran, dass er auch den Power Delivery-Standard von USB-C beherrscht.

Der erste Eindruck: Mit seinen 11,7 x 6,1 Zentimetern liegt der Handwärmer vor allem durch seine sich verjüngende Formgebung gut in der Hand, auch wenn man ihn nicht vollständig mit der Hand umschließen kann. Mit rund 198 Gramm wiegt er jedenfalls nicht unangenehm viel. Das gesamte Gerät ist aus Kunststoff, welcher leicht gummiert ist. Um Stürze zu verhindern, liefert der Hersteller eine Silikon-Handschlaufe mit und falls es doch mal zu Bodenkontakt kommen sollte, soll ein umlaufender Silikonring größere Schäden vermeiden – was aber natürlich nur hilft, wenn der Handwärmer auf den Rand prallt. Der Powerbutton mitsamt der drei LEDs zur Anzeige der Heizstufe und des Akkustands wurde an der Oberseite eingebaut, die Anschlüsse befinden sich in der Vorderseite.

Verarbeitung: Die Verarbeitung kann man als solide bezeichnen. Das Gehäuse an sich ist sauber verarbeitet und weist keine unerwünschten Spaltmaße auf. Der Button knackt ein wenig billig, besitzt aber einen angenehmen Druckpunkt und reagiert flott. Einzig und allein die etwas schief eingebauten USB-Anschlüsse trüben den Eindruck ein wenig.

Bedienung: Das Gerät besitzt lediglich einen Button, entsprechend einfach ist die Bedienung: Ein längerer Druck schaltet den Handwärmer ein und aus, ein einfacher Druck bei eingeschaltetem Gerät wechselt zwischen den Heizstufen, was durch die jeweilige Anzahl an rot leuchtenden LED visualisiert wird.

Sonstige Bemerkungen: Der Handwärmer besitzt Quick Charge 3.0, sowohl für das Laden des Akkus, als auch das Laden externer Geräte. An ein Schnellladegerät mit mindestens 18 Watt angeschlossen, soll sich der Akku innerhalb 3½ Stunden aufladen lassen. Mit USB-C- und USB-A besitzt der Handwärmer gleich zwei Ausgänge, der MicroUSB-Anschluss dient neben USB-C dem Laden des Akkus.

Das wird versprochen: Der Handwärmer soll dank seiner 10.000 mAh bis zu 15 Stunden Wärme liefern. Drei verschiedene Wärmestufen stehen zur Verfügung, die maximale Stufe soll es auf 55 Grad Celsius bringen – rund acht Stunden lang. Beheizt werden automatisch beide Seiten des Gerätes.

Messergebnisse: Der OCOOPA Handwärmer heizt sich zügig auf und geht dabei deutlich über die Zieltemperatur hinaus. Nach etwa 5 Minuten hat er sowohl Innen, als auch Außen die 70-Grad-Marke erreicht, was teils schmerzhaft heiß ist. Nach dieser Aufhetzung sinkt die Temperatur dann wieder deutlich ab und pendelt sich auf einem für die gewählte Stufe entsprechenden Niveau ein. Hierbei bleibt die Temperatur aber nicht konstant, sondern unterliegt kleineren Schwankungen nach oben und unten. Die 15 Stunden Laufzeit werden (eigentlich keine Überraschung) nicht im Ansatz erreicht: Bei 20 Grad im Innenraum lag die Restkapazität noch bei etwa 33-66%, im Außenbereich bei 0 Grad war auf Stufe 2 nach etwa 4½ Stunden bzw. nach 4 Stunden auf Stufe 3 Schluss.

T98 USB Handwärmer 5.200 mAh

Bei dem T98 Handwärmer handelt es sich um ein kleines, handliches Gerät in Ei-Form, welches aber gerne mal übers Ziel hinausschießt. Mit einem Preis von 22 Euro gehört es zu den günstigeren Geräten.

