Sparkasse Kwitt: Geld von Handy zu Handy verschicken, Öffnung für andere Finanz­dienst­leister möglich

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Wie die Sparkasse angekündigt hat, wird man ab dem 28. November ein App-Update für die beiden Sparkassen-Apps veröf­fent­lichen, mit dem auch eine neue Zahlungs­mög­lichkeit von Handy zu Handy einge­führt wird.

Die Sparkassen sind bekanntlich mit zwei Apps unterwegs: Zum einen die reguläre Sparkassen-App, zum anderen auch eine kosten­pflichtige App namens Sparkasse+, mit der sich auch Konto­stände anderer Banken abfragen lassen. Beide Apps sind sowohl für iOS, als auch für Android zu haben und werden am 28. November mit einem größeren Update bedacht, welches neben einer überar­bei­teten und nochmals moderner wirkenden Oberfläche auch eine neue Funktion integriert: „Kwitt“ – ein (mehr oder weniger gelun­genes) Wortspiel aus „Bald sind wir quit“. Hierbei handelt es sich um eine schnelle Zahlungs­mög­lichkeit mit denen man schnell und einfach Geld an andere Nutzer verschicken oder auch anfragen kann. 

Sparkasse
Entwickler: Star Finanz GmbH
Preis: Kostenlos

Eine ähnliche Funktion kennen bereits Nutzer von N26, hier heißt das ganze MoneyBeam. Nutzer der Sparkasse und einer der beiden Apps können Kwitt in der App für ihren Account aktivieren, was alleinig über die eigene Handy­nummer reali­siert wird. Wollt ihr nun Geld versenden oder auch anfragen, müsst ihr lediglich den gewünschten Kontakt auswählen, den zu versen­denden oder anzutra­genden Betrag eingeben und schon lässt sich der Auftrag abschicken – bei einem Betrag von bis zu 30 Euro wird auf die Eingabe einer TAN verzichtet. Handelt es sich bei dem Kontakt ebenfalls um einen Kwitt-Nutzer, macht sich das Geld direkt auf den Weg. 

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Hat der ausge­wählte Nutzer Kwitt nicht aktiviert oder ist bei einer anderen Bank, so erhält dieser per SMS einen Link, über den er zu ei­ner Sparkas­sen-Überweisungs­seite geleitet wird. Auf dieser kann er nun seine IBAN eingeben, wonach sich der Betrag auf das eigene Konto überweisen lässt. Dazu hat er drei Tage Zeit, nach wird der Link ungültig – da Ihr Geld noch nicht versendet wurde, bleibt es auf Ihrem Girokonto. Der große Unter­schied zur Umsetzung in N26: Das Geld ist nach Freigabe auch bei einem Versand von Kwitt- zu Kwitt-Nutzer nicht sofort da, die Methode stellt (zumindest momentan) lediglich eine verein­fachte Auslösung einer klassi­schen Überweisung dar. 

„Wir wollen dieses System auch für andere Finanz­dienst­leister und deren Kunden öffnen und damit zum allge­meinen Markt­standard machen, nachdem eine Koope­ration mit den Genos­sen­schafts­banken rechtlich zurzeit nicht möglich scheint.“Dr. Joachim Schmalzl

Was aber ganz inter­essant ist: Das Kartellamt unter­sagte es der Sparkasse, Kwitt in Partner­schaft mit ihren Genos­sen­schaften (unter anderem die Volks- & Raiff­ei­sen­banken und die Sparda-Bank) auf de Markt zu bringen – aufgrund eines Markt­an­teils von 70 Prozent der deutschen Bankkunden. Nun denkt man seitens der Sparkasse darüber nach, das „andere Finanz­dienst­leister und deren Kunden öffnen und damit zum allge­meinen Markt­standard machen“. Wäre eine durchaus angenehme Sache, denn gerade die Fragmen­tierung der duzenden Zahlungs­systeme (egal ob im Laden oder Web) macht die Verbreitung nicht besser. Dazu ist es schön zu sehen, dass sich auch die einge­ses­senen Banken inzwi­schen mehr Bemühen – N26 und anderen FinTechs sei Dank. 

Bilder Sparkasse Quelle DSGV Sparkasse via mobiFlip