SteelSeries Nimbus ausprobiert: MFI-Gamepad für den Apple TV der 4. Generation (und für das iPhone/iPad)

Marcel Am 07.12.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:46 Minuten
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Vor kurzem habe ich einmal meine ersten Eindrücke zum neuen Apple TV der vierten Generation niedergeschrieben, nun gibt es mit dem SteelSeries Nimbus auch einen passenden Controller für die Apple’sche Multifunktionsbox. Denn wir erinnern uns: Apple vermarktet den neusten Apple TV nicht nur als Media-Box, sondern auch als Ersatz für Konsolen. Kann funktionieren, immerhin gibt es bereits zahlreiche erfolgreiche iOS-Titel, die durchaus auch ohne größere Anpassungen auf dem großen Fernseher bespielt werden können. Nicht unbedingt Casual Games wie Angry Birds, Candy Crush und Co., sondern eher Spiele wie Oceanhorn, Asphalt 8, GTA und vergleichbare Titel.

Allerdings ist das Zocken mit der Siri Remote nur bedingt spaßig, zu vielen Titeln gehört einfach ein anständiger Controller. Dank des MFI-Standards (Made for iOS) unterstützt der Apple TV zwar sämtliche Controller mit eben diesem Standard, der SteelSeries Nimbus ist allerdings speziell für den Apple TV entwickelt worden – auch wenn er im Umkehrschluss mit jedem iDevice kompatibel ist. Ich konnte mir den Nimbus in den letzten Wochen einmal etwas genauer anschauen und ein paar Runden zocken – meine Eindrücke findet ihr nun an dieser Stelle.

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Der erste Eindruck

Optisch wirkt der SteelSeries Nimbus etwas wie eine Mischung aus den beiden Gamepads der Xbox One und der PlayStation 4, im Grunde sich der Controller auch ähnlich gut in der Hand, zumindest wenn man nicht unbedingt sehr kurze Finger hat. Rund 247 Gramm bringt der Nimbus auf die Waage, was ebenfalls zwischen den beiden genannten Controllern liegt und somit auch bei längeren Spielesessions nicht unangenehm schwer wird. Als Material kommt ein matt schwarzer, leicht angerauter Kunststoff zum Einsatz. Die Verarbeitung Controllers ist sehr gut, Spaltmaße sucht man vergeblich, es knarzt und klappert nichts – alles andere als billig.

Beim Thema Button-Bestückung entspricht der Nimbus ebenso bis auf eine Ausnahme dem gängigen Standard: So gibt es ein digitales Steuerkreuz, zwei parallel angebrachte und für den besseren Grip leicht gummierte Analog-Sticks, vier Aktionstasten mit der Beschriftung A, B, C und D, sowie einen zentral positionierten Menübutton (gleiche Funktion wie die Menütaste auf der Siri Remote). Im Gegensatz zu vielen anderen Gamepads besitzt der Nimbus allerdings nur zwei große Schultertasten auf dem Rücken, die aber ohne Probleme mit dem Zeige- oder Mittelfinger zu erreichen und zu betätigen sind.

Ebenfalls auf der Vorderseite befindet sich eine Anzeige mit vier LEDs, die nicht nur die verbleibende Akkukapazität anzeigen, sondern auch die Zuordnung der Spieler bei mehreren verbundenen Controllern. An der Seite finden wir dann noch einen Powerbutton, eine Bluetooth-Taste und einen Lightning-Port, über den der Controller aufgeladen werden kann. Notiz am Rande: Ein Lightning-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang, alle AppleTV-Besitzer dürften aber eh das Kabel der Siri Remote besitzen, daher ist das Fehlen meiner Meinung nach nicht allzu schmerzhaft.

Die Druckpunkte der Buttons ist eigentlich durch die Bank sehr gut, die Analog-Sticks lassen sich in alle Richtungen bewegen und können sogar auf Druck reagieren. Lediglich das digitale Steuerkreuz ist etwas schwammig, die Buttons lassen sich leicht in alle Richtungen verschieben – allerdings hätte man dieses auch fast entfernen können, denn sämtliche Spiele lassen sich auch mit dem Analog-Stick bedienen und das sogar noch wesentlich feinfühliger. Ein weiterer kleiner Schnitzer: Der Powerbutton trägt die Beschriftung „HOLD“, „On/Off“ hätte hier sicherlich besser gepasst, aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.

Welche Spiele werden unterstützt?

Unterstützte Spiele gibt es eine ganze Menge, auf dem iPhone und iPad natürlich nochmals wesentlich mehr, als für den Apple TV. Leider hat Apple seinem App Store keine Möglichkeit spendiert, nach Spielen mit einer Controller-Unterstützung zu filtern, was die Suche ein wenig aufwendiger macht. Auf dem iDevice lässt sich dieser Umstand zum Beispiel über die Nimbus-Com­pa­g­non-App oder der App Game Controller Apps ein wenig beseitigen, sucht man allerdings Spiele für den Apple TV, so bringen auch diese Apps herzlich wenig. In dem Falle seid ihr gezwungen, die Spiele-Kategorie im App Store auf dem Apple TV Spiel für Spiel durchzuschauen, zum Glück zeigt Apple im Info-Screen ja eine Gamepad-Unterstützung an.

