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Sport und Musik gehört für viele unwei­gerlich zusammen. Irgendwie auch logisch, denn Musik lenkt nicht nur von der Anstrengung ab und macht gute Laune, sondern kann auch als Motiva­ti­ons­hilfe und Taktgeber dienen. Wer lediglich ein wenig Geräte­training macht oder nur „pumpen“ geht, der wird mit seinen Alltags­kopf­hörern sicherlich wenig Probleme haben. Anders sieht es aller­dings aus, wenn man Joggen geht oder andere Fitness-Programme ausübt, denn die üblichen In-Ear-, Over-Ear-, On-Ear- oder was auch immer für Kopfhörer sind hierbei nicht gerade komfor­tabel, zum Beispiel weil schlicht der Halt fehlt, das Kabel stört oder aus anderen Dingen. 

Die Lösung gibt es Form von (kabel­losen) Sport­kopf­hörern, aller­dings hat der geneigte Käufer die Qual der Wahl. Von groß bis klein, von Ohrflügel über Nackenband bis hin zu Ohrbügeln sind eine Vielzahl an Varia­tionen auf dem Markt – noch dazu von günstig bis teuer. Nachdem ich zuletzt mit den Jabra ROX Wireless auch sport­taug­liche Bluetooth-Kopfhörer auspro­bieren konnte, folgt nun ein weiteres Modell aus dem Hause TaoTronics, welches nicht nur eine etwas andere Ohrhal­terung besitzt, sondern auch noch mehr als die Hälfte günstiger zu haben ist. Ob der mit Bluetooth-Kopfhörer TaoTronics TT-BH11 dennoch etwas taugt? 

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Der Liefer­umfang des Kopfhörers ist markt­ty­pisch, man findet alle wichtigen Dinge vor: natürlich die Kopfhörer selbst, ein USB-Kabel zum Laden des integrierten Akkus, sowie drei verschiedene Paare an Aufsätzen für die Ohrstecker. Hätte zwar gerne eine Größe oder Zwischen­größe mehr sein dürfen, es dürfte aber dennoch jeder eine passende Größe finden. Tipp: Nicht immer nur gleiche Aufsätze probieren, ich fahre mit klein und mittel für rechts bezie­hungs­weise links immer sehr gut. Die Aufsätze lassen sich mit ein wenig Finger­spit­zen­gefühl ohne größere Probleme austau­schen und sitzen dann fest am Ohrstecker. 

Unter­stützt wird der Halt der Kopfhörer durch nicht abnehmbare Ohrbügel, die aus Silikon gefertigt sind und sich daher flexibel um das Ohr herum­legen lassen. Dies funktio­niert auch mit Brille und auch wenn die Bügel aufgrund der Ohrform nicht gänzlich das Ohr umschließen sollten, so ist der Halt dennoch gegeben. Beim Fahrrad­fahren und ähnlichen gleich­mä­ßi­geren Bewegungen sind auch normale In-Ear-Kopfhörer selten ein Problem, die TaoTronics halten aber auch beim Joggen, Zumba und anderen Fitness-Übungen mit schnel­leren und kräfti­geren Bewegungen zuver­lässig. Bezüglich des Halts keine Probleme und trotz der Größe und des höheren Gewichts der Ohrstecker ist der Kopfhörer auch nach längerem Tragen nicht unangenehm. 

Auch die Verar­beitung des Kopfhörers ist ohne wirkliche Makel. Es gibt keine unbeab­sich­tigten Spaltmaße oder sonstige klapprige Elemente. Gut, nun hat der Kopfhörer allgemein wenig Bauteile, dennoch habe ich das auch schon schlechter gesehen. Das Kabel von Ohrhörer zu Ohrhörer ist etwa 53 Zenti­meter lang, sodass dieses nicht allzu sehr herun­ter­baumelt. Idealer­weise sollte das Kabel hinter dem Kopf am Nacken entlang gelegt werden. Der Kopfhörer ist im übrigen IPX5-Zerti­fi­ziert, also wasser­re­sistent und somit gegen Körper­schweiß und Regen geschützt – duschen oder schwimmen würde ich nun aber nicht mit dem Kopfhörer. 

