PowerQueen P300 Powerstation im Test: Tragbare Powerstation der Einstiegsklasse mit solidem Gesamtpaket

Marcel Am 10.03.2024 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:22 Minuten

So langsam kommt die Sonne wieder etwas mehr heraus und damit zieht es auch die Menschen wieder mehr vor die Tür – spätestens, wenn dann auch die Temperaturen noch ein wenig steigen. Sei es nun in den heimischen Garten, auf die Wiese im Park, an den Strand oder so auch immer euer Sonnenplatz sein könnte. Und nicht selten sind heutzutage auch elektronische Geräte dabei, die sich im Notfall in den meisten Fällen mit einer handelsüblichen Powerbank betreiben und laden lassen – Smartphones, Lautsprecher, kleine Lichtquellen und andere Kleingeräte. Allerdings gibt es durchaus auch mal Situationen, bei denen eine einfache Powerbank nicht ausreicht. Entweder weil der Trip etwas länger oder gar über mehrere Tage gehen wird wird oder weil die Geräte schlicht eine größere Stromquelle benötigen, vornehmlich kann man da Geräte wie Notebooks und Kühlboxen nennen, aber auch kleinere Werkzeuge und Haushaltsgeräte – je nachdem, was man so vorhat.

Hier kommen nun sogenannte Powerstations ins Spiel, die eigentlich nichts anderes als größer ausgelegte Powerbanks sind. Jene bieten zwar aufgrund ihrer Abmessungen und des Gewichts eine deutlich geringere Portabilität, besitzen dafür aber ein deutliches Mehr an Leistung und Anschlussvielfalt – insbesondere sind in fast allen Fällen „echte“ 230V-Steckdosen vorhanden. Da tummeln sich ja mittlerweile einige Hersteller auf dem Markt, unter anderem PowerQueen, der mit der P300 eine vergleichsweise günstige Powerstation auf dem deutschen Markt anbietet. Für einen Preis von rund 200 Euro gibt es eine Steckdose mit 300 Watt, zwei DC-Ausgänge mit 12V/10A, ein KfZ-Zigarettenanzünder mit 12V/10A, diverse USB-Anschlüsse und einen LiFePO4-Akku mit 300 Wh. Das klingt angesichts des Preises nach einem recht soliden Leistungspaket, bei dem man natürlich den ein oder anderen Kompromiss eingehen muss, welches aber insgesamt doch eine Menge an Möglichkeiten mit sich bringt.


Das ist die PowerQueen P300

Anhand der Kapazität von 300 Wh lässt sich schon erahnen, dass die P300 auf der einen Seite keine „Powerbank“ für die Hosentasche ist, auf der anderen Seite aber mit doch kompakten Abmessungen punkten dürfte: Und so ist es auch, denn mit 23 x 16 x 19 Zentimeter misst die Powerstation nicht viel mehr als ein Sixpack Bier und auch das Gewicht von knapp 3,6kg macht kaum von sich reden. Mithilfe eines Tragegriffs lässt sich die Powerstation von A nach B befördern, wobei sie sogar noch in einen größeren Rucksack passen würde – wenn man es denn möchte. Das Gehäuse selbst besteht aus herkömmlichem Kunststoff und ist wie auch die hauptsächlich graue Farbgebung wenig spektakulär. Die Verarbeitung der P300 lässt zwar keine Jubelschreie erklingen, ist aber solide und soweit OK; zumindest konnte ich keine scharfkantigen Stellen, unsaubere Übergänge oder andere Produktionsfehler erkennen. Das passt soweit.

