Satechi R1 Presenter ausprobiert: Schicker Bluetooth-Presenter für iOS und macOS

Marcel Am 14.06.2021 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:54 Minuten

Wer des Öfteren mal Präsentationen abhalten muss, der wird sich auf kurz oder lang nach einem Presenter als Hilfsmittel umschauen. Glücklicherweise gibt es „Präsis“ inzwischen nur noch in digitaler Form und die gängigen Tools – egal ob PowerPoint, OpenOffice Impress oder Keynote von Apple – bieten genügend Möglichkeiten, auch als Anfänger keine komplette Zumutung auf die Leinwand zu werfen. Das Wechseln der Folien per Tastatur oder Maus kann aber in einer Präsentation für Redner und Zuhörer schnell zu einer nervigen Geschichte werden, die den Fluss und auch das Gesamtbild der Präsentation stört. Also: Immer mit Presenter; quasi rudimentäre Fernbedienungen, die oftmals zusätzlich mit einem Laserpointer daherkommen und mit denen sich us der „Ferne“ zwischen Folien springen lässt – mit ein wenig Übung (sprich: Souveränität) sogar sehr fließend.

Platzhirsch in diesem Markt ist sicherlich Logitech, den R400 Presenter kann man sicherlich als Klassiker bezeichnen. Zumindest im Studium sah man durchweg nur diese Modelle, was allerdings auch am vergleichsweise günstigen Preis liegen dürfte. Besser ausgestattete Modelle wiederum lässt sich Logitech teuer bezahlen, wie beispielsweise den Logitech Spotlight. Aber auch andere Mütter haben schöne Töchter (oder Söhne) – unter anderem der Hersteller Satechi. Ich hatte in der Vergangenheit bereits die ein oder anderen technischen Gadgets in der Hand und wurde eigentlich nie enttäuscht. Schicke Optik, gute Verarbeitung, funktioniere Technik. Und so wurde ich natürlich neugierig, als man mit den den beiden Modellen R1 und R2 zwei neue Presenter vorgestellt hat. Erstgenannten konnte ich in den letzten Wochen einmal genauer ausprobieren.

In punkto Optik orientiert man sich im Hause Satechi seit jeher an der Farbgebung Apples, insbesondere an dem Cuppertino’schen Space Grey hat man Gefallen gefunden. Nichts schlechtes, wenn es denn gut gemacht ist und das ist auch im Falle des R1 Presenter der Fall. Auch das Aluminium-Gehäuse sorgt für ein hochwertiges Gefühl in der Hand, lediglich der Teil der Oberseite, der die Buttons beherbergt, besteht aus matt schwarzem Kunststoff. Bei der Verarbeitung kann man nicht viel meckern: Die Übergänge zwischen den Materialien und die Aussparungen für den Laserpointer und den USB-C-Anschluss sind sauber. Einziger kleiner Mangel, zumindest bei meinem Modell: Die rückseitige Bodenplatte schließt zu den Kanten hin nicht ganz plan mit dem Rahmen ab. Ja, jammern auf hohem Niveau. 

Sieht man von dem Ein-/Aus-Schalter und dem Bluetooth-Button an der unteren Kante des Presenters ab, besitzt der R1 Presenter fünf Buttons. So finden sich neben den typischen vor- und zurück in den Folien und dem Laserpointer auch Buttons zum Einblenden der virtuellen Tastatur und dem vollständigen Abdunkeln des Bildschirms (aka Schwarzbild) auf dem Presenter. Der Button zum Vorspringen im Foliensatz ist dabei am prominentesten platziert und der größte seiner Art. Der Zurückbutton fällt kleiner aus, lässt sich dank Erhebung aber blind ertasten –  gleiches gilt auch für den Laserpointer, der im Gegenzug eine leichte Einkerbung besitzt. Die Buttons besitzen einen sehr angenehmen Druckpunkt mit einem sanften Klickgeräusch. Alles in allem liegt der R1 Presenter mit seinen 12,7 x 3,8 x 0,9 Zentimetern und runden 70 Gramm angenehm locker in der Hand.

Die Verbindung erfolgt per Bluetooth 5.0, was Reichweiten von bis zu 10 Meter verspricht. In der Regel ausreichend, jedenfalls würde ich Bluetooth immer den USB-Empfängern von Logitech und anderen Herstellern vorziehen. Eine Gefahr weniger, dass plötzlich der USB-Dongle fort ist und bei mobilen Geräten oftmals gar nicht anders möglich. Offiziell unterstützt werden sämtliche Macs, iPhones und iPads ab 2012 und neuer, wobei die Verfügbarkeit von Bluetooth 5.0 natürlich nur Vorteile bringt. Mit Windows 10 arbeitet der Presenter nicht zusammen, sondern wirft lediglich einen Treiberfehler aus – fairerweise muss man erwähnen, dass eine Windows-Kompabilität vom Hersteller allerdings auch explizit verneint wird. Nachdem die Verbindung erfolgt ist (was im übrigen ohne Probleme von Statten ging), meldet sich die Fernbedienung als Tastatur im System. Ein gängiges Prozedere, dass sich allerdings auch bewährt hat.

