Popcorn Time: Abmahnwelle gegen Nutzer des Streaming-Dienstes rollt heran

Marcel Am 17.05.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:08 Minuten

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In letzter Zeit habe ich immer häufiger – vor allem auch im mehr oder weniger privaten Umfeld – den Namen Popcorn Time gehört, wenn es um das Anschauen von Filmen und Serien ging. Jener Dienst, welcher erst in den letzten Tagen eine App für Android veröffentlicht hat und den es daneben auch noch als native Apps für Windows, Mac und Linux gibt. Das Angebot ist verführerisch: Schicke und einfache Oberfläche, sehr aktuelle Filme und Serien und noch dazu kostenlos nutzbar. Und beim Begriff „kostenlos“ sollten bei dem geneigten Nutzer eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen.

Während Maxdome, Watchever und Co. einen monatlichen Pensus verlangen, haut Popcorn Time die Inhalte kostenlos raus? Alleine hier müsste es eigentlich „möööp“ machen, scheinbar ist die Kostenloskultur jedoch soweit in den Köpfen drin, dass sich vor allem eher unbedarfte Nutzer über diesen Punkt keine Gedanken machen und den Dienst fröhlich vor sich her nutzen.

Doch nun kommt für viele die bittere Erkenntnis, dass an dem Dienst doch etwas faul sein könnte. Denn wie Heise berichtet rollt derzeit eine Abwahnwelle gegen Nutzer von Popcorn Time und einem ähnlichen Dienst namens cuevana.tv. Der Anwalt Christian Solmecke berichtet von einem verstärkten Aufkommen an Abmahnschreiben, die sich gegen Nutzer des Dienstes richten, die unter anderem von der in Abmahnkreisen bekannten Kanzlei Waldorf Frommer verschickt werden. Mehrere hundert Euro verlangen die Rechteinhaber wegen der unrechtmäßigen Vervielfältigung – der Stern berichtet so von 815 Euro für das Anschauen des Films „Project X“.

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Der Unterschied zu der Porno-Abmahnwelle gegen Ende des vergangenen Jahres: Im Gegensatz zu den recht fragwürdigen Abmahnungen gegen RedTube-Nutzer sind die Abmahnungen gegen Nutzer der beiden genannten Streaming-Dienste rechtens. Denn im Falle von Popcorn Time wird das BitTorrent-Protokoll genutzt, Filme und Serien werden direkt aus den Tauschnetzwerken gestreamt.

Der Nachteil dabei: Es werden nicht nur Daten heruntergeladen, sondern die empfangenen Teile werden anderen Nutzern über das Netzwerk direkt wieder freigegeben und hochgeladen, nach deutschem Urheberrecht liegt somit ein öffentliches Zugänglichmachen eines urheberrechtlich geschützten Werkes vor – was bekanntlich strafbar ist, noch dazu lassen sich die IP-Adressen der Nutzer einfach einsehen.

Nun gibt es dabei natürlich unter Umständen zwei verschiedene Nutzergruppen: Jene, die die technischen und rechtlichen Hintergründe kennen und das Risiko einer Abmahnung in Kauf nehmen und jene Nutzer, die sich vom professionellen Eindruck von Popcorn Time blenden lassen und sich gar nicht darüber im klaren sind, dass sie eine illegale Vervielfältigung und Verbreitung betreiben.

Nun schützt in Deutschland bekanntlich Unwissenheit nicht vor einer Strafe, dennoch solltet ihr sofern Freunde, Bekannte oder sonstige Personen den Dienst nutzen sollten, freundlich einmal darauf hinweisen – ich bin in letzter Zeit wie gesagt häufiger mal mit großen und ungläubigen Augen angeschaut worden, als ich den Dienst als illegal abgestempelt habe. Ja, es gibt noch wirklich zahlreiche Menschen da draußen, die meinen Inhalte kostenlos zu bekommen – aber vielleicht sind diese Abmahnungen diesbezüglich ja gar nicht mal so verkehrt.

Quelle WBS-Law via Heise Stern

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