Synology DiskStation: Datensicherung des Rechners mit dem Cloud Station Backup

Marcel Am 07.05.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:32 Minuten

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Mit dem kürzlich veröffentlichten DiskStation Manager 6.0 für NAS-Systeme aus dem Hause Synology gab es eine ganze Reihe an neuen Features, die man sich auch als Privatnutzer einmal anschauen kann. Eine dieser neuen Funktionen ist zum Beispiel das Cloud Station Backup. Dieses setzt zwar auf dem seit der Version 5.0 verfügbaren Cloud Station auf, hat aber eine gänzlich andere Aufgabe als zuvor: Denn statt nur Ordner zwischen Rechner und NAS zu synchronisieren (quasi eine eigene Dropbox auf dem heimischen NAS), lassen sich mit dem Cloud Station Backup ganze Festplatten oder aber auch nur ausgewählte Ordner auf euer NAS zu sichern, inklusive Dateiversionen.

Kann eine ganz praktische Sache sein, da so eben alles vom NAS gesteuert wird und man keine zusätzliche Software von Drittentwicklern mehr benötigt. Nun haben Mac-Nutzer dank der Time Machine wohl weniger Bedarf nach einer derartigen Lösung, wer aber seine Daten Apple-unabhängig sichern möchte oder Windows nutzt, der sollte durchaus mal einen Blick auf das Cloud Station Backup werfen.

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Dazu müssen wir zuerst einmal den Cloud Station Server installieren – sofern ihr diesen nicht eh schon installiert habt. Kurz angerissen: Geht ins Paketzentrum eurer Admin-Oberfläche der DiskStation und sucht hier einmal nach dem gleichnamigen Paket – über den Sidebar-Eintrag „Sicherungen“ könnt ihr die angezeigten Pakete auch direkt ein wenig Filtern lassen. Über den Button „Installieren“ könnt ihr – welch Überraschung – genau das machen, kann je nach Performance-Leistung eures NAS ein paar Sekunden bis Minuten dauern.

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Ist dann alles fertig eingerichtet, kann es auch schon losgehen. Im Startmenü des DiskStation Managers finden wir nun eine neue App mit dem Namen „Cloud Station Server“ vor, ein Klick öffnet diese. Im Hauptfenster können wir nun auf Wunsch unsere QuickConnect-ID angeben, ist aber kein Muss. Kommt eben darauf an, ob dir auch von unterwegs aus mit den mobilen Apps auf eure gesicherten Daten zugreifen wollt oder nicht. Viel interessanter sind die darunter stehenden Kästchen, in diesen bekommt ihr nun die benötigten Tools zum Download angeboten. Das Cloud Station Drive ist die altbekannte App zum Sync verschiedener Ordner, das Cloud Station Backup ist nun das Tool unserer Wahl. Also erst einmal herunterladen, gibt es für Windows und OS X.

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Während sich das Tool auf den Weg auf unsere Festplatte macht, werfen wir schon einmal einen Blick auf die Einstellungen des Cloud Station Servers. Hier müssen wir  zuerst einmal entscheiden, welche angelegten Volumes wir für die Sicherung aktivieren wollen – sprich, wo wir die Daten hinsichern wollen. Habt ihr mehrere Rechner könnt ihr so also verschiedene Volumes beziehungsweise Hauptordner aktivieren, im Falle mehrerer Nutzer könnt ihr auch die Home-Ordner aktivieren, sodass jeder Nutzer in seinen Ordner sichern kann.

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Besonderen Blick solltet ihr nach der Aktivierung des gewünschten Ordners auf die Option „Versioning“ werfen. Der grundsätzliche Unterschied des Backup- zum Drive-Feature der Cloud Station, ist eben die Tatsache, dass auf eurem Rechner gelöschte Dateien weiterhin im Sicherungsordner eures NAS gespeichert werden. Logisch, ist ja eine Datensicherung und keine Synchronisierung. Dabei werden geänderte Dateien natürlich erst einmal ersetzt, die vorherigen Versionen einer Datei bleiben aber dennoch gespeichert und verfügbar. Praktisch, wenn ihr zum Beispiel eine Datei fälschlicherweise bearbeitet und speichert – dank des Versioning könnt ihr so eben auch ältere Varianten einer Datei wiederherstellen. Kennen Mac-Nutzer von besagter Time Machine.

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Standardmäßig speichert der DSM 6.0 bis zu 32 unterschiedliche Versionen einer Datei,  wobei ältere Versionen bei Erreichen des Limits gelöscht werden. Benötigt aber natürlich mehr Speicherplatz, da Dateien im „schlimmsten Fall“ eben in 32-facher Ausführung auf dem NAS gespeichert sind. 32 Versionen benötigen aber wohl nur die wenigsten, daher könnt ihr in den Einstellungen die maximale Anzahl beschränken. Außerdem steht euch auch die Funktion „Intelliversioning“ zur Verfügung – ein eigens von Synology entwickelter Algorithmus, bei dem nur die wichtigsten Versionen einer Datei gespeichert bleiben. Spart etwas Speicherplatz, ihr gebt aber eben auch etwas Kontrolle aus der Hand, da man nicht wirklich sagen kann, welche Änderungen nun „relevant“ sind und welche weniger.

