Nuki Smart Lock 3.0 mit neuem Türsensor im Kurztest: Lohnt sich der Umstieg auf die neue Generation?

Marcel Am 06.11.2022 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:32 Minuten

Gegen Ende letzten Jahres hat das Grazer Unternehmen Nuki mit dem Smart Lock 3.0 und dem Smart Lock 3.0 Pro neue Versionen seiner smarten Türschlösser vorgestellt, in Sachen elektrische Türschlösser und Zutrittskontrolle dürfte Nuki hierzulande die größten Marktanteile haben. Und das wohl nicht ganz zu unrecht, auch wenn der Markt inzwischen von zahlreichen anderen Herstellern erobert wird, die vereinzelte Vorteile mit sich bringen. Aber gerade bei einem Türschloss muss sich Vertrauen entwickeln und damit meine ich gar nicht unbedingt nur die technische Sicherheit – vielmehr muss das Schloss zuverlässig arbeiten. Und das tut Nuki nun schon seit einigen Jahren an unserer Wohnungstüre. Sogar so gut, dass ich dann und wann mal  das Haus gänzlich ohne Schlüssel verlasse; dank des Nuki Opener auch bei Mehrfamilienhäusern inzwischen kein Problem mehr.

Nun steht also die dritte Generation des Smart Lock in den Regalen: Zum einen Smart Lock 3.0 ohne Pro für eine UVP von 169 Euro, welches nur in weißer Farbgebung und ohne Aluminium-Knauf daherkommt. Zum anderen das Smart Lock 3.0 Pro, welches in der gewohnten Alu-Schwarz- oder Alu-Weiß-Kombination  für 279 Euro (inklusive PowerPack) angeboten wird und darüber hinaus auch ein integriertes WiFi-Modul spendiert bekommen hat. Technisch sind beide Versionen aber ansonsten identisch, für beide Modelle verspricht Nuki aufgrund eines optimierten Getriebes einen deutlich leiseren Betrieb. Das Nuki-Schloss lief zwar in den letzten Jahren fehlerfrei, die Lautstärke ist aber das größte Manko. Ob man mit der dritten Generation nun wirklich hörbare Verbesserungen umsetzen konnte? Das konnte ich nun anhand des Nuki Smart Lock 3.0 herausfinden.


Nuki Smart Lock 3.0 im Überblick

Auf den ersten Blick hat sich beim Nuki Smart Lock 3.0 nicht sonderlich viel verändert: Das bewährte Design und der Formfaktor wurden beibehalten, lediglich bei der Farbe setzt man nun durchgehend auf Weiß. Wurde dazumal häufig gewünscht und passt auf weiße Türen natürlich besser – aber nicht alle Türen sind weiß. Ich hätte eine schwarze Variante bevorzugt, für die muss man aber auf das Pro-Modell zurückgreifen. Der Knauf zum manuellen Öffnen ist beim Einstiegsmodell nun wie auch das restliche Gehäuse aus Kunststoff gefertigt, während bei den bisherigen Generationen und auch beim Pro-Modell silberfarbenes Aluminium genutzt wird. Fühlt sich natürlich etwas weniger wertig an, macht funktionell aber keinen Unterschied und fällt auch nur im direkten Vergleich auf. Blendet man die Unterschiede aber aus, gibt es äußerlich keine Unterschiede zu den Vorgängern.

Weitere Unterschiede im Lieferumfang: Der Magnet-Türsensor der zweiten Generation fehlt nun in der Verpackung, stattdessen gibt es einen getrennt vom Smart Lock käuflichen Türsensor, zu dem ihr weiter unten ebenfalls einen Absatz findet. Die beiliegenden Montageplatten sind nun nicht mehr aus Edelstahl sondern aus Plastik, was den Geräuschpegel zusätzlich zu dem optimierten Getriebe ruhiger erscheinen lassen soll. Für Wechsler von einem der Vorgänger: Die bisherige Montageplatte kann dennoch weiterverwendet werden, da beide Platten abgesehen vom Material baugleich sind. Betrieben wird das Smart Lock wie gewohnt wahlweise mit vier AA-Battterien (beziehungsweise Akkus, die IKEA LADDA sind hier ein Geheimtipp zu den teureren Eneloop-Pro-Akkus) oder dem Nuki-eigenen PowerPack, das inzwischen auch in weiß verfügbar ist.

Die Montage des Smart Lock ist wie gewohnt einfach: Je nach baulichen Begebenheiten muss eine der beiden Montageplattte auf den bestehenden Zylinder geklebt oder geschraubt werden. Wichtig: Euer Schloss muss über eine Not- und Gefahrenfunktion verfügen (sprich sich auch bei von Innen steckendem Schlüssel von Außen aufsperren lassen), anderenfalls kommt ihr später bei einem Ausfall des Schlosses nicht mehr hinein. Bei der Klebevariante leistet das 3M-Klebeband schon seit der ersten Generation gute Dienste und hat zu keinem Zeitpunkt nachgegeben. Andererseits ist der Kleber rückstandslos entfernbar (notfalls hilft etwas Isopropanol), was ich nach dem Wechsel des Beschlags bestätigen kann. Wie von Nuki gewohnt also auch für Mietwohnungen geeignet, da baulich nichts verändert wird. Ist die Montageplatte angebracht, müsst ihr nur noch den Schlüssel ins Schloss stecken und das Smart Lock bis zum „Klick“ auf die Platte schieben.