Der erste Eindruck: Der erste Eindruck: Klein, aber mit etwa 10,4 x 5,4 x 2,9 Zentimetern sehr handlich und mit 142 Gramm auch noch recht leicht. Zwar sind die anderen Geräte im Test teils nicht viel größer, durch die rundliche Form liegt das Gerät jedoch fast am besten in der Hand und kann von dieser nahezu komplett umschlossen werden. Die Heizelemente sind aus Aluminium, das Gerät ansonsten komplett aus Kunststoff. Auf der Oberseite finden sich vier kleine LED: Eine zur Visualisierung der Heizstufe, drei zur Anzeige der restlichen Akkukapazität, der Button zum Ein- und Ausschalten sowie zur Justierung der Stufe ist vorderseitig untergebracht – neben dem MicroUSB-Anschluss zum Laden des Akkus und dem USB-Anschluss zum Laden anderer Geräte wie zum Beispiel Smartphones oder Kameras.

Verarbeitung: An der Verarbeitung gibt es eigentlich nicht viel auszusetzen: Die beiden Aluminiumplatten sind zwar sauber ins Gehäuse eingelassen, dürften aber gerne ein wenig geringere Spaltmaße aufweisen. Gleiches gilt auch für die beiden Kunststoffhälften des Gehäuses, das zwar insgesamt solide ist, aber doch sichtbare Nahtstellen besitzt. Zumindest aber der Button und die Anschlüsse sind sauber integriert, erstgenannter besitzt einen angenehm treffsicheren Druckpunkt.

Bedienung: Ein Button, zwei Funktionen: Per längerem Druck wird der Handwärmer ein- beziehungsweise ausgeschaltet. Im eingeschalteten Zustand lässt sich per einmaliger Betätigung zwischen den Heizstufen wechseln – durch einen leichten Widerstand des Buttons sollte dies auch nur selten unabsichtlich passieren. Es wirr ist die Darstellung der Heizstufen: Grün für Stufe 1, Blau für Stufe 2 und Rot für Stufe 3. Nicht schwierig, muss man sich aber eben merken.

Sonstige Bemerkungen: Externe Geräte können zwar via USB-Anschluss geladen werden, allerdings sollte man dies nicht zu lange oder oft machen – sonst sind die 5.200 mAh schneller zur Neige, als man sich aufwärmen kann. Ebenso ist es nicht möglich, ein Gerät zu laden und gleichzeitig seine Hände zu wärmen; sobald ein Gerät angeschlossen wird, wird die Heizfunktion deaktiviert.

Das wird versprochen: Der Hersteller verspricht ein schenelles Aufheizen innerhalb von 7 Sekunden. Der integrierte Akku mit 5.200 mAh soll bei Raumtemperatur rund sechs Stunden lang Wärme spenden – natürlich auch in Abhängigkeit dessen, welche Heizstufe ihr verwendet. Von diesen bietet der Handwärmer drei an der Zahl, die maximale Stufe soll es auf gut 58 Grad Celsius bringen.

Messergebnisse: Der T98 Handwärmer benötigt etwa 30 Minuten, um die Zieltemperatur zu erreichen, die bei den Messungen im Innen- und Außenbereich um knappe 5-10 Grad unterschiedlich ausfiel. Mit einer Mindesttemperatur von etwa 43 Grad aber absolut ausreichend. Die Temperaturen werden allerdings nur recht wechselhaft erreicht und variieren von Moment zu Moment. Auffällig war auch, dass die Heizflächen des Handwärmers völlig unterschiedliche Temperaturen zeigten, die von der Mitte zu den Rändern hin in unterschiedlicher Intensität absanken. Auf Stufe 1 hatte die Batterie im Innenbereich noch eine minimale Restkapazität, ab Stufe 2 war nach spätestens 4½ Stunden Schluss, im Außenbereich nach etwa 3 bis 3½ Stunden. War der Akku dann einmal leer, sank die Temperatur recht zügig sehr deutlich ab und war nach etwa einer halben Stunde eher kühl.

Four Heart Handwärmer 5.200 mAh

Sowohl was die Abmessungen betrifft, als auch die Kapazität des Akkus mit 5.200 mAh reiht sich der Four Heart Handwärmer für rund 20 Euro im Mittelfeld der Testgeräte ein.

