Mal etwas anderes: Skil LL0511 Kreuz-Linienlaser mit automatischer Selbstnivellierung ausprobiert

Marcel Am 04.09.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:48 Minuten

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Mal einen etwas untypischen Testbericht in diesem Blog, denn bislang gehörten Werkzeuge weniger zu meinem Horizont – dennoch sind diese Artikel einer der Gedanken gewesen, einen Namenswechsel durchzuführen und das Blog mit Tchgdns recht neutral zu halten, immerhin gibt es auch abseits von „smarten Gadgets“ allerhand Technik-Kram im Haushalt. Den Anfang macht ein kleines Messwerkzeug, genauer gesagt der Skil Kreuz-Linienlaser LL0511. Laser-Messgeräte sind eine praktische Sache, denn wer schon einmal tapeziert, Bilder oder Regale aufgehangen, eine Decke abgehangen oder andere Tätigkeiten, wo Dinge in einer Flucht oder Ebene ausgerichtet werden müssen, durchgeführt hat.

Natürlich lassen sich derartige Dinge mit einer handelsüblichen Wasserwaage halbwegs ordentlich ausrichten und anzeichnen, was aber vor allem bei größeren Entfernungen von mehreren Metern nicht nur dauert, sondern auch etwas umständlich sein kann. Ein Kreuz-Linienlaser kann hierbei die Nerven enorm schonen und ist deutlicher zu handhaben, als die Meter-Wasserwaage oder die gespannte Schnur, die immer wieder ein wenig durchhängt. Hatte ich irgendwann keine Lust mehr drauf und habe mich einmal auf die Suche nach einem Kreuz-Linienlaser gemacht und bin dann bei besagtem Stil LL0511 gelandet.

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Der Name Skil dürfte dem ein oder anderen sicherlich bekannt vorkommen, in den 20er Jahren hat der US-Hersteller die erste elektrische Handkreissäge erfunden – noch heute ist der Name „Skilsaw“ ein Gattungsbegriff wie hierzulande Fön, Tempo oder Zewa. Mitte der 90er Jahre ist das Unternehmen Skil dann von Bosch übernommen worden, seitdem produziert der US-Hersteller auch besagtes Skil-Werkzeug. Preislich liegt man oftmals noch unter den grünen Bosch-Tools für Heimwerker, die Qualität und Produktfeatures sind aber nicht selten um einiges höher.

Aber, zurück zum Kreuz-Linienlaser LL0511. Dieser misst in etwa 7,5 x 6,3 x 8,3 Zentimeter und bringt 300 Gramm auf die Waage – für Werkzeug aber ehrlich gesagt wohl eher zu vernachlässigen. Der komplett aus Kunststoff gefertigte Kreuz-Linienlaser ist allerdings sehr gut verarbeitet, vor allem mit Blick auf die nicht vorhandenen Spaltmaße und und der Festigkeit des Kunststoffs. Der Laser dürfte also auch mal den ein oder anderen Sturz wegstecken. Einziger kleiner Kritikpunkt bezüglich der Verarbeitung wäre der rückseitig angebrachte Deckel für das Batteriefach, der ein wenig klappert.

Der Skil LL0511 ist an der Unterseite mit einem 1/4″ Gewinde ausgestattet und passt auf alle gängigen Stative, wie sie in der Fotografie zu finden sind – was die Positionierung in größerer Höhe und „freistehend“ enorm erleichtert. Dem Lieferumfang selbst liegt eine ebenfalls sehr gut verarbeitete und robust wirkende Klemme bei. Auf dieser lässt sich der Kreuz-Linienlaser festschrauben, dank Kugelkopf lässt er sich auch noch nachträglich auf der Klammer ausrichten. Die Klemme selbst lässt sich mittels einfachen Schraubmechanismus an vielen Gegenständen befestigen – Tischen, Türen, Regalen, was halt gerade so passendes in der benötigten Höhe zu finden ist.

Betrieben wird der Laser mittels zwei AA-Batterien, die das Tool sicherlich mehrere Monate oder Jahre mit Strom versorgen dürften – man nutzt es ja nicht 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Einmal eingeschaltet wirft der Laser sofort ein Laserkreuz, bestehend aus einer horizontalen und vertikalen Laserlinie, an die Wand. Damit man allerdings nicht damit beschäftigt ist, das Gerät erst einmal eine gefühlte Stunde korrekt auszurichten, hat Skil den LL0511 mit einer Nivellierautomatik ausgestattet. Diese Funktion gleicht Unebenheiten von bis zu vier Grad selbstständig aus – sehr angenehm und vor allem eines: schnell und nervenschonend. Die Nivelliergenauigkeit liegt bei ± 0,5 mm (5 mm Messgenauigkeit auf 10 Meter), arbeitet man also nicht gerade mit dem Laser am Smartphone-Innenleben, macht diese nicht viel aus.

Besonders positiv im Gegensatz zu dem zuvor von mir regelmäßig geliehenen Bosch Quigo: Der Skil LL0511 ist sehr leuchtstark, auch bei einscheinenden Sonnenschein sind die Laserlinien noch ohne Probleme zu erkennen. Lediglich im Freien reicht die Leuchtkraft bei strahlendem Himmel nicht aus. Auch wichtig: Die beiden Kreuzlinien laufen wirklich im 90-Grad-Winkel aufeinander und sind auch bei größeren Entfernungen zwischen Lasergerät und Wand noch als scharfe Linien erkennbar – Skil selbst gibt für den maximalen Arbeitsbereich bis zu 10 Meter an (sprich die Breite der Projektion), was ich bestätigen kann. Beim Quigo war die Projektion an der Wand zu breit, um hier noch zuverlässig Löcher bohren zu können oder dergleichen – mit dem Skil aber kein Problem.

Neben dem Kreuz-Linienlaser-Modus lassen sich mit dem Skil LL0511 auch mittels weiteren Druck auf den Ein-/Aus-Schalter auch nur einfache horizontale oder vertikale Laserlinien an die Wand projizieren, natürlich ebenfalls mit unterstützende Nivellierautomatik. Möchte man einmal eine diagonale Linie an die Wand projizieren, zum Beispiel um beim Streichen eine gerade, diagonal verlaufende Linie abkleben zu können, lässt sich die Nivellierautomatik über einen Schiebeschalter ausschalten. Ebenfalls eine praktische Sache, wobei ich die reine Wasserwaagen- und Lotfunktion häufiger nutze.

„Wer billig kauft, kauft zweimal“ gilt vor allem bei Werkzeugen. Dennoch stellt sich natürlich auch immer die Frage, ob man als Heimwerker, der vielleicht höchstens mal einmal im Monat ein bestimmtes Werkzeug benötigt, immer Makita, Bosch Blau oder Metabo sein muss. Auch von diesen gibt es natürlich Kreuz-Linienlaser, die aber locker mal 100, 150 oder noch mehr Euros. Der Skil LL0511 jedoch ist bereits für 50 Euro zu haben und hat mir während diversen Renovierungsarbeiten gute Dienste geleistet. Wer auf der Suche nach einem Kreuz-Linienlaser ist, der ist als Hobby-Heimwerker mit dem Skil-Laser bestens bedient – lediglich ein Aufbewahrungskoffer oder eine Box wäre noch schön gewesen.

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