Steuerbot: Kinderleicht zur Steuererklärung per App für iOS, Android & Web

Marcel Am 21.03.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:01 Minuten

Ein leides Thema, diese Steuererklärung. Obwohl es sich für die meisten (mal mehr, mal weniger) lohnen kann, eine ebensolche beim Finanzamt seines Vertrauens einzureichen, lassen viele das Thema links liegen. Teils auch Lustlosigkeit, teils auch Unkenntnis. Und ja: Für ungeübte sind die notwendigen Formulare nicht gerade einfach und den Weg zu einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein gehen viele ebenfalls nicht. Die einschlägigen Tools wie WISO Steuer, Quick Steuer und Co. vereinfachen die Steuererklärung zwar etwas, aber auch mit diesen muss man stellenweise schon genau wissen, was wo wie auszufüllen ist – vor allem, wenn man nichts liegen lassen möchte. Genau an dieser Stelle kommen „moderne“ Steuer-Apps in Spiel, wie zum Beispiel das kostenlose Steuerbot, welches für iOS, Android und als Web-App verfügbar ist.

Die Macher der App versprechen eine Steuererklärung in etwa 30 Minuten – sofern ihr alle relevanten Infos zur Hand habt nicht unrealistisch. Im Stile eines klassischen Chats fragt die App nach und nach alle Punkte der Steuererklärung ab, zum Beispiel zu Arbeitslohn und ähnliche Einkünfte, Ausbildungs- und Fortbildungskosten, Fahrtkosten, Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung, Angaben zu Kindern und Unterhalt und was sich sonst noch alles in einer Steuererklärung unterbringen lässt. Alles in leicht verständlicher Frage und mit Hilfetexten versehen, bei vielen Fragen könnt ihr auch ganz einfach aus vorgegebenen Antworten wählen. Solltet ihr eine Info mal nicht direkt parat haben, könnt ihr diese für den Moment überspringen und dann später nachtragen.

Durch die Art und Weise der Abfrage werden Fehler durch Angaben richtiger Beträge in falschen Feldern zwar nicht grundsätzlich beseitigt, aber stark minimiert. Was auch nett ist: Steuerbot gibt euch Hinweise, falls ihr Pauschalbeträge geltend machen könnt – wie z.B. die Kontoführungsgebühr oder Aufwendungen für Arbeitsmittel. Dinge, die die klassischen Steuer-Apps nur selten anbieten. Während ihr eure Angaben macht, bekommt ihr bereits eine voraussichtliche Rückerstattung angezeigt, die basierend auf euren Antworten ständig aktualisiert wird. Alle Punkte abgearbeitet? Dann müsst ihr nur nochmal eure Daten überprüfen, das korrekte Finanzamt auswählen (wird euch natürlich auch anhand eures angegebenen Wohnorts von der App vorgeschlagen) und schon wird eure Steuererklärung über die offizielle ELSTER-Schnittstelle an das Finanzamt übertragen.

Trotz der elektronischen Übertragung müsst ihr eure Steuererklärung aber dennoch ausdrucken, unterschreiben und per Postweg an das Finanzamt verschicken. Eine authentifizierte und vollkommen papierlose Abgabe wie zum Beispiel bei ELSTERonline ist aber zumindest für die Zukunft geplant. Aber trotzdem macht das Erstellen der Steuererklärung einigermaßen Laune und ich habe ein paar Steuererklärungen gesehen, bei denen die Schätzung der Rückerstattung genau stimmte bzw. nur um ein paar Euros abweichte. Kommt aber natürlich immer auch darauf an, welche Angaben ihr macht und ob diese vom Finanzamt schweigend akzeptiert werden oder ob Nachforschungen angestellt und Belege angefordert werden. Folgenden Steuererklärungen lassen sich schneller erledigen, da Steuerbot sich vorherige Angaben merkt und nur nach Änderungen fragt.

Bei allem positivem Eindruck muss man aber auch erwähnen: Aktuell werden noch nicht alle Steuerfälle abgedeckt. Bislang können Arbeitnehmer (Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung), Beamte, Studenten und Auszubildende ihre Steuerklärung (respektive Verlustvortrag) für die Jahre 2015 – 2019 und folgend mit Hilfe der Steuerbot-App erledigen. Unternehmer oder Personen mit besonderen Einkünften (z.B. aus Vermietung und Verpachtung, ausländische Lohneinkünfte) und anderweitigen steuerlichen Sonderfällen müssen auf die App verzichten. Man arbeitet aber fleissig daran, nach und nach weitere Steuerfälle abzudecken, eine Übersicht zum aktuellen Stand findet ihr an dieser Stelle vor.

Wichtig zu erwähnen: Die Daten rund um eure Steuererklärung werden verschlüsselt auf den Servern der Entwickler gespeichert. Dies ist für die ELSTER-Übertragung notwendig, ebenso wie die rechtliche Aufbewahrungszeit von fünf Jahren eingehalten werden muss. Die Entwickler betonen, dass mans ich streng an die Datenschutz-Grundverordnung hält und Daten zur Verbesserung des Dienstes nur anonymisiert verwendet werden. Steuerbot soll dauerhaft werbefrei und kostenlos bleiben, zumindest im jetzigen Umfang für Privatleute. Für die Zukunft sind optionale kostenpflichtige Funktionen geplant, Details gibt es aber noch nicht – ich kann mir aber z.B. Gebühren für Selbstständige, Freiberufler und Personen mit höheren besonderen Einkünften vorstellen. Aber wie dem auch sei: Für Privatpersonen wohl der bis dato einfachste und schnellste Weg zur Steuererklärung. 👍

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Entwickler: Steuerbot GmbH
Preis: Kostenlos
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