Parallels Desktop 11 für OS X veröf­fent­licht

Am 20.08.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:01 Minuten

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Die Virtua­li­sie­rungs­lösung Parallels Desktop für OS X hat in den vergan­genen Tagen ein großes Update auf die Version 11 erhalten, womit wie gewohnt auch ein paar größere Neuerungen einher­gehen.

Nicht nur OS X und iOS werden einmal im Jahr mit einer neuen Version versorgt, auch das Virtua­li­sie­rungstool Parallels Desktop wird im Jahres­turnus mit einer neuen Version bedacht. In diesem Jahr stehen wir bereits bei Version 11 und wie immer fanden eine ganze Reihe an Neuerungen Einzug, die die meiner Meinung nach beste VM-Software für den Mac noch besser macht – auch wenn sicherlich nicht jeder alle neuen Features nutzen wird. Die obliga­to­rischste Änderung zu erst: 

Windows soll sich in der VM um bis zu 50% schneller starten und beenden lassen, Datei­ope­ra­tionen innerhalb Windows sind um bis zu 20% schneller, virtuelle Maschinen lassen sich schneller in den Ruhezu­stand versetzen und im neuen Reise­modus verlängert sich die Akkulaufzeit eines MacBooks mit Parallels um bis zu 25%. Sind natürlich alles Werte, die bei internen Parallels-Tests heraus­ge­kommen sind, insgesamt ist die Perfor­mance aber durchaus verbessert worden. 

Neben diesen Perfor­mance-Verbes­se­rungen gibt es aber natürlich auch noch eine weitere Anpas­sungen, vor allem die Kompa­ti­bi­lität mit OS X El Capitan und Windows 10 ist hier vorrangig zu nennen. Besonders hervor­ge­hoben wird hierbei die Cortina-Unter­stützung direkt aus OS X heraus: So kann dank des „Always on Cortina“-Features der Microsoft’sche Sprachas­sistent auch dann genutzt werden, wenn ihr Windows nicht aktiv Vorder­grund geöffnet habt. 

Haken hierbei: Windows 10 muss dennoch gestartet sein, der einfache, kann aber eben im Hinter­grund abgelegt werden. Dennoch eine kleine Spitze gegen Apple, die Siri auch mit El Capitan noch nicht in ihr Desktop-System integriert haben. Stellt sich natürlich immer die Frage, wie häufig man einen Sprachas­sis­tenten am Rechner nutzen würde – selbst auf dem Smart­phone dürften sie sicherlich eher „Geek-Stuff“ darstellen. 

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Weiter­führend hat man dann auch weiter daran gearbeitet, die nativen Mac-Funktionen möglichst nahlos in das Windows-Gastsystem zu integrieren. Benach­rich­ti­gungen von Windows tauchen im Coherence-Mode auch im Benach­rich­ti­gungs­center von OS X auf, über einen zusätz­lichen Button in der Titel­leiste des Parallels-Fensters lässt sich besagter Coherence-Mode nun auch schneller starten. Quick Look lässt sich jetzt auch für Dokumente und Dateien innerhalb der Windows-VM nutzen – wer ein MacBook mit Force Touch nutzt, der kann auch diese Force-Touch-Gesten nutzen. 

In der Mac-Liste der zuletzt verwen­deten Dateien werden nun auch unter Windows geöffnete Dokumente angezeigt, Windows kann auf die Ortungs­dienste von OS X zurück­greifen und auch die Drucker­op­tionen werden von OS X in Windows übernommen. Das sind aber nur die nennens­wer­testen Neuerungen, die insgesamt zwar recht klein ausfallen, Windows aber immer stärker an OS X anpassen bezie­hungs­weise in OS X integrieren. 

Erstmals gibt es auch eine Pro Edition von Parallels: Diese bietet zum Beispiel diverse Entwickler-Tools wie Docker, Visual Studio, Vagant und anderen direkt integriert an, es gibt zusätz­liche Nutzer­profile für Entwickler, Power-User und Tester, erwei­terte Netzwerk­tools und einiges mehr. Ob man es benötigt? Als Privat­nutzer sicherlich weniger, als Entwickler würde ich doch eher auf OS X und Windows auf eigen­stän­digen Maschinen nutzen. 

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Preise? Parallels Desktop 11 für Mac ist für 79,99 Euro zu haben, wer bereits Parallels 9 oder 10 besitzt, der kann für einmalige 49,99 Euro upgraden. Die Pro Edition gibt es nur gegen eine jährliche Abo-Gebühr in Höhe von 99,99 Euro, auch hier bekommen Nutzer von Parallels 9 oder 10 das Angebot, die Pro-Version für 49,99 Euro pro Jahr nutzen zu können. Parallels Pro beinhaltet weiterhin ein Parallels-Access-Konto, mit dem sich auch von iPhone und iPad aus per Remote-Zugriff auf euren Mac zugreifen lässt – alleine Parallels Access ist sonst für 19,99 Euro pro Jahr fällig. 

Fazit? Die Pro Edition mit dem Abo-Modell ist sicherlich gar nicht so doof, sofern man Parallels Access eh nutzen würde – kommt dann aber darauf an, wie die Upgrade-Möglich­keiten im nächsten Jahr aussehen, denn wenn man immer fleissig aktua­li­siert, dürften die 49,99 Euro minus Access günstiger sein. Ansonsten ist Parallels Desktop 11 Pro für mich aber eher eine kleine Totgeburt, während die „einfache“ Version für Privat­nutzer ein solides Update darstellt. Ob es einem der Preis von rund 50 Euro für das Upgrade wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Mein Tipp: Etwas abwarten, die letzten Jahre gab es nach zwei, drei Monaten immer günstige Bundle.

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Quelle Parallels