Sesame 2 im Test: Mac per Bluetooth-Schlüsselanhänger automatisch sperren und freischalten

Marcel Am 13.09.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:24 Minuten
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Einen bestimmten Arbeitsschritt kennt sicherlich jeder, der an einem Mac oder einem Windows-Rechner arbeitet: Gerät einschalten oder aus dem Schlafmodus holen und erst einmal das Passwort eingeben. Unter Windows kann man sicherlich über die Sicherheit des Passwortschutzes diskutieren, auf dem Mac sind die Daten zumindest mit aktiviertem FileVault und Passwort recht sicher – dennoch ist das sicherlich ein Arbeitsschritt, den man sich – gerade wenn man es mehrmals am Tage macht – ersparen möchte.

Und wie das so oft ist, bekommen Mac’ler nun die Chance dazu, denn mit Sesame 2 gibt es einen kleinen Bluetooth-Schlüsselanhänger, welcher in Verbindung mit der dazugehören Mac-App euren Mac automatisch entsperren und natürlich auch sperren kann. In den letzten Tagen und Wochen konnte ich mir den „Bluetooth-Schlüssel“ für den Mac einmal etwas genauer ansehen und kann soviel vorab verraten: Ich habe mich umgehend in das praktische Alltags-Helferlein verliebt.

Bei Sesame selbst handelt es sich um einen 60 x 15 x 6 Millimeter großen und 10 Gramm „schweren“ Stick mit Schlüsselring, den ihr eben zum Beispiel an eurem Schlüsselbund, einem Schlüsselband oder sonst wo unterbringen könnt und welcher eben über die Sesame-App mittels Bluetooth 4.0 LE mit eurem Mac verbunden wird. Entfernt ihr euch nun ein Stückchen von eurem Mac, so wird dieser über die Mac-eigene Bildschirmschoner-Funktion automatisch gesperrt, kommt ihr wieder näher, so wird dieser auch wieder entsperrt. Spart nicht nur, dass ihr jedes mal auf’s neue das Passwort eures Macs eingeben müsst, sondern verhindert eben auch, dass ihr euch von eurem Mac entfernt ohne diesen vorher gesperrt zu haben.

Die Einrichtung ist simpel, die App selbst führt euch eigentlich durch alle wichtigen Punkte: So müsst ihr im ersten Schritt Sesame mit der App verknüpfen, danach bekommt ihr die Gelegenheit dazu, euer Passwort einzugeben und verschiedene Optionen wie Entfernung, Zeit bis zur Sperrung und die Art und Weise der Entsperrmethode festzulegen – alles Dinge, die man natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch wechseln und anpassen kann.

Bei der Entsperrmethode gibt es dabei zwei mögliche Optionen: Option Nummer 1 entsperrt euren Mac automatisch, sobald ihr mitsamt des Sesame-Sticks wieder in die Nähe eures Macs kommt. Option 2 stellt eine Art der Two-Factor-Authentication dar: Ihr müsst euer Passwort selbst eingeben, allerdings muss sich Sesame dabei ebenfalls in der Nähe eures Macs aufhalten – anderenfalls bleibt der Mac über einen eigenen Lockscreen gesperrt. Über die Sicherheit möchte ich hier gar nicht all zu viel sagen, die Sperre bleibt bei Autostart der App aber auch bei einem erzwungenen Neustart aktiv.

Ich habe Sesame nun schon einige Weile selbst nutzen dürfen und muss sagen: Man vergisst das Teil schnell wieder – nicht, weil es so schlecht ist, sondern weil es einfach funktioniert. Sesame zum Beispiel in die Hosentasche verfrachtet, funktioniert er einfach so gut, dass man einfach vergisst, dass man ihn dabei hat. Tolles Teil – kann man gar nicht anders sagen. Übrigens: Die Batterie soll laut Hersteller-Angaben rund ein Jahr halten – dank dem energiesparenden Bluetooth 4.0 LE eine realistische Sache.

Natürlich kommt der Sinn oder Unsinn eines solchen „Bluetooth-Schlüssels“ immer auf den persönlichen Nutzen an. Vorzüglich zielt Sesame natürlich auf den beruflichen Betrieb ab, eben da, wo die Rechner unmittelbar nach Verlassen des Arbeitsplatzes gesperrt werden sollten. Wie ich von den Entwicklern von Sesame erfahren durfte, gibt es zum Beispiel viele Ärzte, die ihre Mac-Rechner auf diesen einfachen Wege schnell sperren und entsperren können ohne selbst dran denken zu müssen und so die Privatsphäre der Patienten sicherstellen können. Aber auch im privaten Umfeld zuhause kann Sesame von größerem Nutzen sein: Zum Beispiel im Home Office oder auch wenn man verhindern möchte, dass Kinder in Abwesenheit an den Rechner kommen – Anwendungsfälle gibt es eben viele, es kommt eben darauf an, wie häufig man das Passwort eingeben muss und wie genervt man von dieser Eingabe ist. Mir jedenfalls gefällt es – auch als privater „Einzelplatznutzer“.

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Sesame läuft mit allen Macs, die Bluetooth 4.0 LE unterstützten, sprich: Ein MacBook Air ab Mid-2011, ein MacBook Pro ab Mid-2012, iMac ab Late-2012, Mac Mini ab Mid-2011 oder den aktuellsten Mac Pro. Eine Unterstützung für Windows 8 ist dabei ebenso eingeplant wie ein Support für’s iPad – was aber noch ein paar Monate in Anspruch nehmen kann. Sesame 2 ist ab sofort für rund 40 Euro zum Beispiel im eigenen Store oder im Apple Online Store verfügbar. Für den Einsatz im Büro definitiv eine Überlegung wert, ob es einem für den privaten Nutzen wert ist muss jeder für sich entscheiden – ich für meinen Teil möchte das kleine Teil aber nicht mehr missen und würde behaupten, dass es jedem genau ergehen wird. Von meiner Seite aus gibt es eine klare Empfehlung – ganz nach dem Apple-Prinzip „it just works“.

Sesame 2 im offiziellen Online-Shop kaufen

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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