Der erste Eindruck: Mit etwa 10,1 x 5,9 x 3 Zentimetern und einem Gewicht von rund 140 Gramm gehört der Four Hand Handwärmer zu den kleineren Geräten im Test, entsprechend der Größe fällt auch die Akkukapazität mit 5.200 mAh etwas kleiner aus, gliedert sich allerdings im Mittelfeld ein. Er ist zwar etwas voluminöser als die kleinsten Geräte, dennoch liegt er noch sehr gut in der Hand. Sehr positiv: Der Handwärmer lässt sich via USB-C aufladen, unterstützt aber im Gegensatz zum OCOOPA-Handwärmer leider weder Quick Charge noch den Power-Delivery-Standard. Die Heizflächen sind, wie auch das Gerät im gesamten, aus Kunstoff – dies gilt auch für den chromfarbenen Ring. Der einzige Button wurde ebenfalls mit einem „Chromrahmen“ versehen, die LED zur Anzeige der Akkukapazität und der gewählten Heizstufe sitzen wie auch die USB-Anschlüsse in der vorderen Kante.

Verarbeitung: Die Bilder lassen – wieso auch immer – einen wahren Plastebomber erwarten. Und genau das erhält man beim Four Heart Handwärmer auch – was aber in diesem Fall gar nicht so negativ ausfällt. Der verwendete Kunststoff wirkt ausreichend stabil und könnte durchaus eine billigere Haptik aufweisen. Auch die Spaltmaße im Allgemeinen und der Druckpunkt des Buttons sind absolut in Ordnung. Einzig und allein die vier LED bieten etwas Kritik und könnten sowohl größer, als auch etwas heller ausfallen.

Bedienung: Ein Druck für etwas fünf Sekunden schalten den Handwärmer ein, auf gleicher Weise lässt sich das Gerät auch wieder ausschalten. Von Haus aus wird die niedrigste Stufe aktiviert und kann per einfachen Tastendruck um jeweils eine Stufe erhöht werden. Also ganz easy und eigentlich selbsterklärend.

Das wird versprochen: Der einzige Handwärmer mit vier Temperaturstufen, die eine Wärme von bis zu 38, 42, 48 und 55 Grad versprechen. Wärme soll bereits ab der ersten Sekunde abgegeben werden, die Arbeitszeit liegt bei 4-8 Stunden – sofern man den Heizwärmer bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C nutzt, was aber wohl nur bedingt Sinn eines solchen Gerätes ist.

Messergebnisse: Der Four Heart-Handwärmer bringt es in zirka 10 Minuten auf die entsprechend eingestellte Temperatur und auch wenn es kleinere Reduktionen gibt, bleibt diese sowohl in Innenräumen, als auch im Außenbereich ziemlich konstant. Interessant ist der Vergleich zwischen dritter und vierter Stufe im Innenbereich, denn die erreichten Temperaturen sind hier weitestgehend gleich – wohingegen die vierte Stufe bei kälteren Temperaturen durchaus einen Mehrwert bringt. Versprochen wurde eine Arbeitszeit von 4-8 Stunden, bei einer Umgebungstemperatur von etwa 0 Grad war jedoch auf jeder Stufe nach etwa 3½ bis 4 Stunden Schluss, lediglich auf erster Stufe hätte man noch ein oder zwei Stunden anhängen können. Insgesamt lieferte der Handwärmer aber gute Werte.

HandFan Handwärmer 5.200 mAh

Der HandFan Handwärmer mit seinen mittleren 5.200 mAh möchte vor allem mit seiner markanten DogBone-Form das Interesse der Kunden wecken, die tatsächlich sehr angenehm in der Hand liegt.

