PhotoFast i-Flash­Drive EVO: Die neuste Generation des USB-Sticks für iPhone und iPad auspro­biert

Am 03.02.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:17 Minuten

Mitte des letzten Jahres hatte ich mit dem i-Flash­Drive HD einen Speicher­stick für alle iPhone- und iPad-Geräte mit Lightning-Stecker im Angebot – immerhin eine recht praktische Sache wenn man einmal für die Reise ein paar Daten mitnehmen möchte, die den Speicher des iGerätes überfordern würden. Ein großer Kritik­punkt: Zum einen die mehr als hässliche App, zum anderen die recht träge Geschwin­digkeit des Sticks. Nun hat PhotoFast den Nachfolger in Form des i-Flash­Drive EVO veröf­fent­licht, der nicht nur eine neue App, sondern auch eine USB-3.0-Schnittstelle spendiert bekommen hat und damit deutlich schneller als sein Vorgänger sein soll. Ich habe mir das aktuelle Modell einmal genauer angesehen. 

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Was als erstes auffällt: Man hat ein wenig an der Optik des Speicher­sticks gearbeitet. Statt einem eher tristen weiß hat verwendet man nun ein modisches Schwarz, des Weiteren hat man auch die Form minimal verändert, wobei die Größe nahezu identisch geblieben ist – der Stick ist etwas größer als ein 2-Euro-Stück. Die Verar­beitung ist ebenfalls etwas besser geworden, zumindest sitzen die beiden Stecker fester als es beim HD-Stick der Fall war, dennoch hat man einen Kritik­punkt beibe­halten: Ohne die beiden Schutz­kappen hätte ich nur wenig Vertrauen, den Stick ungeschützt in der Tasche zu verstauen – und die Schutz­kappen verirren sich bei dem ein oder anderen sicherlich schnell im Nirgendwo.

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Ein paar kurze Worte für jene Nutzer, die ihr iPhone oder iPad mit einer obliga­to­ri­schen Hülle nutzen: Könnt ihr knicken. Liegt einfach in der Natur der Sache: Zwar ist der Lightning-Stecker identisch mit dem des origi­nalen Apple-Ladekabels, da der Speicher­stick jedoch deutlich breiter ist, lässt sich dieser eben nicht weit genug in die meist vorhandene Aussparung hindurch schieben. Hätte man nur über einen längeren Lightning-Stecker lösen können, dies hätte aber bei Geräten ohne Hülle eine sehr wacklige Angele­genheit zur Folge, was in meinen Augen schlimmer gewesen wäre. Sofern ihr ein Ultrahin-Case oder -Bumper nutzt könnte es klappen, mit den typischen Gummi- oder Leder-Cases kann es aber eben Probleme geben – nur mal so bemerkt. 

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Wie erwähnt besitzt der i-Flash­Drive EVO zwei Anschlüsse, von denen einer ein handels­üb­licher USB-3.0-Stecker darstellt über den sich die Daten vom Rechner wie gewohnt auf den Stick schubsen lassen. Beim Vorgänger war dies der Haupt­kri­tik­punkt, denn mit einer Schreib­ge­schwin­digkeit von 4,8 MB/s und einer Lesege­schwin­digkeit von 30,1 MB/s gehörte der Stick nicht gerade zu den Rennern. Anders hingegen der EVO-Stick, welcher an meinem iMac mit USB 3.0 durchaus sehen lassen kann: So erreichte dieser eine durch­schnitt­liche Schreib­ge­schwin­digkeit von 21 MB/s, lesend griff er mit 73,5 MB/s zu. In Bezug auf USB 3.0 wäre hier zwar noch Luft nach oben, dennoch eine deutliche Verbes­serung im Vergleich zum Vorgänger. Kleine Info am Rande: In einigen Tests liest man von keiner schnel­leren Geschwin­digkeit, was wohl an einer fehler­haften Charge lag – sollte euer EVO also deutlich langsamer als die erwähnten Werte sein, einfach mal beim Hersteller anheuern.