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Haben wir dann die gewünschten Einstellungen vorgenommen, wechseln wir erst einmal vom Browser und der Web-UI des DSM auf den Rechner – das heruntergeladene Cloud-Station-Backup-Tool installieren. Sollte jeder hinbekommen. Beim ersten Start muss das Tool aber natürlich erst einmal eingerichtet werden, wobei dies recht simpel ist. Im ersten Schritt müssen dazu die Login-Daten für euer NAS eingegeben werden. Sprich entweder die lokale IP-Adresse oder eben eure QuickConnect-ID, wie man mag. Auch Benutzername und Passwort solltet ihr natürlich kennen.

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Danach geht es dann an das Auswählen der zu sichernden Ordner. Hier könnt ihr natürlich auf Wunsch ganze Festplatten auswählen, fraglich ist eben nur, ob dies Sinn machen würde – da man das System selbst nicht 1:1 mittels DSM wiederherstellen kann. Daher solltet ihr nur jene Ordner sichern, die private Daten oder auch Einstellungen und Profile von Anwendungen enthalten. Aber: ihr wisst wohl am besten, was ihr sichern wollt und was nicht. Außerdem müsst ihr natürlich auch einen Ordner auf dem NAS auswählen, in den ihr die Daten sichern wollt.

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Neben der Auswahl an Ordnern könnt ihr auch Regeln zur Datensicherung erstellen. So könnt ihr zum Beispiel nur Dateien mit einer festgelegten Mindestgröße sichern oder auch bestimmte Dateien oder Dateitypen ausschließen.

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Im letzten Fenster erhaltet ihr dann noch einmal einen Überblick darüber, welcher Ordner ihr ausgewählt habt und in welchen Ordner die Sicherungen abgelegt werden:

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Über „Fertig“ schließen wir die Einrichtung dann ab und das Cloud Station Backup legt auch schon direkt mit der Indexierung und dem Kopieren der auf dem Rechner befindlichen und ausgewählten Ordner und Dateien los. Kann je nach Geschwindigkeit des Netzwerks, eures DiskStation-Modells und der Anzahl an Dateien und Ordnern ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Jau: Geduld ist eine Tugend. ;) Da im Laufe aber immer nur geänderte Dateien auf das NAS gesichert werden, ist die Wartezeit nur am Anfang dermaßen lang.

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Und wo findet ihr nun eure Daten? Logisch, auf dem NAS – beziehungsweise in dem zuvor ausgewählten Ordner. Ihr könnt ganz einfach über den Explorer oder Finder auf die Datensicherungen zugreifen, diese werden wie normale Dateien auf dem NAS abgelegt. Öffnen, bearbeiten, kopieren – funktioniert alles wie gewohnt. Allerdings auch nur, sofern ihr den letzten Stand einer Datei benötigt – Stichwort Versioning. Benötigt ihr nun aber einmal eine andere Version einer Datei, kommt ihr über den Rechner alleine nicht an diese dran, stattdessen müsst ihr den Weg über die Web-Oberfläche des DSM gehen.

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Ziel ist hier wieder die Anwendung des Cloud Station Server, genauer gesagt den Punkt „Versionsverlauf„, den ihr in der linken Sidebar der NAS-Anwendung findet. Hier werden euch ebenso sämtliche gesicherte Daten inklusive der Original-Ordnerstruktur angezeigt. Markiert ihr nun die gewünschte Datei, könnt ihr euch über den Button „Aktion → Frühere Versionen durchsuchen“ alle vorhandenen und verfügbaren Versionen einer Datei anzeigen lassen. Was etwas Schade ist, ist die Tatsache, dass es keine Vorschau der Dateien gibt, stattdessen habt ihr nur eine Dateiliste mitsamt dem Änderungsdatum – kann aber eben auch schon ausreichend sein. Über den Button „Herunterladen“ könnt ihr die Datei „ganz einfach“ auf euren Rechner downloaden, der Button „Wiederherstellen“ ersetzt die vorhandene Original-Datei mit der ausgewählten Datei-Version.

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Joa und das war es dann auch schon im Großen und Ganzen mit dem Cloud Station Backup. Ist natürlich nur ein kleiner Einblick in die Backup-Lösung, für die meisten dürfte die Standard-Einrichtung aber ausreichend sein – lediglich bei mehreren Nutzern oder Rechnern müsst ihr euch natürlich vor allem in Bezug auf die Speicherpfade ein wenig mehr Gedanken machen. Ist aber eben definitiv ein Blick wert, wieso also auf andere Tools ausweichen, wenn die DiskStation dies von Haus aus kann? Interessant wäre hierbei natürlich auch noch eine Kombination mit dem Cloud Sync – so dass man eben immer auch verschlüsselte Kopien seiner Daten auf einem oder mehrere Cloud-Anbieter verteilen kann.

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