Nuki im praktischen Einsatz

Einen umfangreicheren Überblick über die (Software-)Features des Smart Lock spare ich an dieser Stelle aus, diese unterschieden sich nicht von der ersten oder zweiten Version. Bei Bedarf könnt ihr euch einfach mal durchs Nuki-Archiv lesen, da die Entwicklung natürlich nicht stehenbleibt, sondern dynamisch vorangeht. Die Einrichtung klappt aber weiterhin wie gewohnt zügig und ohne große Probleme und die App für iOS und Android leitet auch neue Nuki-Besitzer durch die wichtigsten Schritte und Funktionen. Für einige nicht ganz unwichtig, ist der Hinweis, dass ihr mit der Montage nicht auf die App angewiesen seid: Durch die empfohlene Not- und Gefahrenfunktion des Zylinders kann das Schloss von Außen auch weiterhin mittels Schlüssel aufgeschlossen werden, außerdem ist ein Öffnen und Verschließen der Türe von Innen über den Drehknauf oder per Knopfdruck möglich.

Viel wichtiger ist die Frage nach der Lautstärke, denn immerhin wird die reduzierte Lautstärke recht prominent von Nuki beworben. Wer nun aber große Erwartungen hat, den muss ich leider enttäuschen, denn das Smart Lock ist auch in der Version 3.0 noch ein Brummer. Zugegeben, ist der Klang auch bei Weiterverwendung der metallischen Montageplatte etwas weniger kratzend und der Schließvorgang tönt etwas gleichmäßiger und sanfter. An der Lautstärke selbst hat sich in meinen Ohren aber so gut wie nichts geändert und da ändert auch die Kunststoffplatte nicht viel. Mag sein, dass ein Messgerät einen minimal niedrigeren Lautstärkepegel ausweist, das Schloss ist aber dennoch nicht zu überhören. Das bekommen andere Hersteller hörbar besser hin, auch wenn man dem Nuki zugute halten muss, dass es genug Power besitzt, um auch schwergängigere Schlösser zu öffnen.

Der neue Türsensor

Mit den neuen Smart Locks hat Nuki auch einen neuen Türsensor vorgestellt. Wobei „neu“ etwas irreführend ist, denn die zweite Generation besaß lediglich einen Magneten und keinen dedizierten, batteriebetriebenen Sensor. Beiden Sensoren ist gemein, dass in der App angezeigt wird, ob die Türe geöffnet oder geschlossen ist – außerdem macht sich das Schloss den Status zu Nutze und lässt zum Beispiel die Falle los, sobald die Türe nach dem Öffnen geschlossen wird. Der Nuki Door Sensor gehört aber nicht mehr zum Lieferumfang, sondern muss für rund 49 Euro zusätzlich erworben werden. Der Sensor ist nur in weiß erhältlich und besteht aus zwei Elementen, die an der Tür und am Türrahmen befestigt werden müssen. Musste der Magnet noch unmittelbarer Nähe des Schlosses angebracht werden, der Türsensor kann aber an beliebiger und möglichst unauffälliger Stelle platziert werden, da er via Bluetooth mit dem Schloss kommuniziert.

Korrekt angebracht ist die Funktionalität des neuen Türsensors einwandfrei. Ich hatte mit dem bisherigen Magneten keinerlei Probleme, allerdings lagen Magnet und Schloss recht nah beieinander, was baulich nicht immer gegeben ist. Wer an der Zuverlässigkeit des Magnets bisher wenig zu mäkeln hatte, der wird höchstens eine spürbar schnellere Reaktion feststellen – das Schloss reagiert quasi Instant auf ein Öffnen oder Schließen der Türe, wohingegen sich der Magnet bis dato eine Mini-Gedankensekunde gegönnt hat. Diesen Mehrkomfort erkauft man sich mit einem zusätzlichen Wartungsaufwand: Zwar spricht Nuki von einer durchschnittlichen Batterielaufzeit von 2 Jahren, dennoch muss die verhältnismäßig hochpreisige 1/2AA-Batterie irgendwann gewechselt werden. Schade: Der Magnet funktioniert nicht mit dem Smart Lock 3.0, ebenso spielt der Türsensor nicht mit den vorherigen Generationen zusammen. Eine Kompatibilität wäre stark gewesen.

Bridge oder Smart Lock 3.0 Pro?

Wer das Nuki Smart Lock auch aus der Ferne steuern wollte, der musste das System bisher um die Nuki Bridge ergänzen, die Ende letzten Jahres ebenfalls auch in Weiß eingeführt wurde. Wer sich für das Smart Lock 3.0 ohne Pro entscheidet, benötigt die Bridge auch weiterhin für den Fernzugriff, bei der Pro-Version ist die Bridge quasi im Schloss integriert. An der durchschnittlichen Akkulaufzeit, etwa vier bis sechs Monate bei Verwendung des PowerPack, soll sich nichts geändert haben. Durch das integrierte WLAN benötigt man also eine Steckdose in Türnähe weniger, was durchaus praktisch sein kann. Relativiert auch den Preis des Pro ein wenig: Zwar legt man 100 Euro mehr auf den Tisch, dafür ist aber das PowerPack im Wert von 49 Euro im Lieferumfang enthalten und man spart sich die Bridge für 99 Euro. So gesehen wäre das Pro-Modell quasi günstiger als das Nicht-Pro.

