Parallels Desktop 9 ausprobiert: Das sind die wichtigsten Neuerungen

Marcel Am 30.08.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:10 Minuten

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Ich habe mich schon vor einigen Monaten von Windows als Betriebssystem verabschiedet, zumindest was die Hardware angeht. Windows selbst läuft auf meinem MacBook in einer virtuellen Maschine – die Software (nicht nur) meines Vertrauens: Parallels. Zwar gibt es mit VMWare Fusion und auch mit VirtualBox auch auf dem Mac weitere bekannten Vertreter der Gattung, ich persönlich halte jedoch Parallels für die beste Lösung zur Erstellung und Nutzung einer virtuellen Maschine. Nun haben die Jungs und Mädels Version 9 von Parallels Desktop freigegeben – wer bereits Parallels 7 oder 8 besitzt und Upgraden möchte, der kann dies aktuell schon machen, alternativ dazu kann man bis zum 5. September warten, dann gibt es Parallels 9 auch für neue Nutzer. Hier aber mal ein Blick auf die größten Neuerungen der Software, die wirklich mal wieder richtig gelungen ist.

Performance: Fangen wir erst einmal mit den üblichen Performance-Optimierungen an. Ja, die gibt es. Ja, ich konnte durchaus mit meiner virtuellen Maschine und Windows 8.1 einen kleinen Schub feststellen. Parallels selbst gibt an, dass die Disk-Performance um 40% verbessert wurde, die Startzeiten wurden um 25% gesenkt, auch 3D-Grafiken und sonstige Renderaufgaben zum Beispiel im Browser sind bis zu 15% schneller.

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Startbutton für Windows 8 und 8.1: Oftmals kritisiert, hat Microsoft mit Windows 8.1 zwar einen neuen, alten Startbutton eingeführt, dieser birgt jedoch nur die Möglichkeit, auf den neuen Startscreen zu springen. Ein „echtes“ Startmenü wie man es von Windows bis 8 her kennt? Fehlanzeige – aber hier gibt es etliche Lösungen, nun eben auch von Parallels. Dabei setzt man auf eine Integration von Start8 von Stardock, denn aktiviert man die Option unter „“, so wird besagte Software installiert und lässt sich kostenlos nutzen.

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ModernUI-Apps im Fenster: Nutzt man das obige Startmenü, so lassen sich sämtliche ModernUI-Apps in einem extra Fenster öffnen – ganz automatisch. Hierbei nutzt man ebenfalls eine Drittanbieter-App, ebenfalls von Stardock. Der Name: ModernMix.

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Integration von Dropbox & Co.: Wollte man bislang über die virtuelle Maschine schnell und einfach auf seine Dropbox oder seinen Google Drive zugreifen, musste man die entsprechenden Windows-Tools installieren und hatte diese Dateien quasi doppelt auf dem Rechner liegen. Dies ist nun Geschichte, denn die Ordner von iCloud, Dropbox, Google Drive und auch dem Fotostream werden nun standardmäßig vom Mac in Windows übernommen – wie man es bisher von den freigegebenen Benutzerordnern her kannte. Umgekehrt kann zum Beispiel der SkyDrive-Ordner von Windows direkt auf dem Mac genutzt werden.

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PDF-Drucker: Windows besitzt, im Gegensatz zu Mac OS X, von Haus aus nicht die Möglichkeit, PDF-Dokumente „out of the box“ erzeugen zu können. Diese Möglichkeit wurde nun ebenfalls rüberzogen, denn Dokumente können nun aus jeder Druckfähigen Anwendung heraus als PDF auf dem Mac erzeugt werden.

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Installation über andere Medien: Neue virtuelle Maschinen beziehungsweise deren Systeme lassen sich nun auch von Haus aus auch direkt aus einem Datenträger-Image oder einem USB-Stick installieren. Bislang blieb hier lediglich der Weg über das Bootmenü einer leeren Maschine. By the way: Ich konnte sogar direkt aus Parallels heraus die Developer Preview von Windows 8.1 installieren lassen.

