QPhotoRec für Windows: Gelöschte Dateien und Fotos wieder­her­stellen

Am 22.04.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:11 Minuten

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Habt ihr auch schon einmal aus versehen eine Speicher­karte oder einen USB-Stick gelöscht und im Nachhinein gemerkt, dass ihr die Daten noch gar nicht gesichert habt? Bestimmt, passiert auch den besten, doof ist es aber trotzdem. Für derartige Zwecke nutze ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit sowohl unter Windows, als auch unter OS X die Open-Source-Lösung TestDisk bezie­hungs­weise PhotoRec. In meinen Augen eine der besten Lösungen auf dem Markt, auch gegenüber den wesentlich preis­in­ten­si­veren Tools – das Ergebnis spricht eben für sich. 

Der Nachteil an dieser Lösung war bisher jedoch die Tatsache, dass es sich bei der Kombi­nation TestDisk/PhotoRec um ein reines Komman­do­zeilen-Tool handelte – war nicht gerade schwer (wie ihr hier nachlesen könnt), dürfte aber dennoch den ein oder anderen etwas unbedarf­teren Nutzer abgeschreckt haben. Nun hat man mit der aktuellen Version 7.0 auch gleich­zeitig ein Tool namens QPhotoRec in das Download-Archiv gepackt, welches derzeit nur für Windows vorliegt und letztlich nichts anderes als eine grafische Oberfläche für die Komman­do­zeile darstellt. 

qphotorec-windows-4Um Fotos oder sonstige Daten von Speicher­karten, USB-Sticks oder der lokalen Festplatte wieder zurück­zu­holen startet ihr folglich statt der Komman­do­zeile die Anwendung qphotorec.exe im Download-Ordner und wählt im Dropdown-Menü zuerst einmal das gewünschte Laufwerk und folgend die gesamte Partition aus. Des Weiteren müsst ihr natürlich das Datei­system auswählen, wobei die Vorauswahl mit „FAT/NTFS/…“ sicherlich die gängigste Lösung ist, mit „Browse“ gebt ihr den gewünschten Ziel-Ordner an. Standard­mäßig sucht QPhotoRec nach allen unter­stützten Datei­for­maten, wer die Suche begrenzen will (spart natürlich Zeit), der kann dies über den Button „File Formats“ erledigen. Tipp: Einfach in der Liste die gewünschte Datei­er­wei­terung mittels Tastatur eintippen, dann sollte der Dialog zu jenem Punkt in der Liste springen. Habt ihr die Einstel­lungen wie gewünscht vorge­nommen könnt ihr die Wieder­her­stellung nun per „Search“ starten. 

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Je nach Größe des zu durch­su­chenden Mediums und der Anzahl der zu suchenden Datei­for­maten kann die Suche nach wieder­her­stell­baren Dateien natürlich unter­schiedlich lang ausfallen, der Fortschritt wird euch zum einen als Balken angezeigt, zum anderen bekommt ihr aber auch eine Auflistung der Anzahl an gefun­denen Dateien je Datei­format. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist könnt ihr QPhotoRec beenden und solltet dann hoffentlich alle „unabsichtlich“ gelöschten Dateien in eurem Zielordner vorfinden. Wie gesagt besitzt das Open-Source-Tool in meinen Augen eine der besten Ergeb­nisse, dennoch kann es natürlich keine Wunder bewirken. 

qphotorec-windows-3Sofern die Dateien nur „einfach“ gelöscht worden sind und die Wieder­her­stellung zeitnah geschieht sind noch vergleichs­weise viele Dateien zu retten. Je länger das Löschen bereits her ist, umso weniger Dateien sind noch nicht überschrieben worden, dementspre­chend fällt das Ergebnis dann natürlich auch schlechter aus – gleiches gilt für sicher gelöschte Dateien, die ebenfalls nicht mehr zu retten sind. Daher ein Hinweis: Sobald ihr bemerkt, dass ihr zum Beispiel die Speicher­karte in eurer Kamera forma­tiert und damit ungesi­cherte Bilder gelöscht habt, Speicher­karte raus und nicht weiter­ver­wenden. Medien mit wieder­her­zu­stel­lenden Dateien sollten zwischen­zeitlich aus den oben genannten Gründen nicht weiter genutzt werden – dann klappt es auch mit der Daten­rettung und QPhotoRec.

via Stadt Bremer­haven