Auf der rechten und linken Stirnseite der P300 sind zwei Lüfter verbaut, laut Hersteller handelt es sich hierbei um zwei 40x40x20mm-Lüfter mit 5 Volt. Auf der Rückseite wurde eine kleine LED-Beleuchtung integriert, die sich mit dem darunter befindlichen Taster ein- und ausschalten und in verschiedene Leuchtmodi versetzen lässt: Hell, dunkler, SOS, Blinklicht und aus. Dazu muss allerdings zunächst der Hauptschalter auf der vorderen Seite der Powerstation eingeschaltet werden. Dort befinden sich dann auch alle weiteren Schalter und Anschlüsse, die mit Ausnahme der Bordspannungssteckdose allesamt offen und ungeschützt sind. Das verwundert dann doch etwas, insbesondere weil der Hersteller den Outdoor-Einsatz in Text und Bild bewirbt – insbesondere in Kombination mit dem optional erhältlichen Solarpanel. So aber muss man das Gerät aber natürlich schon vor dem feinsten Regen und auch Dreck und Sand schützen, was den Einsatz doch einschränkt.

Große Anschlussvielfalt

Die PowerQueen P300 bringt natürlich zunächst eine AC-Schukosteckdose mit 300 Watt mit, dazu gesellen sich noch zwei DC-Ausgänge (DC5521) mit 12V/10A als Rundstecker und die besagte Bordspannungssteckdose (umgangssprachlich auch „Zigarettenanzünder“) mit ebenfalls 12V/10A. An USB-Steckern gibt es insgesamt vier: Zwei USB-A-Buchsen mit 18 Watt und Quick Charge 3.0, sowie zwei USB-C-Anschlüsse mit jeweils 30 beziehungsweise 60 Watt und Power Delivery (aber ohne PPS). Zum Aufladen der integrierten ​​Akkuzellen kann entweder der größere der beiden USB-C-Ports genutzt werden, ein Solarmodul (ein Adapterkabel liegt bei), der 12V-Zigarettenanzünder oder der dafür vorgesehene Rundstecker (DC5521). Das ist angesichts der Preisstellung und der Größe der Powerstation eine doch recht stattliche Zahl an verschiedenen Anschlüssen, mit denen sich die verschiedensten Geräte anschließen lassen – natürlich im Rahmen der Leistung.

Kapazität und Leistung

Die PowerQueen P300 setzt auf ​​LiFePO4-Akkuzellen (Lithium-Eisenphosphat), die sich inzwischen fast schon als Quasi-Standard in Powerstations (und anderen Geräten) herauskristallisiert haben. Der Grund ist einfach, denn im Vergleich mit Lithium-Ionen-Akkus, wie sie beispielsweise in Smartphones zum Einsatz kommen, bieten FiFePO4-Zellen eine höhere Haltbarkeit: Während Li-Ion-Akkus auf rund 500 Ladezyklen kommen, können die günstigeren LiFePO4-Akkus gut 2.000 Ladezyklen erreichen und sind dabei auch weniger empfindlich. Zu letzterem zählt auch, dass LiFePO4-Akkus weder brennbar noch explosiv sind und bieten daher ein Mehr an Sicherheit, sollte das Batteriemanagementsystem der Powerstation einmal seinen Dienst versagen. Einziger Nachteil sind allerdings Größe und Gewicht, denn Li-Ion-Akkus sind bei gleicher Kapazität wesentlich größer und schwerer als ihre LiFePO4-Pendants. In Kleingeräten macht das viel aus, bei einer Powerstation aber nebensächlich, sodass dort die anderen Vorteile schwerer wiegen.

Die maximale Gesamtausgangsleistung der PowerQueen P300 liegt bei 400 Watt, von denen 300 Watt über die AC-Steckdose abgerufen werden können. Die DC-Rundstecker bringen es auf 120 Watt, die ÜSB-Anschlüsse können zusammen maximal 180 Watt abgeben. Werden mehrere Anschlüsse gleichzeitig verwendet, werden Ausgangsstrom und Leistung jedes Ports automatisch entsprechend den extern angeschlossenen Geräten verteilt. Schließt ihr also beispielsweise zwei Geräte an die Rundstecker an, dürfen diese zusammen maximal 180 Watt benötigen. Selbiges gilt auch für die Gesamtausgangsleistung, wobei sich die Powerstation automatisch abschaltet und eine Fehlermeldung ausgibt, wenn die Maximalleistung eines Anschlusses überlastet wird. Schade: Es werden keine direkten Informationen angezeigt, sondern lediglich ein Fehlercode – die von E01 bis E13 gehen. Die muss man dann eben kennen oder nachschlagen, dabei hätte es für eine aussagekräftigere Textteile sicherlich gar nicht viel gebraucht.

