Griffin PowerMate Bluetooth für den Mac: Program­mier­barer Controller auspro­biert

Am 24.06.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:13 Minuten

Im Grunde gibt es drei typische Einga­be­geräte am PC und dem Mac: Zum einen natürlich seit jeher Tastatur und Maus, bereits seit längerem setzen sich aber auch immer mehr die aus dem Notebook portierten Trackpads durch – am bekann­testen dürfte sicherlich das Magic Trackpad von Apple für den Mac sein, aber auch für Windows gibt es derartige Lösungen, zum Beispiel von Logitech. Griffin hat schon seit Jahren mit dem PowerMate eine weitere alter­native Einga­be­mög­lichkeit im Portfolio, die man seit ein paar Monaten auch als kabellose Bluetooth-Version vertreibt: Das PowerMate Bluetooth.

Der oder das PowerMate ist quasi ein Dreh- und Klick­knopf für den Mac, mit dem sich verschiedene Aktionen durch­führen und bedienen lassen. Ein etwas merkwürdig anmutendes Gebilde, dass aber durchaus Interesse in mir hervor rief und so habe ich mir den PowerMate Bluetooth einmal etwas genauer angesehen. Wie sich das kleine Teil so im prakti­schen Einsatz macht und ob es etwas für jeden Schreib­tisch ist, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

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Fangen wir einmal mit dem PowerMate Bluetooth als Hardware an. Optisch sicherlich unauf­geregt und mit Ausnahme des leuch­tenden LED-Rings an der Unter­seite auch recht unauf­fällig. Die Abmes­sungen fallen mit einem Durch­messer von etwa 6,5 und einer Höhe von etwa 3 Zenti­metern überra­schend klein aus, zumindest hatte ich auf den Bildern irgendwie ein etwas größeres Gadget vermutet. 

In Sachen Materi­alwahl hat man sich für leicht gebürs­tetes Aluminium entschieden, was nicht nur (Vorsicht: subjektiv) sehr schick ausschaut, sondern sich auch sehr gut anfühlt – auch in Sachen Verar­beitung gibt es eigentlich nichts, was man groß kriti­sieren könnte. Die obere Kappe lässt sich einfach abziehen, ebenso die darunter liegende Abdeckung – logisch, irgendwie muss man ja die beiden benötigten AAA-Batterien einlegen.

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Der obere Teil des PowerMate lässt sich je nach gewünschter Aktion entweder durch­gängig in beide Richtungen drehen oder drücken. Während das Drehen des Rades ohne Probleme und ohne irgendein „Eiern“ funktio­niert (dazu später noch etwas mehr, die Sensi­ti­vität lässt sich nämlich konfi­gu­rieren), hätte man das Drücken ein wenig einfacher gestalten können. Nicht, dass nun sonderlich viel Kraft notwendig wäre, aller­dings hätte man den mecha­ni­schen Druck­punkt durchaus etwas weicher und sanfter gestalten können. 

Kein Vergleich mit einer klassi­schen Maustaste, was in meinen Augen aber keine schlechte Idee gewesen wäre – aber hier ist jeder Jeck anders. Was natürlich sehr nett aussieht ist der unten angebrachte blaue LED-Ring, der sich ebenso über die PowerMate-App program­mieren lässt – auch dazu gleich etwas mehr. Alles in allem kann man also nicht groß meckern, einzig und allein der Druck­punkt hätte für meinen Geschmack ein gutes Stückchen sanfter sein können, sodass er leichter auslöst. 

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Nun habe ich schon erzählt, dass man den PowerMate zum einen in beide Richtungen drehen, zum anderen aber auch drücken kann. Aber wozu eben das gut ist? Kurz gesagt: Für (fast) alles was euch so einfällt. Verbunden wird die kabellose Variante wie man sicherlich schon anhand des Namens erraten kann über Bluetooth 4.0 LE, was bedeutet, dass ihr einen Mac benötigt, welcher diesen Standard eben beherrscht. Sprich: einen iMac ab Late 2012, ein MacBook Air/Pro und Mac mini ab Mid 2011 oder eben alles, was neuer ist. Die Verbindung erfolgt ohne Probleme, zur eigent­lichen Nutzung benötigt man logischer­weise eine entspre­chende App, die ihr an dieser Stelle in der aktuellsten Version herun­ter­laden und instal­lieren könnt. 

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Die App ist recht übersichtlich aufgebaut: Im linken Teil könnt ihr euren verbun­denen PowerMate auswählen (es lassen sich theore­tisch auch mehrere Power­Mates an einem Mac nutzen), im rechten Teil des Fensters könnt ihr diesen konfi­gu­rieren. Hierbei gibt es zum einen globale Einstel­lungen, zum anderen aber auch Anwen­dungs-spezi­fische Optionen – soll heißen: In jeder App können die Aktionen unter­schiedlich ausfallen, solltet ihr einmal für eine App keine Aktion definiert haben, wird halt immer die globale ausge­führt. So einfach ist das. Sechs unter­schied­liche Aktionen sind dabei für den PowerMate konfi­gu­rierbar: Drehung links, Drehung rechts, Drücken, längeres Drücken, Drücken und Drehung links, Drücken und Drehung rechts. 

