Spark by Readdle: Ein Blick in meinen neuen Mail-Favoriten für iPhone und Apple Watch

Am 30.05.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:59 Minuten

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Die Entwickler-Schmiede Readdle hat sich bereits in der Vergan­genheit durch eine ganze Reihe an Produk­ti­vitäts-Apps wieCa­lendars 5, Documents, Scanner Pro und zahlreichen weiteren einen Namen machen können. Schicke Oberfläche, viele nützliche Funktionen. Nun hat man in den vergan­genen Tagen eine neue App mit neuem Anwen­dungs-Fokus in den App Store gebracht: Spark. Dabei handelt es sich um eine klassische Mail-App für’s iPhone und die Apple Watch, die das Rad zwar nicht neu erfinden möchte, aller­dings zahlreiche angenehme Features mit sich bringt. 

Ich konnte mir die App und deren Entwicklung bereits seit einer frühen Developer Preview anschauen und kann eines verraten: Spark sieht nicht nur hübsch aus, sondern macht auch in der Bedienung sehr viel Spaß, sodass sie tatsächlich meine favori­sierte Mail-App auf dem iPhone geworden ist – gleich­zeitig habe ich aber auch ein paar kleinere Kritik­punkte, einfach weil Spark von Readdle ist. An dieser Stelle einmal ein kleiner Blick hinein. 

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Erst einmal: Spark kommt mit verschie­denen Mail-Diensten wie Google, Exchange, Yahoo!, iCloud und Outlook.com zurecht, alter­nativ kann aber auch jeder andere Dienst genutzt werden, der euch einen IMAP-Login zur Verfügung stellt – wahlweise lassen sich auch mehrere Accounts einrichten und mit Spark nutzen. Hat man seinen Account dann einmal hinzu­gefügt, wird man auch schon umgehend in seine Inbox weiter­ge­leitet. Standard­mäßig zeigt Spark hier eine „Smart Inbox“ benannte Ansicht an, in der eure Mails nicht wie gewohnt einfach nur chrono­lo­gisch unter­ein­ander darge­stellt werden, sondern ein wenig katego­ri­siert werden. 

Spark versucht die Mail zu analy­sieren und in verschiedene Kategorien einzu­ordnen. Persön­liche Mails ganz oben angezeigt, während Newsletter, Benach­rich­ti­gungen und dergleichen darunter angezeigt werden. Gelesene Mails werden gebündelt an unterster Stelle abgelegt, sodass ihr die ungele­senen Mails ganz oben auf einen Blick habt. Einzelne Kategorien lassen sich auf Wunsch auch in kompri­mierter Form anzeigen (siehe die Benach­rich­ti­gungen auf dem Screenshot) oder auch in einem Rutsch als gelesen markieren. Wer mag, der kann auch einfach über den oberen Schie­be­regler auf eine reguläre Inbox-Ansicht wechseln, in der eure Mails wie gewohnt chrono­lo­gisch sortiert werden. Wie man’s mag, ich empfand die „Smart Inbox“ als recht praktisch. 

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Wie es sich inzwi­schen für eine gute Mail-App gehört, besitzt natürlich auch Spark verschiedene Wisch­gesten, mit denen ihr euren Posteingang schnell aufräumen könnt. Pro Mail-Eintrag gibt es vier unter­schied­liche Gesten: Wisch nach links, Wisch nach rechts und dann jeweils auch nochmal ein längerer Wisch über die Zeile. Welche Aktion bei welcher Geste durch­ge­führt werden, könnt ihr in den Einstel­lungen von Spark ändern, standard­mäßig werden die Mails bei einem Wisch nach rechts archi­viert oder gelöscht, während ein Wisch nach rechts die Mail entweder anpinnt oder die Snooze-Funktion aufruft. 

Angepinnte Mails werden euch in eurer Smart Inbox gesondert angezeigt und sind ebenso über den „Pins“-Menüpunkt in der Sidebar einzu­sehen – wer Gmail nutzen sollte, der wird sich sicherlich freuen, dass diese Mails auch direkt in Gmail markiert werden. Wesentlich inter­es­santer dürfte aber sicherlich die Snooze-Funktion sein, wenngleich man diese inzwi­schen von so einigen Mail-Apps kennen dürfte, allen voran natürlich Mailbox und Inbox by Gmail.