Ein paar Spiele, die ihr euch durchaus einmal anschauen solltet – einige davon kennen iOS-Spieler sicherlich bereits (oder sollten sie kennen ): Oceanhorn, Badland, Alto’s Adventure, Shadowmatic, Asphalt 8, Transistor, Lumino City, Galaxy on Fire: Manticore Rising, Rayman Adventures und Does not Commute.

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Verbindung und erster Einsatz

Verbunden wird der Nimbus mit dem Apple TV via Bluetooth, was eine Sache von wenigen Sekunden ist. Das Gamepad einschalten, die entsprechenden Einstellungen auf dem Apple TV öffnen, den Controller verbinden, fertig. Könnte nicht einfacher sein – übrigens funktioniert der Controller auch unter Mac OS X und den restlichen iDevices, wobei letztere die Installation der Nimbus-App erfordern, über die auch Firmware-Updates auf den Controller gespielt werden. Was ihr übrigens direkt nach der Verbindung mit dem Apple TV bemerken werdet: ihr könnt den Nimbus auch als Ersatz für die Siri Remote nutzen, lediglich das Touchpanel und die Siri-Taste fehlt natürlich.

Unterstützte Spiele erkennen automatisch, ob ihr einen unterstützten MFI-Controller nutzt und stellen die Steuerung automatisch auf den Controller um. Und das funktioniert ohne Probleme oder spürbare Latenzen, trotz Bluetooth-Verbindung reagieren sämtliche Eingaben ohne Verzögerung. Natürlich profitieren nicht alle für den Apple TV erhältlichen Spielen von dem Gamepad, Games wie Alto’s Adventure oder Jetpack Joyride lassen sich ohne Verlust des Mehrwerts auch mit der Siri Remote bespielen.

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Anders sieht es jedoch bei „klassischeren“ Spielen aus: Asphalt 8 oder Does not Commute lassen sich wesentlich besser steuern, Oceanhorn, Transistor und Galaxy on Fire: Manticore Rising werden mit dem Gamepad sogar zu „richtigen“ Games mit Konsolen-Niveau. Eine kleine Besonderheit bringt diesbezüglich Rayman Adventures mit: Ohne Gamepad ein Jump’n’Run mit starken Anleihen eines Endless Runner, verwandelt sich das Spiel nach Verbinden des Gamepads in ein waschechtes Jump’n’Run und ist ein positives Beispiel dafür, wie Entwickler mit einer kurzen Anpassung des Gameplay sowohl Spieler mit Siri Remote, als auch mit einem Gamepad glücklich machen können. Bitte mehr davon.

Ein paar Worte zur Akkulaufzeit: Laut dem Hersteller SteelSeries soll der Controller etwa 40 Stunden Spielspaß liefern und gibt damit eine Angabe raus, die durchaus realistischer ist, als die Akkulaufzeitangabe vieler Smartphone-Hersteller. In meinem Test musste der Controller nach kumulativen 34 Stunden wieder an das Lightning-Kabel – einschließlich des Hintergrunds, dass Akkus immer erst einige Ladezyklen benötigen und einschließlich Rechenfehler meinerseits durchaus ein Wert, den man erreichen kann.

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Fazit

Bei dem SteelSeries Nimbus handelt es sich alles andere um ein billiges Zubehör für den Apple TV, stattdessen hat man das Gefühl, einen wirklichen Premium-Controller in der Hand zu haben. Sehr gut verarbeitet, gute Druckpunkte der Tasten, eine gelungene Form und ein angenehmes Gewicht, welches weder zu leicht, noch auf Dauer zu schwer wird. Eigentlich in erster Linie als Gamepad für den Apple TV konzipiert, lässt sich der Nimbus natürlich auch mit dem iPhone und iPad verbinden, das Spielen macht hier aufgrund einer fehlenden Halterung aber nur bedingt Spaß.

steelseries-nimbus-gamepad-51Aber in Kombination mit dem Apple TV und ein paar der genannten Spiele ist der Nimbus wirklich eine Wucht – oder besser gesagt: Die bisher in den App Store entlassenen Games machen schon ordentlich Laune und ich behaupte mal, in Zukunft werden wir noch so einige Titel sehen, die sich mit Gamepad wie echte Konsolentitel zocken lassen. Die iOS-Portierungen von GTA zum Beispiel wären ja wie gemacht, könnte man sicherlich als „Back to the roots“ sehen, von der Konsole auf’s Smartphone und zurück auf eine „Konsole“. Über meine Meinung zum Apple TV als Spielekonsole habe ich mich in diesem Artikel ja schonmal ausgelassen, soll hier auch gar nicht das Thema sein.

Mit einem Preis von etwa 60 Euro ist der SteelSeries Nimbus zwar wahrlich kein Schnäppchen, das man mal eben so beim Einkauf mitnehmen würde. Schaut man sich dann noch einmal die Einzelpreise der Controller für die Xbox One (etwa 50 Euro) oder der PS4 (etwa 55 Euro) an, so fällt der Apple-/MFI-Lizenzzuschlag sogar überraschend gering aus. Für jene, die den Apple TV als reine Media-Box nutzen sicherlich kein Mehrwert, wer aber hin und wieder mal Bock auf eine gepflegte Runde Gaming hat, der ist mit dem Nimbus von SteelSeries mehr als gut bedient und kann bedenkenlos zuschlagen.

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Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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