Teufel ROCKSTER CROSS im Test: markanter Bluetooth-Lautsprecher mit überzeugendem Klang und Outdoor-Tauglichkeit

Marcel Am 27.07.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:04 Minuten

Zuletzt hatte ich mir dem Teufel ROCKSTER GO den kleinsten Bluetooth-Lautsprecher aus der ROCKSTER-Range hier im Blog, der trotz seiner sehr kompakten Abmessungen einen überraschend guten Klang auf die Ohren zauberte. Nun ist der GO aber nicht der einzige neue ROCKSTER-Lautsprecher, mit dem ROCKSTER CROSS haben die Berliner Sound-Spezialisten noch einen weiteren Kandidaten ins Rennen geschickt. Der CROSS kann gut als großer Bruder des GO bezeichnet werden: Optisch weisen die beiden Geräte nahezu dasselbe Gehäuse-Design auf, der CROSS ist aber um einiges größer und schwerer und daher nicht ganz so portabel wie der handliche GO. Dafür verspricht er jedoch einen satteren Sound und ein Mehr an Funktionen. Ob die Versprechen gehalten werden und ob der CROSS einen bleibenden Eindruck hinterließ, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

Bekanntes Design, nur in Groß

Teufel hat in den letzten Jahren eine eigene Designsprache entwickelt, die weniger durchgestylt wirkt, sondern eher auf markante Formen setzt. Dies gilt vor allem für die Lautsprecher der ROCKSTER-Linie. Das muss man zugegebenermaßen mögen; mit ihren harten Kanten und der auffallenden, roten Akzentuierung kann man dem Design aber einen hohen Wiedererkennungswert nicht absprechen. Ecken und Kanten sind nie verkehrt. Der ROCKSTER CROSS ist hiervon keine Ausnahme, ganz im Gegenteil: Wer bereits einmal den GO in den Händen hielt oder schonmal angesehen hat, dem wird sofort der Gedanke kommen, dass es sich beim CROSS um eine vergrößerte Variante handelt. Eine ähnliches trapezförmiges Gehäuse aus mattem und gummiertem Kunststoff, eine auffällige Lochraster-Front über die gesamte Breite und Höhe, sowie rote Kontraststreifen.

Doch neben der optischen Gemeinsamkeiten gibt es natürlich auch viele direkt erkennbare Unterschiede. Logisch, denn mit seinen 38 x 16 x 13 Zentimetern und einem Gewicht von 2,4 Kilogramm benötigt der CROSS zum einen eine andere Handhabemöglichkeit, zum anderen bietet er für die Techniker aber auch ein deutliches Mehr an Möglichkeiten. Guter Sound braucht Platz aka Volumen, wie sich später aber noch beweisen wird. Das Gehäuse besteht wie erwähnt aus gummiertem Kunststoff, der sich nicht nicht nur hochwertig an (und ist auch so verarbeitet), sondern auch dafür Sorge trägt, dass dem CROSS kleinere Stürze nichts ausmachen. Damit diese aber nicht zur Regel werden, hat Teufel dem Lautsprecher auf der Oberseite zwei Ösen spendiert, an die mittels stabiler Karabiner der mitgelieferter Umhängegurt befestigt werden kann.

Im Gegensatz zum ROCKSTER GO ist der CROSS aber „nur“ nach der Schutzklasse IPX5 zertifiziert. Auf Deutsch: Schutz gehen Strahlwasser aus beliebigem Winkel. Regen oder verschüttete Getränke sorgen also nicht für den Flüssigkeitstod, gänzlich untertauchen sollte man den CROSS allerdings nicht. Auch die Rückseite beherbergt ein Abdeckgitter, dieses ist allerdings aus Kunststoff und ist in der freien Natur des Sandes bester Freund. Dieser setzt sich gerne und vor allem hartnäckig in die kleinen Öffnungen, eine weiche Bürste schafft aber Abhilfe. Von hinten sind außerdem die Griffmulden links und rechts erkennbar, die sogar ein halbwegs sicheres, einhändiges Tragen ermöglichen. Da die 2,4kg auf Dauer aber in die Arme gehen, gibt es eben besagten Umhängegurt. Durch das rückseitig leicht gebogene Gehäuse schmiegt sich der CROSS dabei am Körper an.

Insgesamt bietet der CROSS acht Buttons, jeweils vier auf der Oberseite und Rückseite. Die rückseitigen Buttons dienen unter anderem dem Ein- und Ausschalten und Koppeln des Lautsprechers, die oberen vier Tasten dienen der Steuerung der Musikwiedergabe und der Aktivierung des Sprachassistenten (des verbundenen Gerätes). Auf dem ersten Blick lässt sich die Wiedergabe nur pausieren und die Lautstärke verrstellen, allerdings hat Teufel die Tasten mal wieder doppelt belegt: Das Zurück- und Überspringen eines Titels ist mit einer Tastenkombination aus der Play-/Pause-Taste und Lauter bzw. Leiser möglich. Die besitzen Buttons einen angenehmen Druckpunkt, sind im Dunkeln aber trotz „Prägung“ nur schwer zu erkennen – falls man dazu nicht eh mit dem Smartphone hantiert.