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Für jede Aktion kann wie gesagt auch eine Aktivität hinterlegt werden. So könnt ihr zum Beispiel einen virtu­ellen Tastatur-Shortcut senden, wobei die App auch die vorhan­denen Shortcuts und Menüpunkte der jewei­ligen App auslesen und einfach auswählbar machen kann – ebenso könnt ihr aber auch den Shortcut selbst eingeben. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, in alle vier Richtungen scrollen zu können (auf Wunsch auch in Kombi­nation mit einer weiteren Taste wie CMD, Alt, Tab oder Ctrl), ihr könnt ein Apple­Script ausführen oder aber eine System­funktion nutzen – letzteres wären zum Beispiel Dinge wie Lautstärke-Regelung, Play/Pause, Song vor und zurück, virtu­eller Power-Button, Appli­cation Switcher oder Anzeige des Desktops. Durch den Apple­Script-Support sind die möglichen Funktionen aber nahezu unbegrenzt. 

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Praktische Anwen­dungs­sze­narien? Kommt immer auf den Nutzer und die verwen­deten Apps an. Ich habe zum Beispiel die globale Einstel­lungen wie folgt belegt: Per einfacher Drehung kann ich die Lautstärke verändern, ein Drücken des Power­Mates pausiert und startet die Musik-Wiedergabe, eine Drehung mit Drücken des Buttons wechselt den Song vor oder zurück. Befinde ich mich aller­dings in einer iTunes-Liste oder auf einer Webseite, so kann ich mittels Drücken und Drehen nach oben oder unten scrollen. Seine Stärke kann der PowerMate auch in Musik- und Video­schnitt­pro­grammen ausspielen, durch die einfache Drehung lässt sich recht zielgenau scrollen, was in derar­tigen Apps sicherlich von Vorteil sein kann. 

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Für Gadget-Liebhaber sicherlich auch noch erwäh­nenswert: Der blaue LED-Ring lässt sich wie angesprochen ebenfalls program­mieren. Im Tab „Hardware Options“ der PowerMate-App könnt ihr ihn nicht nur komplett deakti­vieren (wer macht sowas?! ), sondern könnt auch die Helligkeit festlegen. Des Weiteren könnt ihr auch bestimmen, wann und wie der LED-Ring leuchten soll: So kann er zum Beispiel die System­laut­stärke wider­spiegeln oder auch einfach nur dauerhaft leuchten oder in unter­schied­lichen Geschwin­dig­keiten pulsieren. Ja, es leuchtet blau.

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Fazit zum Griffin PowerMate Bluetooth? Keine leichte Sache. In Sachen Optik und Verar­beitung gibt es mit Ausnahme des angespro­chenen Punktes keine wirklichen negativen Punkte – auch die in den wenigen Amazon-Rezes­sionen vorkom­mende Kritik über ein „eierndes“ oder wacke­liges Rad kann ich zumindest bei meinem Gerät nicht nachvoll­ziehen. Und auch wenn es etwas sinnfrei erscheinen mag: Der LED-Ring bringt natürlich zusätz­liche Optik-Punkte, macht sich auf dem Schreib­tisch einfach gut.

Viel wich­tiger als der blaue Leucht­ring ist aber der prak­ti­sche Nutzen und genau hier tue ich mich mit einem all­ge­meinen Fazit schwer. Bei der Be­die­nung in­ner­halb von Musik- der Vi­deo­schnitt­pro­grammen kann das Drehrad si­cher­lich Vor­teile bringen, vor allem wenn man mit zwei oder auch noch mehr Power­Mates gleich­zeitig ar­beitet.

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Und im privaten Gebrauch? Hier ist der PowerMate durchaus auch zu gebrauchen, wobei die Anwen­dungs­zwecke völlig unter­schiedlich ausfallen können. So kann das Gadget als schicke Musik-Steuerung dienen, für ein angenehmes Scrollen in längeren Listen oder Texten sorgen und ist auch sonst „anders“, was aber keines­falls negativ verstanden werden sollte. 

Um die eingangs erwähnte Frage nochmal aufzu­greifen: Nein, das PowerMate Bluetooth ist sicherlich nichts, was auf jeden Schreib­tisch gehört. Er ersetzt keine Tastatur, keine Maus, sondern ist eher ein ergän­zendes Gerät für Power-Nutzer und Freunde gepflegter Gadgets auf dem Schreib­tisch. Von mir jeden­falls gibt es eine klare Empfehlen, aller­dings immer unter der Voraus­setzung, dass ihr wisst was das Gerät kann und wie ihr es einsetzen wollt.