Die Kapazität des LiFePO4-Akkus beträgt laut Herstellerangaben 300 Wattstunden. Ihr könnt also ein Gerät mit 300 Watt eine Stunde lang betreiben oder aber auch ein Gerät mit 30 Watt für 10 Stunden. Das aber nur theoretisch, denn dazu kommt noch Strom für das Display, die beiden Lüfter und eine Verlustleistung. Als Faustformel gilt Wattstunden mal 0,85 (Prozent) geteilt durch die Wattleistung des Verbrauchers. In dem Fall wären das also 300 Wh / 0,85 * 30 Watt, was eine Arbeitszeit von 8,5 Stunden entspricht. Und jene Zeit erachte ich mit Blick auf die Messsteckdose als realistischen Wert, wobei die Ergebnisse recht schwankend waren. Ein USB-C-Port mit 60 Watt kam näher an die Herstellerangabe als die Schukosteckdose. Klar,  die Umwandlung von DC zu AC erhöht die Verlustleistung zusätzlich, insgesamt aber hält die P300 den Erwartungen stand. Die Powerstation schaltet sich übrigens von selbst ab, wenn die Restkapazität des Akkus auf etwa fünf Prozent sinkt, hierdurch soll eine Tiefenentladung vermieden werden.

Dabei lieferte die Steckdose bei mir im Testbetrieb mit einer Reihe an unterschiedlichen Geräten unproblematische Leistungen ab – man muss eben nur drauf achten, dass die maximale Leistung von 300 Watt eingehalten wird. Selbiges gilt auch für die USB-Ports, die jeweils ihre versprochene Leistung liefern. Um eine Überhitzung bei stärkerer Leistungsabgabe zu verhindern, besitzt die P300 zwei seitlich verbaute Lüfter zur Kühlung. Diese werden anscheinend in Abhängigkeit der Temperaturen ein- beziehungsweise auch wieder abgeschaltet. Gefühlt schalten sich die Lüfter zwischenzeitlich ein, sobald die Last an die 50 Watt geht, aber ein wirklich sicheres Muster konnte ich nicht erkennen; lediglich bei höheren Leistungen laufen diese dann konstant. Die Lüfter sind aber überraschend leise; nicht flüsterleise und durchaus wahrnehmbar, ich persönlich hätte da etwas mehr Radau erwartet.

Das Laden der PowerQueen P300 kann auf vier Wegen erfolgen: Mittels beiliegendem Netzteil, via USB-C, über den Zigarettenanzünder im Auto oder aber per Solarpanel. Als die „schnellste“ Methode stellte sich das Laden per USB-C und 60W-Netzteil dar. Wobei das „schnellste“ bewusst in Anführungszeichen gesetzt wurde, denn die Powerstation hängt rund 6½ Stunden(!) am Kabel. Das beiliegende Netzteil liefert nur 48 Watt und ist folgerichtig langsamer, genauer gesagt braucht eine vollständige Ladung dann geschmeidige acht Stunden. Das Laden via Autobatterie und Solar habe ich nicht getestet, mit Blick auf die maximale Eingangsleistung von 60 Watt sind die besagten 6½ Stunden das Minimum – je nach Solarpanel und Autoleistung landet man tendenziell irgendwo zwischen USB-C und Netzteil. Gut zu wissen: Die Powerstation unterstützt Pass-Through-Charging, kann also auch während des Laden andere Geräte mit Strom versorgen – alles andere würde zumindest bei Nutzung des Solarpanel auch nur bedingt Sinn ergeben.