Zu guter Letzt findet man auf der Rückseite auch noch die üblichen Anschlüsse wie USB zum Laden von Smartphone und Co., ein 3,5mm-Klinkenstecker, sowie die Stromversorgung. Leider hat man sich für einen Hohlstecker und Netzteil entschieden. Wohl eine Entscheidung zugunsten der Produktionskosten, denn ein USB-C-Anschluss dürfte mit passendem Netzteil ebenso ausreichend Leistung bringen, ist aber natürlich teurer, als die „klassischen“ Netzteile und Stecker. Der microUSB-Port dient lediglich dem Service, beispielsweise für eventuelle Firmware-Updates. Bezüglich der Verarbeitungsqualität kann man Teufel keine Vorwürfe machen: Der verwendete Kunststoff wirkt alles andere als billig und knarzt an keiner Stelle, auch auf nicht gewünschte Spaltmaße hat man erfolgreich verzichtet.

Auf den Sound gefühlt

Die ROCKSTER-Lautsprecher von Teufel stehen seit jeher nicht nur für ein markantes Design, sondern auch von einem starken Sound. Bei großen Lautsprechern wie dem Original-ROCKSTER und dem kleineren ROCKSTER AIR ist dies natürlich einfacher, aber auch beim Kleinsten der Serie, dem ROCKSTER GO, hat es Teufel geschafft, einiges herauszuholen. Durch die nahe Verwandtschaft in Kombination mit dem voluminöserem Gehäuse waren die Erwartungen an den ROCKSTER CROSS natürlich entsprechend hoch. Erwartet habe ich einen Klang, der irgendwo zwischen dem GO und dem AIR liegt. Und: Enttäuscht wurde ich definitiv nicht. Ganz im Gegenteil, denn die beiden 20-mm-Hochtöner und der 120-mm-Tieftöner zaubern in Kombination mit den zwei Passivmembranen an der Rückseite einen kraftvollen Klang in die Ohren – egal ob in der Wohnung oder im Freien.

Der Klang wirkt dank der Teufel-eigenen Dynamore-Technologie ein voluminöses, räumliches Klangbild. Die Höhen werden lupenrein wiedergegeben, die Mitten hat Teufel zugunsten der Tiefen ein wenig in den Hintergrund gerückt. Der Bass ist wirklich kräftig und tief, ohne aber zu überpräsent zu sein oder bei hohen Lautstärken zu einem alles übertünchenden Scheppern zu werden. Durch die klangliche Abstimmung ist der CROSS natürlich prädestiniert für rockigere Klänge oder andere bassgeschwängerte Tracks, aber auch die tägliche Portion Charts, 90er und Co. gibt er ohne wirkliche klangliche Schwächen wieder. Diese Handschrift der Teufel-Entwickler muss man mögen, dem Hörspaß tut sie aber keinen Abbruch.

Der Physik folgend haben es höhere Frequenzen vor allem unter freiem Himmel schwerer ins Ohr zu gelangen. Für solche Einsatzzwecke hat Teufel dem CROSS einen Outdoor-Modus spendiert, der die Höhen etwas anhebt und so im Außeneinsatz für einen satteren, ausgewogeneren Sound sorgt. Lautstärketechnisch kann der CROSS ebenfalls überzeugen: Zwar hat auch dieser Lautsprecher an der Grenze zur Maximallautstärke mit den üblichen Verzerrungen zu kämpfen, dann aber ist man schon weit über eine Schwelle getreten, die nur im Freien und mit sehr kulanten Nachbarn sinnvoll sind. Kurz gesagt: Im Freien fallen diese Verzerrungen kaum mehr auf, aus nächster Nähe oder in Innenräumen haut einem die dazu nötige Lautstärke ordentlich aufs Trommelfell.

Genug Saft für eine Nacht

Teufel verspricht für den CROSS eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden, natürlich bei „normaler“ Lautstärke. Was man nun als „normal“ bezeichnen möchte, ist sicherlich von Hörer zu Hörer unterschiedlich, gemeint sein dürfte aber sicherlich eine Lautstärke von näherungsweise 50 Prozent. Und diesbezüglich kann ich die versprochene Laufzeit so bestätigen. Aber auch bei deutlich höheren Lautstärken erreicht man ohne weiteres die 12 Stunden – meistens hält er also länger durch als die Vorräte an Bier und Co. Ist der CROSS einmal leer gespielt, benötigt der Lithium-Ionen-Akku etwa drei einhalb Stunden, bis er wieder vollständig einsatzbereit ist – und während des Ladens kann er natürlich weiter genutzt werden. Die integrierte Powerbank-Funktion zum Laden von Smartphone und Co. ist hingegen maximal als „schön gedacht“ zu bezeichnen, denn die maximalen 0,5 Ampere die der USB-Port bei 5 Volt liefert, sind 2019 alles andere als zeitgemäß.

