O2: DSL-Drossel für’s Festnetz wird ab dem 01.10.2014 scharf geschaltet

Marcel Am 04.07.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:06 Minuten

o2logoIm letzten Jahr sorgte ein bis dato recht neues Thema bei DSL-Festnetzverträgen für Aufregung, denn die Telekom hatte angekündigt, zukünftig auch DSL-Anschlüsse drosseln zu wollen – ich glaube der Begriff Drosselkom dürfte noch in allen Ohren sein. Nach einigem hin und her und einer Verhandlung vor dem Landgericht Köln wurde die ganze Sache dann seitens der Telekom gekippt. Dies aber hielt andere Provider nicht davon ab ebenfalls auf den Zug aufzuspringen, so haben zum Beispiel in der Vergangenheit Congstar und auch O2 ein ähnliches Vorhaben angekündigt. Bei letzterem werden Neuverträge mit Breitband seit dem 17. Oktober 2013 bereits mit entsprechender Drosselklausel versehen, die Umsetzung dieser AGB war ab dem 1. Juli 2014 geplant und wurde aktuell jedoch auf den 01. Oktober 2014 terminiert.

So wird in den M- und L-Paketen der O2-DSL-Tarifen ab einem monatlichen Datenvolumen von 300 GB auf rund 2 MBit/s heruntergedrosselt, allerdings nur dann, wenn man drei Monate in Folge diese Volumengrenze überschreitet. Zusätzliches Datenvolumen gibt es natürlich ebenfalls, für 4,99 Euro gibt es 100 GB oben drauf. Im Gegensatz zu den damaligen Ankündigungen der Telekom gibt es jedoch auch eine echte Flatrate, welche mit 14,99 Euro zu Buche schlägt und eben unbegrenztes Datenvolumen mit sich bringt. In meinen Augen eine faire Sache, ganz ehrlich. Nutzer, die nicht so viel Datenvolumen benötigen zahlen so einen geringeren Preis, möchte man unbegrenzt surfen so gibt es eben die Alternative einer echten Flatrate. Dies war eigentlich auch der Kritikpunkt der Telekom-Aktion.

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Kurios hingegen ist die Erklärung, die O2 bezüglich der Drosselung und des Datenvolumens abgibt. So beruft man sich auf Informationen aus dem Tätigkeitsbericht Telekommunikation der Bundesnetzagentur – aus dem Jahre 2012/2013. Demnach verbraucht der Durchschnittsnutzer nicht mehr als 21 GB pro Monat. Nun kenne ich massig Leute, die mit ihrem mobilen Datenvolumen von 300 MB im Monat locker über die Runden kommen, aber in Sachen DSL dürfte es hier sicherlich etwas anders aussehen.

Zwar dürften die 300 GB hier wirklich zum jetzigen Zeitpunkt für die „breite Masse“ ausreichend sein, man darf allerdings nicht vergessen, dass Streaming-Angebote wie Spotify, Watchever, Magine TV und Co. gerade erst so richtig im Kommen sind und der Datenverbrauch gerade in den kommenden ein, zwei Jahren enorm ansteigen dürfte. Die von O2 hervorgebrachten 21 GB im Monat halte ich persönlich jedoch für inzwischen weit überholt.

Nun bin ich kein Freund von derartigen Drosselungen, wenngleich ich finde, dass O2 hier schon wesentlich fairer zu Werke geht als es die Telekom geplant hatte – allein die Tatsache, dass man eine wirkliche Flatrate anbietet und (wohl aufgrund des Urteils gegen die Telekom) die neuen Tarife nicht mehr als „Flat“-Tarife bezeichnet ist schon ein gewaltiger Unterschied. Aber letztlich bin ich noch immer der Meinung, dass der Markt sich schon selbst regulieren wird: Entweder die Kunden nehmen es hin (und es werden auf kurz oder lang noch mehr Provider folgen) oder sie packen ihre Sachen und wechseln zu einem anderen Provider. Meiner Meinung nach haben in diesem Falle die Kunden die Marktmacht.

Quelle: Fair-Use-Vorteil

Quelle O2 via MobiFlip

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