Der erste Eindruck: Der HandFan etwa 10,1 x 5,5 x 2,7 Zentimeter, wobei die 5,5 cm an den breiteren Stellen erreicht werden, wohingegen die Verjüngung in der Mitte knapp 4,7 cm misst. Durch DogBone bezeichnete Form soll ein ergonomischeres Design bieten. Und ja: Er liegt sehr gut in der Hand und kann nahezu umschlossen werden. Bringt die Formgebung nun Vorteile im Vergleich zu ebenso kleinen Geräten? Kann ich nicht ganz bestätigen – ist aber erfrischend anders. Als Material kommt durchweg Kunststoff zum Einsatz, was in Kombination mit den immerhin vorhandenen 5.200 mAh das Gewicht von 144 Gramm erklärt. Der akzentuierte Powerbutton befindet sich auf der Oberseite des Gerätes, alle weiteren Elemente sind in der oberen Kante untergebracht: LED für den Betriebsmodus (Powerbank oder Handwärmer), drei LED zur Anzeige der Heizstufe bzw. Batteriekapazität, die beiden USB-Anschlüsse und eine kleine Taschenlampe.

Verarbeitung: Die Verarbeitung könnte an vielen Stellen besser sein. Zwar wirkt der verwendete Kunststoff nicht allzu billig und der Powerbutton lässt sich sicher betätigen, das war es dann aber auch schon fast des positiven. Insbesondere die Spaltmaße der Nahstellen wirken eher billig produziert, die Anschlüsse sind unsauber eingearbeitet und die blauen LED zur Anzeige der Heizstufe sind so hell, dass nur schwer zu erkennen ist, ob nur eine, zwei oder alle drei LED leuchten.

Bedienung: Viele Funktionen, trotzdem gibt es auch beim HandFan Handwärmer nur einen Button. Mit einem einfach Druck im ausgeschalteten Zustand wird die Powerbank-Funktion aktiviert, ein längerer Druck aktiviert die Heizfunktion – entsprechend visualisiert durch die Mode-LED. Ist die Heizfunktion aktiviert, lässt sich per einfachem Druck zwischen den drei Heizstufen wechseln und per längerer Betätigung auch wieder ausschalten. Ein Doppelklick schaltet die kleine Taschenlampe ein beziehungsweise aus.

Das wird versprochen: Je nach Umgebungstemperatur liefern die drei Heizstufen 37-42 °C auf niedriger, 43-48 °C auf mittlerer und 49-54 °C auf höchster Stufe. Die Batteriekapazität liegt bei 5.200 mAh, eine maximale Arbeitszeit wird seitens des Herstellers nicht angegeben.

Messergebnisse: Die vom Hersteller angegebenen Temperaturen werden im Mittel erreicht, die gemessenen Temperaturen bei 0 und 20 Grad weichen allerdings recht deutlich voneinander ab – sind aber insgesamt allesamt ausreichend. Der HandFan-Handwärmer gehört dabei auch zu den schnelleren Geräten im Test und erreicht die gewählte Temperatur nach etwa 5-10 Minuten. Allerdings zollen die 5.200 mAh hierbei ihren Tribut: Bei kalten Temperaturen war auf Stufe 1 nach 3½ Stunden, auf Stufe 2 und 3 bereits nach maximal drei Stunden. Bei leicht höheren Temperaturen kommt man zumindest auf etwa vier Stunden. Positiv ist allerdings, dass die Temperaturen nur leichteren Schwankungen unterliegen.

A ADDTOP Handwärmer 10.000 mAh

Der zu den größeren Geräten zählende A ADDTOP Handwärmer kommt mit 10.000 mAh daher und besitzt als einziges Gerät ein kleines Display, welches die aktuelle Temperatur darstellt.

Der erste Eindruck: Mit Abmessungen von guten 12,3 x 6,7 x 3 Zentimetern gehört der A ADDTOP Handwärmer zu den größten Geräten im Test, was aber auch für die Batteriekapazität von 10.000 mAh gilt. Durch die stark abgerundeten Ecken liegt er aber dennoch sehr angenehm in der Hand, allerdings ist an eine Faust gar nicht erst zu denken. 232g bringt das Kunststoffgehäuse auf die Waage, angesichts der Größe im vertretbaren Rahmen. Als eines der wenigen Modelle auf dem Markt besitzt das Gerät ein kleines Display, welches Restakku, Heizstufe und aktuelle Temperatur anzeigt; letzteres mit einer Toleranz von 2-3 Grad nach oben und unten. Aufgeladen wird per USB-C, für das Laden externer Geräte ist auch ein USB-A-Anschluss vorhanden – beide finden an der vorderen Kante ihren Platz. Der einzige Button ist in die linke Seite integriert und fällt vergleichsweise klein aus.

