Paperless Office: Zwei LCD-Schreibtafeln mit 10 Zoll von General Office im Kurztest

Marcel Am 23.02.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:07 Minuten

Wenn ich an eine Schreibtafel denke, kommen mir zuerst diese Zaubertafeln aus der Kindheit in den Sinn. Eben solche Tafeln, die man munter mit einem Stift-Ersatz bekritzeln und dann wieder löschen konnte. Die moderne Form dieser Tafeln besitzt aber keine doppelte Folie oder Eisenspäne mehr, sondern kommt mit einem simplen LC- oder auch eInk-Bildschirm daher. Auch sind diese nicht mehr zwangsläufig kunterbunt und lustig gestaltet, sondern in schlichten Schwarztönen gehalten und damit auch bürotauglich. Jüngst konnte ich mir zwei solcher Schreibtafeln einmal ausführlicher anschauen: eine einfarbige und eine mehrfarbige Variante mit jeweils zehn Zoll Bildschirmdiagonale von General Office, einer Eigenmarke des „Hier gibt es alles“-Händlers Pearl.

In Zeiten der Digitalisierung stellt sich hier natürlich zunächst mal die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Schreibtafeln. Im Kinderzimmer würde jeder sofort nicken, im Büro oder auch zu anderen Zwecken wird erstmal gegrübelt. Mein Gedanke: Papier sparen. Natürlich wird der meiste Teil der Organisation am Rechner oder dem Smartphone erledigt, dennoch bin ich jemand, der nicht ohne handschriftliche Notizen zurechtkommt. Es gibt viele Situationen, in denen ich auf Papier zurückgreife, einfach weil es oftmals schneller ist. Es geht hierbei nicht um langfristig benötigte Informationen, sondern vielmehr um Kleinigkeiten: Hier mal eine Telefonnummer auf dem PostIt, dort eine kurze Erinnerung auf der Unterlage und ein paar kurzweilige Notizen im Meeting. Ich bin einfach der Meinung, dass die Flexibilität und Spontanität von Papier und Stift heutzutage oft vergessen werden.

Rein technisch unterscheiden sich die von mir getesteten Varianten nicht sonderlich groß. Sie messen in etwa 16,5 x 25,6 x 0,8 Zentimetern und bringen schmale 200 Gramm auf die Waage – sind also etwas kleiner als ein DIN-A4-Blatt, nur ein weni schwerer. Das schwarze LC-Display misst in der Bildschirmdiagonale runde 10 Zoll (25,4 Zentimeter), betrieben werden die beiden Schreibtafeln mit einer handelsüblichen CR2025-Knopfzelle. Das Gehäuse ist komplett aus glattem, aber glücklicherweise mattem Kunststoff; die Kanten sind abgerundet. Die Verarbeitung ist natürlich nicht die hochwertigste und nicht mit „echten“ Tablets zu vergleichen, sie geht aber mit Blick auf den Preis in Ordnung. Der einzige Unterschied: Bei Version A gibt es lediglich eine Schriftfarbe (grün), Variante B hingegen ist mehrfarbig.

Bekritzelt werden die Tafeln einfach mit dem beiliegenden Stift, der sich bei Nichtbenutzung auf der Rückseite einklemmen lässt – so geht er nicht verloren. Alternativ kann man aber auch einfach mit einem Fingernagel oder anderen stiftähnlichen (aber bitte nicht zu spitzen) Gegenständen auf dem Display herum kritzeln. Je nach Druck gibt das Display unterschiedliche Strichstärken aus, was bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit auch ziemlich zielgerichtet funktioniert – wie auch das eigentliche Schreiben an sich. Die Werke und Notizen bleiben dauerhaft sichtbar und können mit einem Druck auf den Lösch-Button wieder entfernt werden – mit einer Batterie soll das ganze rund 100.000 Mal möglich sein. Um ein versehentliches Löschen zu verhindern, gibt es seitlich einen Schiebeschalter, ähnlich dem Schreibschutz der good’ol Diskette oder üblichen Speicherkarten.

Das Löschen nur eines bestimmten Bereiches ist übrigens nicht möglich, ganz ähnlich dem obligatorischen Papierblatt heißt es auch hier lediglich „Alles oder Nichts“. Auch etwaige Export- oder Speichermöglichkeiten oder gar eine App-Anbindung sucht man vergebens. Derartige Geräte gibt es inzwischen zwar ebenfalls auf dem Markt, preislich spielen diese dann aber auch in einer ganz anderen Liga beziehungsweise sprechen natürlich auch eine andere Zielgruppe an. Die einzige wirkliche Schwachstelle der beiden Schreibtafeln, die ich in meinen ersten Tests ausmachen konnte: Mit sinkendem Lichtanteil wird auch das Ablesen des Gekritzel recht schwierig – in den gängigen Büros, Tagungsräumen und ähnlichem hat man mit diesen Problemen aber nichts zu tun.

Fazit zu den LCD-Schreibtafeln? Nette Gadgets. Bei mir konnte das einfarbige Gerät den üblichen Notizblock und die Schreibtischunterlage ersetzen. Einzig und allein die Version mit dem mehrfarbigen Display sehe ich nur im Kinderzimmer: die Schriftfarbe lässt sich nicht frei bestimmen, vielmehr haben bestimmte Display-Bereiche unterschiedliche Farben. Und dann sehen Notizen schnell so aus, als seien sie mit einem Regenbogenstift geschrieben worden. Aber auch außerhalb des Büros würden mir doch so einige Anwendungsmöglichkeiten einfallen. Man darf nur nicht den Fehler machen und sie als Alternative zum (Grafik-)Tablet sehen, sie nur ein papiersparender Ersatz für den Schmierzettel. Nichts, was man nun unbedingt haben muss, aber doch eine nette Ergänzung zu digitalen Geräten. Und mit 17 (einfarbig) beziehungsweise 20 (mehrfarbig) Euro auch nicht zu teuer.

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