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Bessere Zusammenarbeit mit Linux: Wer mit Parallels ein virtuelles Linux betreibt, der bekommt nun einige Verbesserungen an die Hand. So gibt es nun auch hier diverse Features, welche man bereits von dem Betrieb mit Windows kennt: gemeinsame Ordner und Anwendungen, automatische Updates der Parallels Tools und einige Dinge mehr. Funktioniert nicht nur mit Ubuntu, sondern auch mit dessen Ablegern, sowie Linux Mint und anderen Distributionen.

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Sicherheitscenter: Parallels bietet nun die Möglichkeit, direkt aus einem zentralen Fenster heraus auf die diversen Sicherheitseinstellungen (Passwort bei Änderungen, SafeGuard und Co.) zuzugreifen. Die Funktionen an sich sind nicht neu, man bekommt aber ein Fenster für alle virtuellen Maschinen zu Gesicht – erspart etwas Klickarbeit.

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Parallels Access: Seit ein paar Tagen bietet Parallels allen iPad-Nutzern den Dienst Parallels Access an. Dieser ermöglicht die Nutzung von Windows-Apps auf dem Mac, als wäre es direkt für das iPad entwickelt worden. Werde ich mir in den nächsten Tagen nochmals genauer anschauen, macht aber einen guten Eindruck. Käufer von Parallels Access bekommen hier statt lediglich 14 Testtagen des Dienstes sogar ganze sechs Monate an die Hand.

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PowerNap: Wer ein MacBook Pro mit Retina-Display oder einem neuen MacBook Air besitzt, der kennt sicherlich das PowerNap-Feature der Books. Hierbei werden bestimmte Anwendungen wie Mail, Kalender, Erinnerungen, Kontakte und Co. auch im Ruhemodus regelmäßig aktualisiert, sodass bei einer weiteren Nutzung diese Programme stets auf einem aktuellen Stand sind. Klappt nun mit Parallels 9 nun eben auch mit etlichen Windows-Anwendungen.

powernap

Weitere Neuerungen: Die Nachschlagen-Geste von OS X funktioniert nun auch unter Windows, besserer Multi-Monitor-Support, neue Tastatur-Shortcuts und über Thunderbolt und Firewire angeschlossene Geräte können nun – wie auch USB-Geräte – direkt mit der virtuellen Maschine verbunden werden.

Preis und Verfügbarkeit: Die unverbindliche Preisempfehung für Parallels Desktop 9 beträgt 79,99 Euro, Studenten zahlen nur 39,99 Euro. Wer von Parallels Desktop 7 oder 8 auf die neue Version upgraden möchte, der zahlt immer noch 49,99 Euro. Ab dem 5. September wird Parallels Desktop 9 in allen bekannten Verkaufsstellen angeboten, wer Upgraden möchte, der kann dies aktuell bereits machen, denn die dazugehörige Seite ist bereits live. Kleiner Tipp: Beim mStore zahlt ihr aktuell nur rund 35€ für Parallels 8, dank Upgrade-Garantie von Parallels gibt es damit die Möglichkeit, auf Parallels Desktop 9 zu aktualisieren – kostenlos wohlgemerkt, 15€ gespart.

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Fazit? Die diversen Optimierungen in Sachen Performance sind definitiv spürbar, auch wenn es letztlich kein Riesensprung ist. Die Stardock-Dienste sind zwar nett, jedoch auch keine Parallels-9-Eigenheit, da man diese auch ohne die Virtualisierungslösung her kennt. Meine persönlichen Lieblingsneuerungen: Die Integration der Cloud-Ordner vom Mac, der PDF-Druck und der PowerNap-Support (wenn auch nicht für mich).

Ja, auch die restlichen Features sind wie gesagt eine nette Weiterentwicklung und Parallels Desktop 9 läuft auch rund, allerdings würden sie mir nicht ausreichen, das doch recht teure Upgrade durchzuführen. Lediglich die bessere Performance und die bessere Linux-Unterstützung könnte ich diesbezüglich nennen – und ob das reicht? Ich denke eher nicht, die meisten werden wohl bei Parallels Desktop 8 bleiben und dann auf eine der vielen Bundle-Aktionen warten.

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