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Hat man seine gewünschten Dateien dann einmal auf das i-Flash­Drive verfrachtet (ich habe für etwa 3,75 GB runde vier Minuten benötigt) und mit dem iPhone oder dem iPad verbunden, so erkennt iOS diesen als Speicher­stick und fordert euch direkt auf, die entspre­chende i-Flash­Drive-ONE-App aus dem App Store zu laden. Ohne App, kein Stick – logische Sache. Dabei hat man die App völlig neu entwi­ckelt, sodass es nun getrennte Apps für den HD-Stick und das neuere EVO-Modell gibt. 

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Die EVO-App wurde von Grund auf neu entwi­ckelt und hat auf den ersten Blick eine deutliche Auffri­schung der Optik erfahren. Noch immer keine App mit dem Prädikat „Schick“, aber deutlich gelun­gener als die App für den HD-Stick. Einmal ein grober Überblick darüber, was wir mit der besagten App so anstellen können. Fangen wir einmal mit den Siche­rungs­funk­tionen an, denn mittels der App können wir schnell und einfach unsere Kontakte als vCards, die Kalender im ICS-Format und Fotos auf dem Stick sichern – funktio­niert wie auch die Wieder­her­stellung mit einem Klick und ist innerhalb von ein paar Sekunden erledigt, bei der Foto-Sicherung kommt es natürlich auf den Umfang eurer Aufnahmen an. Außerdem können wir natürlich auch über einen rudimen­tären Datei-Manager auf unseren internen Speicher, unseren Speicher­stick und unsere Dropbox zugreifen – dort lassen sich eben Dateien öffnen, verschieben, neue Aufnahmen kopieren und so weiter und so fort. Wichtig zu wissen: “Interner Speicher” stellt dabei übrigens nicht den kompletten Speicher des iDevices dar, sondern ist lediglich der Speicher­be­reich, auf den die App zugreifen kann und welchen man auch über die Datei­ver­waltung innerhalb iTunes zugreifen kann. 

Viel inter­es­santer ist jedoch der direkte Zugriff auf den Speicher­stick, wofür es auf dem Haupt­bild­schirm geson­derte Menüpunkte gibt. So scannt die App die vorhan­denen Dateien und sortiert diese in einzelne Datei­typen auf: Musik, Videos, Fotos, Dokumente und „andere Dateien“. Im Falle von Musik lässt sich so zwischen Wieder­ga­be­listen, Künstler, Songs und Alben wechseln, Videos bieten Zugriff auf die gespei­cherten Kamera-Aufnahmen und so weiter und so fort. Neben dem Zugriff auf den externen Speicher lässt sich wiederum auch auf den internen Speicher zugreifen, für den Fall, dass man Daten einmal vom Stick auf das iPhone oder iPad verschoben hat. 

Dabei unter­stützt die App zahlreiche verschiedene Datei­formate. Im Falle von Bildern sind dies JPG, PNG, BMP, GIF, TIF, TIFF, ICO, XBM und CUR, Musik wird in den Formaten MP3, AAC, AIF, AIFF, WAV, M4A und CAF abgespielt, in Bezug auf Videos werden die Formate MP4, MOV und M4V abgespielt, des Weiteren lassen sich auch Dokumente wie PDFs, Textda­teien, Word- und Excel-Dateien direkt innerhalb der App öffnen – alter­nativ dazu lassen sich Dateien auch in anderen Apps öffnen. In so weit also nichts beson­deres. Etwas negativ ist die Unter­stützung an Video­for­maten, denn mit nur drei Formaten ist die Wahl schon stark beschränkt – zumal die HD-App deutlich mehr Formate unter­stützt hat und ich zumindest eine AVI-Unter­stützung gedacht hätte. 