Weitere erwähnenswerte Features

Primär müssen Bluetooth-Lautsprecher natürlich einen guten Sound über eine möglichst lange Zeit liefern – und dabei noch möglichst den persönlichen Design-Geschmack treffen. Dennoch liefern Lautsprecher inzwischen auch noch das ein oder andere Feature mit sich, dass das hantieren mit diesem erleichtern soll. Hierzu gehört zum Beispiel die Freisprecheinrichtung, die inzwischen nahezu jeder Bluetooth-Lautsprecher an Board hat – wohl eher, weil iOS und Android dies bei bestehender Bluetooth-Verbindung eh an Board haben. Kurz: Man versteht euch, man versteht seinen Gesprächspartner – summa summarum möchte man bei laufender Party aber wohl weniger mit Oma und Opa über den Lautsprecher quatschen. Schon eher nützlich: der per Tastendruck direkte Zugriff auf den Sprachassistenten des verbundenen Gerätes – also beispielsweise Siri, Google Assistant oder Alexa.

Darüber hinaus bestehet die Möglichkeit, zwei Smartphones gleichzeitig mit dem CROSS zu verbinden. Wobei „gleichzeitig“ nicht gleich „gleichzeitig“ ist. Ja, es lassen sich zwei Geräte mit dem CROSS koppeln, indem man zunächst Gerät 1 verbinden, dann Gerät 2 und im Anschluss nochmals Gerät 1. So kann man von einem Gerät Musik wiedergeben, während man auf dem zweiten Gerät nach neuen Songs sucht. Damit aber Musik vom zweiten Smartphone wiedergegeben wird, muss die Wiedergabe auf dem anderen zunächst pausiert werden. „Gleichzeitig“ ist also etwas irreführend und ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wieso man diesen Umweg gehen sollte – immerhin kann man auch auf dem wiedergebenden Smartphones nach anderen Songs suchen und in die Wiedergabeliste einreihen.

Praktischer ist schon der Connect-Modus, mit dem man zwei CROSS- oder GO-Lautsprecher miteinander koppeln kann. Für die Kopplung müssen beide Geräte direkt nebeneinander stehen, anschließend kann der Abstand zwischen den Geräten bis zu fünf Meter betragen. Allerdings ist es nicht so, dass die Lautsprecher ein Stereo-Paar ergeben, denn beide geben wie auch im Single-Modus technisch „nur“ einen (sehr guten) Mono-Sound zum Besten. Zwei Lautsprecher mit synchroner Wiedergabe haben aber den Vorteil, dass eine entsprechend größere Fläche gleichmäßiger zu beschallen, wenngleich diese aufgrund der Reichweite eingeschränkt ist. Hat man eh einen CROSS für den Garten und GO für unterwegs, ist der Connect-Modus eine netter Spielerei für die nächste Party.

Fazit und tl;dr

Mit dem ROCKSTER CROSS hat Teufel mal wieder einen Lautsprecher geschaffen, der im Laden durch sein ungewöhnliches Design ins Auge fällt. Und hat man den CROSS dann einmal in den Händen gehalten, möchte man ihn nicht mehr so schnell aus der Hand geben. Die verwendeten Materialien fühlen sich hochwertig an, gleiches gilt für den Eindruck, den die gesamte Verarbeitung betrifft. Die robuste Bauweise verhilft dem Bluetooth-Speaker auch zu einer IPX5-Zertifizierung, wodurch er gegen Stürze und Spritzwasser geschützt ist; eine bessere Wasserfestigkeit wäre wünschenswert gewesen, aber man muss ihn ja nicht immer direkt mit in den Pool nehmen. Trotz seiner Größe und dem Gewicht von 2,4kg würde ich ihn noch als handlich bezeichnen, dank des Umhängegurtes und die an eine Gürteltasche erinnernde Form lässt er sich auch sehr gut transportieren.

Ein paar Schwächen gibt es bei den Zusatzfunktionen, beim Klang allerdings kann der CROSS wieder vollends überzeugen. Schwächen gibt es hier nur wenige, insgesamt weiß der Lautsprecher auch bei hohen Lautstärken mit einem satten, ausgewogenen Klangbild zu überzeugen. Zugegeben hat mich der Sound des GO noch mehr überrascht, aus dem die Berliner bei seiner Größe alles herausgeholt haben. Der CROSS besitzt mehr Volumen, folgerichtig auch einen besseren Sound. Dies war zu erwarten und man wird definitiv nicht enttäuscht. Egal ob für Zuhause, im Partykeller, im Garten, beim Picknick oder sonst wo: der CROSS macht überall eine gute Figur. Mit einem UVP von 299 Euro und einem Straßenpreis von 249 Euro ist der definitiv eine Empfehlung. Zu 200 Euro wegen des Klangs, zu 100 Euro wegen dem markanten ROCKSTER-Design.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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