Pix für iOS: Microsoft Research bringt Kamera-App mit künst­licher Intel­ligenz

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Micro­softs Experi­men­tier­schmiede Research hat mit Pix eine neue Kamera-App fürs iPhone veröf­fent­licht, die euch mit Hilfe einer künst­lichen Intel­ligenz zu besseren (Portrait-)Aufnahmen verhelfen möchte.

Kamera-Apps gibt es duzende – nein, hunderte – im App Store, allen voran das funktionell führende Camera+. Und wer keinen Bock auf eine alter­native App hat, der bekommt natürlich auch noch die standard­mäßige Kamera.app von iOS. Dennoch werden weiterhin rege Kamera-Apps entwi­ckelt und veröf­fent­licht, nun mischt auch Microsoft Research in diesem Schwarm mit. Wie es aber bei Veröf­fent­li­chungen der Microsoft’schen Forschungs­ab­teilung so ist, hat man nicht einfach nur irgendeine weitere Kamera-App veröf­fent­licht, sondern Pix für iOS mit einer Art künst­licher Intel­ligenz ausge­stattet, die euch vor allem bei Aufnahmen von und mit Menschen zu besseren Bildern verhelfen möchte. 

Sobald ihr die Kamera-App öffnet, analy­siert diese die erfassten Elemente im Sichtfeld der Kamera. Betätigt ihr nun den Auslöser, so schießt die Kamera-App direkt hinter­ein­ander zehn Bilder, die dann wiederum analy­siert werden. Bei dieser Analyse prüft Pix aber nicht nur Dinge wie die Beleuchtung und Schärfe der Aufnahme, sondern versucht auch zu erkennen, ob die fotogra­fierten Personen lächeln, die Augen geschlossen haben und ähnliches. Anhand dieser Merkmale wählt die App dann zwei Aufnahmen (+ Live-Foto) aus, die dann nochmals mit Hilfe der Bildin­for­ma­tionen der restlichen Aufnahmen verbessert werden. Zu guter Letzt muss sich der Nutzer dann nur noch für eine der Aufnahmen entscheiden. 

Ihr selbst bekommt von der Arbeit „hinter den Kulissen“ nicht viel mit: Auslöser betätigen, kurz warten, das für sich beste Motiv auswählen, fertig. Funktio­nierte mit ein paar Testauf­nahmen nicht schlecht, wobei die App eben auf Fotos mit Gesichtern spezia­li­siert ist; Landschafts­auf­nahmen sind zwar möglich, hierbei hat man aber gegenüber anderen Kamera-Apps keinen Mehrwert. Was aller­dings noch ein kleiner Mehrwert ist: Wird innerhalb der Serien­auf­nahme eine Bewegung erkennt, kann Pix auch ein kleines Video (ähnlich wie auch Apples Kamera-App) erstellen, hierbei kommt die Hyper­lapse-Technik zum Einsatz um diese Video­loops etwas zu entwackeln. 

Finde den Ansatz durchaus inter­essant, die App selbst wird man aber wohl auf Tante Emmas iPhone seltener zu Gesicht bekommen – aller­dings zielt man mit den Research-Apps auch gar nicht auf die breite Masse ab, statt­dessen geht es eher darum zu zeigen, was möglich ist. Um weitere Erfah­rungen zu sammeln, sendet die App während der Nutzung anonyme Daten an Microsoft, unter anderem zum Beispiel welche Fotos letztlich ausge­wählt und welche verworfen werden. Durch diese Teleme­trie­daten wollen die Research-Mitar­beiter von den Nutzern lernen und die AI weiter verbessern. Ein Blick und Versuch ist die App definitiv mal wert, eine Android-App soll „in Kürze“ folgen. Inter­essant für euch?

Microsoft Pix-Kamera

via Product Hunt