Original Prusa MINI(+) im Test: Kleiner 3D-Drucker mit großer Druckqualität zum Einstiegspreis

Marcel Am 20.12.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 11:39 Minuten

3D-Drucker haben schon vor ein bis zwei Jahren den Sprung aus der nerdig angehauchten DIY-Ecke hin in den Fast-schon-Mainstream geschafft. Zeiten in denen man mehrere 1.000 Euro investieren muss sind vorbei, darüber hinaus gibt es auf Plattformen wie Thingiverse tausende druckfertige Entwürfe aus den verschiedensten Bereichen – egal ob Dekozeugs, praktische Helferlein oder selbstgedruckte Ersatzteile. Auch ich habe schon seit einiger Zeit ein Auge auf einen 3D-Drucker geworfen, konnte mich aber aus unterschiedlichsten Gründen nie wirklich von einem Modell überzeugen lassen. Nun aber habe ich dennoch zugeschlagen, allerdings habe ich mich gegen einen der üblichen verdächtigen Einsteigergeräte  aus China wie den Creality Ender 3, Anycubic i3 Mega oder Artillery Sidewinder x1 entschieden. Vielmehr fiel meine Wahl auf den Original Prusa MINI.

Diese Entscheidung hat mehrere Gründe. Was die Druckqualität betrifft, gilt der Prusa I3 MK3S nicht selten als Benchmark unter den FDM-Druckern – liegt mit knapp 800 Euro für den Bausatz aber auch weit über dem, was ich so hinblättern wollte. Natürlich liefern auch die genannten Drucker inzwischen ganz gute Ergebnisse, vor allem wenn man selbst noch ein wenig Hand anlegt – dies ist ein Vorteil der großen Communities von Creality und Co. Aber auf Modding-Basteleien habe ich keine Lust, vielmehr muss der Drucker „out of the box“ liefern. Die Druckfläche war eher nebensächlich, die 18 x 18 x 18 cm des Prusa MINI sind für meine Vorhaben ausreichend (theoretisch wäre sogar ein großer Resin-Drucker ausreichend gewesen) und das aus dem Bauraum resultierende kompaktere Gerät war ein Pluspunkt bei meiner Entscheidung.

Mit rund 400 Euro ist der kleinste Prusa-Drucker zwar noch immer einen Batzen teurer als andere Einsteigergeräte – mein Bauchgefühl sagte mir jedoch, dass ich mit dem Prusa MINI wohl am ehesten glücklich werden könnte. Bedingt durch die aktuelle Corona-Sitation liegt die Lieferzeit über den Hersteller direkt (auf anderen Plattformen werden die Geräte nicht offiziell vertrieben) bei 7-8 Wochen, inzwischen ist meine Wartezeit aber vorüber und das Paket zugestellt. Wie bereits erwähnt ist es mein erster Berührungspunkt mit einem 3D-Drucker, entsprechend fehlen mir hier und da fachliche Tiefgänge. Vielmehr wird dies ein Erfahrungsbericht zum Prusa MINI aus den Augen eines absoluten Neulings werden – vom ersten Zusammenbau der Einzelteile, über die ersten Druckversuche bis hin zu der alles entscheidenden Frage: Bin ich mit dem Prusa MINI glücklich geworden?

Technische Spezifikationen

Beginnen wir einmal mit den ganz nüchternen technischen Daten des Original Prusa MINI. Verglichen mit günstigeren 3D-Druckern aus China fällt das Bauvolumen mit 18 x 18 x 18 Zentimeter einiges kleiner aus, da machen eine Hand voll zusätzliche Zentimeter in den Diagonalen schon eines aus. Dafür aber fallen die Abmessungen des Druckers insgesamt deutlich kompakter aus und der Prusa MINI kann mit diversen Extras punkten, die man bei günstigeren Geräten selten bis gar nicht findet und unter Umständen erst selbst aufrüsten muss. Bei den Materialien versteht sich der Drucker auf die „Standard-Materialien“ PLA, PETG sowie ASA und ABS, kommt aber mit kleineren Einschränkungen auch mit den festeren Flex-Materialien ausgenommen Nylon zurecht. Die restlichen Daten zum Drucker könnt ihr den Stichpunkten entnehmen.

