Sensative Strips ausprobiert: Fast „unsichtbarer“ Tür- und Fenstersensor für Z-Wave-Systeme

Marcel Am 12.12.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:21 Minuten

Z-Wave-Geräte gibt es fast so viele wie Sand am Meer, da machen auch die Tür- und Fenstersensoren keine Ausnahme. Merkwürdigerweise gibt es auf dem Markt aber nur Sensoren, die aus zwei Teilen bestehen: Einmal die Hardware an sich und einen Magneten, durch welchen der Melder ausgelöst wird. Einteilige Tür- und Fenstersensoren wie sie beispielsweise Gigaset für ihr elements-System anbietet? Keine Ahnung wieso, aber diese sucht man im Z-Wave-Universum vergebens. Wird sicherlich seine Gründe haben (auch abseits des „Ist bestimmt günstiger in der Produktion“) und wer mehr weiß, der kann mich ja mal in den Kommentaren aufklären.

Kommen wir aber zum eigentlichen Thema dieses Artikels: Den Sensative Strips. Ebenfalls ein Tür- und Fenstersensor fürs Z-Wave-Protokoll (sogar Z-Wave PLUS zertifiziert), ebenfalls zweiteilig bestehend aus Sensor und Magnet. Aber im Gegensatz zu nahezu allen anderen auf dem Markt verfügbaren Tür- und Fenstersensoren sind die Sensative Strips nahezu unsichtbar. Statt sie nämlich auf den Fensterrahmen schrauben oder kleben zu müssen, lassen sich diese in den Fenster- oder Türrahmen versteckt montieren. So sind es zwar immer noch zwei Teile die passend angebracht werden müssen, man sieht sie aber nicht mehr.

Die Verpackung selbst ist schlicht gehalten und beinhaltet neben dem eigentlichen Strip und dem dazugehörigen Magneten auch noch einen weiteren runden Magneten, mit dem sich das Pairing aktivieren und der Strip in den Wartungsmodus versetzen lässt. Tipp: Die Magnete nicht sofort entfernen, dies könnte im weiteren Verlaufe nämlich zu Problemen führen – die zwar nicht unüberwindbar, aber halt doch vermeidbar sind. Der Strip misst etwa 19,5 × 1,5 × Zentimeter, die Dicke beträgt etwa drei Millimeter – sodass er in nahezu jedem Zwischenraum eines Tür- oder Fensterrahmens Platz finden sollte. Übrigens nicht nur dort, sondern auch beispielsweise in oder an Schubladen, Schränken und ähnlichem – sofern man Bedarf hat.

Die Montage ist relativ simpel: Zunächst die gewünschte Fläche im Rahmen mit dem mitgelieferten Tüchlein reinigen und ein paar Sekunden trocknen lassen. Nun zunächst den Strip mithilfe des aufgeklebten Klebestreifens anbringen und ebenfalls eine kurze Zeit lang andrücken. Der Magnet wiederum kommt an das Gegenstück am Rahmen oder der Türe. Ob ihr den Strip nun in den Rahmen klebt und den Magneten ans Fenster oder die Tür oder anders herum ist egal, wichtig ist nur, dass der Magnet eben in geschlossenem Zustand an den Strip heranreicht, damit der Zustand zuverlässig gemeldet werden kann. Ist beides ein Kinderspiel und nicht der Rede wert – die benötigten vier Millimeter für Strip und Magnet sollten fast überall Platz finden.

Bevor ihr aber die Magnete entfernt und mit der Montage startet noch ein kurzer Tipp: Sobald ihr den runden Magneten entfernt, wird der Kopplungsmodus des Strips gestartet – daher solltet ihr zuvor eure Smart Home-Basis bereits in den Inkludierungsmodus bringen und den Sensor hinzufügen. Spart euch einiges an Arbeit. Natürlich könnt ihr den Strip auch zu einem späteren Zeitpunkt hinzufügen: Dazu müsst ihr den kleinen runden Magneten an den Strip halten, bis die LED kurz aufleuchtet – das ganze wiederholt ihr noch zwei Male  und schon sollte sich der Kopplungsmodus aktivieren. Wird der Magnet beim dritten Mal längere Zeit auf dem Strip liegen wird dieser zurückgesetzt, was über ein längeres Aufleuchten der LED visuell quittiert wird.

