Synology DiskStation: Daten­si­cherung des Rechners mit dem Cloud Station Backup

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Mit dem kürzlich veröf­fent­lichten DiskStation Manager 6.0 für NAS-Systeme aus dem Hause Synology gab es eine ganze Reihe an neuen Features, die man sich auch als Privat­nutzer einmal anschauen kann. Eine dieser neuen Funktionen ist zum Beispiel das Cloud Station Backup. Dieses setzt zwar auf dem seit der Version 5.0 verfüg­baren Cloud Station auf, hat aber eine gänzlich andere Aufgabe als zuvor: Denn statt nur Ordner zwischen Rechner und NAS zu synchro­ni­sieren (quasi eine eigene Dropbox auf dem heimi­schen NAS), lassen sich mit dem Cloud Station Backup ganze Festplatten oder aber auch nur ausge­wählte Ordner auf euer NAS zu sichern, inklusive Datei­ver­sionen.

Kann eine ganz praktische Sache sein, da so eben alles vom NAS gesteuert wird und man keine zusätz­liche Software von Dritt­ent­wicklern mehr benötigt. Nun haben Mac-Nutzer dank der Time Machine wohl weniger Bedarf nach einer derar­tigen Lösung, wer aber seine Daten Apple-unabhängig sichern möchte oder Windows nutzt, der sollte durchaus mal einen Blick auf das Cloud Station Backup werfen. 

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Dazu müssen wir zuerst einmal den Cloud Station Server instal­lieren – sofern ihr diesen nicht eh schon instal­liert habt. Kurz angerissen: Geht ins Paketz­entrum eurer Admin-Oberfläche der DiskStation und sucht hier einmal nach dem gleich­na­migen Paket – über den Sidebar-Eintrag „Siche­rungen“ könnt ihr die angezeigten Pakete auch direkt ein wenig Filtern lassen. Über den Button „Instal­lieren“ könnt ihr – welch Überra­schung – genau das machen, kann je nach Perfor­mance-Leistung eures NAS ein paar Sekunden bis Minuten dauern. 

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Ist dann alles fertig einge­richtet, kann es auch schon losgehen. Im Startmenü des DiskStation Managers finden wir nun eine neue App mit dem Namen „Cloud Station Server“ vor, ein Klick öffnet diese. Im Haupt­fenster können wir nun auf Wunsch unsere Quick­Connect-ID angeben, ist aber kein Muss. Kommt eben darauf an, ob dir auch von unterwegs aus mit den mobilen Apps auf eure gesicherten Daten zugreifen wollt oder nicht. Viel inter­es­santer sind die darunter stehenden Kästchen, in diesen bekommt ihr nun die benötigten Tools zum Download angeboten. Das Cloud Station Drive ist die altbe­kannte App zum Sync verschie­dener Ordner, das Cloud Station Backup ist nun das Tool unserer Wahl. Also erst einmal herun­ter­laden, gibt es für Windows und OS X. 

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Während sich das Tool auf den Weg auf unsere Festplatte macht, werfen wir schon einmal einen Blick auf die Einstel­lungen des Cloud Station Servers. Hier müssen wir zuerst einmal entscheiden, welche angelegten Volumes wir für die Sicherung aktivieren wollen – sprich, wo wir die Daten hinsi­chern wollen. Habt ihr mehrere Rechner könnt ihr so also verschiedene Volumes bezie­hungs­weise Haupt­ordner aktivieren, im Falle mehrerer Nutzer könnt ihr auch die Home-Ordner aktivieren, sodass jeder Nutzer in seinen Ordner sichern kann. 

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Beson­deren Blick solltet ihr nach der Aktivierung des gewünschten Ordners auf die Option „Versioning“ werfen. Der grund­sätz­liche Unter­schied des Backup- zum Drive-Feature der Cloud Station, ist eben die Tatsache, dass auf eurem Rechner gelöschte Dateien weiterhin im Siche­rungs­ordner eures NAS gespei­chert werden. Logisch, ist ja eine Daten­si­cherung und keine Synchro­ni­sierung. Dabei werden geänderte Dateien natürlich erst einmal ersetzt, die vorhe­rigen Versionen einer Datei bleiben aber dennoch gespei­chert und verfügbar. Praktisch, wenn ihr zum Beispiel eine Datei fälsch­li­cher­weise bearbeitet und speichert – dank des Versioning könnt ihr so eben auch ältere Varianten einer Datei wieder­her­stellen. Kennen Mac-Nutzer von besagter Time Machine. 

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Standard­mäßig speichert der DSM 6.0 bis zu 32 unter­schied­liche Versionen einer Datei, wobei ältere Versionen bei Erreichen des Limits gelöscht werden. Benötigt aber natürlich mehr Speicher­platz, da Dateien im „schlimmsten Fall“ eben in 32-facher Ausführung auf dem NAS gespei­chert sind. 32 Versionen benötigen aber wohl nur die wenigsten, daher könnt ihr in den Einstel­lungen die maximale Anzahl beschränken. Außerdem steht euch auch die Funktion „Intel­li­ver­sioning“ zur Verfügung – ein eigens von Synology entwi­ckelter Algorithmus, bei dem nur die wichtigsten Versionen einer Datei gespei­chert bleiben. Spart etwas Speicher­platz, ihr gebt aber eben auch etwas Kontrolle aus der Hand, da man nicht wirklich sagen kann, welche Änderungen nun „relevant“ sind und welche weniger. 