  • Maße: 38 x 38 x 33 Zentimeter, ohne Spulenhalter und externem Netzteil
  • Druckvolumen: 18 x 18 x 18 Zentimeter
  • Druckgeschwindigkeit: 200+ Millimeter/Sekunde
  • Unterstützte Materialien: PLA, PETG, ASA, ABS, Flex (kein Nylon)
  • Maximale Temperatur: Druckbett 100°C, Extruder 280°C
  • Vorheizen: PLA etwa 1 Minute, ASA/ABS etwa 3 Minuten
  • Bildschirm: 2,8 Zoll LCD-Display mit 65.000 Farben
  • Besonderheiten: 32-bit Motherboard, Trinamic 2209 Schrittmotor-Treiber, Ethernet (ESP Wi-Fi-Modul folgt in Zukunft), 3 Thermistoren, Lüfterdrehzahlsensoren, Bowden-System mit 3:1 Untersetzung, Magnetisches Druckbett
  • Optional: Filamentsensor, texturiertes Stahlblech

Zusammenbau des Prusa MINI

Vor dem Kauf bei Prusa sollte man sich Gedanken machen, ob man nun zum DIY-Bausatz oder einem vormontierten Drucker greift. Erstgenannte Version ist nochmal einiges günstiger, erfordert aber deutlich mehr Aufwand und Fingerspitzengefühl beim Zusammenbau. Bei der Nicht-Kit-Version gilt es zwar ebenfalls ein paar Bauteile zusammenzuschrauben, allerdings handelt es sich hierbei lediglich um die Grobarbeiten. Auch wenn es natürlich bei einer späteren Fehlersuche hilft, wenn man die teils kleinteiligen Komponenten selbst zusammengebaut (und verstanden) hat, habe ich mich dennoch gegen den Bausatz entschieden. Die monetäre Ersparnis war mir nicht groß genug und der Respekt vor dem Zusammenbau eines ganzes Druckers als Neuling mit begrenzt handwerklichem Geschick doch zu groß. Und auch im Kit gibt es einiges zu tun bevor ihr loslegen könnt.

Die etwas mehr als einer Hand voll vormontierten Teile, diverse Kleinteile, das benötigte Werkzeug sowie ein kleiner Pausensnack kommen sicher verpackt bei euch an und im ersten Schritt sollten diese zunächst einmal ausgepackt und halbwegs ordentlich abgelegt werden. Und dann kann der Zusammenbau auch schon losgehen, hier heißt es das Heizbett mit der Druckachse zu verbinden, die Elektronik korrekt anzuschließen und weitere Kleinigkeiten. Prusa legt dem Drucker ein gedrucktes Handbuch bei, welches Schritt für Schritt in Text und Bild durch die einzelnen Schritte führt – hält man sich an die Anleitung, kann eigentlich nichts schiefgehen. Alternativ zum gedruckten Handbuch könnt ihr euch die Schritt-für-Schritt-Anleitung natürlich auch auf der Prusa-Webseite einsehen – oder aber ihr schaut euch das unten eingebundene Video an, welches manche Handgriffe vor allem für Leute mit einem Hauch zweier linker Hände ersichtlicher macht:

Der erste 3D-Druck

Nach etwas mehr als einer Stunde war ich mit der Arbeit durch und der Drucker stand fertig zusammengeschraubt auf dem Tisch. Anschließend kann dieser direkt eingeschaltet werden, woraufhin sich zunächst der Assistent zu Wort meldet. Dieser führt zunächst ein paar Tests der verschiedenen Achsen und der Heizelemente für das Druckbett und das Hotend durch, bevor es dann an die Kalibrierung der ersten Druckschicht geht – da der Prusa MINI einen digitalen „Entfernungsmesser“ spendiert bekommen hat, müsst ihr das Druckbett nicht mühsam manuell ausrichten. Dennoch solltet ihr euch für diesen Schritt ein wenig Zeit nehmen, denn der korrekte Abstand von Düse zum Druckbett ist einer der wichtigsten Punkte, wenn es um eine gute Druckqualität geht. Logisch: Haftet die erste Schicht nicht korrekt, ist auch mit weiteren Schichten nicht gut zu rechnen.

