PayPal: Käuferschutz greift zukünftig auch bei digitalen Waren

Am 10.06.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:29 Minuten

paypal

Der Online-Bezahldienst PayPal ermöglicht ab dem 1. Juli 2015 auch für digitale Waren wie Fahrkarten, Spiele-Keys oder Online-Gutscheinkarten die Inanspruchnahme des Käuferschutzes.

PayPal ist (vor allem natürlich) für Käufer eine angenehme Sache: Das Geld ist schneller beim Verkäufer, sodass dieser den Artikel schneller versenden kann – außerdem lässt sich dank des Käuferschutzes auch das Risiko vor allem bei Privatverkäufern minimieren. Zwar ist es aus persönlichen Erfahrungen bei Weitem noch nicht so, dass grundsätzlich gegen den Verkäufer entschieden wird, Käufer haben dennoch ein wesentlich einfacheres Spiel, im Rahmen des Käuferschutzes und bei nicht entsprechender Ware (oder böswilligem Handeln) das Geld zurückzuerlangen. Besagter Käuferschutz gilt aktuell jedoch nur für physikalische Waren, reine Dienstleistungen und digitale Güter wie Spiele-Keys, Fahrkarten, Online-Guthabenkarten und dergleichen waren nicht abgedeckt.

Dies aber wird sich nun zum 1. Juli 2015 ändern. Wirft man einmal einen Blick in die Käuferschutzrichtlinie, so findet man dort einen aktualisierten Teil vor, welcher eben ab diesem Stichtag gültig sein wird. Dort werden digitale Güter und Dienste nicht mehr wie bisher grundsätzlich ausgeschlossen, stattdessen schließt man diese explizit mit in die Berechtigung für den Käuferschutz ein. Genau heißt es dort unter Punkt 3.2:

„Die Berechtigung gilt für den Erwerb der meisten Waren und Dienste (Fahrkarten, immaterielle Werte wie Zugriffsrechte auf digitale Inhalte und sonstige Lizenzen) mit folgenden Ausnahmen […]“

Weiterhin nicht Anspruchsberechtigt bleiben Güter wie Grundeigentum, industrielle Maschinen, Glückspielaktivitäten und ähnlichem. Ebenfalls ausgeschlossen werden Zahlungsmitteläquivalente, sprich Geschenkkarten – und sicherlich Online-Guthabenkarten für PaySafe, iTunes und Co. Andererseits könnte man diese Guthabenkarten natürlich auch rein als „immaterielle Werte“ auffassen, sodass man diesbezüglich abwarten muss, wie PayPal in den ersten Fällen entscheidet. Bleibt zu hoffen, dass Shop-Betreiber möglichst selten mit vermeintlichen Käuferschutz-Ansprüchen belastet werden. Immerhin wäre ein Missbrauch damit Tor und Tür geöffnet, denn ich glaube kaum, dass PayPal hier eine explizite Prüfung vornimmt, ob der Käufer die Software oder was auch immer auch nach Rückerstattung des Kaufpreises noch nutzen könnte…

Quelle PayPal via mobiFlip