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Mal einen etwas untypi­schen Testbe­richt in diesem Blog, denn bislang gehörten Werkzeuge weniger zu meinem Horizont – dennoch sind diese Artikel einer der Gedanken gewesen, einen Namens­wechsel durch­zu­führen und das Blog mit Tchgdns recht neutral zu halten, immerhin gibt es auch abseits von „smarten Gadgets“ allerhand Technik-Kram im Haushalt. Den Anfang macht ein kleines Messwerkzeug, genauer gesagt der Skil Kreuz-Linien­laser LL0511. Laser-Messgeräte sind eine praktische Sache, denn wer schon einmal tapeziert, Bilder oder Regale aufge­hangen, eine Decke abgehangen oder andere Tätig­keiten, wo Dinge in einer Flucht oder Ebene ausge­richtet werden müssen, durch­ge­führt hat. 

Natürlich lassen sich derartige Dinge mit einer handels­üb­lichen Wasser­waage halbwegs ordentlich ausrichten und anzeichnen, was aber vor allem bei größeren Entfer­nungen von mehreren Metern nicht nur dauert, sondern auch etwas umständlich sein kann. Ein Kreuz-Linien­laser kann hierbei die Nerven enorm schonen und ist deutlicher zu handhaben, als die Meter-Wasser­waage oder die gespannte Schnur, die immer wieder ein wenig durch­hängt. Hatte ich irgendwann keine Lust mehr drauf und habe mich einmal auf die Suche nach einem Kreuz-Linien­laser gemacht und bin dann bei besagtem Stil LL0511 gelandet. 

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Der Name Skil dürfte dem ein oder anderen sicherlich bekannt vorkommen, in den 20er Jahren hat der US-Hersteller die erste elektrische Handkreissäge erfunden – noch heute ist der Name „Skilsaw“ ein Gattungs­be­griff wie hierzu­lande Fön, Tempo oder Zewa. Mitte der 90er Jahre ist das Unter­nehmen Skil dann von Bosch übernommen worden, seitdem produ­ziert der US-Hersteller auch besagtes Skil-Werkzeug. Preislich liegt man oftmals noch unter den grünen Bosch-Tools für Heimwerker, die Qualität und Produkt­fea­tures sind aber nicht selten um einiges höher. 

Aber, zurück zum Kreuz-Linien­laser LL0511. Dieser misst in etwa 7,5 x 6,3 x 8,3 Zenti­meter und bringt 300 Gramm auf die Waage – für Werkzeug aber ehrlich gesagt wohl eher zu vernach­läs­sigen. Der komplett aus Kunst­stoff gefer­tigte Kreuz-Linien­laser ist aller­dings sehr gut verar­beitet, vor allem mit Blick auf die nicht vorhan­denen Spaltmaße und und der Festigkeit des Kunst­stoffs. Der Laser dürfte also auch mal den ein oder anderen Sturz wegstecken. Einziger kleiner Kritik­punkt bezüglich der Verar­beitung wäre der rückseitig angebrachte Deckel für das Batte­riefach, der ein wenig klappert. 

Der Skil LL0511 ist an der Unter­seite mit einem 1/4″ Gewinde ausge­stattet und passt auf alle gängigen Stative, wie sie in der Fotografie zu finden sind – was die Positio­nierung in größerer Höhe und „freistehend“ enorm erleichtert. Dem Liefer­umfang selbst liegt eine ebenfalls sehr gut verar­beitete und robust wirkende Klemme bei. Auf dieser lässt sich der Kreuz-Linien­laser festschrauben, dank Kugelkopf lässt er sich auch noch nachträglich auf der Klammer ausrichten. Die Klemme selbst lässt sich mittels einfachen Schraub­me­cha­nismus an vielen Gegen­ständen befes­tigen – Tischen, Türen, Regalen, was halt gerade so passendes in der benötigten Höhe zu finden ist. 

Betrieben wird der Laser mittels zwei AA-Batterien, die das Tool sicherlich mehrere Monate oder Jahre mit Strom versorgen dürften – man nutzt es ja nicht 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Einmal einge­schaltet wirft der Laser sofort ein Laser­kreuz, bestehend aus einer horizon­talen und verti­kalen Laser­linie, an die Wand. Damit man aller­dings nicht damit beschäftigt ist, das Gerät erst einmal eine gefühlte Stunde korrekt auszu­richten, hat Skil den LL0511 mit einer Nivel­lier­au­to­matik ausge­stattet. Diese Funktion gleicht Uneben­heiten von bis zu vier Grad selbst­ständig aus – sehr angenehm und vor allem eines: schnell und nerven­schonend. Die Nivel­lier­ge­nau­igkeit liegt bei ± 0,5 mm (5 mm Messge­nau­igkeit auf 10 Meter), arbeitet man also nicht gerade mit dem Laser am Smart­phone-Innen­leben, macht diese nicht viel aus.

Besonders positiv im Gegensatz zu dem zuvor von mir regel­mäßig gelie­henen Bosch Quigo: Der Skil LL0511 ist sehr leucht­stark, auch bei einschei­nenden Sonnen­schein sind die Laser­linien noch ohne Probleme zu erkennen. Lediglich im Freien reicht die Leucht­kraft bei strah­lendem Himmel nicht aus. Auch wichtig: Die beiden Kreuz­linien laufen wirklich im 90-Grad-Winkel aufein­ander und sind auch bei größeren Entfer­nungen zwischen Laser­gerät und Wand noch als scharfe Linien erkennbar – Skil selbst gibt für den maximalen Arbeits­be­reich bis zu 10 Meter an (sprich die Breite der Projektion), was ich bestä­tigen kann. Beim Quigo war die Projektion an der Wand zu breit, um hier noch zuver­lässig Löcher bohren zu können oder dergleichen – mit dem Skil aber kein Problem. 

Neben dem Kreuz-Linien­laser-Modus lassen sich mit dem Skil LL0511 auch mittels weiteren Druck auf den Ein-/Aus-Schalter auch nur einfache horizontale oder vertikale Laser­linien an die Wand proji­zieren, natürlich ebenfalls mit unter­stüt­zende Nivel­lier­au­to­matik. Möchte man einmal eine diagonale Linie an die Wand proji­zieren, zum Beispiel um beim Streichen eine gerade, diagonal verlau­fende Linie abkleben zu können, lässt sich die Nivel­lier­au­to­matik über einen Schie­be­schalter ausschalten. Ebenfalls eine praktische Sache, wobei ich die reine Wasser­waagen- und Lotfunktion häufiger nutze. 

„Wer billig kauft, kauft zweimal“ gilt vor allem bei Werkzeugen. Dennoch stellt sich natürlich auch immer die Frage, ob man als Heimwerker, der vielleicht höchstens mal einmal im Monat ein bestimmtes Werkzeug benötigt, immer Makita, Bosch Blau oder Metabo sein muss. Auch von diesen gibt es natürlich Kreuz-Linien­laser, die aber locker mal 100, 150 oder noch mehr Euros. Der Skil LL0511 jedoch ist bereits für 50 Euro zu haben und hat mir während diversen Renovie­rungs­ar­beiten gute Dienste geleistet. Wer auf der Suche nach einem Kreuz-Linien­laser ist, der ist als Hobby-Heimwerker mit dem Skil-Laser bestens bedient – lediglich ein Aufbe­wah­rungs­koffer oder eine Box wäre noch schön gewesen.

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