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Pimp my MacBook Pro: RAM tauschen, Festplatte austauschen und Lüfter reinigen

Marcel Am 15.07.2012 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:32 Minuten

Dieses Jahr habe ich auf die neuen MacBook Pros gewartet und gehofft, Apple verbindet die Pro mit der Air Linie. Stattdessen gab es nur ein MacBook Pro Retina – sicherlich optisch schick, top Display, aber eben nur 15 Zoll. Mal vom Preis her abgesehen, fehlt mir ein 17 Zoll Modell – ich nutze mein MBP immerhin als Desktopersatz. Nun scheint es so, als hätte Apple die 17ner-Serie still und heimlich sterben lassen und ich stand nun also vor der Entscheidung zwischen Aufrüsten oder Neukauf?

Ich besitze noch immer ein MacBook Pro Mid 2009, was mir prinzipiell auch immer reicht. Ich tippe eben nur, erledige Onlinekäufe, etwas Musik und Co. Spiele oder anspruchsvolle Photoshop- oder Videoaufgaben? Fehlanzeige. Sollte ich das 2009ner nun noch aufrüsten oder doch auf ein 2011er Modell mit i5/i7 umsteigen? Nach abwägen aller Vor- und Nachteile gab es für mich eigentlich nur Nachteile für einen Neukauf: Hauptargument Geld. Klar, der i7 wäre mit Sicherheit schneller und so, aber zwischen Aufrüsten und Neukauf liegen immerhin mindestens 1800€.

So entschied ich mich, mein altes MBP aufzurüsten: Statt den eingebauten 4GB RAM gibt es also satte 8GB und statt der 500GB HDD eine 256GB SSD – ich habe derzeit mit virtuellen Maschinen gut 50GB belegt – da reicht also die „kleine“ SSD.

Beim RAM habe ich mich für zwei 4GB Dual Channel RAM-Module von Samsung entschieden, bei der SSD viel meine Wahl auf die Cruzial m4 256GB. Ich hatte als Festplatte auch eine Seagate Momentus XT 500GB Hybrid-Festplatte im Wochentest, mich allerdings dann doch für die SSD entschieden. Die Seagate-Platte war zwar sauschnell, aber dennoch eben mechanisch, und zu den leisesten gehörte die Festplatte mit ihren 7200 Umdrehungen die Minute sicherlich nicht. Kein mega lautes Geräusch, aber eben doch für mich störend. Ich muss dazu sagen, dass ich was das angeht schon sehr empfindlich bin – aber rein faktisch waren die Lüfter des MBP auf Stufe 2 oder 3 schon lauter als die Momentus XT. Aber dennoch störte mich das Geräusch eben. Wer jedoch etwas mehr Speicherplatz benötigt und die Geschwindigkeitsvorteile einer SSD haben möchte, der ist mit der Seagate Momentus XT sicherlich bestens bedient – eine bessere Kombination aus Speicherplatz+Geschwindigkeit+Preis gibt es bei den SSDs definitiv nicht.

Außerdem wichtig: Ihr benötigt für den Austausch der Festplatte zwingend einen Torx 6 Schraubendreher. Ich habe ein kleines Schraubendreher-Set von Hama, welches neben den „Standard“-Varianten auch sechs verschiedene Torx-Varianten besitzt.

Etwas besorgt war ich jedoch wegen des Einbaus der neuen Teile – ich bin handwerklich gesehen ein absoluter Tyrannosaurus Rex. Computer sind zwar etwas anderes, aber ein As bin ich eben nicht. Aber der Austausch von Festplatte und RAM war echt super simpel.

Zuerst einmal solltet ihr natürlich euer MacBook Pro ausschalten und vom Stromnetz trennen. Beim umdrehen solltet ihr darauf achten, dass ihr eine weiche Unterlage drunterlegt, sonst kann es häßliche Kratzer geben. Nun müssen alle zehn Schrauben mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubendreher entfernt werden. Achtet darauf, dass ihr die Schrauben so vor euch legt, wie ihr sie entfernt habt. Die Schrauben haben unterschiedliche Größen, nicht dass ihr nachher durcheinander kommt.

Alle Schrauben entfernt? Dann könnt ihr den Boden einfach vom Lüfter hin hochdrücken. Mit Gefühl natürlich, nicht wie der russische Kosmonaut bei Armageddon. Und schon seht ihr die Innerreien eures MacBook Pros vor euch.

Ich denke mal, ich brauche nicht groß erklären, was nun was ist, oder? Jedenfalls solltet ihr – bevor ihr irgendwo anders dran geht – irgendeinen Metallrahmen im MacBook berühren, um eventuell vorhandene elektrostatische Ladungen von eurem Körper abzuleiten.

Den RAM tauschen

Ich habe als erstes den RAM ausgetauscht – war mir einfach sympatischer. Die RAM-Bausteine findet ihr mittig eingeklappt. Um sie zu entfernen, drückt die schwarzen Halterungen links und rechts sanft auseinander, dann springen die Module fast von alleine heraus.

