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Immer mehr Geräten wird eine Bluetooth-Verbindung spendiert – mal mit größerem, mal mit kleinerem Nutzen. Beim Vorhän­ge­schloss Noke Padlock (übrigens Noke = „No key“) kommt ebenfalls mit einer Bluetooth-Verbindung daher und lässt sich mittels Smart­phone-App, die für iOS und Android verfügbar ist, entsperren und öffnen. Somit entfällt das lästige Gesuche nach dem richtigen Schlüssel und auch vergessene oder verloren gegangene Schlüssel stellen kein Problem mehr dar. In sofern also eher eine der prakti­scheren Anwen­dungen für ein smartes Gadget – zumindest wenn wirklich alles so funktio­nieren sollte, wie es vom Hersteller versprochen wird. Ich habe mit das Schloss in den letzten Tagen und Wochen nun einmal angesehen, meine Eindrücke gibt es nun an dieser Stelle vorzu­finden.

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Hui: Massiv, schwer und robust

Nach dem ersten Auspacken gab es gleich die erste Überra­schung: Das Noke Padlock ist ein wirklich „dicker Brummer“. Nicht, dass ich nicht vorher die Zirka-Maße im Kopf hatte, das Schloss wirkt aber deutlich massiver. Die Abmes­sungen betragen in etwa 5,4 Zenti­meter in der Breite, satte 2,2 Zenti­meter in der Tiefe und die Höhe misst etwa 8,3 Zenti­meter. Nicht gerade klein, hinzu kommt der Bügel, der mit einer Dicke von etwa 0,8 Zenti­metern – sollte man bedenken, immerhin dürfte das Schloss damit vor allem für Spint­fächer und ähnliche kleine Öffnungen nicht passend sein. Auch das Gewicht von stolzen 320 Gramm ist nicht gerade wenig – relati­viert sich aber, wenn man bedenkt, dass das Schloss, wie es sich gehört, komplett aus Metall gefertigt ist. 

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Als Material kommt hierbei Borstahl zum Einsatz, ein recht hartes und wider­stands­fä­higes Metall – laut dem Hersteller ist es so gegen äußere Gewalt­an­wendung geschützt. Auch gegen andere äußere Einflüsse ist man gewappnet: so soll das Schloss nicht nur völlig wasser­dicht und wasserfest sein (IP66-Zerti­fi­zierung), sondern auch bei Tempe­ra­turen von -23 bis 65 °C noch zuver­lässig arbeiten. Klingt erst einmal sehr gut, zumindest dürfte das Schloss kein leichter Gegner sein – wobei man mit genug Gewalt sicherlich alles irgendwie aufbe­kommt. ;) Die Verar­beitung des Noke Padlock ist jeden­falls auch abseits des Materials ohne wirkliche Kritik­punkte: leicht gebürstete, matte Oberfläche, leicht abgeflachte Kanten an den Seiten, alles sitzt fest, nichts wackelt. So soll es sein. 

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Das Schloss wird übrigens mit einer handels­üb­lichen Knopf­bat­terie vom Typ CR 2032 mit Strom versorgt – bei normaler Nutzung soll diese rund ein Jahr lang halten. Die dazuge­hörige App kündigt einen bevor­ste­henden Batte­rietod zwar recht­zeitig an, sollte sie dennoch einmal zu früh den Geist aufgeben, lässt sich das Schloss mit Hilfe einer zweiten Knopf­bat­terie kurzzeitig wieder zum Leben erwecken. Dazu muss an der Unter­seite die kleine schwarze Kappe entfernt werden, die zweite Batterie kurz mit den Kontakten in Kontakt kommen und schon lässt es sich wieder entsperren. Dies ist notwendig, da sich auch der rückseitig angebrachte Deckel der Batterie nur entfernen lässt, wenn sich der Bügel in „Entsperrt“-Stellung befindet. 

Die mobilen Apps: Funktio­nieren, aber…

Bis hierhin macht das Padlock aus dem Hause Noke also einen sehr soliden und hochwer­tigen Eindruck. Vorab: Bei den Apps für iOS und Android (eine App für Windows Phone soll es wohl auch geben, ist aber nicht auffindbar) ist dies leider nicht der Fall. Dies beginnt schon bei der Oberfläche der Apps, die irgendwie wie eine App aus den frühen Jahren der Smart­phones erinnert und irgendwie etwas lieblos designt ist. Die deutsche Lokali­sierung ist zwar noch nicht perfekt, inzwi­schen aber doch ganz anständig. Aber gut, solange sie funktio­nieren lässt sich zumindest damit leben – und ja, betrachtet man nur mal die Funktio­na­lität, so machen sie ihren Job. 

Bevor ihr euer Padlock einrichten und nutzen könnt, müsst ihr erst einmal einen Benut­zer­ac­count erstellen. Dies gestaltet sich zwar nicht als schwierig, aber als nervig, denn neben Mail-Adresse und Passwort müsst ihr zwangs­läufig drei Sicher­heits­fragen beant­worten und eure Mail-Adresse bestä­tigen – aber auch das ist nach wenigen Minuten erfolg­reich erledigt und ihr könnt euer Schloss einrichten. Heißt also: Mit Bluetooth verbinden, einen Namen und Ort eingeben, fertig. Noch dazu müsst ihr eine Art Morsecode eingeben, über den das Schloss auch dann geöffnet werden kann, wenn ihr euer Smart­phone mal nicht in der Nähe habt, euer Smart­phone-Akku leer ist oder sonst irgend­etwas mal nicht so funktio­nieren sollte. 

