One More Thing: Apple stellt die Apple Watch vor, ab 2015 für 349 US-Dollar

Marcel Am 10.09.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:31 Minuten

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Der letzte Part des Apple’schen September-Events, auf dem es neben zwei neuen iPhones und dem Bezahlsystem Apple Pay mal wieder das legendäre „One more thing“ gab – die umworbene iWatch aka Apple Watch. Lange hat Apple gebraucht um eine eigene Smartwatch auf den Markt zu bringen, die Demonstration auf der Keynote zeigte dann aber wieso, denn im Vergleich zum User Interface der Apple Watch sieht es mit Android Wear eher mau aus.

Herzstück der Uhr ist neben dem Touchscreen (welcher die Druckstärke der Berührung erkennen kann) mit Saphirglas die rechtsseitig angebrachte „Krone“, ein kleiner drehbarer Button, welcher ein wenig an eine klassische Uhr erinnert – was bei der Form letztlich nur bedingt der Fall ist. Mittels diesem kleinen Rädchen lässt sich zum Beispiel auf dem Homescreen zwischen den Apps wechseln, ebenso dient es zur Navigation innerhalb von Apps und dem Zoomen von Bildern und via Tap lässt sich wie auch beim iPhone wieder auf den Homescreen springen.

Was das Gehäuse betrifft, so gibt es drei unterschiedliche Ausführungen. Das Standard-Modell, Apple Watch, kommt mit einem Edelstahlgehäuse daher und ist in den Farben silber und „Space Black“ zu haben. Apple Watch Sport kommt mit einem Aluminiumgegehäuse und ist in den iPhone-typischen Farben Silver und Space Grey zu haben, während die Apple Watch Edition ein Gehäuse aus 18 karätigem Rose- oder Gelbgold besitzt. Die Uhr selbst wird es in zwei unterschiedlichen Größen geben, einmal mit 38 und einmal mit 42 Millimetern. Auch in Sachen Bändern gibt es nicht den gewohnten Einheitsbrei von Apple, stattdessen hat man auch hier die Wahl zwischen sechs verschiedenen Armbändern.

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Wie auch Android Wear und zum Beispiel die Pebble Smartwatch kommt auch die Apple Watch mit unterschiedlichen Watchfaces daher, wobei von Haus aus elf völlig unterschiedliche Designs mitgeliefert werden – wobei nicht bekannt ist, ob Entwickler auch eigene Watchfaces auf den Weg bringen können. Aber auch hier gibt es sicherlich für jeden etwas – von klassischer Uhr bis hin zur Mickey Maus ist alles vorhanden. By the way: Das Display ist standardmäßig ausgeschaltet, sobald ihr aber die Hand beziehungsweise den Arm bewegt, schaltet sich dieses ein und zeigt die aktuelle Uhrzeit an.

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Aber kommen wir doch einmal zu dem eigentlich wichtigsten Punkt einer Smartwatch: Der Benutzeroberfläche und der Funktionalitäten. Ich persönlich möchte keine eigenständige Uhr haben, ich möchte etwas haben, was wie zum Beispiel die Pebble das Display des Smartphones erweitert und vielleicht die ein oder andere Interaktion ermöglicht. Und genau das hat Apple meiner Meinung nach geschafft. Einziges kleine Fragezeichen hierbei ist der Homescreen, denn statt auf ein geordnetes Rastersystem wie beim iPhone zu setzen, wirkt das ganze durch die kreisrunden Icons etwas wirr. Apropos Apps: Die Apple-eigenen Apps werden natürlich von Haus aus bereits verfügbar sein, außerdem können Entwickler dank des WatchKITs auch eigene Anwendungen schreiben beziehungsweise ihre iOS-Apps anpassen.