Das Display der P300

Das frontseitig verbaute Display macht auf den ersten Blick einen soliden Eindruck und versorgt euch mit den wichtigsten Daten. Hierzu gehört zum Beispiel der aktuelle Batteriestand in Textform und als segmentiertes Batteriesymbol. Neben des Batteriestands gibt es auch eine (Echtzeit-)Anzeige der verbleibenden Entladungszeit in Stunden. Darüber hinaus gibt es für jeden genutzten Anschlussart ein kleines Statusicon und ebenso wenig darf natürlich auch die Eingangs- und Ausgangsleistung in Watt nicht fehlen, wobei die Angabe der Ausgangsleistung immer priorisiert dargestellt wird. Solltet ihr also gleichzeitig laden und entladen, zeigt der Wert immer die Ausgangsleistung an. Dazu zeigt die Watt-Anzeige auch die Ausgangsfrequenz der Steckdose an (F50/F60) und im Fehlerfalle wird dort die besagten Fehlercodes E01-E13 ausgegeben. Das Display schaltet sich nach etwa zwei Minuten von selbst aus und ist in Innenräumen gut lesbar, im Freien unter Sonneneinstrahlung kann man die Lesbarkeit aber leider maximal als dürftig bezeichnen.

tl;dr und Fazit

Die PowerQueen P300 hinterlässt hinsichtlich Verarbeitung, Design und Haptik auf den ersten Blick einen soliden Eindruck, der sich auch auf den zweiten Blick bestätigt. Natürlich stellt das Gerät dabei kein Highlight dar, es gibt aber auch nicht wirklich qualitative Mängel zu kritisieren. Angesichts der gebotenen Maximalleistung von 400 Watt beziehungsweise 300 Wattstunden der fest verbauten LiFePO4-Akkuzellen fällt das Gehäuse vergleichsweise kompakt aus und könnte sogar in einem Rucksack transportiert werden, wenngleich sich die 3,6 Kilogramm auf den Schultern bei längerer Strecke unangenehm bemerkbar machen können. Aber auch der eigentlich vorgesehene Transport via Tragegriff ist problemlos möglich. Aber natürlich ist die P300 ein Einsteigergerät und bei maximalen 300 Watt über die Netzsteckdose muss man schauen, welchen Einsatzzweck man vorgesehen hat.

Als High-End-Powerbank für die typischen USB-Geräte und Notebooks, für den Betrieb einer Kühlbox oder einer Leuchte oder auch kleineres Werkzeug ist die Powerstation durchaus zu gebrauchen. Andere Geräte wie Heizlüfter, Haartrockner oder stärkere Werkzeuge benötigen oftmals mehr Leistung und damit eine größere Powerstation. Dafür aber kann die P300 mit einer großen Vielfalt an Anschlüssen punkten, die sind in der Zahl in dieser Preisklasse (und teilweise darüber) nicht immer so vorhanden. Und was in Sachen Kapazität und Leistung seitens des Herstellers versprochen wird, kann die Powerstation liefern. Ich persönlich habe größere Abweichungen in der Praxis erwartet. Einziger Kritikpunkt ist die Ladedauer, die auch bei Nutzung eines Netzteils mit den maximalen 60 Watt Eingangsleistung mit über sechs Stunden schlichtweg viel zu lange dauert und der fehlende Outdoor-Schutz, denn die Powerstation ist dem Wetter schutzlos ausgeliefert.

Man weiß vor dem Kauf, dass die Leistung auf insgesamt 400 Watt und die Leistung der Steckdose auf 300W begrenzt ist, maximal ausgelastet ist rechnerisch nach etwas weniger als einer Stunde Schicht im Schacht. Falls euch diese Leistung und Kapazität aber ausreichend ist und ihr bewusst nach einer Mini-Powerstation als „größere“ Powerbank und für Kleingeräte mit niedrigerem Leistungsbedarf Ausschau halten solltet, dann könnte die PowerQueen P300 durchaus ein oder zwei Gedanken wert sein. Denn mit Blick auf den aktuellen (wie üblich sehr schwankendem) Straßenpreis von 200-230 Euro – aktuell direkt beim Hersteller sind es aktuell sogar rund 180 Euro – macht die Powerstation eigentlich alles richtig, was man in dieser Einstiegskategorie wohl richtig machen kann: Ein qualitativ solides Gehäuse, viele Anschlüsse und die vom Hersteller versprochene Leistung wird zuverlässig geliefert.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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