Im Alltag gibt es eine ganze Menge Klein­teile, die man gerne mal verlegt oder die verloren gehen. Ganz klassisch dürften dies sicherlich die Geldbörse oder der Schlüssel sein – das Suchen ist nicht nur nervig, sondern der Verlust, sofern wirklich verloren, geht auch noch richtig ins Geld. Zu diesem Zwecke gibt es inzwi­schen eine ganze Reihe an Beacons, die zum Beispiel ins Porte­monnaie gesteckt oder an den Schlüs­selbund gehangen werden und via Bluetooth mit dem Smart­phone verbunden werden. So erhaltet ihr nicht nur eine ungefähre Entfernung zum gesuchten Gegen­stand, sondern im Idealfall auch eine Meldung bei Abbruch der Verbindung inklusive Speicherung der letzten GPS-Koordi­naten. In den letzten Wochen konnte ich mir einmal den Nut Mini Smart Tracker anschauen – ob die kleinen Teile wirklich nützliche Helfer sein können? 

Bei den Nut Mini Trackern handelt es sich meines Wissens nach um die kleinsten Vertreter ihrer Gattung – oder zumindest sind diese mit Abmes­sungen von etwa 3,6 x 2,4 x 0,53 Zenti­metern schon sehr klein. Die Bluetooth Tracker sind komplett aus Kunst­stoff gefertigt und fühlen sich aufgrund des geringen Gewichts von 10 Gramm nicht gerade hochwertig an – dennoch ist die Verar­beitung ohne sichtbare Mängel wie Spaltmaße oder dergleichen. Auf der Oberseite befindet sich neben dem Namen noch ein paar Ausspa­rungen für den integrierten Lautsprecher, seitlich gibt es eine kleine Öse, an der man die dazuge­hörige Schlaufe befes­tigen kann. 

Geöffnet werden die Bluetooth Tracker, indem die Rückseite einfach abgenommen wird. Hierzu hat man eine kleine Schlitz-Aussparung an der Seite platziert, dennoch ist das Abnehmen der Rückseite auch aufgrund der Größe etwas fummelig – dies muss aber zum Glück nicht allzu oft gemacht werden, denn immerhin versorgt die verwendete Knopf­zelle vom Typ CR2016 (3V) einen Nut Mini rund 100 Tage mit Strom. Oder auch ein paar Tage mehr, ein paar Tage weniger, variiert. Das Aufklipsen der Rückseite funktio­niert dann aber wieder einwandfrei und der Deckel sitzt wieder passgenau auf dem Rest des Gehäuses. 

Aufgrund der geringen Größe und der beilie­genden Schlaufe lässt sich der Nut Mini fast mit jedem Gadget einsetzen. Sei es in der Geldbörse oder in der Tasche, am Schlüs­selbund oder der Kamera – im Grunde ist die Einsatz­mög­lichkeit lediglich in eurer Phantasie begrenzt. Dennoch eine kurze Info, falls es einigen nicht klar sein sollte: Natürlich könnt ihr mit dem Tracker auch eine Haustiere kontrol­lieren, aller­dings besitzt der Bluetooth Tracker eben keine eigen­ständige GPS-Verbindung. Ihr bekommt zwar eine Meldung, sobald sich Hund oder Katze zu weit entfernen und die Verbindung abbricht, eine weitere GPS-Verfolgung ist dann aber eben nicht mehr möglich. 

Damit die Tracker aber überhaupt arbeiten können, wird natürlich erst einmal die dazuge­hörige App benötigt, diese ist sowohl für iOS, als auch für Android zu haben. Unter­stützt werden eigentlich alle Smart­phones, sofern diese mindestens mit Bluetooth 4.0 ausge­stattet sind – was aber eigentlich seit 2011/2012 grund­sätzlich der Fall sein dürfte. Im Zweifel: kurz nachschauen. Im ersten Schritt nach der Instal­lation und dem Start der Nut-App müsst ihr erst einmal einen Benut­zer­ac­count anlegen. Hierbei könnt ihr euch entweder via E-Mail, Facebook, Twitter oder aber über eure Handy­nummer. Unschön gelöst, anders geht es leider nicht – kein Account, keine Nutzung. 

Ist das dann erledigt, könnt ihr eure Nuts auch schon hinzu­fügen. Die App scannt verfügbare Tracker in eurer direkten Umgebung und zeigt euch diese in einer Übersicht an, per weiteren Tap könnt ihr das Binding aktivieren. Der ausge­wählte Mini-Tracker leuchtet nun auf, ein kurzer „Hau“ auf das Gehäuse und schon sollte der Nut Mini mit eurem Smart­phone gekoppelt sein. Nun nur noch einen passenden Namen vergeben, ein optio­nales Foto schießen und den gewünschten Modus auswählen (dazu gleich noch etwas mehr) – fertig ist die erste Einrichtung. Ihr könnt diese Schritte auch direkt mehrmals hinter­ein­ander machen, denn die App unter­stützt natürlich mehrere Tracker. 