Aber auch dies ist im Handbuch recht anschaulich erklärt, wobei ich den Prusa-Prozess nicht ganz optimal empfinde: Ja, für eine erste Annäherung der Z-Höhe ist der Zick-Zack-Kurs ganz brauchbar, für eine wirklich perfekte erste Schicht habe ich dann aber auf den fertig für den Prusa MINI angepassten Gcode des Live Z Adjust von JoanTabb zurückgegriffen. Benötigt zwar ebenfalls ein paar Versuche, durch die größere Fläche hat man aber einen deutlich besseren Eindruck von der ersten Schicht und kann sich soweit herantasten, dass das Ergebnis nahezu perfekt ist. Dieser Post zeigt recht anschaulich, wie am besten vorgegangen werden soll – erst in größeren Schritten herantasten und anschließend in kleinen Schritten den persönlichen Sweetpot herausfinden. Wer beide Stahlbleche besitzt – das glatte mit PEI und das texturierte – der muss dies für beide Bleche abarbeiten.

PrusaSlicer für Mac & Windows

Prusa setzt primär auf seine eigene Slicer-Software namens PrusaSlicer, bei dem es sich allerdings nicht um eine vollständige Eigenentwicklung handelt, sondern um einen Fork des Open-Source-Slicers Slic3r von Alessandro beziehungsweise dem RepRap-Projektes. Für die eigenen Prusa-Drucker und -Filamente gibt es natürlich bereits vordefinierte Profile mit laut Prusa idealen Standardwerten, aber auch einige andere namhafte Hersteller von Druckern und Filamenten sind im Prusa Slicer vorhanden. Die Kernfunktionen wie Drehen, Verschieben und Skalieren der Objekte sind flott erreichbar, ebenso sind die für den ersten Start wichtigsten Einstellungen wie Schichthöhe/Druckqualität, verwendetes Material und Infill schnell erreichbar. In Kombination sorgt dies dafür, dass auch absolute Anfänger schnell an die ersten druckbaren Gcodes gelangen, ohne sich von den möglichen Einstellungen und Feinjustierungen überfordert fühlen zu müssen.

Von Vorteil ist auch die Einteilung der Optionen in „Einfach“, „Erweitert“ und „Experte“. Muss dann bei dem ein oder anderen Druck doch mal etwas von Hand justiert werden – beispielsweise bei Stützmaterialien – kann man je nach Erfahrungsstand solche Einstellungen ausblenden, die ein größeres Wissen voraussetzen. Letztlich gibt es aber fast nichts, was man nicht Feinjustieren könnte – wenn es denn überhaupt mal sein muss. Wer sich einmal ein wenig in die Möglichkeiten des PrusaSlicers einlesen möchte, der findet an dieser Stelle recht umfangreiche Hilfestellungen zu nahezu allen Elementen der Benutzeroberfläche und der einzelnen Einstellungen. Letztlich aber wie so oft: Belasst es erstmal auf Standard und probiert dann hin und wieder mal ein paar Dinge aus – denn teils haben kleinere Änderungen schon Auswirkungen auf andere Einstellungen.

Erste Druckergebnisse

Lange Rede, kurzer Sinn: Einer der wichtigsten Punkte ist sicherlich die Druckqualität, bringt ja alles nichts, wenn der Drucker ansonsten solide ausschaut, die Drucke aber eher für die Tonne sind. Ich habe wie erwähnt die mit dem PrusaSlicer mitgelieferten Profile verwendet und diese sehen tatsächlich sehr gut aus – ohne, dass  irgendwelche Nacharbeit notwendig wäre, wobei nur dann Prädikat „Perfekt“ möglich wäre. Hier zeigte sich dann auch, weshalb eine ausreichende Haftung der ersten Schicht absolut notwendig ist, denn der erste kompliziertere Druck mit geringer Fläche sorgte für Spaghettisalat. Eine Sache, die vor allem bei Langzeitdrucken von mehreren Stunden immer mal wieder vorkommen und vielerlei Gründe haben kann – in den meisten Fällen aber dürfte dies mit dem Objekt (z.B. vergessene Stützstrukturen) oder eben der berüchtigten First-Layer-Calibration zusammenhängen.

Hat man die erste Schicht aber wirklich einmal sauber justiert, gibt es eigentlich nichts zu meckern. Die Druckqualität ist wirklich großartig. Ich habe immer mal wieder Drucke gesehen, deren Schichten so sichtbar waren, dass es kaum mehr als Prototypenentwurf gereicht hätte. Aber bereits bei einer Schichthöhe von 0,2mm sind die Ergebnisse richtig gut. Dünnere Schichten sind natürlich möglich, mit einer 0,4mm-Düse schafft es der Prusa MINI laut Profilen auf 0,05 Millimeter je Schicht herunter. Bedeutet aber auch exponentiell längere Druckzeiten, weswegen ich bei den meisten Drucken tatsächlich auf 0,2 Millimeter zurückgreife – für mich ein super Kompromiss aus Qualität und Dauer. Soll es dann wirklich mal feiner werden, reichen meistens 0,1 Millimeter aus und für gröbere Dinge beispielsweise Aufbewahrungsbehälter für den Keller werden es auch mal 0,25 Millimeter.

