Nut mini ausprobiert: Bluetooth-Tracker zum Auffinden von Schlüsseln, Geldbörsen und Co.

Marcel Am 24.10.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:28 Minuten
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Im Alltag gibt es eine ganze Menge Kleinteile, die man gerne mal verlegt oder die verloren gehen. Ganz klassisch dürften dies sicherlich die Geldbörse oder der Schlüssel sein – das Suchen ist nicht nur nervig, sondern der Verlust, sofern wirklich verloren, geht auch noch richtig ins Geld. Zu diesem Zwecke gibt es inzwischen eine ganze Reihe an Beacons, die zum Beispiel ins Portemonnaie gesteckt oder an den Schlüsselbund gehangen werden und via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. So erhaltet ihr nicht nur eine ungefähre Entfernung zum gesuchten Gegenstand, sondern im Idealfall auch eine Meldung bei Abbruch der Verbindung inklusive Speicherung der letzten GPS-Koordinaten. In den letzten Wochen konnte ich mir einmal den Nut Mini Smart Tracker anschauen – ob die kleinen Teile wirklich nützliche Helfer sein können?

Bei den Nut Mini Trackern handelt es sich meines Wissens nach um die kleinsten Vertreter ihrer Gattung – oder zumindest sind diese mit Abmessungen von etwa 3,6 x 2,4 x 0,53 Zentimetern schon sehr klein. Die Bluetooth Tracker sind komplett aus Kunststoff gefertigt und fühlen sich aufgrund des geringen Gewichts von 10 Gramm nicht gerade hochwertig an – dennoch ist die Verarbeitung ohne sichtbare Mängel wie Spaltmaße oder dergleichen. Auf der Oberseite befindet sich neben dem Namen noch ein paar Aussparungen für den integrierten Lautsprecher, seitlich gibt es eine kleine Öse, an der man die dazugehörige Schlaufe befestigen kann.

Geöffnet werden die Bluetooth Tracker, indem die Rückseite einfach abgenommen wird. Hierzu hat man eine kleine Schlitz-Aussparung an der Seite platziert, dennoch ist das Abnehmen der Rückseite auch aufgrund der Größe etwas fummelig – dies muss aber zum Glück nicht allzu oft gemacht werden, denn immerhin versorgt die verwendete Knopfzelle vom Typ CR2016 (3V) einen Nut Mini rund 100 Tage mit Strom. Oder auch ein paar Tage mehr, ein paar Tage weniger, variiert. Das Aufklipsen der Rückseite funktioniert dann aber wieder einwandfrei und der Deckel sitzt wieder passgenau auf dem Rest des Gehäuses.

Aufgrund der geringen Größe und der beiliegenden Schlaufe lässt sich der Nut Mini fast mit jedem Gadget einsetzen. Sei es in der Geldbörse oder in der Tasche, am Schlüsselbund oder der Kamera – im Grunde ist die Einsatzmöglichkeit lediglich in eurer Phantasie begrenzt. Dennoch eine kurze Info, falls es einigen nicht klar sein sollte: Natürlich könnt ihr mit dem Tracker auch eine Haustiere kontrollieren, allerdings besitzt der Bluetooth Tracker eben keine eigenständige GPS-Verbindung. Ihr bekommt zwar eine Meldung, sobald sich Hund oder Katze zu weit entfernen und die Verbindung abbricht, eine weitere GPS-Verfolgung ist dann aber eben nicht mehr möglich.

Damit die Tracker aber überhaupt arbeiten können, wird natürlich erst einmal die dazugehörige App benötigt, diese ist sowohl für iOS, als auch für Android zu haben.  Unterstützt werden eigentlich alle Smartphones, sofern diese mindestens mit Bluetooth 4.0 ausgestattet sind – was aber eigentlich seit 2011/2012 grundsätzlich der Fall sein dürfte. Im Zweifel: kurz nachschauen. Im ersten Schritt nach der Installation und dem Start der Nut-App müsst ihr erst einmal einen Benutzeraccount anlegen. Hierbei könnt ihr euch entweder via E-Mail, Facebook, Twitter oder aber über eure Handynummer. Unschön gelöst, anders geht es leider nicht – kein Account, keine Nutzung.

Ist das dann erledigt, könnt ihr eure Nuts auch schon hinzufügen. Die App scannt verfügbare Tracker in eurer direkten Umgebung und zeigt euch diese in einer Übersicht an, per weiteren Tap könnt ihr das Binding aktivieren. Der ausgewählte Mini-Tracker leuchtet nun auf, ein kurzer „Hau“ auf das Gehäuse und schon sollte der Nut Mini mit eurem Smartphone gekoppelt sein. Nun nur noch einen passenden Namen vergeben, ein optionales Foto schießen und den gewünschten Modus auswählen (dazu gleich noch etwas mehr) – fertig ist die erste Einrichtung. Ihr könnt diese Schritte auch direkt mehrmals hintereinander machen, denn die App unterstützt natürlich mehrere Tracker.