Um die neuen Riegel einzusetzen geht ihr ähnlich vor: Zuerst steckt ihr den unteren Riegel sanft in die Kontakte, dann drückt ihr diesen mit gleichmäßigem, leichten Druck herunter. Das selbe wiederholt ihr auch mit dem oberen. Wenn beide korrekt eingebaut sind, sollten diese natürlich eben sein.

Die Festplatte austauschen

Kommen wir nun zur Festplatte – das ist ebenso leicht. Zuerst einmal müsst ihr die zwei schwarzen Schrauben am unteren schwarzen Rahmen hochdrehen – Achtung: Diese braucht ihr nicht komplett herausdrehen, es reicht wenn sie ein paar Millimeter nach oben gewandert sind. Den schwarzen Balken könnt ihr danach entfernen.

Nun könnt ihr die Festplatte vorsichtig entnehmen und das Kabel herausziehen. Wenn ihr euch nun die Festplatte betrachtet, werden euch sicherlich die vier Schrauben an den Seiten ins Auge fallen. Diese müsst ihr entfernen – dafür benötigt ihr einen Torx-6-Schraubendreher, den ihr in besagtem Hama Mini Schraubendreher-Set findet.

Ich glaube, es ist unnötig zu erwähnen, dass ihr die vier Schrauben nun an eure neue Festplatte bringen müsst – sie dienen als „Einbaurahmen“ und halten die Festplatte ein wenig geschützt in eurem MacBook.

Und nun geht es also wieder alles Rückwärts: Kabel an die Festplatte bringen, wieder in die Bucht einstecken, den schwarzen Balken ordentlich auf die Torx-Schrauben setzen und die zwei kleinen Schrauben wieder andrehen.

Je nachdem ob ihr nun eine neue, unformatierte Festplatte nutzt, oder eine geklonte, müsst ihr Mac OS X natürlich nun nochmals neu installieren. Am besten erstellt ihr euch (vor dem Upgrade) einen Lion Installations-Stick, diesen könnt ihr später anstecken und mit gedrückter Alt-Taste euer MacBook starten – schon könnt ihr euren Stick auswählen und Lion neuinstallieren. Ich habe beides gemacht: Einmal neu installiert (mit der Seagate Momentus XT) und einmal geklont (mit der Cruzial m4). Klappt beides einwandfrei.

Die Lüfter reinigen

Wenn ihr noch Lust habt, könnt ihr euch noch kurz an die beiden Lüfter begeben – diese sammeln nämlich recht viel Staub an, wodurch die Kühlleistung verringert, und damit die Lautstärke erhöht wird.

Einfach die zwei Schrauben entfernen und das Kabel vorsichtig nach oben abziehen. Nun könnt ihr Lüfter samt Lüftschlitze reinigen, zum Beispiel mit Druckluftspray. Achtet nur darauf, dass ihr den Lüfter leicht mit den Fingern fixiert und ihr den Staub aus den Kühlschlitzen nicht weiter ins MacBook jagd. Danach sollten beide Lüfter wieder wie neu aussehen.

Wenn alles erledigt ist, könnt ihr euer MacBook wieder zusammenschrauben. Deckel drauf, Schrauben in richtiger Reihenfolge wieder rein drehen und starten.

Wie gesagt: Ich habe meine Cruzial m4 vorher mittels Carbon Copy Cloner geklont, daher war die Neuinstallation nicht mehr von Nöten. Eine Neuinstallation lohnt sich jedoch – gerade, wer viel Software testet. Ich habe ein paar Programme, die sich direkt nach dem Hochfahren öffnen (Reader, Mail, und weitere Menübar-Apps wie Dropbox, Radium, Cobook und Co.). Vormals dauerte ein Kaltstart über 3 Minuten bis alles fertig geladen war, mit der Seagate Momentus XT brachte es das MacBook auf gute 39 Sekunden, die Cruzial m4 reduzierte das ganze nochmals um 6 Sekunden auf etwa 33 Sekunden Kaltstart inklusive Start der Programme. Und dank SSD ist das MacBook nun – außer in Last natürlich – absolut geräuschlos.

Fazit: Die 8GB RAM und die SSD lohnen sich. Damit erspare ich mir einen teuren Neukauf, zumal die Leistung für mich eben noch immer mehr als ausreichend ist. Nochmal eine kleine Übersicht, was ich so für Hardware und Zubehör ausgegeben habe:

Damit komme ich auf etwa 300€ mit SSD und auf etwa 200€ mit der Hybridplatte – und ich persönlich würde immer wieder auf die SSD setzen: Leiser, ohne Vibrationen und vor allem noch einen kleinen Tacken schneller. Viel Spaß beim basteln.

Bildquelle MacBook Pros @ Flickr

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