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Die Ansicht der Mail-Inhalte ist relativ unspannend, aller­dings bietet die Oberfläche alle wichtigen Funktionen, ohne dabei überladen zu wirken. So können Mails im oberen Bereich angepinnt oder „gesnoozed“ werden, während die untere Naviga­ti­ons­leiste dazu dient, Mails als (un-)gelesen zu markieren, zu beant­worten oder weiter­zu­leiten oder eben auch direkt archi­vieren zu können. Was ganz cool gemacht ist: Mail können direkt „geliked“ werden, man kann sich bedanken oder einen Smilie verschicken – einfach per Tap, wobei euer Kontakt­partner zum Beispiel ein einfaches „Name liked your Mail“ erhält. Oftmals reichen derartige knappe Antworten ja aus, um den Gegenüber einfach davon in Kenntnis zu setzen, dass ihr die Mail erhalten und gelesen habt. 

Über das Teilen-Menü könnt ihr die entspre­chende Mail an den Drucker schicken, in einen anderen Ordner verschieben, archi­vieren oder löschen, als Spam markieren – oder eben auch als PDF-Dokument zu diversen Cloud-Diensten (zum Beispiel Dropbox, Google Drive, OneDrive, Evernote und Co.) hochladen oder aber an andere Apps, die sich in den Document Picker von iOS 8 einnisten, weiter­reichen.

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Der Versand einer E-Mail ist ebenso simpel gestrickt, besitzt aber auch die ein oder andere Nettigkeit. Der erste Punkt betrifft eure Signa­turen, die Spark natürlich auch unter­stützt. Dabei erkennt Spark aber anhand eurer bereits versen­deten Mails automa­tisch oft genutzte Mail-Signa­turen und schlägt euch vor, diese als Signa­turen zu speichern. Spart einiges an Arbeit und ist eben wie gesagt nett gemacht. Die Signatur in der Mail kann per simplen Wisch nach rechts oder links über die Signatur gewechselt werden. 

Des Weiteren kann Spark natürlich auch Datei­an­hänge verschicken, wobei ihr entweder ein neues Bild mit eurer Kamera aufnehmen oder ein bereits vorhan­denes Bild aus eurer Kamera-Rolle auswählen könnt – ebenso ist es aber auch möglich, Dateien bezie­hungs­weise deren Links von Dropbox, Box.net, Google Drive, One Drive oder aus eurem iCloud Drive auswählen und verschicken zu können. 

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Die Sidebar von Spark bietet euch einen schnellen Zugang zu vorde­fi­nierten Ordnern wie gesen­deten Mails, Entwürfen und Co. – auch auf eure IMAP-Ordner (zum Beispiel innerhalb von Gmail) könnt ihr natürlich zugreifen. Die Liste an angezeigten Ordnern lässt sich auf Wunsch auch um Ordner erweitern, ebenso gibt es ein paar Shortcuts. Diese als „Widgets“ bezeich­neten Schnell­zu­griffe werden standard­mäßig über der Inbox angezeigt, lassen sich auf Wunsch aber auch auf einen von Android bekannten Floating Button setzen – letzteres gefällt mir durchaus gut. 

Neben dem schnellen Zugriff auf eure archi­vierten Mails, gespei­cherten Suchen oder anderen „intel­li­genten Ordnern“ gibt es auch weitere Features. So könnt ihr zum Beispiel eure erhal­tenen Anhänge gebündelt anzeigen oder direkt aus Spark auf eure Kalender zugreifen, was Readdle (wohl auch) dank der Calendars-Erfahrung recht gut umgesetzt hat und durchaus gefällig ist. Was aller­dings etwas schade ist: Es gibt eine ganze Reihe an Features, die den Vermerk „Coming soon“ besitzen und dementspre­chend noch nicht imple­men­tiert sind. Zukünftig wird es also noch eine Wetter-Infor­mation und eine Kontakt­ver­waltung geben, ebenso gebün­delte Anzeige von iTunes-Mails, Amazon-Käufen und ähnlichem. 

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Soweit also einmal ein grober Überblick über die grund­le­genden Funktionen von Spark. Was aber ebenso empfeh­lenswert ist, ist ein Blick in die Einstel­lungen der App, denn auch diese bergen ein paar sehr nette Dinge. Logisch: Ihr könnt hier eure Accounts hinzu­fügen und bearbeiten, auch Cloud-Dienste können verknüpft oder getrennt werden. Aber auch abseits dieser Grund­funk­tionen gibt es zahlreiche Optionen, mit denen ihr die Nutzung von Spark an eure Bedürf­nisse anpassen könnt. Die Anpassung der Sidebar, der Wisch-Gesten und der Widgets habe ich ja wie auch die Signa­turen bezie­hungs­weise deren Verwaltung bereits erwähnt. Neben weiteren kleineren Optionen wie die Auswahl der Aktion (Löschen oder Archi­vieren) in der Toolbar der Mail-Darstellung, Anzeige eines Counters am App-Icon und Co. gibt es aber zwei weitere Features, die man sicherlich kurz hervor­heben sollte. 