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Haben wir dann die gewünschten Einstel­lungen vorge­nommen, wechseln wir erst einmal vom Browser und der Web-UI des DSM auf den Rechner – das herun­ter­ge­ladene Cloud-Station-Backup-Tool instal­lieren. Sollte jeder hinbe­kommen. Beim ersten Start muss das Tool aber natürlich erst einmal einge­richtet werden, wobei dies recht simpel ist. Im ersten Schritt müssen dazu die Login-Daten für euer NAS einge­geben werden. Sprich entweder die lokale IP-Adresse oder eben eure Quick­Connect-ID, wie man mag. Auch Benut­zername und Passwort solltet ihr natürlich kennen.

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Danach geht es dann an das Auswählen der zu sichernden Ordner. Hier könnt ihr natürlich auf Wunsch ganze Festplatten auswählen, fraglich ist eben nur, ob dies Sinn machen würde – da man das System selbst nicht 1:1 mittels DSM wieder­her­stellen kann. Daher solltet ihr nur jene Ordner sichern, die private Daten oder auch Einstel­lungen und Profile von Anwen­dungen enthalten. Aber: ihr wisst wohl am besten, was ihr sichern wollt und was nicht. Außerdem müsst ihr natürlich auch einen Ordner auf dem NAS auswählen, in den ihr die Daten sichern wollt. 

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Neben der Auswahl an Ordnern könnt ihr auch Regeln zur Daten­si­cherung erstellen. So könnt ihr zum Beispiel nur Dateien mit einer festge­legten Mindest­größe sichern oder auch bestimmte Dateien oder Datei­typen ausschließen. 

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Im letzten Fenster erhaltet ihr dann noch einmal einen Überblick darüber, welcher Ordner ihr ausge­wählt habt und in welchen Ordner die Siche­rungen abgelegt werden: 

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Über „Fertig“ schließen wir die Einrichtung dann ab und das Cloud Station Backup legt auch schon direkt mit der Indexierung und dem Kopieren der auf dem Rechner befind­lichen und ausge­wählten Ordner und Dateien los. Kann je nach Geschwin­digkeit des Netzwerks, eures DiskStation-Modells und der Anzahl an Dateien und Ordnern ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Jau: Geduld ist eine Tugend. ;) Da im Laufe aber immer nur geänderte Dateien auf das NAS gesichert werden, ist die Wartezeit nur am Anfang dermaßen lang.

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Und wo findet ihr nun eure Daten? Logisch, auf dem NAS – bezie­hungs­weise in dem zuvor ausge­wählten Ordner. Ihr könnt ganz einfach über den Explorer oder Finder auf die Daten­si­che­rungen zugreifen, diese werden wie normale Dateien auf dem NAS abgelegt. Öffnen, bearbeiten, kopieren – funktio­niert alles wie gewohnt. Aller­dings auch nur, sofern ihr den letzten Stand einer Datei benötigt – Stichwort Versioning. Benötigt ihr nun aber einmal eine andere Version einer Datei, kommt ihr über den Rechner alleine nicht an diese dran, statt­dessen müsst ihr den Weg über die Web-Oberfläche des DSM gehen. 

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Ziel ist hier wieder die Anwendung des Cloud Station Server, genauer gesagt den Punkt „Versi­ons­verlauf„, den ihr in der linken Sidebar der NAS-Anwendung findet. Hier werden euch ebenso sämtliche gesicherte Daten inklusive der Original-Ordner­struktur angezeigt. Markiert ihr nun die gewünschte Datei, könnt ihr euch über den Button „Aktion → Frühere Versionen durch­suchen“ alle vorhan­denen und verfüg­baren Versionen einer Datei anzeigen lassen. Was etwas Schade ist, ist die Tatsache, dass es keine Vorschau der Dateien gibt, statt­dessen habt ihr nur eine Datei­liste mitsamt dem Änderungs­datum – kann aber eben auch schon ausrei­chend sein. Über den Button „Herun­ter­laden“ könnt ihr die Datei „ganz einfach“ auf euren Rechner downloaden, der Button „Wieder­her­stellen“ ersetzt die vorhandene Original-Datei mit der ausge­wählten Datei-Version. 

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Joa und das war es dann auch schon im Großen und Ganzen mit dem Cloud Station Backup. Ist natürlich nur ein kleiner Einblick in die Backup-Lösung, für die meisten dürfte die Standard-Einrichtung aber ausrei­chend sein – lediglich bei mehreren Nutzern oder Rechnern müsst ihr euch natürlich vor allem in Bezug auf die Speicher­pfade ein wenig mehr Gedanken machen. Ist aber eben definitiv ein Blick wert, wieso also auf andere Tools ausweichen, wenn die DiskStation dies von Haus aus kann? Inter­essant wäre hierbei natürlich auch noch eine Kombi­nation mit dem Cloud Sync – so dass man eben immer auch verschlüs­selte Kopien seiner Daten auf einem oder mehrere Cloud-Anbieter verteilen kann.