Das Inkludieren funktionierte ohne Probleme in homee, welches bei mir als Basis zum Einsatz kommt. Wer auf das Devolo Home Control setzt, den kann ich nur enttäuschen, denn trotz des Z-Wave-Logos auf beiden Geräten wird der Sensative Strip von Home Control nicht unterstützt. Der Grund ist wohl, dass Sensative eine andere Form der Statusmeldung nutzt, als Devolo implementiert hat. Ließe sich wohl über ein manuelles Setzen eines Parameters verändern, da Devolo dieses aber nicht bietet, überspringe ich den Punk mal. Wer hingegen beispielsweise das Fibaro Home Center 2 oder Lite, Domoticz, OpenHab 2, oder Zipabox nutzt, der kann die Sensative Strips ohne Probleme nutzen.

Einstellungsmöglichkeiten? Gibt es (logischerweise) nicht allzu viele. Es handelt sich bei dem Sensative Strip eben um einen reinen Tür- und Fenstersensor, entsprechend habt ihr nur die Möglichkeit, den Aufwachintervall festlegen zu können (empfohlen werden 24 Stunden). Temperatur oder Helligkeit? Wird vom Strip nicht gemessen, wäre wohl im Tür- oder Fensterrahmen wohl auch nicht ganz so clever. Dafür aber benachrichtigt er zuverlässig und binnen einer Sekunde eure Basis, dass sich der Zustand der Tür oder des Fensters geändert hat. Gilt zumindest für übliche Fenster und Türen, bei Metallfenster oder -Türen kann die Sache etwas anders aussehen, da Metall Funksignale naturgemäß recht stark abschirmt. Kann funktionieren, muss aber nicht.

Vielleicht ja dem ein oder anderen bis dato aufgefallen: Ich habe kein Wort über eine Batterie verloren, die wohl im schmalen Strip auch nur wenig Platz haben würde. Sensative verbaut die Batterie fest im Strip, was bedeutet, dass es sich hierbei eher um ein Verbrauchsgut handelt. Ist die Batterie leer, muss der Strip entsorgt werden und kann nicht erneut genutzt werden. Wird den ein oder anderen sicherlich vom Kauf abhalten und bezüglich des Stichwortes Elektroschrott auch nicht ganz clever. Jedoch sollen die Batterien gute zehn Jahre halten, wenn man die Tür stündlich ein paar Mal öffnet und wieder schließt. Je nach Verbindungsqualität kann die Zahl zwar variieren, der Hersteller ist aber von seinen „etwa 10 Jahren“ überzeugt.

Mit etwa 50 Euro für einen Strip (aktuell: 55 Euro einzeln oder 150 Euro im Dreierpack) liegt man recht weit oben, viele andere Geräte sind ein paar Euros günstiger. Der Sensor arbeitet zuverlässig, bezüglich der Lebensdauer der Batterie muss man die 10 Jahre des Herstellers natürlich so glauben. Was allerdings deutlich überwiegt ist das kleine Alleinstellungsmerkmal des Strips: eben dass er sich nahezu unsichtbar verbauen lässt. Und dieser Punkt ist einigen (mich eingeschlossen) der Aufpreis sicherlich wert, wenn man eben nicht die recht klobigen Sensoren auf den Fenstern oder der Balkontüre im Wohnzimmer kleben hat. Wobei man natürlich nicht nur Türen und Fenster überwachen kann, die schmalen Streifen wären natürlich auch prädestiniert für Schubladen und ähnliches.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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