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Senioren-Notfalltelefon mit Garantruf: Das Simvalley MOBILE Komfort-Telefon XL-901

Marcel Am 26.07.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:45 Minuten

Die ganze Welt schaut inzwischen fast nur noch auf Smartphones, der Fortschritt der Zeit. Was aber, wenn man einmal seine Großeltern zum Beispiel mit einem Notfall-Telefon ausstatten möchte? Im „Normalfall“ (wenn man es so bezeichnen kann), überfordern selbst einfache Mobiltelefone die Generation 70/80+ – von Smartphones einmal ganz zu schweigen. Was also tun, wenn man der Oma einfach nur ein Telefon für den Notfall in die Hand drücken möchte? Stürze, Kreislaufzusammebrüche – ist ja jetzt nicht so selten, also muss es einfach einfach sein.

Wonach ich gesucht habe? Nach einem einfachen Handy ohne irgendwelche Funktionen. Ein paar Rufnummern sollten sich speichern lassen und direkt per Tastendruck anrufen lassen, ebenso wäre eine Notruffunktion, welche automatisch SMS verschickt und Rückrufe annimmt, natürlich nicht verkehrt. Und so bin ich eigentlich nur auf die Geräte der Pearl-Marke Simvalley gestoßen, welche fast allesamt diese als „Garantruf“ bezeichnete Funktion integriert haben. Da es auch noch möglichst wenig Tasten besitzen sollte, habe ich mir das Simvalley MOBILE Komfort-Mobiltelefon XL-901 einmal genauer angeschaut.

Der Lieferumfang

Passend zum Handy ist auch der Lieferumfang recht spartanisch – allerdings gibt es hier trotzdem fast schon mehr, als bei aktuellen Smartphones.

  • Simvalley MOBILE Komfort-Telefon XL-901
  • Li-Ion-Akku
  • Netzstecker mit Ladekabel
  • Ladestation
  • Fünf Beschriftungsbögen
  • Bedienungsanleitung

Das äußere Erscheinungsbild

Das XL-901 kommt schlicht und einfach daher. Seitlich links unten findet sich ein MiniUSB-Anschluss über das das Telefon geladen werden kann. An der rechten Seite findet findet sich ein kleiner Schalter für die Tastensperre wieder, welcher allerdings relativ schwergängig ist. Mir persönlich bereitet er weniger Probleme, aber  Damen und Herren im etwas fortgeschritteneren Seniorenalter beißen sich an dem Schiebeschalter definitiv die dritten Zähne aus.

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Ansonsten findet sich in der Front natürlich das Display mit blauer Hintergrundbeleuchtung und großem Text, sowieso die notwendigsten Tasten (Annehmen, Auflegen, Notruf und fünf Direktwahltasten) wieder – ebenso gibt es eine Möglichkeit, die einzelnen Tasten zu beschriften, wofür dem Lieferumfang eben fünf Vorlagen beiliegen. Kein High-End-Mobiltelfon, aber hier auch nur irgendwie an ein modernes Smartphone zu denken ist auch mehr als irrsinnig.

Sehr schön ist übrigens die mitgelieferte Ladestation, in die das Telefon einfach gesteckt werden kann. Oder besser gesagt: gestellt. Denn das Telefon muss nicht – wie sonst üblich – auf einen Stecker gesteckt werden, sondern wir mittels kleinen Kontakten an der Unterseite geladen. Schöne Sache, so ohne Fummelei.

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Die Konfiguration

Damit das XL-901 Anrufe ausführen und annehmen kann, benötigt es natürlich eine SIM-Karte – in diesem Falle gibt es sogar mal wieder die „normalen“ SIM-Karten zu Gesicht. Hierbei wird allerdings vorher ein anderes Handy benötigt, mit dem man die PIN-Code-Abfrage der SIM-Karte deaktivieren muss. Logisch, immerhin besitzt das XL-901 nur die Tasten  1-5.

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Für die restliche Konfiguration des XL-901 hat man nun zwei Wege. Zum einen kann man das Handy über das Gerät selbst einrichten und Nummern speichern – ist aber aufgrund der Tatsache, dass es lediglich eine Hand voll Tasten gibt ein wenig fummelig. Besser ist der zweite Weg, welcher noch dazu auch eine Fernwartung der Einstellungen erlaubt: per SMS. Verschiedene Befehle, die an die Rufnummer der SIM-Karte im XL-901 geschickt werden, werden erkannt. Eine der fünf Nummern der Direktwahltasten ändern? Einfach eine SMS mit dem Inhalt „#1#Name#Nummer#“ an die Rufnummer senden, fertig. Ebenso lässt sich auch die Notrufnummer (Standardmäßig 112) und den Text der Notfall-SMS verändern. Tolle Sache.

