Nylas N1: erwei­ter­barer Mail-Client für Mac OS X und Linux (Open Source)

Am 06.11.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:41 Minuten

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Mit „N1“ gibt es einen recht inter­es­santen Mail-Client für OS X und Linux, der neben einer schlichten und schicken Oberfläche auch mit einem offenen System für Erwei­terung punkten möchte und kann.

Nylas N1, so der volle Name des Mail-Client, versteht sich nicht nur auf handels­üb­liche IMAP/SMTP-Konten, sondern kann sich auch direkt mit Gmail, Exchange, iCloud, Outlook.com und Yahoo! verbinden und passt sich entspre­chend an – die Label von Gmail zum Beispiel können wie gewohnt genutzt werden. Was aller­dings etwas unschön ist: Es gibt von Haus aus keinen gemein­samen Posteingang, statt­dessen müsst ihr bei mehreren Mail-Accounts den Account wechseln. 

Optisch ist die App sehr simpel aufgebaut und klar struk­tu­riert, neben der Darstellung in drei Spalten (Ordner – Mails – Inhalt) gibt es auch eine klassische Listen­dar­stellung mit einer Mail-Darstellung im „Fullscreen“. Neben den üblichen Elementen gibt es aber auch noch eine zusätz­liche Sidebar im Mail-Content, in der ihr weitere Infor­ma­tionen des Kontaktes – zum Beispiel das Twitter-Profil mit Kurz-Bio oder ein Link zum Facebook-Profil – angezeigt bekommt, was sogar recht zuver­lässig funktio­niert.

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„Ab Werk“ ist N1 recht sparta­nisch und bietet lediglich die wichtigsten Features eines Mail-Clients. Statt­dessen möchte man mit einer anderen Sache punkten, denn N1 ist völlig offen, sodass Entwickler mittels JavaScript, NodeJS und React Erwei­te­rungen schreiben können, die dann eben den Funkti­ons­umfang erweitern. Ein paar Erwei­te­rungen sind auch schon vorhanden, zum Beispiel ein Hinweis auf eine Phishing-Mail oder eine Übersetzung der Mails. 

Zum derzei­tigen Stand steht N1 für OS X und Linux zur Verfügung (Windows ist in der Entwicklung), ist aufgrund des Beta-Statuses aber nur mit einem Invite-Code nutzbar. Potential hat der Client definitiv, wobei es hier vor allem darauf ankommt, ob man Entwickler mit guten Ideen für sich gewinnen kann. Sollte dies der Fall sein, könnte Nylas N1 definitiv zu einer Alter­native zu den einge­ses­senen Mail-Tools sein – immerhin ist die Sache kostenlos verfügbar. 

Info

Was man aller­dings im Hinterkopf behalten sollte: Die Verknüpfung und der Abgleich eurer Mail-Konten erfolgt über die Sync-Software von Nylas – sprich eure Mails laufen über einen Dritt­server, die laut den Entwicklern besonders gesichert sind. Wie sich Nylas finan­ziert? Indem man Unter­nehmen die Infra­struktur für den Mail-Sync verkauft – man ist also nicht auf den Verkauf der Nutzer­daten angewiesen, da die Geschäfts­kunden quasi querfi­nan­zieren.

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via AppSpezis