Die verbundenen Tracker werden euch auf der Hauptseite der App angezeigt, natürlich inklusive einer kurzen Info, in welchem Radius sich der Tracker und damit auch der dazugehörige Gegenstand befindet. Solltet ihr den Gegenstand einmal nicht wiederfinden, könnt ihr einfach auf den „Beep“-Button drücken und schon fängt der Nut Mini kurz an zu piepen, sodass sich der „verlorene“ Gegenstand einfach wiederfinden lässt. Per Tap auf den Namen des Trackers gelangt ihr dann in die Einstellungen des jeweiligen Nut Mini.

Hier könnt ihr eben festlegen, in welchem Modus der Nut Tracker betrieben werden soll. Der „Suche es“-Modus dient lediglich dazu, verlegte Gegenstände über den Piepton aufspüren zu können – übrigens könnt ihr Trecker in diesem Modus auch mit anderen Nutzern teilen. Interessanter ist da schon der reguläre Modus, der ein paar Optionen und Funktionen mehr mitbringt. Da wäre zuerst einmal die Möglichkeit, eine Alarmmeldung auf dem Smartphone und einen Piepton auszugeben, sobald sich der Tracker beziehungsweise der Gegenstand sich zu weit von euch entfernen und die Bluetooth-Verbindung abbrechen sollte. Des Weiteren werden auch die GPS-Koordinaten des zuletzt bekannten Aufenthaltsortes angezeigt, was ein Auffinden bei Verlust erleichtern soll.

Sollte es dann einmal soweit kommen, dass ihr den Gegenstand nicht mehr finden könnt, könnt ihr diesen in der App als „Verloren“ markieren. Der Clou: Kommt nun ein anderer Nutzer mit installierter Nut-App in die Nähe eures verlorenen Gegenstands, so erkennt die App dies und meldet euch die entsprechenden GPS-Koordinaten. Eigentlich wirklich cool, ist aber eben davon abhängig, dass es genug Nutzer gibt, die die entsprechende App verwenden – was zugegebenermaßen doch recht selten sein dürfte.

Und das wäre auch schon der Funktionsrahmen der Bluetooth-Tracker und der dazugehörigen App. Ein kleiner Blick noch auf die Einstellungen der App selbst, denn auch hier gibt es ein paar Konfigurationsmöglichkeiten bezüglich der Alarmmeldungen. So könnt ihr zum Beispiel Aufenthaltsorte angeben, in deren Radius keine Meldung beim Abbruch der Verbindung zwischen Bluetooth und Smartphone ausgegeben wird. Zum Beispiel in den heimischen vier Wänden oder am Arbeitsplatz – hat man das Smartphone zum Beispiel immer in der Tasche, Schlüssel oder Geldbörse aber im Spint, wäre es ja doof, wenn hier immer der Alarm ausgegeben wird. Gleiches lässt sich auch über eine reine Zeitspanne definieren – zum Beispiel zwischen 22 und 6 Uhr.

Fazit? Ganz praktische Sache, vor allem für Leute, die gerne mal Sachen entweder in der Wohnung verlegen oder irgendwo liegen lassen und verlieren. Ich habe seit etwa vier Wochen drei der Tracker im Einsatz und kann bislang nichts negatives über sie sagen – funktionierten immer einwandfrei, es gab bis auf einmal keinen Fehlalarm und vermeintliche Verluste der Gegenstände wurden binnen weniger Sekunden und vor allem zuverlässig gemeldet. Bei einem Diebstahl kann man so also unter Umständen noch reagieren – ist der Dieb dann aber mit dem Gegenstand über die sprichwörtlichen Berge, können auch diese Bluetooth-Tracker natürlich nicht mehr viel ausrichten.

Dennoch: dafür sind sie eben nicht gedacht, wer derartige Verfolgung benötigt, muss nach einem GPS-Tracker mit SIM-Karte Ausschau halten, daher gibt es von mir eine klare Empfehlung. Vor allem sind die Nut Minis deutlich günstiger, als andere Bluetooth-Tracker: Bei Amazon gibt es einen einzelnen Tracker für etwa zehn Euro, für das Paket mit drei Trackern werden rund 20 Euro fällig. In den einschlägigen China-Shops wie GearBest, TinyDeal, AliExpress und Co. sind diese noch ein paar Euro günstiger – und vor allem auch regelmäßig irgendwo als Deal verfügbar, bei dem es das Dreierpack für unter zehn Euro gibt, bei Interesse also mal die Augen aufhalten.

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