Reolink Argus Track 4K im Test: Kabellose PTZ-Überwachungskamera mit automatischer Objektverfolgung

Marcel Am 19.05.2024 veröffentlicht Lesezeit etwa 11:24 Minuten

In den vergangenen Wochen war bereits die Argus Eco Ultra zu Gast im Blog, eine batteriebetriebene und kabellose Überwachungskamera aus dem Hause Reolink. Nun folgt mit der Reolink Argus Track eine weitere kabellose Überwachungskamera, die sich nicht nur in ihrer Form von den üblichen Kameras unterscheidet. Zwar bringt auch die Argus Track wie eigentlich alle aktuellen Reolink-Kameras einen integrierten Akku, ein Betrieb ohne Cloud und farbige Nachtsicht mit. Darüber hinaus besitzt das Kamerasystem jedoch zwei Objektive (4K Weitwinkel mit 8 Megapixel und ein Teleobjektiv mit 2 Megapixel), durch die eine erweiterte smarte Bewegungserkennung und dank Schwenk- und Neigefunktion auch eine Objektverfolgung möglich ist. Auf dem Papier kann die Argus Track mit ihren technischen Daten und Funktionen durchaus punkten, ob das aber auch in der Praxis der Fall ist, konnte ich in der letzten Zeit ausprobieren.


Vorab gesagt: Die Argus Track bringt im Vergleich mit der Argus Eco Ultra zwar die ein oder andere Sonderfunktion in der App mit, grundsätzlich unterscheidet sich der Betrieb der Kamera aber kaum voneinander. Selbiges gilt natürlich auch für das optionale Solarpanel. Daher verweise ich direkt zu Beginn – und auch im Verlauf – auf meinen Testbericht zur Argus Eco Ultra und gehe an dieser Stelle primär auf die funktionellen Unterschiede ein.

Das ist die Argus Track

Das Design der Argus Track weicht etwas von den üblichen Kameragehäusen, insbesondere von Reolink, ab und erinnerte mich auf den ersten Blick ein wenig an einen kleinen Roboter. Durch die Rundungen wirkt sie etwas kompakter als sie eigentlich ist, denn mit einer maximalen Höhe von rund 12 cm und einem Durchmesser von etwa 8,5 cm bringt sich dann doch mehr Volumen mit; das Gewicht liegt bei rund 476 Gramm. Technik braucht halt ihren Platz und davon besitzt insbesondere die Kameraeinheit so einige. Das Gehäuse besteht aus dem für Reolink typischen weißen, matten Kunststoff, lediglich die Front hebt sich sehr prominent heraus. Im Standfuß sitzen der integrierte Akku (zumindest lässt der dortige rückseitige USB-C-Anschluss dies vermuten) und der Motor, mit dem sich die Kamera im Betrieb neigen und schwenken lässt. Der Ein-Ausschalter sowie der MicroSD-Kartenslot verbergen sich auf der Rückseite hinter einer Abdeckung, für die man einen kleinen Kreuzschlitz-Schraubendreher benötigt.

Die Argus Track kann entweder einfach irgendwo hingestellt werden, alternativ liefert Reolink jedoch auch eine Halterung mit. Diese kann wahlweise an eine Wand geschraubt oder mit dem fast schon obligatorischen Haltegurt an Säulen oder vergleichbaren Objekten montiert werden. Die Halterung selbst wird mit einer Art Bajonettverschluss mit dem Standfuß der Kamera verbunden und mit einer kleinen Schraube gesichert – wirkt erst einmal recht rudimentär, ist aber ausreichend fest und sicher. Die Befestigung per Haltegurt ist für mich aber nicht wirklich empfehlenswert: Auch wenn die Kamera nicht wesentlich schwerer ist als die Argus Eco Ultra, hängt diese sichtbar schief und alles andere als sicher; durch die längliche Halterung ist der Schwerpunkt zu weit vorne. Auch ein Drehen der Halterung, brachte kaum Besserung, zumal die Kamera dann in einem suboptimalen Winkel platziert ist. Also entweder hinstellen oder gleich an die Wand bohren.