Verarbeitung: Bezüglich der Verarbeitung und Haptik gibt es zwei Seiten der Medaille. Die Verarbeitung selbst ist absolut solide: Spaltmaße sind zwar vorhanden, fallen allerdings sehr minimal aus und sind noch dazu gleichmäßig – falls sie nicht so geplant waren. Der Button besitzt einen sauberen Druckpunkt, das kleine Display ist für den Zweck absolut ausreichend und die beiden Anschlüsse sind sauber in das Gehäuse eingearbeitet. Als negativ empfinde ich aber den genutzten Kunststoff: Durch die durchweg glatte Oberfläche  und leichtem Nachgeben bei Druck wirkt das Gerät auch und vor allem im Vergleich zu anderen Kunststoffgeräten nicht ganz so gelungen produziert.

Bedienung: Die Bedienung erfolgt über den seitlich angebrachten Powerbutton und ist eigentlich simpel. Ein längerer Druck schaltet das Gerät ein, ein weiterer längerer Druck schaltet es wiederum aus und ein einfacher Druck wechselt zwischen den drei Heizstufen, die über das LCD-Display angezeigt werden.

Das wird versprochen: 10.000 mAh versprechen eine recht lange Heizleistung,  laut Hersteller sogar so lange, dass man die „Hände den ganzen Tag lang warm halten“ kann. O-Ton, der natürlich schon illusorisch anmutet (Spoiler: Ist es auch). Die doppelseitige Aufheizung soll binnen drei Sekunden von Statten gehen. Drei Temperaturstufen stehen zur Auswahl, die jeweils Temperaturen um 45, 50 und 55 Grad Celsius bieten.

Messergebnisse: Die Messungen im Außen- und Innenbereich bzw. bei 0 und 20 Grad Umgebungstemperatur liegen beim ADDTOP-Handwärmer ziemlich nah beieinander und bleiben auf einem recht konstanten Niveau. Die versprochenen Temperaturen werden erreicht, allerdings benötigt der Handwärmer etwa 20-30 Minuten, bis diese erreicht werden. Die Aussage „den ganzen Tag warm halten“ ist nicht wirklich nachvollziehbar: Bei 0 Grad war auf jeder der drei Heizstufen nach rund vier Stunden der Akku leergesaugt, sind die Temperaturen höher – auch wenn bei 20 Grad sicherlich auch Außen kein Handwärmer benötigt wird – schafft es der Akku mindestens fünf Stunden Wärme zu spenden. „Den ganzen Tag warm“ erreicht man sicherlich nur, wenn man den Handwärmer zwischenzeitlich ausschaltet und dann auch lediglich die niedrigste Heizstufe nutzt.

OKCS Handwärmer 7.800 mAh

Dass Größe nicht unbedingt etwas mit der Akkukapazität zu tun hat, zeigt der OKCS Handwärmer für knapp 28 Euro: Eines der größten Geräte, dennoch bietet der Akku „lediglich“ 7.200 mAh.

Der erste Eindruck: Der Handwärmer von OKCS zählt mit 11,9 x 6,4 x 2,5 Zentimetern und einem Gewicht von 195 Gramm zu den größeren Geräten im Test, besitzt aber im Vergleich zu Geräten mit ähnlichen Abmessungen lediglich einen Akku mit 7.800 mAh. Front und Rückseite sind mit schwarzen Kunststoffabdeckungen versehen, die von einem weißen Kunststoffrahmen umlaufen werden. In diesem sind frontal ein USB-A- und ein MicroUSB-Anschluss eingelassen, seitlich findet sich ein sehr klein geratener Button zum Einschalten des Handwärmers und wechseln der Heizstufen. Auf der Oberseite soll ein dünner silberfarbener Zierstreifen für Akzente sorgen, in welchem sich auch die kleinen, aber hellen LED befinden.