Funktionell ermög­licht es euch die Kabel­fern­be­dienung die Lautstärke zu verändern, die Wiedergabe zu pausieren und Songs zu überspringen (per längerem Druck auf die Lautstär­ket­asten) – funktio­niert übrigens mit iPhones und Android-Smart­phones, zumindest solche aus dem Hause Samsung. Des Weiteren lasst sich über einen Doppeltipp auf den mittleren Multi­funk­ti­ons­knopf auch Siri (oder Samsung S Voice) aktivieren oder einen einge­henden Anruf ablehnen – dank Mikrofon lassen sich auch direkt Siri „bedienen“ und Anrufe annehmen, die Sprach­qua­lität ist hier ausrei­chend gut. Ebenfalls über den mittleren Button lässt sich der Kopfhörer ein- und ausschalten (3 Sekunden) und die Bluetooth-Kopplung aktivieren (5 Sekunden). 

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Die Bluetooth-Verbindung ist ausrei­chend stabil, ich konnte während meiner Nutzung keinerlei Probleme feststellen, auch wenn sich das Smart­phone im Rucksack befunden hat. Die Akkus sind hier natürlich in den Ohrste­ckern unter­ge­bracht und versorgten die Kopfhörer etwa 4-5 Stunden mit Strom – ist natürlich immer von der genutzten Lautstärke abhängig. Ist der Akku dann einmal leer, so lässt sich dieser mittels MicroUSB-Stecker, der sich am linken Ohrstecker befindet, aufladen – für eine vollständige Ladung benötigt der Vorgang etwa zwei Stunden. 

Kommen wir nun aber zum eigentlich wichtigsten Punkt, dem Klang des Kopfhörers. Zwar ist gerade bei Sport­kopf­hörern der Halt nicht unwichtig, wenn die Kopfhörer dann aber scheiße klingen, bringt auch der beste Halt nichts. Hierbei ist es natürlich erst einmal wichtig, dass ihr die richtigen Ohrauf­sätze nutzt, macht bei In-Ear-Kopfhörern bekanntlich einen großen Unter­schied aus, auch wenn man bei den Kopfhörern keine Wunder erwarten sollte. Denn vor allem der Bass ist ein wenig mau und platt, andere In-Ear-Kopfhörer liefern hier mehr wumms und auch die Höhen könnten etwas ausge­prägter sein. 

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Zwar unter­stützt der Kopfhörer auch aptX, sodass die Qualität mit einem entspre­chenden Smart­phone nochmal besser sein könnte – habe ich nur leider nicht zur Hand, da die Auswahl ans entspre­chenden Smart­phones insgesamt doch recht klein ausfällt. Und ob aptX für einen wurmi­geren Bass und ausge­präg­teren Höhen sorgt, ist sicherlich fraglich. Insgesamt aber ist der Sound für einen Sport­kopf­hörer seiner Preis­klasse quer durch die Musik­genre ausge­wogen und geht in Ordnung. Positiv ist die maximale Lautstärke des TaoTronics TT-BH11, die ordentlich abliefert. Leider klingt der Sound hierbei aber ein wenig blechern, reduziert man sie um ein, zwei Stufen ist es aber wieder in Ordnung. 

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Als „Kopfhörer für jeden Tag“ würde der TaoTronics TT-BT11 sicherlich nicht zu meinen Favoriten gehören, betrachtet man aber nur mal den Zweck als Sport­kopf­hörer, so steht er doch recht weit oben auf der Liste. Dies liegt weniger daran, dass der Kopfhörer einen starken Klang bietet, dieser ist hier höchstens durch­schnittlich – auch wenn er noch besser ist als viele Billig-Kopfhörer. Vielmehr ist es der Halt und Sitz des Kopfhörers, der auch bei schnel­leren und stärkeren Fitness-Bewegungen keine Probleme bereitet – die typischen Flügel­hal­te­rungen (wie jene des Jabra ROX Wireless) bringen zum Beispiel bei meiner besseren Hälfte nicht den gewünschten Halt bezie­hungs­weise werden als drückend empfunden, was hier eben nicht der Fall ist. 

Wer also auf der Suche nach einem gut verar­bei­teten Sport­kopf­hörer mit gutem Halt und einem halbwegs ordent­lichen Klang ist und nicht allzu viele Scheine in die Hand nehmen möchte, der macht mit dem TaoTronics TT-BT11 nicht viel verkehrt.