Die Argus Track ist gemäß Herstellerangaben vollständig staubdicht und vor Wasser geschützt, kann also nicht nur in Innenräumen genutzt werden, sondern auch im Garten, auf der Terrasse oder sonst wo. Laut Reolink liegt der Temperaturbereich der Argus Track zwischen -10 und 55 Grad Celsius (die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 20% ~ 85% liegen). Für einen Betrieb hierzulande also noch so eben ausreichend sein, auch wenn die Minustemperaturen im Winter inzwischen erreicht werden können; in erster Linie dürften die Temperaturen Auswirkungen auf die Akkulaufzeit haben, die aber ausreichend hoch ist. Aber: Die Angaben beziehen sich natürlich immer auf einen dauerhaften Betrieb, nächtliche Tiefsttemperaturen dürfte die Kamera dennoch ohne Schäden überstehen. Abschließend der Vollständigkeit halber – und für jene, die es interessiert – auch noch die vollständigen technischen Daten der Kamera beziehungsweise der integrierten Technik:

  • Bildsensor: 1/2,7″ CMOS-Sensor
  • Auflösung: Objektiv 1: 3.840 x 2.160 (8 Megapixel) bei 15 fps; Objektiv 2: 1.920 × 1.080 (2 Megapixel) bei 15fps
  • Sichtfeld: Objektiv 1: Horizontal 105°, Vertikal 55°, Diagonal 123°; Objektiv 2: Horizontal 43°, Vertikal 25°, Diagonal 49,5°
  • PT Winkel: Pan 355°, Tilt 50° (PT-Geschwindigkeit ist einstellbar)
  • PT Presets: Unterstützt 1 Wachpunkt und bis zu 32 Preset-Punkte
  • Infrarot-Nachtsicht: 2 LED, 2,15 Watt, 850mn
  • Farb-Nachtsicht: 2 LED-Scheinwerfer, 6.000K, 295 Lumen
  • PIR-Sensor: Erkennungswinkel 120° horizontal, bis zu 11 Meter
  • Akku: 4.800 mAh; fest verbaut – nicht austauschbar
  • Speicher: microSD-Karte (maximal 128 GB), Cloud, FTP
  • WiFi: 802.11 a/b/g/n (2,4 und 5 GHz), WPA und WPA2
  • Sonstiges: Tageslichtsensor, Zwei-Wege-Audio, Sirene, USB-C

Test des optionalen Reolink Solarpanel 2

Einrichtung gewohnt einfach

Die Argus Track ist wie gewohnt recht schnell einsatzbereit und eingerichtet. Hierzu bedarf es der mobilen Reolink-App für iOS und Android, alternativ ist auch ein Betrieb per Anwendung für Windows und macOS möglich. Inzwischen sind die Desktop-Anwendungen wesentlich ausgereifter und eigentlich funktionell identisch zu den mobilen Apps, ich persönlich habe diese aber nie genutzt und bevorzuge die mobilen Apps; zumal diese weiterhin zwingend für die Ersteinrichtung benötigt werden. Eine anderweitige Nutzung ist jedoch nicht möglich, die Kamera unterstützt kein ONVIF oder andere Protokolle und lässt sich demnach nicht in andere Systeme wie Home Assistant oder der Synology Surveillance Station einbinden. Laut Reolink liegt dies in der Tatsache begründet, dass Dritthersteller-Software durch die Bank keinen Support für batteriebetriebene Kameras mitbringen. Fairerweise sei gesagt, dass Reolink da nicht alleine ist und ich bisher noch auf keine batteriebetriebene Kamera mit 3rd-Party-Support gestoßen bin.

Aber zurück zur Einrichtung, die flott durchgegangen ist: Habt ihr die Einrichtung in der mobilen App gestartet, werdet ihr fortan Schritt für Schritt an die Hand genommen. Zunächst müsst ihr die Kamera einschalten (der Schalter liegt wie erwähnt hinter der mit zwei kleinen Schrauben gesicherten Abdeckung) und mit eurem Smartphone den auf der Kamera angebrachten QR-Code scannen. Im Folgenden müsst ihr eure heimischen WLAN-Daten eingeben und den daraus generierten QR-Code auf dem Smartphone so vor die Kameralinse halten, dass dieser gescannt werden kann. Wenige Sekunden später ist die Argus Track dann auch mit eurem WiFi-Netzwerk verbunden (unterstützt werden übrigens 2,4- und 5-GHz-Netzwerke), was die Kamera mit einer Sprachaussage bestätigt. Zum Abschluss fragt die App noch Passwort für den Zugriff auf die Kamera ab. Das Passwort muss zwingend vergeben werden, was ich ganz gut finde, anderenfalls würden wohl viele Nutzer der Bequemlichkeit wegen darauf verzichten.