Ebenfalls einen großen Einfluss auf die Druckqualität hat natürlich das verwendete Filament, in meinem Falle Prusament und diverses PLA und PETG aus dem Hause DasFilament. Sogar feinere Details wie beim Fucktopus, der in PETG gedruckt wurde, sind absolut super und auch Stringing wird auf ein Minimum reduziert. Überhänge schafft der MINI ebenfalls bis zu einem gewissen Grad ohne Stützverstärker. Das Benchy, welches Prusa übrigens neben anderen Testobjekten direkt auf dem beiliegenden USB-Stick mitliefert, war der allererste Druck. Nun fehlen mir natürlich vergleiche, ich bin mit der Qualität der Drucke aber absolut zufrieden – um nicht fast schon zu sagen, dass meine Erwartungen leicht übertroffen worden. Was man aber natürlich mitbringen muss ist Geduld, denn Drucke können sich schnell mal auf 4-5 Stunden oder gar noch länger ausdehnen. Da ist es ein Vorteil, dass der Prusa MINI überraschend leise vor sich hin werkelt.

PrusaConnect und Octoprint

Prusa wirbt beim MINI mit einem optionalen WiFi-Modul, welches aber zum jetzigen Stand noch nicht unterstützt wird. Somit ließe sich PrusaConnect nur per LAN nutzen. Aber auch dann ist die Weboberfläche des Prusa MINI eher unnötig, denn außer ein paar Informationen zum aktuellen Druck (zum Beispiel Druckdauer und Temperaturen) sind bisher nicht drin. Das Starten neuer Drucke oder anschließen einer Kamera? Nöp, Fehlanzeige. Zwar soll PrusaConnect zukünftig weiter ausgebaut werden, wann es aber größere Schritte gibt und mit welchen Funktionen dann tatsächlich zu rechnen ist, wird aber weniger offenherzig kommuniziert. Glücklicherweise versteht sich der Prusa MINI aber auf das Open-Source-Projekt Octoprint und kann mit diesem genutzt werden – inklusive Drucksteuerung und Webcam. Was allerdings nicht mit Octoprint zusammenspielt, ist der Filamentsensor, sofern dieser nur mit dem MINI verbunden ist.

Was sonst noch zu erwähnen ist

MINDA vs. SuperPINDA: Was ich im Text nicht weiter erwähnt habe ist die Tatsache, dass der MINI an einer Sache tatsächlich problematisch war. Hatte man die erste Schicht perfekt kalibriert, sah dies beim nächsten Druck schon wieder anders aus. Der Grund dafür liegt darin begründet, dass der M.I.N.D.A.-Sensor (also der digitale „Abstandsmesser“ zur automatischen Bettnivellierung) temperaturabhängig war. Eine Sache, die Prusa inzwischen mit der SuperPINDA gelöst hat. Diese ist im MINI+ verbaut, bestehende MINI-Drucker lassen sich aber schnell und mit wenigen Handgriffen ebenfalls mit dem verbesserten Sensor ausstatten – hatte bei mir keine 15 Minuten gedauert, am nervigsten ist das Anbringen der Textummantelung. Und ja: Es lohnt sich, denn mit dem Wechsel ist die erste Schicht zuverlässig, dass ich diese quasi blind drucken lasse und nicht mehr groß kontrolliere.

Glattes oder texturiertes Blech? Bereits beim Kauf bietet euch Prusa die Wahl, ob ihr nur die glatte Federstahldruckplatte mit PEI-Schicht oder zusätzlich auch die Druckplatte mit PEI-Pulverbeschichtung und Struktureffekt hinzubestellen wollt. Ich habe direkt beide genommen – und bin nicht enttäuscht. Bei ABS und ASA ist zwar die glatte Druckplatte im deutlichen Vorteil und auch bei großen Objekten aus PLA kann sie die Haftung deutlich verbessern. Ich habe aber sowohl PLA als auch PETG zur Genüge mit der texturieren Platte gedruckt und wenn man sich an ein paar Hinweisen hält auch ohne Probleme. Der Vorteil der strukturierten Platte ist jedoch, dass die erste Schicht deutlich besser aussieht und auch kleinere Fehler verzeiht. Beide Platten sind im Übrigen doppelseitig nutzbar, sind magnetisch und erlauben einen einfachen Entfernung der Drucke, sobald die Bleche auf Raumtemperatur abgekühlt sind. Ich möchte das texturierte Blech nicht mehr missen.

