Smart Home: Bei Alarm einen Anruf oder SMS erhalten (am Beispiel homee)

Marcel Am 02.05.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:48 Minuten

Eigentlich alle gängigen Smart Home-Lösungen ermöglichen es seinen Nutzern, bei Auslösen eines Alarms eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone zu bekommen. Diese haben allerdings einen Nachteil, denn sie erfordern eine bestehende Internetverbindung, was gerade in einigen Gegenden, im Zug oder woanders manchmal etwas problematisch werden kann. Auch wird man bei Push nur mit einer Benachrichtigung beglückt, die unter Umständen an einem vorbei gehen kann – was gerade bei einem Einbruch- oder Feueralarm „ungünstig“ sein kann. Die klassische SMS und Anrufe haben diesbezüglich Vorteile: Unabhängig vom mobilen Datennetz und im Falle von Letzterem sind Klingeltöne oder Anruf-Benachrichtigungen deutlich auffälliger. Und mit Hilfe eines externen Dienstes und ein wenig Spielerei in der Heimautomatisierung sind SMS und Anrufe bei Auslösen eines Alarms möglich.

Ich zeige meine Umsetzung am Beispiel des homee-Systems. Oftmals ist es so, dass sich solche Spielereien auch mit anderen Systemen durchführen lassen, nur dass die Befehle ein wenig anders benannt sind. Der Grundgedanke lässt sich aber zumeist 1:1 übernehmen.

Schritt #1: Registrierung und Schlüssel

Als erstes benötigen wir einen Dienst, der es uns erlaubt, mittels URL-Aufruf einen Anruf absetzen oder eine SMS verschicken zu können. Diesbezüglich bietet sich der Dienst SMSflatrate.net an: Mit Registrierung gibt es 1,50 Euro Startguthaben, eine SMS mit Absender und auf Wunsch als Flash-SMS (taucht direkt auf) gibt es für 11 Cent, ein Text2Speech-Anruf ins deutsche Mobilfunknetz gibt es für 25 Cent, wer mindestens 5 Euro auflädt, erhält zusätzlich 20 kostenlose SMS. Ja: Im Vergleich zu Flagrantes oder Vertragspreisen recht hoch angesiedelt, im Idealfall kommt es aber natürlich nie zu einem Auslösen des Alarms. Ginge natürlich auch über IFTTT, hier werden allerdings nur VoIP-Anrufe unterstützt, die wiederum eine Internetverbindung erfordern (was wir ja umgehen wollen).

Die Registrierung ist zügig erledigt. Um den Dienst nun mit eurem Smart Home zu verknüpfen, müsst ihr zunächst einen so genannten Schnittstellenkey generieren, mit dem ihr einen Webhook auslösen könnt. Dieses Schlüssel findet ihr in eurem Account hinter dem Punkt „Schnittstelle„. Den Key solltet ihr euch notieren oder zumindest einmal in eine Textdatei kopieren, diesen benötigen wir gleich nochmals. Unterhalb des Schlüssels findet ihr dann auch schon einen passenden URL-Aufruf, mit dem ihr euch eine SMS mit bestimmtem Inhalt an eine festgelegte Rufnummer verschicken könnt – aber dazu im nächsten Schritt mehr.

Schritt #2: Generierung der URL

Wie bereits erwähnt: Der Vorteil von SMSflatrate ist die Tatsache, dass sich viel über URL-Aufrufe (Webhooks) erreichen lässt. Die zu triggernde URL haben wir ja bereits in der Benutzeroberfläche von SMSflatrate gesehen. Im Grunde müssen wir nur noch die Platzhalter EUER_KEY, EURE_HANDYNUMMER und SMSTEXT mit den entsprechenden Inhalten ersetzen:

https://www.smsflatrate.net/schnittstelle.php?key=EUER_KEY&from=smsflatrate&to=EURE_HANDYNUMMER&text=SMSTEXT&type=1

Den Platzhalter „EUER_KEY“ ersetzt ihr mit dem Schnittstellenkey eures SMSflatrate-Accounts, „EURE_HANDYNUMMER“ naheliegenderweise mit eurer Mobilfunknummer nach dem Muster 0049160XXXXXX, ihr müsst die führende Null eurer Rufnummer also durch ein „0049“ ersetzen. Der Platzhalter „SMSTEXT“ nimmt den gewünschten Text der SMS oder des Anrufes auf, hierbei müsst ihr sämtliche Leerzeichen durch ein „+“ ersetzen, Sonderzeichen sind natürlich ebenso nicht möglich. Beispiel: „Balkontür+hat+einen+Alarm+ausgelöst“. Die letzte Variable „type“ legt den Modus fest, also ob lediglich eine SMS verschickt werden soll oder ein Anruf durchgeführt werden soll. „type=1“ stellt eine SMS dar, „type=30“ ein Text2Speech-Anruf.

Ein paar Hinweise: Anrufe und SMS kommen von der Caller-ID 080079079668, falls ihr euch die Nummer unter „Smart Home Alarm“ (oder sonst etwas) in euren Kontakten sichern möchtet. Die Kosten in Höhe von 25 Cent für einen Anruf ins Mobilfunknetz werden übrigens bereits mit dem Anrufversuch fällig, also auch dann, wenn ihr nicht erreicht werden konntet oder besetzt war. Die maximale Textlänge liegt bei 1.000 Zeichen beziehungsweise 360 Sekunden. Neben den beschriebenen Parametern könnt ihr auch noch viel mehr herumspielen und weitere Parameter setzen. Zum Beispiel könnt ihr die Stimme verändern, die Höhe und Geschwindigkeit verändern, einen Statusbericht anfordern oder auch eine Anrufwiederholung aktivieren. Bei Interesse findet ihr in dieser PDF-Datei die gesamte Text2Speech-Dokumentation vor.

Schritt #3: WebHook in Homeegramm nutzen

Nun zum letzten Schritt, denn wir müssen homee (oder einem anderen System, welches den Aufruf von URLs erlaubt) ja auch noch vertellen, dass wir etwas durchführen wollen, was eigentlich so nicht unterstützt ist. Oder anders gesagt: Wir müssen in unserem Homeegramm einen WebHook aufrufen. Wir öffnen unser gewünschtes Homeegramm und springen dann in den Bearbeitungsmodus. In diesem können wir als Aktion einen WebHook konfigurieren. Die zu triggernde URL haben wir ja bereits erstellt, sodass wir die fertige URL nun nur noch in die homee-App einfügen müssen:

Die weiteren Felder für Methode, Content Type und Body lassen wir einfach leer beziehungsweise auf „optional“ stehen. Auch damit ließen sich tolle Spielereien zaubern, die sich in diesem Falle aber nicht relevant zeigen. Also nochmal in kurz: URL einfügen, WebHook und Homeegramm speichern, fertig. Nun solltet ihr beim Ausführen des Homeegramms neben anderen hinzugefügten Aktionen auch eine SMS oder einen Anruf erhalten. Im Gegensatz zu anderen rein auf VoIP-basierenden Diensten sogar ohne eine wirkliche zeitliche Verzögerung und auch dann, wenn ihr euch in einem fahrenden Zug quer durchs Ödland befindet. Ihr müsst euch natürlich nicht zwischen SMS oder Anruf entscheiden – ihr könnt zu eurem Homeegramm natürlich auch zwei (oder noch mehr) WebHooks hinzufügen. Viel Spaß beim herumspielen.

via SiiO

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