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Zusätzliche App-Funktionen

Hersteller-eigene Apps sind nicht allgemein betrachtet nicht unbedingt dafür bekannt, wirklich gut zu sein, für die Reolink-Apps gilt das aber (inzwischen) nicht mehr, die sind tatsächlich recht brauchbar. Hierzu verweise ich mal aus Bequemlichkeit auf den App-Rundgang im Testbericht zur Argus Eco Ultra, denn natürlich ändert sich die App, deren Bedienung und die gebotenen Features nicht, weil man die Kamera wechselt. Auch die Einstellungen der Kamera sind nahezu identisch und grundsätzlich bietet die Argus Track aus dieselben Funktionen, darunter Dinge wie Multi-Kamera-Ansicht, Bewegungserkennung (inklusive Unterscheidung zwischen Mensch, Tier und Fahrzeugen), Privatsphärenmaske für nicht aufzuzeichnende Bereiche, verschiedene Benachrichtigungen (Push, E-Mail, FTP und Sirene) und Zeitraffer-Aufnahmen. Auch die Justierung der Streaming-Qualität, der auf den Aufnahmen befindlichen Informationen, der Nachtmodus-Einstellungen und vieles mehr. Wie gesagt: Schaut mal im App-Rundgang vorbei.

Testbericht zur Reolink Argus Eco Ultra

Dennoch bietet die Argus Track aufgrund des doppelten Objektivs ein Mehr an Funktionen, die natürlich auch in der App abgebildetsind. Da wäre zunächst die Tatsache, dass die Kamera auf Wunsch zwei Bilder anzeigen kann: Jenes des Weitwinkel- und des Teleobjektivs. Spannender ist aber, die Kamera manuell zu neigen und zu schwenken. Dies erfolgt per virtuellem Joystick, dessen Geschwindigkeit justiert werden kann. Klappt ganz gut, könnte aber etwas reaktionsschneller sein, denn es braucht etwas Gefühl dafür, wann man den Joystick loslassen muss, damit die Kamera an der gewünschten Position stoppt. Darüber hinaus kann eine Ansicht als Standard-Überwachungspunkt festgelegt werden, zu dem die Kamera nach einer bestimmten Zeitdauer automatisch zurückkehrt. Ebenso können verschiedene Presets gespeichert werden, sodass schnell zwischen Tür, Fenster, Gartentor oder was auch immer hin und her manövriert werden kann. Das ist doch ganz gut gemacht.

Eine weitere Besonderheit der Argus Track und auch namensgebend ist das automatische Tracking. Jenes kann entweder manuell und dauerhaft ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden oder aber auch per Zeitplan. Weiterführend könnt ihr angeben für welche Art von Objekten das Auto-Tracking greifen soll (Personen, Tiere und/oder Fahrzeuge), wann das Tracking nach dem Stoppen oder Verschwinden des Objektes beendet wird und einen maximalen horizontalen Verfolgungsbereich festlegen. Zu guter Letzt habt ihr die Wahl zwischen drei Methoden der Bewegungsverfolgung: Beim “Digital Tracking” bleibt die Kamera in der Grundposition und vergrößert lediglich das sich bewegende Objekt. Mit “Priorität: Pan/Tilt” setzt die Kamera auf die “echte” motorisierte Objektverfolgung, wohingegen mit “Priorität: Digital” zunächst das digitale Tracking genutzt wird und sich die Kamera erst bewegt, wenn sich das Objekt aus dem Sichtfeld der Kamera bewegt.

Wie man es sich denken kann: Je weniger Motorleistung genutzt wird, desto länger hält der Akku. Natürlich erzielt die motorische Objektverfolgung die besten Ergebnisse, zieht aber folgerichtig auch stärker am Akku. Hilfreich kann es also sein, das Auto-Tracking nur anhand eines definierten Zeitplans zu nutzen, also zum Beispiel in den Abendstunden oder in der Nacht. Schade ist diesbezüglich nur, dass sich lediglich ein Zeitplan hinterlegen lässt beziehungsweise sich in diesem nicht festlegen lässt, dass zum Beispiel von 18 bis 22 Uhr das digitale Tracking und von 22 bis 6 Uhr das motorisierte Verfolgen von Objekten genutzt werden soll. Hier ist also durchaus noch Spielraum für softwareseitige Verbesserungen. Was aber wirklich gut und zuverlässig funktionierte, ist die Erkennung der unterschiedlichen Objekte und die Verfolgung eben dieser. Die PTZ-Mechanik arbeitet übrigens wirklich leise und man kann lediglich ein leises Summen vernehmen.