Zur Perfor­mance der App kann ich eigentlich nichts negatives sagen. Je nach Größe des Films benötigt die App zwar ein paar Sekunden, dann aber werden diese ohne Ruckler wieder­ge­geben, ebenso kann gesprungen werden – zumindest in der mir verfüg­baren MOV-Datei mit etwa 500 MB. Das Kopieren vom Speicher­stick auf den internen Speicher des iPhones benötigte bei einer 2,1 GB großen Datei etwa 2:30 Minuten – der umgekehrte Weg benötigte etwa vier Minuten. Kurios ist dabei eine Sache bezüglich der Geschwin­digkeit der Lightning-Schnitt­stelle: Von Haus ist diese lediglich mit einer Geschwin­digkeit von 5 bezie­hungs­weise 2 MB/S ausge­stattet (Lesen/Schreiben), per In-App-Kauf lässt sich jedoch ein Boost von über 100% erzielen und die Geschwin­digkeit so auf 14 MB/s lesend bezie­hungs­weise 7 MB/s schreibend freischalten. Glück im Unglück: Dieser In-App-Kauf ist kostenlos, dennoch bleibt ein merkwür­diger Beige­schmack.

Zu guter Letzt gibt es dann auch noch ein paar Einstel­lungs­mög­lich­keiten mit inter­es­santen Sicher­heits-Funktionen, die aller­dings erst nach einer in meinen Augen etwas unnötigen Regis­trierung möglich sind. So könnt ihr einen PIN-Code vergeben und den Stick entweder für den Anschluss an einen Rechner sperren oder nur zur Nutzung dieses iGerätes freischalten – beides lässt sich natürlich temporär oder dauerhaft auch wieder deakti­vieren.

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Fazit? Man hat den HD-Stick durchaus an einigen Punkten verbessern können, vor allem in Sachen Geschwin­digkeit. Zwar reißt die USB-3-Imple­men­tierung noch immer keine Bäume aus, gerade im Vergleich zum Vorgänger ist der EVO-Stick aber deutlich schneller geworden und alles andere als eine Frustration – was für beide Schnitt­stellen gilt. Einziger kleiner Kritik­punkt ist weiterhin die App, die zwar ebenfalls besser ausschaut als die des Vorgängers, dennoch weit davon entfernt ist wirklich schick oder benut­zer­freundlich zu sein – zumal ich auf wesentlich mehr unter­stützte Datei­formate gehofft habe, zumindest was die Video-Kompa­bi­lität betrifft. Ich hoffe ja, dass man irgendwann mal richtig fähige Designer einstellt, die die eigentlich gar nicht so schlechte App einmal optimieren und wirklich intuitiv machen – manche Funktionen (zum Beispiel das Verschieben und Kopieren von Dateien) sind etwas verwirrend imple­men­tiert worden. 

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Ansonsten: Benötigt ihr zwecks Datei­aus­tausch oder zur externen Speicherung eine entspre­chende Lösung, so könnt ihr ohne große Bedenken zuschlagen, muss jeder für sich selbst wissen. Um aber zum Beispiel für die Urlaubs­fahrt ein paar Musik­titel oder Videos in petto zu haben ohne den Speicher des iDevices voll zu hauen oder erst aussor­tieren zu müssen, stellt das i-Flash­Drive EVO eine gute Lösung dar. Erfreulich: Auch in Sachen Preis hat man den EVO etwas günstiger positio­niert: 8 GB gibt es bei Amazon aktuell für rund 70 Euro, die 16 GB Version für 80 Euro, rund 100 Euro muss man für die Variante mit 32 GB hinlegen und der Stick mit 64 GB schlägt mit dicken 195 Euro zu Buche. Gerade die Versionen mit 8 und 16 GB sind recht bezahlbar geworden, wenn man bedenkt, dass die HD-Variante mit 16 GB mal mit 110 Euro zu Buche schlug. Wer eine solche Lösung benötigt: Daumen hoch.