Verarbeitung: Das Gerät wirkt auf den ersten Blick modern gestaltet, in der Hand aber hinterlässt der OKCS Handwärmer jedoch den schlechtesten Eindruck. Das Gehäuse an sich wirkt nicht gerade hochwertig, der Kunststoff fühlt sich der dünn an. Auch die Verarbeitung lässt vorne und hinten, links und rechts ein wenig zu wünschen übrig: die Übergänge zwischen den Kunststoffelementen ist teilweise unsauber, die Anschlüsse sind nicht sauber eingebettet und der winzige Schalter wirkt auch nicht sonderlich wertig – erkennt aber zuverlässig Betätigungen.

Bedienung: Die Bedienung erfolgt mit nur einem Button, was aber angesichts der möglichen Funktionen auch in Ordnung geht. Zum Ein- und Ausschalten muss der kleine seitliche Button für ein paar Sekunden gedrückt gehalten werden, ein kurzer Tap wechselt dann zwischen den Heizstufen.

Das wird versprochen: Der OKSC Handwärmer verspricht eine Erwärmung weniger Sekunden, die abgegebene Wärme lässt sich in drei Stufen anpassen. Definierte Temperaturstufen gibt der Hersteller nicht an, der Akku soll ausreichen, dass das Gerät „bis zu 12 Stunden am Stück benutzt werden“ kann. Joa…

Messergebnisse: Wie auch bei dem Laufzeitversprechen des ADDTOP-Handwärmers gilt auch bei dem OKSC-Modell: Leicht übertrieben. „Bis zu 12 Stunden“ lässt natürlich viel Spielraum und zumindest bei einer Umgebungstemperatur von etwa 20 Grad werden die von mir herangezogenen fünf Stunden auch übertroffen – sobald es aber kälter wird, ist nach 3½ bis 4½ Stunden Schicht im Schacht Akku. Das bekommen sogar Geräte mit deutlich kleinerem Akku hin und das trotz identischer oder sogar höherer Temperaturen. Sowohl Innen, als auch Außen werden auf maximaler Stufe gerade eben noch die 50 Grad erreicht und die Messungen ergeben im Vergleich zwar minimale, aber ziemlich häufige Temperaturschwankungen.

BigBlue 3-in-1 10.000 mAh

Bei dem BigBlue 3-in-1 Handwärmer mit 10.000 mAh handelt es sich um eine aktualisierte Version meines letzten Testfavoriten, die wie auch die Vorgängerversion sehr konstante Heiztemperaturen erreicht.

Der erste Eindruck: Mit gut 12 x 7,8 x 1,8 Zentimetern ist der BigBlue 3-in-1 Handwärmer der voluminöseste Kandidat im Rennen um die Krone. Satte 246 Gramm bringt das Gerät auf die Waage, was vor allem an dem zu großen Teilen aus Aluminium bestehendem Gehäuse liegt. Lediglich die Endkanten sind aus Kunststoff gefertigt, von denen eine die beiden Buttons zur Bedienung, zwei USB-Anschlüsse und eine Taschenlampe für Notfälle beherbergt. Auf der Oberseite finden sich vier LED, von denen drei die verbleibende Akkukapazität und eine den aktuellen Heizmodus anzeigen. Trotz der Größe und dem vergleichsweise hohen Gewicht liegt der Handwärmer gut in der Hand und durch die recht große Fläche lassen sich beide Hände an den Wärmer legen. Vermarktet wird das Modell übrigens als „Weihnachtsedition“, was auch die Schneeflocken erklärt – allerdings gibt es auch keine andere Edition, sieht man mal von schwarzen Aluminiumelementen ab.

Verarbeitung: In der Regel spricht ein hohes Gewicht fast immer für eine gefühlt gute Verarbeitung und auch ein hoher Metallanteil sorgt für eine angenehmere Haptik. Ist auch beim BigBlue Handwärmer nicht anders, der zu den am besten verarbeiteten Geräten im Test gehört und fast nur von Zippo überboten wird. Das Gehäuse wirkt – bis auf den gewollt markanteren Übergang der Alu-Flächen zu den Kunststoffenden – wie aus einem Guss, sodass man sich keine Sorgen um unerwünschte Spaltmaße machen muss. Auch die beiden Anschlüsse sind sauber eingearbeitet, die LED der Taschenlampe liegt Plan auf und die beiden Taster haben einen angenehmen Druckpunkt und sind ebenfalls gerade im Gehäuse.