Solide Bilder bei Tag & Nacht

Wie erwähnt besitzt die Reolink Argus Track zwei Kameras oder besser gesagt Objektive: Ein Weitwinkelobjektiv mit 3.840 x 2.160 Pixel (4K, 8 Megapixel) und ein Teleobjektiv mit 1.920 x 1.080 Pixel (2K, 2 Megapixel), beide agieren mit 15 Bildern pro Sekunde. Mit einem diagonalen Sichtfeld von 123° bildet die Kamera auch eine recht weitfassende Aufnahme ab, mit PTZ-Mechanik ergibt sich eine Fast-rundum-Sicht von horizontal 355°. Prinzipiell liefert die Kamera detailreiche und scharfe Bilder, wenngleich mir die Aufnahmen der Argus Eco Ultra einen Tick besser gefallen, obwohl das verwendete Hauptobjektiv den technischen Daten nach fast identisch sein dürfte. Auch die leichten Schwächen im Kontrast und der Belichtung bei Gegenlicht wie direkter Sonneneinstrahlung haben beide Kameras gemein. Aber im Normalfall sind die Aufnahmen der Argus Track völlig ausreichend, im Fall der Fälle kann man mit den Aufnahmen durchaus arbeiten.

Aufnahmen in der Nacht gehen ebenfalls in Ordnung. Bei der Nachtsicht habt ihr wie von Reolink gewohnt abermals zwei verschiedene Optionen zur Auswahl: farbig oder schwarz-weiß. Die zwei Infrarot-LEDs besitzen laut Hersteller eine Reichweite von rund 30 Metern, reichen aber eher noch etwas weiter. Bereits ohne Spotlight-LED sind die Aufnahmen in beiden Nachtsicht-Modi okay, lediglich direkte Lichtquellen werden sehr dominant abgebildet. Mit den bis zu 295 Lumen hellen Spotlight-LED wird dieser Effekt jedoch abgemildert, noch dazu wird die Umgebung halbwegs homogen ausgeleuchtet und ausreichend hell, dass die Aufnahmen deutlich mehr Kontrast aufweisen und insgesamt schärfer wirken. Alles in allem sowohl bei Tageslicht als auch in der Dämmerung und in der Nacht ausreichend solide Aufnahmen, im Reigen der Sicherheitskameras für den privaten Einsatz wird man nur bedingt Kameras mit wesentlich besserer Bildqualität finden.

Ein paar letzte Erwähnungen

Die Akkulaufzeit der Kamera wird von Reolink mit bis zu vier Wochen angegeben, was dem eigenen Produktportfolio entspricht. Hierbei kommt es aber natürlich auf sehr viele Faktoren an, ein aktiver Stream, viele Bewegungen und Benachrichtigungen und natürlich viel motorisierter Einsatz zieht natürlich am Akku, sodass man diesen auch schon nach einer Woche leergesaugt haben kann. Daher kann man das Solarpanel fast schon zur Pflichtausstattung bei der Argus Track zählen, welches den Akku mit seinen 6 Watt nicht schnell, aber konstant mit Strom versorgt. Im Frühling und Sommer ist das kein Problem, im Herbst und Winter könnte es phasenweise zu einer Unterversorgung kommen, die aber durch den Akku zeitweise ausgeglichen wird. Meinen Erfahrungen mit dem Solarpanel und der Argus Eco Ultra nach klappt das auch sehr gut, da selbst bei dunkleren, bewölkten Tagen mit wenig Sonnenstunden eine schwächere, aber konstante Stromversorgung geboten wird. Einen Detailblick zum Solarpanel findet ihr im Testbericht zur Eco Ultra.

Die Zwei-Wege-Audio-Qualität geht in Ordnung und würde ich dem Zweck nach als angemessen bezeichnen. Man versteht im Livestream seinen Gegenüber und wird auch selbst über die Kamera-Lautsprecher verstanden. Eine Echtzeitkonversation ist aber nicht möglich, viel mehr hat das ganze etwas von einer Unterhaltung mittels altgedienten Walkie-Talkies und Schritt-für-Schritt. Die integrierte Alarmsirene (kann entweder manuell oder automatisch bei Bewegung ausgelöst werden), dürfte aber mehr Power spendiert bekommen. In verkehrsberuhigten Straßen beziehungsweise in den Abend- und Nachstunden könnte die Abschreckung noch so eben vorhanden sein, am Tage und vor allem mit einer gut befahrenen Straße hingegen sorgt die Sirene kaum mehr für große Aufmerksamkeit. Die darf gerne noch lauter und vor allem schriller werden.