Die verbun­denen Tracker werden euch auf der Haupt­seite der App angezeigt, natürlich inklusive einer kurzen Info, in welchem Radius sich der Tracker und damit auch der dazuge­hörige Gegen­stand befindet. Solltet ihr den Gegen­stand einmal nicht wieder­finden, könnt ihr einfach auf den „Beep“-Button drücken und schon fängt der Nut Mini kurz an zu piepen, sodass sich der „verlorene“ Gegen­stand einfach wieder­finden lässt. Per Tap auf den Namen des Trackers gelangt ihr dann in die Einstel­lungen des jewei­ligen Nut Mini. 

Hier könnt ihr eben festlegen, in welchem Modus der Nut Tracker betrieben werden soll. Der „Suche es“-Modus dient lediglich dazu, verlegte Gegen­stände über den Piepton aufspüren zu können – übrigens könnt ihr Trecker in diesem Modus auch mit anderen Nutzern teilen. Inter­es­santer ist da schon der reguläre Modus, der ein paar Optionen und Funktionen mehr mitbringt. Da wäre zuerst einmal die Möglichkeit, eine Alarm­meldung auf dem Smart­phone und einen Piepton auszu­geben, sobald sich der Tracker bezie­hungs­weise der Gegen­stand sich zu weit von euch entfernen und die Bluetooth-Verbindung abbrechen sollte. Des Weiteren werden auch die GPS-Koordi­naten des zuletzt bekannten Aufent­halts­ortes angezeigt, was ein Auffinden bei Verlust erleichtern soll. 

Sollte es dann einmal soweit kommen, dass ihr den Gegen­stand nicht mehr finden könnt, könnt ihr diesen in der App als „Verloren“ markieren. Der Clou: Kommt nun ein anderer Nutzer mit instal­lierter Nut-App in die Nähe eures verlo­renen Gegen­stands, so erkennt die App dies und meldet euch die entspre­chenden GPS-Koordi­naten. Eigentlich wirklich cool, ist aber eben davon abhängig, dass es genug Nutzer gibt, die die entspre­chende App verwenden – was zugege­be­ner­maßen doch recht selten sein dürfte. 

Und das wäre auch schon der Funkti­ons­rahmen der Bluetooth-Tracker und der dazuge­hö­rigen App. Ein kleiner Blick noch auf die Einstel­lungen der App selbst, denn auch hier gibt es ein paar Konfi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­keiten bezüglich der Alarm­mel­dungen. So könnt ihr zum Beispiel Aufent­haltsorte angeben, in deren Radius keine Meldung beim Abbruch der Verbindung zwischen Bluetooth und Smart­phone ausge­geben wird. Zum Beispiel in den heimi­schen vier Wänden oder am Arbeits­platz – hat man das Smart­phone zum Beispiel immer in der Tasche, Schlüssel oder Geldbörse aber im Spint, wäre es ja doof, wenn hier immer der Alarm ausge­geben wird. Gleiches lässt sich auch über eine reine Zeitspanne definieren – zum Beispiel zwischen 22 und 6 Uhr. 

Fazit? Ganz praktische Sache, vor allem für Leute, die gerne mal Sachen entweder in der Wohnung verlegen oder irgendwo liegen lassen und verlieren. Ich habe seit etwa vier Wochen drei der Tracker im Einsatz und kann bislang nichts negatives über sie sagen – funktio­nierten immer einwandfrei, es gab bis auf einmal keinen Fehlalarm und vermeint­liche Verluste der Gegen­stände wurden binnen weniger Sekunden und vor allem zuver­lässig gemeldet. Bei einem Diebstahl kann man so also unter Umständen noch reagieren – ist der Dieb dann aber mit dem Gegen­stand über die sprich­wört­lichen Berge, können auch diese Bluetooth-Tracker natürlich nicht mehr viel ausrichten. 

Dennoch: dafür sind sie eben nicht gedacht, wer derartige Verfolgung benötigt, muss nach einem GPS-Tracker mit SIM-Karte Ausschau halten, daher gibt es von mir eine klare Empfehlung. Vor allem sind die Nut Minis deutlich günstiger, als andere Bluetooth-Tracker: Bei Amazon gibt es einen einzelnen Tracker für etwa zehn Euro, für das Paket mit drei Trackern werden rund 20 Euro fällig. In den einschlä­gigen China-Shops wie GearBest, TinyDeal, AliEx­press und Co. sind diese noch ein paar Euro günstiger – und vor allem auch regel­mäßig irgendwo als Deal verfügbar, bei dem es das Dreierpack für unter zehn Euro gibt, bei Interesse also mal die Augen aufhalten.

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