Test: Satechi Aluminium Bluetooth Keyboard in Space Grau – preiswerte Konkurrenz für das Magic Keyboard von Apple

Marcel Am 02.02.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:24 Minuten

Die Tastatur ist eines der wichtigsten Geräte beim Arbeiten am Rechner – ohne geht quasi nichts. Bisher nutze ich am Mac das Magic Keyboard von Apple und war zufrieden – schmale Bauhöhe, flache Tasten und keinen allzu lauten Anschlag. Der von vielen kritisch betrachtete fehlende Ziffernblock fehlte mir zu keiner Zeit – mein Privates-Ich tippt aber auch nicht so viele Zahlen ein, dass es nicht auch über die Ziffernreihe machbar wäre. Etwas anders sah es aber mein berufliches Ich, dass regelmäßig im Home Office zu finden ist. Ja, auf Dauer kann das hantieren ohne Ziffernblock bei vielem Zahlengeschwurbel zu einer nervigen Angelegenheit werden. Also doch mal nach einer Alternative umgeschaut.

Die guten, alten Bürotippsen und mechanischen Gamer-Tastaturen habe ich dabei bewusst außer acht gelassen, zumal die Tastatur optisch auch zu der spacegrauen Ausstattung auf meinem Schreibtisch passen sollte. Hier gibt es natürlich etwas von Apple, die ihr Magic Keyboard schon vor einiger Zeit auch in einer großen Version auf den Markt geworfen haben – sogar in der vormals exklusiv mit dem iMac Pro vertriebenen Ausführung Space Gray. Rund 150 Euro möchte Apple dafür haben (Amazon liegt wie so oft darunter). Für einige ordentlich Geld. Auch andere Mütter haben schöne Töchter und auch ich habe zunächst mal über den Tellerrand geschaut. Und siehe da: Das seit längerer Zeit erhältliche Aluminium Keyboard von Satechi gibt es seit einigen Monaten auch mit QWERTZ-Layout.

Das Satechi-Keyboard gibt es in den für Apple typischen Farben Silber, Space Grau, Gold und Roségold. Passend zu meiner restlichen Ausstattung in der Farbe Space Grau und der schwarzen Magic Mouse 2 habe ich mich natürlich für die Variante in Space Grau entschieden. Noch dazu ohne Kabel – für mich ein absolutes Muss. Die Kopplung mit dem Mac ist in wenigen Sekunden erledigt. Hierbei sei direkt erwähnt, dass sich die Tastatur nicht nur ein einem Mac nutzen lässt, sondern auch mit anderen Geräten gekoppelt werden kann – sogar mit einem Windows-PC, falls dies aufgrund der Tastenbeschriftungen sinnvoll erscheint. Der Clou: Die Tastatur besitzt drei Tasten, mit der man zwischen den gekoppelten Geräten springen kann. Sicherlich ein speziellerer Anwendungsfall, wenn man die Funktion aber benötigt ist sie doch ganz praktikabel.

Von ihren Abmessungen her unterscheidet sich das Satechi Aluminium Keyboard nicht sonderlich vom Apple’schen Original: etwa 43 x 12 x 1 Zentimeter misst die Tastatur auf dem Schreibtisch. Die Verarbeitung lässt wie von Satechi gewohnt nicht viele Wünschen offen: unerwünschte Spaltmaße sind nicht vorhanden, das Aluminiumgehäuse macht einen hochwertigen Eindruck. Farblich weicht das Satechi-Spacegrau zwar je nach Licht minimal vom originalen Farbton des MacBooks ab – aber bekanntlich schafft es selbst Apple nicht, die Farbtöne unterschiedlicher Chargen identisch zu halten. Für einen leichten Anflug von Skepsis sorgten allerdings die Tastenbeschriftungen, die zwar aufgedruckt sind, aber wie aufgeklebt aussehen. Wie lange die Beschriftungen auf den Tasten halten, wird sich aber erst im Laufe der nächsten Monate (oder hoffentlich auch Jahre) zeigen.