Der Garantruf

Wie bereits beschrieben besitzt das Handy eine Funktion, die sich „Garantruf“ nennt und die direkt aus dem Hause Peal/Simvalley stammt, inklusive der Markenrechte. Was macht die Funktion? Kurze Erklärung: Wird die rote Notruf-Taste drei Sekunden lang gedrückt, so wird automatisch eine SMS an alle fünf gespeicherten Nummern versendet. Geht nun ein Rückruf der Kontakte ein, so wird der Anruf automatisch angenommen und auf die Freisprechfunktion umgeschaltet. Geht nach fünf Minuten kein Anruf ein, so wird die gespeicherte Notrufnummer per SMS informiert und ein Anruf an die Leitstelle abgesetzt.

Andere Möglichkeit: Wird die Notruf-Taste mehrmals hintereinander betätigt, so wird direkt eine SMS an die hinterlegte Notrufnummer versendet, ein Anruf abgesetzt und die Freisprechfunktion wird aktiviert.

Akkulaufzeit

Wichtig bei solch einem Gerät ist natürlich die Akkulaufzeit, denn gerade unterwegs und im Notfall sollte das Gerät natürlich einsatzbereit sein. Und hier kann das Simvalley XL-901 definitiv punkten, denn mit bei mir hielt das Teil locker zehn Tage im Standby aus. Die Gesprächszeit sollte hier bei rund 200 Minuten liegen, was man aber nicht zu eng sehen sollte, da das Handy eben kein Gerät für alltägliche Anrufe darstellen sollte, sondern eben ein Notfallgerät. Und für zu Hause gibt es ja auch noch die kleine Dockingstation, in die das Handy dank Kontakte einfach nur frei hineingestellt werden muss.

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Fazit: Seniorentauglich?

Vorab: Natürlich eignet sich das Simvalley XL-901 nicht nur für Senioren, auch für Kinder unterwegs könnte es durchaus Anwendung finden. Ob man nun zum Beispiel schon in der Grundschule wirklich ein Handy benötigt, lasse ich mal dahingestellt – das XL-901 betrachte ich jedoch nicht als solches, daher könnte es durchaus die ein oder andere Mutter etwas ruhiger werden lassen, wenn die Kleinen unterwegs sind.

Viel wichtiger ist aber meiner Meinung nach solch ein Gerät für Senioren, gerade für solche, die schon etwas älter, krank und/oder schwächlich sind. Jeder Angehörige kennt wohl das Gefühl, wenn man meint das etwas nicht stimmt, auch wenn das nicht der Fall ist.

Das Simvalley XL-901 eignet sich durch die leichte Bedienung wirklich für genau solche Einsatzzwecke, auch wenn es zwei kleine Kritikpunkte gibt: zum einen ist der Lautstärke des Klingelton gerade für etwas schwerhörige Senioren wohl zu leise (ist eben sehr unterschiedlich) und kann nicht erhöht werden (wohl aber auf Stumm geschaltet werden), zum anderen ist der Schieberegler an der Seite (zwecks Tastensperre) durchaus für die teils kraftlosen Hände der Zielgruppe etwas zu schwergängig.

Ist das Gerät deswegen schlechter? Nicht unbedingt. Betrachtet man es als Gerät für den Notfall, so ist die Lautstärke des Klingeltons durchaus eher nebensächlich und auch die Tastensperre dürfte im Notfall sowieso kontraproduktiv sein – und die Tasten sind nun auch nicht so leichtgängig, dass sie bei jeder kleinen Berührung auslösen. Die Bedienung des Gerätes ist jedoch so leicht, dass mit dem Gerät jeder zurecht kommen dürfte – sooo neu ist die Erfindung des einfachen Telefons ja nun auch nicht.

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Ich kann jedenfalls nur soviel sagen: Die Oma der Freundin ist glücklich und auch die Familie ist etwas beruhigter – für knapp 40 Euro gibt es da nichts besseres. Daher gibt es von mir (trotz der zwei kleineren Kritikpunkte) eine absolute Empfehlung. Fragen zu dem Gerät? Immer her damit.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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