Da wären zum Beispiel die „Smart Notifi­ca­tions“. Ihr könnt für jeden Account gesondert festlegen, über welche Mails ihr euch Benach­rich­tigen lassen wollt. Aktiviert ihr die „Smart Notifi­ca­tions“, so werden nur eure persön­lichen und wichtigen Mails auf eurem Lockscreen gemeldet, was je nach Mailaufwand sicherlich etwas Zeit sparen kann, da eben Newsletter und derartige „unwichtige“ Mails nicht dauernd euer iPhone in der Hosen­tasche vibrieren lassen. 

Außerdem ermög­licht euch Spark eine Lesebe­stä­tigung. Hierzu wird in euren Mails immer eine Pixel-Grafik mitge­schickt, anhand derer Readdle erkennt, ob eure Kontakt­person die Mail gelesen hat. Nichts drama­ti­sches und eigentlich ein ganz alter Hut (den man in Gmail zum Beispiel mit Pixel­Block verhindern kann), sollte man aber eben zumindest zur Kenntnis nehmen. Schade, dass diese Funktion von Haus aus aktiviert ist, hätte man meiner Meinung nach optional machen sollen. Ist sicherlich kein Weltun­tergang, manch einer möchte seine Kontakte aber nicht mit Pixel-Grafiken beläs­tigen.

Ein paar Worte zur App für die Apple Watch: Hierbei handelt es sich nicht nur um einfache Benach­rich­ti­gungen oder dergleichen, sondern um eine nahezu vollwertige Mail-App. Ob die Nutzung auf einem derart kleinen Screen sonderlich viel Sinn macht sei einmal dahin­ge­stellt, aber man muss eben nicht alles auf der Smart­watch nutzen. Praktisch kann die Watch-App aber durchaus sein, da man so schnell Mails archi­vieren oder löschen kann, auch das schnelle Beant­worten von Mails ist möglich. 

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Wie eingangs erwähnt hat Spark bei mir Google Inbox als Mail-App auf dem iPhone abgelöst, da mir die Oberfläche mitsamt der zusätz­lichen und nahezu beliebig anpass­baren Funktionen irgendwie etwas besser gefällt. Aber auch wenn Spark in meinen Augen die beste Mail-App für iOS darstellt, so gibt es dennoch ein paar Kritik­punkte. Da wäre zum einen die Tatsache, dass der Counter der ungele­senen Mails am App-Icon oftmals nicht aktua­li­siert wird oder dass Benach­rich­ti­gungen nicht automa­tisch aus dem Notifi­cation Center entfernt werden. Des Weiteren gibt es wie gesagt eine ganze Reihe an Shortcuts, die derzeit nur mit einem „Coming soon“-Vermerk versehen sind – hätte man meiner Meinung nach vorerst rauslassen und später nachliefern sollen. 

Sind zwar nur kleine Kritik­punkte, aber von Readdle kennt man es eigentlich anders – Readdle-Apps werden eben aufgrund der hohen Qualität in den App-Reigen etwas anders beäugt, als zum Beispiel Outbank oder andere Apps, bei denen man sich an den ein oder anderen Fehler gewöhnt hat. Spark selbst wird aktuell komplett kostenlos rausge­hauen, man betont aber, dass man keine Daten auswertet, speichert oder irgendwie vermarktet – der vorhandene Spark-Server dient lediglich für Push-Benach­rich­ti­gungen und dem Snooze-Feature. So kann man Spark wie auch das ebenfalls kostenlose Documents als kostenlose Werbung für die restlichen Apps ansehen, seitens der Entwickler wird aber auch nicht ausge­schlossen, dass zukünftige Features nur gegen einen In-App-Kauf zugänglich sind. 

Aber ehrlich? Für Spark hätte ich sogar zwei, drei Euro bezahlt, da die App wirklich Spaß macht. Eine iPad-Version wird sicherlich in naher Zukunft folgen, auch eine (nicht näher benannte) Mac-App ist immer wieder mal kurz von Readdle erwähnt worden – mal schauen was sich hier noch so tut… 

Spark - Mails die Sie mögen
Entwickler: Readdle
Preis: Kostenlos