Das große Aber: Wer den gelungenen Nuki Opener in Verwendung hat, der kann diesen nicht über das WLAN des Smart Lock verbinden, sondern ist weiterhin auf eine Bridge angewiesen, was einen Entscheidungspunkt für die Pro-Version aus dem Rennen nimmt. Finde ich persönlich nicht ganz zu Ende gedacht, wobei mir da drei Gedankenspiele in den Kopf kommen: Entweder viel die Akkulaufzeit einfach zu drastisch ab, sodass man sich dagegen entscheiden hat. Oder aber man hebt sich ein solches Feature entweder für kommende Software-Updates oder einer vierten Generation auf oder arbeitet an einem Nuki Opener 2.0 mit integriertem WLAN (entweder bieten die vier AAA-Battterien genug Saft oder man ändert die Hardware auf AA-Batterien wie im Smart Lock ab). Mal schauen, was die Zukunft noch so bringt, ein Opener mit WiFi wäre aber irgendwie folgerichtig.

Fazit und tl;dr

Auch mit der dritten Generation des Smart Locks ist das österreichische Unternehmen Nuki dem Bewährten treu geblieben und hat äußerlich nur wenig verändert. Wäre da nicht die neue Farbgebung, würde man die verschiedenen Modelle nicht voneinander unterscheiden können. Heißt aber auch: Man weiß, was man bekommt. Trotz Kunststoffgehäuse macht das Smart Lock einen solide verarbeiteten Eindruck, die Montage könnte nicht einfacher sein (und ist rückstandslos entfernbar) und auch die Einrichtung geht einfach und schnell von der Hand. Für mich aber das wichtigste: Nach den fast fünf Jahren mit dem Nuki Smart Lock kann ich das Schlagwort Zuverlässigkeit hervorheben. Nur einmal hat es uns im Stich gelassen und das war eher meiner Faulheit den Akku zu laden zuzurechnen. Ansonsten funktionierte es immer zur vollsten Zufriedenheit und auch technisch gab es keine Anlässe zur Beschwerde – das Smart Lock der ersten Generation verrichtet auch nach vier Jahren noch immer seinen Dienst im Keller.

Ob man sich nun für das Smart Lock mit oder ohne Pro entscheidet? Die Entscheidung möchte Nuki mit der Beigabe des PowerPack und dem integrierten WLAN-Modul vereinfachen und bezieht man diese beiden Dinge ein, steht man preislich durchaus günstiger dar als Smart Lock ohne Pro, PowerPack und Bridge zu kaufen. In Verbindung mit einem Nuki Opener wird das WLAN des Pro aber fast obsolet, da man dennoch auf eine Bridge zurückgreifen muss, das ganze ist also zum jetzigen Zeitpunkt etwas halbgar im Nuki-System umgesetzt. Und irgendwie mutet es so an, als seien sich die Grazer dessen auch bewusst und zwingt Nutzern, die eine schwarze Version bevorzugen durch die Nichtverfügbarkeit eines solchen Einstiegsmodell zum Pro. Der neue Türsensor wiederum spielt bei der Wahl der Variante keine Rolle, dieser lässt sich mit beiden Türschlössern nutzen. Die angepriesene Verbesserung an der Lautstärke des Schlosses kann ich nicht in dem Maß bestätigen: Die Art des Geräusches ist zwar weniger nervig und sanfter, an der Lautstärke per se hat sich im Vergleich zu den beiden Vorgängern nichts getan.

Lohnt sich der Umstieg also von den Vorgänger-Generationen? Ein klares, ehrliches Jein. Es kommt darauf an, was ihr in Verwendung habt und wie zufrieden ihr seid. Nur ein paar Gedankengänge: Für Besitzer der ersten Generation lohnt sich der Wechsel am ehesten, der Türsensor ist ein nettes Feature. Wer die 2. Generation nutzt und keine Probleme mit dem Magnet-Türsensor hat, der kann die Version 3.0 ohne Gewissensbisse auslassen. Ihr habt die Bridge und wollt auf diese verzichten? Dann kann das Pro-Modell einen Vorteil bringen; vorausgesetzt ihr besitzt keinen Opener, denn dann wird das WLAN-Modul redundant und es geht (leider!) nur noch um die Farbauswahl. Ihr seht: Auch wenn die Generation 2.5 3.0 eine solide Modellpflege ist, gibt es für eine Kaufentscheidung viele Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß. In Anbetracht dessen hat man dann doch einiges richtig gemacht und immerhin ist der Einstieg nun rund 60 Euro günstiger als zuvor. Und zumindest dafür kann man sicherlich einen Daumen nach oben geben.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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