Samsung Power Sleep unterstützt die Krebs- und Alzheimerforschung mittels Distributed Computing

Marcel Am 19.02.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:53 Minuten

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Distributed Computing, zu Deutsch „Verteiltes Rechnen“ ist sicherlich dem ein oder anderen ein Begriff. Dabei werden je nach Anwendungsfall kleinste Datenpakete von Forschungseinrichtungen angefordert, welche daraufhin entschlüsselt werden und dann wieder zurückgesendet werden. Ich kann mich noch eine eine entsprechende Software erinnern die vor etlichen Jahren auf einer Windows-98-Kiste Platz gefunden hat und meinen Erinnerungen nach nach außerirdischem Leben gesucht hat – danach ist das Thema Distributed Computing zumindest aus meinem Dunstkreis eine gefühlte Ewigkeit verschwunden.

Nun ist Samsung eine Partnerschaft mit der Universität Wien eingegangen und hat eine App mit dem Namen Samsung Power Sleep veröffentlicht, welche vordergründig erst einmal nach einem einfachen Wecker mit Wecktönen und Snooze-Funktion ausschaut – ist es im Grunde auch. Interessant wird es erst, wenn man sich die App einmal genauer anschaut, denn die App fordert während der Nacht kleine Datenpakete von maximal 1 MB von den Universitäts-Servern an und analysiert beziehungsweise verarbeitet diese, bevor die Daten dann wieder zurück an die Server geschickt werden.

Dabei kommt dann eben der integrierte Wecker zu Tragen, denn zum einen beginnt die Berechnung der Datenpakete erst, wenn der Akku die 80-Prozent-Marke erreicht hat, zum anderen endet die Berechnung so, dass man im Idealfall zum Weckzeitpunkt die volle Akkuladung besitzt – eine recht gelungene Kombination. Das Projekt selbst läuft auf der offenen BOINC-Plattform unter dem Namen „Similarity Matrix of Proteins“ (SIMAP) und entschlüsselt Proteinsequenzen, die unter anderem in der Krebs- und Alzheimerforschung eine entscheidende Rolle einnehmen. Standardmäßig lädt die App nur über ein verbundenes WLAN-Netzwerk, ebenso betont Samsung, dass die App keinen Zugriff auf private Daten besitzt und lediglich die entschlüsselten Sequenzen an die Uni-Server sendet.

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Der Vorteil der App und des verteilten Rechnens im Allgemeinen? Auch ohne Supercomputer lassen sich so große und langwierige Berechnungen durchführen, indem man eben die riesigen Datenpakete in Bruchstücke aufteilt und von einer Vielzahl an (privaten) Rechnern berechnen lässt – je mehr Rechner berechnet sind, desto schneller kommt das entsprechende Projekt eben voran und inzwischen sind Smartphones leistungsstark genug, um auch diese Millionen Geräte mit einzubeziehen. Lassen wir den minimal erhöhten Stromverbrauch und die dadurch entstehenden Mehrkosten im Cent-Bereich einmal außen vor, finde ich den eingeschlagenen Weg alles andere als verkehrt und hoffe, dass man es mit der Samsung-Partnerschaft vielleicht wirklich schafft, eine breitere Masse an Nutzern zu erreichen. Getreu dem Motto „Tu gutes, während du schläfst“. Und noch ein kleiner Hinweis zum Abschluss: Mit der besagten BOINC-App für Android gibt es seit geraumer Zeit bereits eine ähnliche App (nur ohne Wecker), die verschiedenste Projekte (darunter Erforschung des Alls, Forschung bezüglich AIDS und weitere Gebiete) bietet.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.
BOINC
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Quelle Samsung Tomorrow via Caschy

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