Bedienung: Der BigBlue-Handwärmer geht bei der Bedienung einen etwas anderen Weg und besitzt als einziges Gerät nicht nur einen, sondern zwei Buttons. Der Powerbutton schaltet bei längerem Druck die Taschenlampe ein und aus, die eigentliche Heizfunktion besitzt eine gesonderte Taste, die ebenfalls auf ein längeres Betätigen reagiert. Zwischen den Heizstufen wird mit einem kurzen Druck auf die Heiztaste gewechselt, welche Stufe aktiv ist, zeigt euch eine grün beziehungsweise rot leuchtende LED über den drei Akku-LEDs an.

Das wird versprochen: BigBlue verspricht für seinen Handwärmer je nach gewählter Heizstufe Temperaturen von 35-45 (Low) beziehungsweise 40-60 Grad (High). Durch eine ideale Wärmeleitung soll das Gerät beidseitig bis zu 90% Nenntemperatur in 30 Sekunden erreichen und dank der 10.000 mAh rund 4 Stunden bei Raumtemperatur Wärme spenden.

Messergebnisse: Mit 10.000 mAh gehört der BigBlue-Handwärmer zu den am besten ausgestattesten Handwärmern im Test, was sich natürlich auf die maximale Laufzeit auswirkt. Wirklich stark profitieren kann der Handwärmer vom dicken Akku mit Blick auf die reine Laufzeit allerdings nicht, was vor allem aber an der erreichten Temperatur liegt: Auf erster Stufe werden rund 48 Grad, auf zweiter Stufe gute 56 Grad erreicht. Im Test sind dies mit die höchsten Werte, die bereits nach 5-10 Minuten erreicht werden – die vom Hersteller angegebenen 90% nach 30 Sekunden werden hierbei nicht ganz erreicht. Wie auch im vorherigen Test mit dem Vorgängermodell bringt der BigBlue-Handwärmer die konstantesten Messergebnisse aufs Papier: Mit geringen Abweichen sind die Temperaturen Innen und Außen nahezu identisch und bilden über den Verlauf nahezu eine Linie.

Zippo HeatBank 3 2.600 mAh

Die HeatBank 3 des namhaften Herstellers von Sturmfeuerzeugen ist das kleinste Gerät im Test und bietet die geringste Akkukapazität – mit rund 33 Euro ist es jedoch auch das teuerste Gerät.

Der erste Eindruck: Die HeatBank 3 bringt es auf gerade einmal 79 Gramm, die sich auf Abmessungen von 9,3 x 4,1 x 1,5 Zentimetern verteilen – kleiner und leichter ist kein anderer Handwärmer in diesem Test. Entsprechend super ist die Möglichkeit, das Gerät komplett in die geballte Faust einschließen zu können. Das Gerät besteht zu einem Großteil aus Aluminium, welches in einem Stück gefertigt wurde. Lediglich die obere und untere Seite besitzt Endstücke aus Kunststoff. Alle notwendigen Elemente wurden in die Oberkante integriert: Ein runder Taster, eine LED zur Anzeige der Heizstufe, drei LED zur Anzeige der Restbatterie, sowie Anschlüsse zum Laden des Handwärmers (MicroUSB) und externer Geräte (USB-A)

Verarbeitung: Wer bei Zippo erwartet, dass die gewohnte Qualität der Feuerzeuge auch bei ihren elektrischen Handwärmern zur Geltung kommt: Ja. Zwar ist die HeatBank 3 kein Paradestück der Produktion, es gibt aber auch nichts, was man sonderlich kritisieren könnte. Ganz im Gegenteil empfinde ich die Verarbeitung als die Beste im Test. Dies liegt vor allem daran, dass das Gerät durch den einteiligen Alu-Mantel aus einem Guss wirkt und die Kunststoffenden sauber in diesen eingearbeitet wurden. Auch die oberseitigen Elemente sind sauber eingelassen und die LED ausreichend hell. Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht: Die drei blauen LED beleuchten die jeweils ausgeschalteten LED passiv mit.