Bei der „Quick Click“ genannten Möglichkeit der Schlos­s­öffnung müsst ihr euren angege­benen Morsecode über den Bügel „eingeben“. Lang, lang, kurz, kurz, lang und so weiter – die LED am Schloss signa­li­siert euch dabei, wenn ein langer Druck erkannt wurde. Funktio­niert zwar prächtig, ist aber natürlich nicht sonderlich „smart“. Vielmehr habt ihr natürlich auch noch zwei andere Möglich­keiten, dass Schloss zu öffnen. Am simpelsten ist sicherlich die einstufige Option: hierbei reicht es aus, das Smart­phone in der Nähe zu haben und kurz den Bügel zu betätigen – schon lässt sich das Schloss öffnen. Ihr könnt aber auch das Entsperren in zwei Schritten aktivieren, hierbei müsst ihr nach dem Drücken auf den Bügel nochmals die Benach­rich­tigung auf dem Smart­phone bestä­tigen. Ist sicherlich sicherer, aber auch einen Tick umständ­licher.

Noch dazu könnt ihr auch eine maximale Reich­weite festlegen, in welcher sich das Schloss nach einem Druck entsperren soll, ebenso könnt ihr euch grund­sätzlich benach­rich­tigen lassen, wenn jemand das Schloss öffnet oder es versucht. Denn „jemand“ muss nicht gleich euer Alter Ego oder ein vermeint­licher Dieb sein, der Zugriff auf das Schloss lässt sich auch mit anderen Nutzern teilen. Hierbei könnt ihr diesen entweder unbeschränkten Zugriff geben, den Zugriff nur einmalig erlauben oder aber auch nur an bestimmten Wochen­tagen oder zu einer bestimmten Uhrzeit erlauben. Natürlich benötigen diese Nutzer ebenfalls die entspre­chende Noke-App mitsamt eines Accounts, dennoch eine praktische Sache. 

Zu guter Letzt gibt euch die App dann auch einen kurzen Verlauf aus, wer, wann, welches Schloss geöffnet oder geschlossen hat. Ansonsten bleibt eigentlich nicht viel zu sagen, denn die Apps erledigen ihre Aufgabe mit Bravour und ohne große Probleme. Selbst nach ein paar Stunden lässt sich das Schloss mit einem kurzen Druck entsperren, natürlich nur, sofern das Smart­phone in der Nähe ist. Einziger kleiner Haken: Liegen die Apps zu lange im Hinter­grund, kappen iOS und Android sämtliche Aktivi­täten der App, sodass das Schloss nicht entsperrt werden kann. Hier hilft es dann, kurz die App einmal in den Vorder­grund zu holen. Dies ist aber kein Problem der Noke-App an sich, sondern stellt vielmehr ein „Feature“ der mobilen Betriebs­systeme dar.

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Fazit: Angenehme Sache, außer dem Preis

Das Noke Padlock ist ein wirklich sehr gut verar­bei­tetes und robustes Vorhän­ge­schloss. Und groß, denn nicht alle Dinge wird man durch den recht dicken Durch­messer des Bügels damit verschließen können – soll nun kein Kritik­punkt sein, weiß man eben vorher, dennoch wäre eine „Mini“-Variante schön. Die mobilen Apps funktio­nieren ordentlich, haben leider ein paar Schwach­stellen im Design – aber im Idealfall sieht man die App eben auch nur bei der Einrichtung. Im prakti­schen Einsatz funktio­niert jedoch alles prächtig und das Teilen mit anderen Nutzern ist eine nette Ergänzung, da kann man ansonsten gar nicht viel negatives zu sagen. 

Leider hat die Sache auch ihren Preis, denn mit etwa 80 Euro die hierzu­lande aufge­rufen werden (direkt vom Hersteller 60 US-Dollar zuzüglich Einfuhr­steuer auch nicht gerade günstiger) gehört das Schloss ohne große Zweifel zur Kategorie der hochprei­sigen Schlösser – hinzu kommen noch eventu­elles Zubehör wie ein Bluetooth-Chip zum Smart­phone-losen entsperren oder eine Fahrrad­hal­terung. Ob man bereit ist, das Geld zu inves­tieren, muss nun jeder für sich entscheiden. Es kommt sicherlich weniger darauf an, was ihr schützen wollt, sondern vielmehr wie häufig ihr an das Schloss müsst und wie viele Personen Zugang haben sollen. Und vor allem: wie stark euer Spiel­trieb ausge­prägt ist.

Was ich jeden­falls sagen kann: das Entriegeln des Schlosses mittels kurzem Druck und Smart­phone ist deutlich angenehmer als das Öffnen mittels Schlüssel oder die Eingabe einer Zahlen­kom­bi­nation.