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Was den Funktionsumfang angeht, so geht man einen Schritt weiter und ermöglicht neben der bloßen Anzeige von Informationen eben auch das Interagieren mit Kontakten und Co. Dank verbautem Lautsprecher und Mikrofon ließe sich mit der Apple Watch zum Beispiel auch Telefonieren. Was ganz cool ist: Legt ihr die Hand auf die Uhr, so wird ein einkommender Anruf stumm geschaltet. Erhaltet ihr eine Nachricht, so wird euch diese natürlich auf der Smartwatch angezeigt – im besten Falle erkennt das System dann die Frage und zeigt euch dementsprechend passende Antworten an, wobei die Uhr davon lernt, wie ihr kommuniziert. Wer keine Lust auf Tippereien hat, der kann auch einfach ein Emoji verschicken. Per Klick lassen sich Benachrichtigungen, wie zum Beispiel von neuen Mails direkt auf dem iPhone öffnen. Natürlich gibt es auch eine Navigation mit Turn-by-Turn, eine Musik- und AppleTV-Steuerung, Fernbedienung mit Preview für die iPhone-Kamera und und und. Im Grund all das, was man vom „großen iOS“ kennt – auch Siri ist natürlich mit dabei.

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Was ebenfalls eine nette Spielerei ist, eine „Digital Touch“ benannte Funktion. Dabei lässt sich in bester Montagsmaler-Manier mit anderen Nutzern kommunizieren – sofern diese ebenfalls über eine Apple Watch verfügen, zumindest wurde nichts von einem iPhone-Pendant erwähnt. So könnt ihr euren Kontakten zum Beispiel kurze Zeichnungen schicken, eine kurze Sprachnachricht und den Herzschlag schicken oder einfach einen Tab versenden – ganz nach dem Motto „Ich denk an dich“. Spielerei, ja. Aber das zeigt ganz gut, dass Apple sich doch ein paar Gedanken gemacht hat, wie Nutzer schnell und unkompliziert über das kleine Display miteinander interagieren können. Apropos Herzschlag: Dieser wird über vier LEDs auf der Rückseite der Uhr gemessen.

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Geladen wird die Uhr ebenfalls über die Rückseite, Apple hat hierfür eine Kombinationslösung aus MagSafe-Anschluss und Induktion entwickelt – meiner Meinung nach hätte man hier durchaus mal auf Induktion oder dem Qi-Standard setzen können, wäre sicherlich keine schlechte Entscheidung gewesen. Des Weiteren kommt die Apple Watch wie auch die beiden neuen iPhones mit einem verbauten NFC-Chip daher und kann zukünftig ebenfalls zum Bezahlen via Apple Pay genutzt werden, ein Touch-ID-Sensor ist allerdings nicht verbaut, daher wird es etwas fraglich, wie die Zahlung autorisiert werden soll.

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Das also einmal so als Zusammenfassung zur Apple Watch, welche wie erwähnt aber erst ab 2015 verfügbar sein wird – weswegen man die Sache wohl auch noch so geheim halten konnte. Was meiner Meinung nach etwas schade ist, ist die Tatsache, dass man bezüglich der Akkulaufzeit kein einziges Wort verloren hat und auch über den Preis hat sich noch viel Nebel gesetzt. Los gehen wird es wohl ab 349 Euro, ohne dabei allerdings zu wissen, um welches Modell es sich handelt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die unterschiedlichen Armbänder unterschiedlich viel kosten – von der Apple Watch Edition mit 18 Karat Gold mal ganz zu schweigen.

Ich muss aber ehrlich sagen, dass mich das Modell aus silbernem Edelstahl mit Gliederarmband schon sehr reizt – wenngleich ich lediglich die LG G Watch R noch einen ticken schicker finde, die Moto 360 war nach den tollen Renderings optisch für mich eine kleine Enttäuschung. Was die Benutzeroberfläche angeht macht das ganze System einen recht runden Eindruck – ob es dabei bleibt wird man dann später einmal sehen müssen. Ich jedenfalls freue mich auf die iWatch Apple Watch und bin gespannt, ob sie den doch mit Abstrichen positiven Eindruck standhalten kann. Irgendwann. 2015. Wollen wir mal hoffen, dass aus der Smartwatch kein zweiter Mac Pro wird, dessen Auslieferung bekanntlich immer wieder verschoben wurde.

Mehr zur Apple Watch direkt auf der Apple-Webseite

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