Strategie-Klassiker: „ROME: Total War“ fürs iPad veröf­fent­licht

Am 10.11.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:47 Minuten

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Freunde des wuseligen Strate­gie­genre mit einem iPad können sich freuen, denn mit „ROME: Total War“ ist ganz frisch auch wirklicher Klassiker für das iPad veröf­fent­licht worden – als Vollpreis­titel.

Zwar bespielte mein jüngeres Ich auch gerne mal die einschlä­gigen Shooter, mein Herz hing aber doch eher an der (Echtzeit-)Strategie. WarCraft und Starcraft, die Siedler, Age of Empires – das dürften so jene Spiele­reihen sein, deren Name fast jedem Kind der 90er (und darüber) bekannt sein dürfte. Aber es gab natürlich auch noch duzende und dröfzig weitere Reihen, wie zum Beispiel jene aus dem Hause Creative Assembly, die inzwi­schen zu SEGA gehören: „Shogun“, „Medieval“ und natürlich der dritte Teil „ROME: Total War“. Der Clou: Runden­ba­sierte Strategie, gepaart mit einigen Elementen aus dem Echtzeit­genre. Und zumindest der letzte Teil der Reihe wurde nun von Feral Inter­active auch in den App Store gebracht und lässt sich ab sofort auch auf dem iPad bespielen. 

ROME: Total War
Preis: 9,99 €

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Wer „ROME: Total War“ (wider erwarten) nicht kennen sollte: Ihr übernehmt die Kontrolle über eine von elf antiken Vormächten, zum Beispiel das Römische Reich, Ägypten, das Seleuk­iden­reich, Karthago, die Germanen oder auch die Gallier. Eure Aufgabe besteht in der jewei­ligen Kampagne nun darin, diese ich recht kleine Stadt zur bekannten Großmacht zu entwi­ckeln – dann und wann auch mit diplo­ma­ti­schen Mitteln, in den meisten Fällen dürften aber natürlich die militä­ri­schen Mittel bevorzugt werden. 

Die typischen Strate­gie­auf­gaben – wie zum Beispiel der Ausbau eurer Städte, Aufbau einer Armee und deren Bewegung, Planung von Angriff und Vertei­digung – werden im runden­ba­sierten Modus auf einer Weltkarte durch­ge­führt: ihr könnt verschiedene Aktionen festlegen, die nach dem Abschluss der Runde ausge­führt werden, danach ist der Computer-Gegner an der Reihe. Treffen zwei oder mehr verfeindete Armeen aufein­ander, wechselt das Spiel dann in den Echtzeit­modus.

Hat bereits 2004 unglaublich Laune gemacht, vor allem die 3D-Schlachten mit Tausenden von Einheiten waren immer wieder großes Gewusel und benötigten durch­dachtes Vorgehen. War eben nicht AoE, in dem ihr mit einer dicken Armee gegne­rische Städte kurz überrannt habt – vielmehr müsst ihr euch auch Gedanken über Forma­tions- und Verhal­tens­an­wei­sungen machen und gezielt Bewegungs- und Angriffs­be­fehle geben. Hinzu kommt noch der Faktor Moral: Ist dieser zu gering (zum Beispiel durch Überra­schungs­an­griffe oder deutliche numerische Unter­le­genheit), nehmen eure Soldaten lieber die Beine in die Hand, statt zu kämpfen. Aber auch das Wetter hat Einfluss auf den Kampf­verlauf, starker Regen zum Beispiel verhindert die Nutzung von Brand­pfeilen und senkt die Treffer­ge­nau­igkeit von Bogen­schützen.

Die iPad-Version verspricht eine 1:1-Portierung des Klassikers, die „keine Kompro­misse“ eingehen soll – aber natürlich mit entspre­chenden Optimie­rungen. So hat Feral Inter­active zum Beispiel die Texturen mit Blick auf das Retina-Display des iPad deutlich hochauf­lö­sender gestaltet und natürlich wurde die vormals auf Tastatur und Maus ausge­legte Steuerung für die Bedienung auf Touch­screens optimiert. Truppen lassen sich mit den Fingern auswählen und direkt verschieben, in Schlachten könnt ihr mittels Pinch & Zoom den Ausschnitt des Schlachtfeld verändern. Da gerade die Schlachten viel Berechnung erfordert, wird fürs mobile Zocken mindestens ein iPad Air oder iPad mini 2 benötigt, etwas über vier GB Speicher­platz solltet ihr zu Instal­lation bereit­halten.

Preislich ruft man für für den Titel runde zehn Euro auf – in Zeiten von überflu­tenden Free-2-Play-Titeln sicherlich eine etwas mutige Entscheidung, die sich in meinen Augen aber absolut in Ordnung geht (plus/minus zwei, drei Euro ;-)). Es handelt es sich eben um einen wirklichen Vollpreis­titel ohne weitere In-App-Käufe und immerhin gehört „ROME: Total War“ nicht nur bei Erstver­öf­fent­li­chung, sondern auch heute noch zu einem der bestbe­wer­teten Strate­gie­spiele und denke ich an das Original zurück, so dürfte auch die iPad-Portierung mehrere hundert Stunden Spielspaß bieten. Übrigens: Auch die Erwei­te­rungen „Barbarian Invasion“ und „Alexander“ sollen später noch separat folgen.