Keine Modifikationen? Fast. Ich hatte ja eingangs erwähnt, dass der Drucker für mich „out of the box“ und ohne notwendige Modifikationen laufen muss. Und dies ist beim Prusa MINI(+) tatsächlich der Fall, wenngleich ich vereinzelt doch den ein oder anderen Mod zurückgegriffen habe. Dazu zählen beispielsweise die Thumb Tabs zum einfacheren Entfernen der magnetischen Druckbetten, diese Clips für das LCD-Kabel, ein Display-Mod mit nach vorne verlegtem USB-Slot, ein Cover für das LCD-Display, eine Unterstützung für das rückseitige Stromkabel und eine Silikonform zum Modellieren von Silikon-Socken für den Heatblock. Zu guter Letzt habe ich dann auch noch ein paar Squashball-Füße gedruckt, die für weniger Vibrationen und damit nochmals geringerem Lärm im IKEA Lack Enclosure sorgen, wobei diese schon zu viel des Guten sind.

Support und Community: Ich habe den Prusa MINI als wirklich zuverlässigen Drucker kennengelernt, allerdings kann es je nach Druck oder Filament doch mal hier und da zu Problemen kommen. Entweder weil der Druck schlicht komplexer ist und neben den Voreinstellungen zusätzliche Feineinstellungen benötigt oder die Düse verstopft. Natürlich lernt man mit der Zeit recht zügig dazu und kann mit kleineren Experimenten viele der aufkommenden Probleme selbst lösen. Falls ihr aber dennoch einmal Hilfe benötigt, steht fast rund um die Uhr ein Support-Chat bereit, den ich als sehr hilfsbereit und lösungsorientiert kennengelernt habe. Und falls der Support mal nicht weiterhelfen kann oder ihr auf die Erfahrungen anderer Nutzer bauen wollt, bietet Prusa mit PrusaPrinters eine eigene Community mit Druckmodellen und einem (mehrsprachigen) Forum mit hoher Aktivität der Nutzer.

tl;dr und Fazit

Entscheidet man sich für die vormontierte Variante des Original Prusa MINI(+), ist der Aufbau auch mit zwei eher links angeordneten Händen dank gutem Handbuch sowie zusätzliche Online-Inhalte absolut unproblematisch und recht zügig erledigt. Die Verarbeitung der Einzelteile sind super, da gibt sich Prusa eigentlich keine Blöße. Was die technischen Daten anbelangt, habe ich keine großen Vergleiche; lediglich das Druckvolumen könnte ich vergleichen. Mit 18x18x18 Zentimetern fällt der MINI tatsächlich kleiner aus preislich ähnliche Drucker aus China, letztlich kommt es aber immer auf die eigenen Bedürfnisse an und bis jetzt hatte ich noch keinerlei Probleme, dass das Druckvolumen zu gering ist. Dafür aber ist die Druckqualität wirklich super und um einiges besser, als ich so von anderen Druckern der unteren Preisklassen gesehen und den Händen gehalten habe.

Wer sich einen 3D-Drucker zulegen möchte, an dem er nicht erst an verschiedenen Teilen optimieren und herum doktern möchte, der macht mit dem Prusa MINI(+) definitiv nichts falsch und die rund 380 bzw. 420 Euro sind gut angelegtes Geld. Insbesondere Anfänger kommen dank des guten PrusaSlicer mit wirklich guten Voreinstellungen für verschiedene Qualitätsstufen und Filamente schnell erste Druckerfolge feiern. Dennoch muss man auch bei Prusa sagen: Hier und da gilt es immer mal, dass das ein oder andere Problemchen zu lösen gilt – den allseits perfekten fehlerfreien Drucker gibt es leider noch nicht. Aber dank des guten Supports, der großen Community und auch der persönlichen steilen Lernkurve sollte dies nicht abschreckend sein. Fazit in einem Satz: Für den Preis erhaltet ihr ein ziemlich komplettes Paket aus solider Hardware, einer gelungenen Software, sowie guter Dokumentation und einem fast rund um die Uhr hilfsbereiten Support.

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