Die Speicherung der Videos erfolgt auf der eingelegten microSD-Speicherkarte, die maximal 128 GB aufweisen kann, auch der Upload auf einen eigenen FTP-Server ist in der App möglich. Alternativ können die Aufnahmen auch in die Reolink-Cloud hochgeladen werden. Reolink setzt hierbei auf die Amazon Web Services und verspricht eine sichere, verschlüsselte Datenübertragung und -aufbewahrung. Kostentechnisch liegen die Abos je nach Umfang zwischen 4,19 und 8,29 Euro pro Monat, bei jährlicher Zahlung wird es noch etwas günstiger. Das positive: Als Nutzer hat man die Wahl ob man die Cloud nutzen möchte oder nicht, denn im Gegensatz zu vielen anderen Kameras anderer Hersteller lassen sich die Reolink-Kameras auch gänzlich ohne Cloud oder Account nutzen – ohne Einschränkungen. Alleine das ist schon ein gefälliger Mehrwert.

Eine Smart-Home-Anbindung der Argus Track ist nur eingeschränkt möglich. Als externer Dienst steht aktuell nur Google Home und Amazon Alexa zur Wahl. Für beide Fälle ist ein Account wiederum Pflicht. Eine Unterstützung für Apple Home, Samsung SmartThings, Homey oder welche Plattformen es noch so gibt ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorgesehen – auch Siri Kurzbefehle fehlen unter iOS. Auf ONVIF, RTSP und Co. muss man ebenfalls verzichten, was laut Reolink nicht an den eigenen Fähigkeiten scheitert, sondern an einer Unterstützung der Drittentwickler-Plattformen für batteriebetriebene Kameras. Mag auch so sein, ist allerdings kein Hindernis, die Argus-Plattform etwas offener zu gestalten und beispielsweise eine (im besten Falle lokale) API anzubieten, mit denen Bewegungsalarme, Batterieladezustände, Feature-Aktivierungen und dergleichen in Smart-Home-Plattformen integriert und verknüpft werden können.

tl;dr und Fazit

Insgesamt liefert die Reolink Argus Track ein gewohnt positives Gesamtbild. Die Kamera ist trotz der zweifacher Objektiv-Bestückung recht kompakt und macht optisch durchaus etwas her, die Verarbeitung ist durchweg gut und vermittelt haptisch ein hochwertige Gefühl. Dank integriertem Akku ist die Kamera sehr flexibel, was vor allem bei dem Außeneinsatz von Vorteil ist. Zur Montage allerdings kann ich – neben dem einfachen Aufstellen – nur die Befestigung mit Schrauben und Dübel empfehlen, denn den mitgelieferten Haltegurt fand ich im Zusammenspiel mit der Argus Track suboptimal. Das zuverlässig arbeitende PTZ-Feature ist ein willkommener Mehrwert. Die Bildqualität im Tage und in der Nacht lässt nicht viel zu wünschen übrig und passt sich in das positive Gesamtbild ein. Aber auch softwareseitig bietet Reolink viel: Angefangen bei den gelungenen Apps, über eine einfache Einrichtung bis hin zu vielen kleinen Zusatz-Funktionen und einer wirklich guten Bewegungserkennung, die zuverlässig auch zwischen unterschiedlichen Objektarten differenzieren kann – von wenigsten Fehlalarmen mal abgesehen.

Bemängeln könnte man die Optionen der Anbindung an externe Plattformen, der Status Quo ist aber bereits vor dem Kauf bekannt. Größte Schwachstelle wäre vielmehr der Akku, der je nach Nutzung der Kamera nach einer bis vier Wochen entladen ist. Möchte man die Kamera nun nicht regelmäßig demontieren und aufladen, bleibt eigentlich nur der Einsatz des Reolink Solarpanel 2. Dieses dürfte an dem ein oder anderen Tag im Herbst und Winter zwar seine Probleme haben, die Erfahrungen über die nicht ganz so frühlingsartigen Tage haben aber bereits beim Test der Argus Eco Ultra gezeigt, dass eine Erhaltungsladung bereits bei schwachem Tageslicht gegeben ist und ein paar ganz sonnenschwache Tage kann der Akku durchaus auffangen. Im Gesamtwerk bekommt man mit der Argus Track aber eine grundsolide Überwachungskamera mit PTZ-Mechanik, die eben ein paar kleinere Kompromisse besitzt, diese aber mit einem Mehr an Flexibilität ausgleicht.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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