Der Satechi R1 Presenter unterstützt neben PowerPoint, Keynote, Google Slides auch weitere Anwendungen wie gängige PDF-Reader, Prezi und auch mit OpenOffice Impress konnte ich die Fernbedienung nutzen. Theorie meinerseits: Alles, was sich mit den Links- und Rechts-Tasten auf der Tastatur steuern lässt, lässt sich auch mit dem R1 Presenter bedienen. So funktioniert die Cursorbewegung, Steuerung im Medien-Player und dergleichen, was meine Theorie unterstützt. Den Button für die virtuelle Tastatur hätte man sich aber sparen können, denn dieser bewirkt lediglich unter iOS, dass die On-Screen-Tastatur eingeblendet wird. Tippen mit der Fernbedienung ist aber natürlich nicht möglich, außerdem hat die Taste bei Verbindung mit einem Mac keine erkennbare Funktion – hätte man sich also irgendwie sparen können. Tipps werden aber gerne angenommen.

Die Reaktionszeit ist nicht spürbar negativ zu benennen, der Wechsel der Folien oder PDF-Seiten ist instant. Laut Satechi soll der integrierte Akku die Stromversorgung für rund sechs Monate sicherstellen, wohlgemerkt bei einer Nutzung von etwa einer Stunde pro Tag und wohl ohne ausgiebiger Nutzung des Laserpointers. Genaue Messungen habe ich nicht durchgeführt, kann aber sagen, dass der Akku auch nach einiger Zeit der Nutzung noch nicht schlapp gemacht hat. Es sind also auch längere Präsentationen möglich und vor wichtigen Präsentationen wie beispielsweise einem Kolloquium sollte die Fernbedienung sporadisch vorher aufgeladen werden. Sehr positiv zu bewerten übrigens, dass Satechi hierbei auf einen USB-C-Stecker setzt, alles andere wäre in 2021 auch etwas schade. Ein Ladekabel liegt dem Lieferumfang darüber hinaus bei.

Noch ein paar Worte zum Satechi R2 Presenter, den ich mir aber nicht angeschaut habe: Dieser bietet je nach aktiviertem Modi unterschiedliche Funktionen. Im Multimedia-Modus lassen sich beispielsweise Lieder überspringen, die Lautstärke regulieren, zum Home-Bildschirm auf einem iOS-Gerät springen oder auch Siri aktivieren. Allerdings verzichtet die R2 Fernbedienung auf einen echten Laserpointer, sondern bietet lediglich einen virtuellen Laserpointer auf dem Bildschirm, was entsprechend vom genutzten Präsentationstool unterstützt werden muss (im Fall von PowerPoint und Keynote möglich). Da muss man selbst wissen, was man für sich priorisiert und ob die Media-Steuerung überhaupt eine Relevanz in der Nutzung besitzt. In meinen Augen taugt bei Bedarf ein reiner Presenter mit echtem Laserpointer mehr als eine Kombi-Lösung, die zwangsläufig den ein oder anderen Kompromiss eingehen muss.

tl;dr und Fazit: Der R1 Presenter von Satechi ist solide verarbeitet, passt sich optisch nahtlos in die Apple-Welt ein und liegt gut in der Hand. Die Buttons lassen sich nach kurzer Eingewöhnung ohne hinschauen sicher treffen und reagieren ohne wahrnehmbare Verzögerung. Und wichtig: Die Verbindung war in jedem Testlauf ohne Störungen. Ein Presenter, der mittendrin aus irgendwelchen Gründen die Arbeit verweigert gehört wohl mit zu jenen Ereignissen, die während einer Präsentation den Puls des Referenten erhöhen – was erfahrungsgemäß mit den günstigen China-Klonen des R400 gar nicht mal so selten mal passiert. Mit einem Straßenpreis von rund 50 Euro liegt man in jenem Rahmen, was abgesehen von den White-Label-Produkten von anderen namhaften Herstellern so aufgerufen wird. Meine Meinung: Schicker Presenter, zuverlässige Funktion, kann man machen.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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1 Kommentare vorhanden

sry, ich habe das neueste ipad, ios und der presenter funktioniert nicht!!

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