Polymail: Ein kurzer Blick in den neuen Mail-Client für iOS und Mac OS X

Am 07.03.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:13 Minuten

polymail

Seit dem Ende der Mail-App Mailbox scheint es so, als seien Mail-Apps der neuste „heiße shice“, zumindest haben iOS-Nutzer inzwi­schen zahlreiche Alter­na­tiven zur Auswahl, darunter mein Favorit Spark, das umfang­reiche Airmail, daneben Outlook, Inbox/Gmail, Cloud­Magic und Boxer. Nun gibt es eine weitere Alter­native, die auf den Namen Polymail hört, sowohl für iOS, als auch für OS X zu haben ist (Android-Version ist geplant und soll folgen) und wie auch Mailbox vor einigen Jahren zumindest während der Beta-Phase auf ein Invite-System setzt. Ich habe meinen Einla­dungscode nun vor einigen Tagen erhalten und möchte euch ein paar kleine Einblicke in die beiden Apps für iOS und den Mac an dieser Stelle nicht vorent­halten.

Fangen wir einmal mit der iOS-App an, die sich optisch irgendwie ein wenig unauf­ge­regter und weniger verspielt präsen­tiert, es als bei Spark und Airmail der Fall ist. Muss nichts negatives sein, ist einfach Geschmack­sache. Mails in der Liste lassen sich mittels obliga­to­ri­scher Wisch­gesten schnell Löschen, Archi­vieren, Zurück­stellen und Verschieben, auch eine Suchfunktion ist an Bord und ihr könnt natürlich auch auf eure angelegten Ordner und Label zugreifen. Seit Mailbox gehört die Snooze-Funktion zum guten Ton und so hat auch Polymail diese an Bord – leider fehlen hier Anpas­sungs­mög­lich­keiten der einzelnen Zeitpunkte. 

Beim Versand einer neuen Mail habt ihr die Möglich­keiten, eine Lesebe­stä­tigung („Zählpixel“) anzufordern oder die Mail erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abzusenden. Ganz nett: Der Versand einer Mail wird um ein paar Sekunden verzögert, sodass das Absenden noch wider­rufen werden kann. Ansonsten war es das dann aber auch schon, denn wirklich viele Einstel­lungs- oder Anpas­sungs­mög­lich­keiten gibt es nicht. Leider ist auch die iOS-Integration (noch) nicht sonderlich hoch, Schnell­ak­tionen in den Benach­rich­ti­gungen fehlen zum Beispiel ebenso wie eine Unter­stützung für 3D Touch. Dafür aber kann man positiv festhalten, dass Polymail zuver­lässig eure Mails synchro­ni­siert, Benach­rich­tigung ausgibt und auch sonst sehr flüssig läuft. 

Die Mac-App von Polymail besitzt natürlich den gleichen Funkti­ons­umfang wie die iOS-App, sieht optisch aber logischer­weise wie eine klassische Desktop-App aus. Neben der vollen Anzeige aller Ordner und Ordner­namen gibt es auch einen kompakten Modus, die Mail-Liste beinhaltet ebenso Wisch­gesten – und auch sonst erkennt man den optischen Stil der iOS-App in der Mac-App wieder. Ein Feature, welches die iOS-App nicht besitzt, ist ein flottes Abmelden von Newsletter über einen eigens dafür vorhan­denen Button – dafür werden Mails nach entspre­chenden „Unsubcribe“-Links gescannt, ein Klick auf den Button öffnet diesen lediglich im Browser. Dennoch: erspart das Gesuche nach dem Abmelden-Link. 

Das also einmal als flotten Einblick in die beiden Polymail-Apps. Diese befinden sich aktuell in einer Beta-Phase, hier und da kann sich also bis zu den finalen Versionen noch etwas ändern. Bislang arbeitet Polymail nur mit Gmail- und iCloud-Accounts zusammen, eine Unter­stützung für Outlook-, Yahoo- und IMAP-Accounts ist aber bereits in Planung. Was zu beachten ist: Polymail erfordert einen eigenen Account, laut den Entwicklern werden aber keine Account-Daten auf deren Server gespei­chert. Nach dem ersten Login in Gmail/iCloud wird ein Authen­ti­fi­zie­rungscode erstellt, über den Push-Benach­rich­ti­gungen aktiviert und genutzt werden. 

When you login to Gmail the first time, Google generates an authenti­cation key for your Polymail client. That authenti­cation key is unique and can only be used by that specific Polymail client. That key is then used to retrieve your messages. That’s what makes push possible – we don’t raw store specific usernames and passwords — all generated authenti­cation keys!Polymail

Meine persön­liche Meinung? Die Mac-App ist wirklich gelungen und gehört in meinen Augen zu den besseren Mail-Clients für OS X – schlichte Oberfläche, ein paar Einstel­lungs­mög­lich­keiten, gute Perfor­mance. Bleibt zumindest bis zum Release von Spark für den Mac erst einmal im Einsatz. Auf dem iPhone sieht es aber schon ein wenig anders aus. Nun ist es nicht so, dass die App schlecht ist, denn immerhin funktio­niert sie einwandfrei, schnell und hat ebenso brauchbare Funktionen. Den Vergleich gegen Apple Mail gewinnen beide Versionen, gegenüber Spark oder Airmail zieht Polymail für iOS aber den kürzeren. Das aber ist definitiv Geschmack­sache, mir persönlich ist die UI von Polymail aber etwas zu „aufge­räumt“ – mal von den fehlenden Anpas­sungs­mög­lich­keiten abgesehen. 

Wer Polymail selbst auspro­bieren möchte: Die iOS-App findet ihr im App Store, die Mac-App gibt es hier (Direktlink). Und natürlich benötigt ihr (zumindest derzeit) noch eine Einladung, die ihr auf der offizi­ellen Seite anfordern könnt.

Und falls ihr Polymail bereits auspro­biert habt: lasst doch mal eure Meinung hören. ^.^