Bedienung: Die HeatBank 3 besitzt lediglich einen Button, über den sich der Handwärmer mittels längerem Druck ein- und ausschalten lässt. Von Haus aus schaltet sich das Gerät in der Niedrigtemperaturstufe ein, per kurzem Druck auf den Button lässt sich zwischen den beiden Heizstufen wechseln. Visualisiert wird die Heizstufe durch die entsprechende LED: Ein langsames Blinken signalisiert Stufe 1, ein schnelles Blinken Stufe 2. Betätigt ihr den Button im ausgeschalteten Zustand einmal, zeigen euch drei blaue LED den aktuellen Akkustand an.

Das wird versprochen: Die Zippo HeatBank 3 besitzt zwei Heizstufen und kann im Maximum beidseitig bis zu 50 Grad Celsius erreichen. Trotz der kleinzahligen 2.600 mAh verspricht man trotzdem eine Betriebsdauer von bis zu drei Stunden.

Messergebnisse: Mit 2.600 mAh besitzt die Zippo HeatBank 3 den mit Abstand kleinsten Akku, entsprechend muss man bereits davon ausgehen, dass auch die Laufzeit am unteren Ende der Tabelle zu suchen ist. Die 2½ bis 3 Stunden bei 0 Grad Außentemperatur ist dafür aber recht ordentlich. Mit kleineren Heizschwankungen zu Beginn werden die Temperaturen auch recht konstant gehalten und bringen es auf Stufe 1 auf etwa 40 Grad bzw. auf Stufe 2 auf etwa 43-48 Grad. Durch die sehr kompakte Größe ist der Handwärmer allerdings stark abhängig von der Umgebungstemperatur und fällt dann nach Abschaltung des Akkus auch recht schnell in der Temperatur herab – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich waren es rund 20 Grad innerhalb einer halben Stunde.

Zusammenfassung & Fazit

Zu den Geräten selbst kann man sicherlich zusammengefasst sagen: Sieht man von dem eher nett gemeinten Gimmick der Taschenlampe bei den Geräten von BigBlue und HandFan ab, sind alle Handwärmer funktionell weitestgehend identisch und auch die Bedienung funktioniert mit kleineren Ausnahmen identisch. So besitzen fast alle Handwärmer nur noch einen Button zum Ein-/Ausschalten und dem Wechsel der Heizstufe und auch die Zweitfunktion als Powerbank ist bei eigentlich jedem Gerät gegeben. Schaut man sich einmal bei kälteren Temperaturen die maximal erreichten Laufzeiten an, stellt sich aber natürlich die Frage, ob und wie häufig man diese Funktion nutzen möchte, denn eine Ladung des Smartphones nimmt nicht selten je nach Gerät die ganze oder zumindest halbe Leistung weg. Daher habe ich dies hier auch ausgeklammert und mich ganz auf die Heizleistung konzentriert.

In Sachen Heizleistung gibt es keinen Totalausfall, preislich gibt es ebenfalls keine gravierenden Unterschiede, sondern die Hersteller pendeln sich bei 20-30€ ein. Betrachtet man nur die Heizleistung, stellt wie auch 2017 der BigBlue 3-in-1-Handwärmer mein Favorit dar – so konstant heizt sonst kein anderes Gerät. Allerdings ist dieser recht groß, sofern es aber nicht störend ist, bekommt ihr absolut solides Gerät. Soll es kleiner sein, würde ich auf den OCOOPA H01 setzen: Großer Akku, gute Heizleistung und noch so kompakt, dass man ihn in eine Hand nehmen kann – USB-C inklusive Power Delivery sind ein nettes Zubrot. Die Zippo HeatBank 3 gehört zu den teuersten Geräten und heizt am kürzesten – ist allerdings so kompakt, dass sie schon als eigene Kategorie durchgehen würde. Falls ihr es also bevorzugt maximal kompakt wollt, wäre auch der Zippo-Handwärmer ein Blick wert.

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