Bei den Tasten und deren Anordnung hat sich Satechi zu weiten Teilen am Magic Keyboard von Apple orientiert, allerdings hat man noch ein paar Zusatztasten beziehungsweise -funktionen eingebaut. Beispielsweise lässt sich über F5 und F6 (die bei Apple nicht mit einer Sonderfunktion bedacht sind) das aktive Fenster bzw. der Taskswitcher einblenden. Außerdem gibt es Sondertasten für das Erstellen von Screenshots, sowie dem Einfügen, Ausschneiden und Kopieren. Ich persönlich nutze zwar trotz der Sondertasten eher die Screenshots (primär aus Gründen der Gewohnheit), für andere wiederum könnten die Tasten ein nettes Zubrot sein. Anfänglich etwas merkwürdig ist die Platzierung der Status-LED für die Umschalttaste, die sich nicht an der Taste befindet, sondern rechts über dem Ziffernblock.

Wie aber tippt es sich nun auf dem Satechi Aluminium Keyboard? Zunächst ein wenig ungewohnt. Wenn man jahrelang nur das kleine Magic Keyboard mit seinem sehr kurzen Tastenhub gewohnt ist, braucht es ein wenig Zeit bis man sich umgewöhnt hat. Dann aber tippt es sich super: Der Druckpunkt der Tasten ist angenehm, die Tastatur ein wenig dumpfer klingender und damit gefühlt leiser als das Original. Die als ergonimisch geformt bezeichneten Tasten sind beim Tippen zu vernachlässigen und eher optischer Natur. Was mich ein paar Tage länger beschäftigte, als die Umstellung auf die neue Tastenhöhe, war die Breite der Tastatur. Im Vergleich zum Magic Keyboard ohne Ziffernblock ist sie rund 13 Zentimeter breiter. Nicht viel, kommt einem aber erst einmal wie’n Meter vor. Aber auch das legt sich nach einiger Zeit.

Dank Gumminoppen auf der Unterseite wird ein Verrutschen der Tastatur unter euren Händen zuverlässig verhindert und wem die Tastatur insgesamt zu niedrig ist, der findet in der Verpackung optionale Klebefüße, mit denen sich das Keyboard hinten um einige Grad anheben lässt. Störte mich aber bisher nie, auch nicht beim Magic Keyboard. Die Akkulaufzeit gibt Satechi mit 80 Arbeitsstunden an, diese Zeit habe ich nach einer Woche noch nicht erreicht. Leider zeigt macOS im Bluetooth-Menü keinen Akkustand an und auch an der Tastatur gibt es nur ein rotes Lämpchen, wenn sich der Akku gen Ende neigt. Geladen wird die Tastatur übrigens über den rückseitigen USB-C-Anschluss, ein Kabel liegt dem Lieferumfang bei. Gut zu wissen: Die Tastatur kann während des Ladens weiter genutzt werden, funkt aber weiterhin nur via Bluetooth.

Fazit zum Satechi Aluminium Keyboard? Positiv. Zwar gibt es kleinere Schwächen wie der zu erratende Akkustand, der schlecht platzierten Umschalt-LED und der Tastenbeschriftungen. Sieht man davon aber ab, hat Satechi eine Tastatur auf den Markt geworfen, die es in vielerlei Hinsicht mit dem Original von Apple aufnehmen kann. Vor allem optisch empfinde ich die etwas höher gestellten Tasten, die leichte Senke auf den Tasten und die umlaufende Fräskante als sehr ansprechend – letztlich war dies der entscheidende Punkt gegen das Magic Keyboard. Dass man die Tastatur auch flott mit anderen Systemen nutzen kann, ist ein Mehrwert, der für mich eher nebensächlich war. Alles in allem kann man dem Satechi Aluminium Keyboard ohne schlechtes Gewissen eine Kaufempfehlung aussprechen.

Das Satechi Aluminium Keyboard gibt es der Bluetooth-Version zu einem Straßenpreis von rund 70 Euro. Wer es lieber kabelgebunden mag, für den hat Satechi auch eine Variante mit USB-Kabel im Portfolio, die mit 50 Euro noch einen Tick günstiger zu haben ist.

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